Russentonne neu schmieren und fokussieren

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mettling

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Hallo Leute,

Ich habe eine recht gute Russentonne MAK 100/1000, die ich vor ein paar Jahren von Wolfgang Lille bekommen habe. Die Abbildungsqualität ist sehr zufriedenstellend und ich benutze sie als Reiseteleskop und zum Schnellspechteln.

Nun ist das Russenfett im Tubus der Drehfokussierung im Lauf der Zeit so hart geworden, dass man bei Temperaturen unter 0°C kaum noch fokussieren kann, zumal das drehen der vorderen Tubushälfte ohnehin schon nicht so ganz einfach ist. Also ist neu schmieren angesagt.

Hat jemand eine Idee welches Fett ich verwenden sollte? Es soll im Winter leichtgängig sein, im Sommer nicht fließen und nicht gasen. Und das ganze bei einem Gewindedurchmesser von 10cm und einer Gewindelänge von etwa 3cm!

Hat jemand Erfahrung beim neu abschmieren einer Russentonne?

Und hat jemand eine Alternative zum Fokussieren durch Tubusdrehen? Der Backfokus ist ja nicht so riesig, dass ich da einen Crayford dranhängen könnte (Vom Preis mal ganz abgesehen...). Vielleicht eine Hilfskonstruktion die das drehen des Tubus erleichtert?

Viele Grüße:
Marcus
 
Nachtrag: Es handelt sich um ein MTO-11CA, nicht um ein Rubinar.

Marcus
 
Hallo Marcus,
ich hatte mir auch eine Russentonne für die Reise zugelegt. Sie musste aber einem APO weichen.
Ich benutzte ein ausgeschlachtetes 1.8/50mm Normalobjektiv, wofür ich mir eine Okularsteckhülse aus Alu drehen ließ. (Steckhülse mittel ausgedrehtem M48x1-Umkehrring auf das Filtergewinde des Objektivs geschraubt.) Solch einen Eigenbaufokussierer benutze ich auch an einem Selbstbaudobson. Die Bauhöhe iat dabei so gering, dass der Backfokus der Tonne (inklusive Zenitspiegel) völlig ausreichend war.
Mittlerweile habe ich mir eine Baader-Okularsteckhülse mit T2-Anschluss für meinen Zeiss-Revolver gekauft. Diese Steckhülse besitzt auch einen Fokussierweg über ein Feingewinde. Hierbei dreht sich allerdings das Okular mit.
Diese ist auch zur Benutzung an der Russentonne zu empfehlen. Hätte ich wahrscheinlich auch genommen, wenn sie mir damals schon zur Verfügung gestanden hätte.
Mit Fettaustausch habe ich keine Erfahrung. Das Grobfokussieren ging im Winter auch etwas schwer, durch den nachgeschalteten Fokussierer störte das aber kaum.

Viele Grüße

Hans-Jürgen
 
Hallo Kerringa,

Vielen Dank für den Tipp mit dem geschlachteten Objektiv. Ich hatte auch schon daran gedacht und sogar ein altes 55mm auseinandergeschraubt. Das Innenleben entpuppte sich allerdings als Haufen Plastik. Das Prinzip ist mir allerdings schon klar.

Es gibt natürlich auch den sehr leckeren Helicalfokussierer von Borg. Aber der ist leider nicht ganz billig.

Ich habe nun gestern erst einmal das Gewinde gereinigt und mit einem temparaturstabilen Fett neu abgeschmiert: MoS-Fett
Die Fokussierung läuft damit sehr gut, der Tieftemparaturtest steht aber noch aus (Mangels tiefer Temparatur...).
 
eigenartig: MoS ist eigentlich grauschwarz, da kann nicht viel drin sein in einem hellen Fett. Ist aber auch egal, solange es funktioniert.

Grüße

*entfernt*
 
Stimmt, Molybdän(IV)Sulfid ist eigentlich grau.
Allerdings werden schon seit ewigen Zeiten weiße Schmierstoffe als Molykote vertrieben. Was da nun genau drin ist weiß ich auch nicht. Meist sind sie aber stabiler und haben bessere Schmiereigenschaften als graue Fette, ob sie nun Graphit oder MoS2 enthalten.

Das genannte Fett ist IMO auf jeden Fall gut geeignet, da es nicht kriecht und schon als äußerst dünne Schicht einen hervorragenden Gleitfilm bildet. Das Töpfchen mit 10g Fett würde wahrscheinlich für 200 Russentonnen reichen.
 
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