Säule - Montierung auf Balkon

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kimito

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Hallo,

ich möchte eine Alusäule (15cm Durchmesser, 75cm Höhe) mit angeschweißter Bodenplatte (30x30cm) fuer ein 12" Meade ARC (35-40kg)auf meiner Dachterasse anbringen.
Der Boden besteht aus folgenden "Schichten": (1) Beton-Bodenplatte des Dachgeschosses, (2) 6cm Dämmung, (3) Dachpappe (verschweißte PVC-Bahnen), (4) Bodenbelag: Holzbohlen mit Holzunterkonstruktion.

Nun habe ich mir 3 Möglichkeiten überlegt:
(1) Anbringen der Säule mit Ankerschrauben auf der Betondecke. Hierzu muss die Dämmung ausgeschnitten werden und nach Montage der Säule um diese herum wieder angebracht und eine neue Dachpappe als Manschette das Ganze wieder abdichten.
(2) Anbringen der Säule mit Ankerschrauben durch die Dachpappe auf der Betondecke, hierbei würde die Bodenplatte der Säule quasi wie auf 4 Stelzen (6cm Dämmung) sitzen, da die Dämmung ja keine Halt bietet. Danach erneutes Abdichten der Schrauben und auch der Säulen-Bodenplatte
(3) Giessen einer Betonplatte mit Montage der Säule. Das Konstrukt wird unbefestigt auf die Dachpappe gesetzt, dazwischen zum Schutz noch ein Kunststoffflies (300g Dichte).

Bei allen drei Konstruktionen wird der Bodenbelag entsprechend aufgeschnitten und mit Raum um die Säule verschlossen, damit wenigstens von dieser Seite aus keine Berührung zur Säule vorhanden ist.

Nach Gespräch mit Dachdecker und Schlosser nun die vorläufigen Ergebnisse zu #1 und #2:
(1) würde knapp 1000 Euro kosten und scheidet damit so gut wie aus.
(2) wird von Dachdecker nicht empfohlen (Dichtigkeit, Wärmebrücken und Druckbelastung der Dämmung bei Anzug der Schrauben)

zu(3):Minimierung, nich Beseitigung der Schwingungsanfälligkeit?
Kann diese verringert werden durch einen größeren / breiteren Betonfuß? Die Dicke sollte limtiert sein durch den Bodenbelag. Zwischen Dachpappe und Bodenbelag sind 10cm Raum, d.h. mehr als 15, vielleicht 20cm Betonfuß möchte ich aus optischen Gründen nicht anbringen. Insgesamt käme man bei einem Betonfuss von beispielsweise 50x50x15cm mit Säule (Sandbefuellt) und Teleskop auf ein Gewicht von xxx (?), wahrscheinlich mindestens 150kg.

Was haltet Ihr hiervon, insbesondere von Lösung #3?
Gibt es noch andere Möglichkeiten oder Modifikationen von 1-3?
Wie rechne ich denn das Gewicht des Betonfußes und auch der Säule aus?

Danke + Gruss
In-Se


 
Nur mal eine kleine Geschichte:

Mein Bruder hatte ein ca 30 mm langes Loch in einer PVC Bahn seines Balkons.

Daraus resultierte ein Wasserschaden beim Nachbarn unter ihm, dem die komlette Außenmauer mit Rolladenkasten geflutet wurden.

Die Reparatur belief sich auf ca. 4500,- Euro.

Also falls dir das Haus gehört und dich solche Szenarien noch nie geschreckt haben kannste ruhig die Säule so befestigen.

Anderenfalls würde ich diese Schicht niemals anfassen.

Die Schäden werden meistens erst sichbar wenn schon alles zu spät ist.
 
ooooh, genau davor habe ich sch...., sorge!
vielen dank fuer den plastischen hinweis. somit ist mir auch loesung#3 am symphatischsten.
...es sei denn, es gibt eine fachlich adaequate und vor allem billigere loesung zu #1 oder #2.
viele gruesse
in-se
 
Hallo In-Se,

es gäbe 2 Möglichkeiten, die das Bearbeiten des Untergrundes verhindern könnte.

1. Schau Dir mal die Grundplatte der großen, professionellen Sonnenschirmen an. Bin kein Techniker und kenne die Namen der Profile nicht. Dort steht der Ständer auf U-Profilen, die am Boden nochmals einen Wulst haben. Darauf liegen dicke Gehwegplatten, jeweils 50x50cm aus Waschbeton, also 4 Stück. Dann die Säule noch mit Stahldraht abspannen mittels Wantenspannern. Das wäre eine Möglichkeit. Das ganze könnte man noch mit Bitumen am Boden fixieren, damit nichts mehr verrutschen kann.

2. Die Säule mit einem flachen Dreifuß versehen, an den Enden Nivellierschrauben. Die könnte man im Holzboden verschrauben und danach gut mit Bitumen abdichten.

Allerdings weiß ich nicht, wie fest Deine Unterkonstruktion ist. Du müsstest das mal mit einem Stativ und einem Glas Wasser darauf austesten. Wenn Du stark "herumtrampelst", sollte sich das Wasser im Glas nicht bewegen. Dann wäre die Stabilität für die beiden Varianten gegeben.

Ansonsten würde auch ich an der Dachkonstuktion nichts ändern, das wäre auf Dauer gesehen zu gefährlich.

CS
Winfried
 
Hallo!
Bin (war!) ein Häuslebauer, der sich eine Zeit lang weniger mit Teleskopen als vielmehr mit solchen Geschichten rumgeschlagen hat.

Ich würde niemals die Abdichtungsschicht öffnen, auch wenn Schweißbahnen wieder verklebt werden können. Das klingt aber nicht nicht nach Bitumenschweißbahn, sondern nach UV-stabilisierter PVC Bahn (was meinst du mit Dachpappe??? - ist doch ne Folie oder ist die bitumenummantelt?)

Die einzige schwingungsdämpfende Konstruktion, die wieder professionell dicht zu kriegen ist, ist Nummer 1.

Nummer 2 wird auf Dauer garantiert undicht.

Nummer 3 hängt vom Holzboden ab. Ich schätze mal, der ist schwimmend verlegt. Und genau das wird er tun, wenn du da alles drauf setzt. Du müsstest versuchen den Schwerpunkt von Säule und Teleskop möglichst tief zu kriegen. Das geht nur mit viel Masse möglichst weit unten.
Bei dem Gewicht, dass du nennst + Telekop usw. oben drauf, kann aber punktuell soviel Gewicht auf der HolzUK lasten (je nachdem wie die ist), dass es dir deine Folie an dem Punkt sowieso durchdrückt.
Achte auch mal ein bisschen auf das Gesamtgewicht, wenn Du da 300 kg hinpackst, + 20 Kilo Krimskrams, plus vielleicht 200 kg HolzUK + 6 Leute zum Kucken haste schnell ne Tonne auf dem Balkon. Es gibt 60ziger Jahre Balkönchen, da würde ich das gewiss nicht machen.

FAZIT: Neuer Bodenaufbau auf dem (ganzen) Balkon oder stell deine Teil mal mit Stativ auf. Wenn´s wackelt, wird´s durch eine Säule auf dem Holz besser, aber nicht gigantisch viel.

Grüße und wenig Schwingungen
Andreas

PS: 1 Kubikmeter Sand sind 1,8 to. Kannste für Beton, Zement übernehmen, einfach verbautes Volumen ausrechnen und dann in Relation zu einem Kubikmeter setzen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo winfried,
das mit dem wasserglas gefaellt mir sehr gut, werde ich auf dem untergrund der holzbohlen-unterkontruktion (sprich, auf der dachpappe) ausprobieren.
der bodenbelag aus holz selbst ist zu instabil, das merke ich schon, wenn ich das teleskop auf dem großen meade-dreibeinstativ benutze.
meinst du, daß die bitumenschicht unter dem "betonsockel" zusaetzliche stabilitaet gibt?
was meinst du mit "dreifuß"
viele gruesse
in-se
 
Hallo In-Se,

mit Dreifuß meine ich eine Art Stativ. Schau Dir mal die transportablen Säulen an, z.B. bei Fernrohrland (ich denke wohl www.fernrohrland.de)
Diese Füße gibt es sicherlich auch einzeln, müsste man nachfragen und die könntest Du an Deine Säule anbringen. Der Vorteil liegt darin, daß man sie abnehmen kann und daß die Säule somit transportabel bleibt. Zudem hast du mehr auflage, da nicht alles auf einem Punkt ruht.
Aber wenn ich das alles so lese und an einen schwimmenden Boden denke, kann`s schon schwierig werden. Visuell mag es gehen, aber fotografisch sehe ich da schon so die diversen Schwierigkeiten.
Aber teste das erst mal mit der Wasserglasmethode aus, dann sieht man weiter. Vorher kann man nur darüber reden, ohne was konkretes zu wissen.

CS
Winfried
 
Hallo,

und noch ein Hinweis.

Falls unter dem Balkon Wohnraum ist, wäre ich mit einem Sockel sehr vorsichtig.

Der Sockel sorgt dafür, daß in der Decke im Raum drunter unter Umständen Temperaturunterschiede an der Decke entstehen. Das führt zur Schwitzwasserbildung und Schimmel.

Einen großen Sockel sollte man nie ohne Architekt in Angriff nehmen. Der haftet, wenn der Balkon doch abbricht und er falsch gerechnet hatte.
 
Hi zusammen,

habe mir auch eine Säule auf eine (erst noch nicht vorhande) Dachterasse gestellt. Vorher war da Wohnraum mit Gaube.....

1) Gaube ganz und Dach teilweise weg
2) Estrich raus
3) auf den dann offenliegenden Betonboden wurden einige Therm-Steine gesetzt
4) Auf die Thermsteine kam eine Schicht Estrich
5) darauf wurde die Säule gesetzt (ca. 110 kg) und nach Durchbohrung der Thermsteine mittels Edelstahlgewindestangen und speziellen Klebedübeln im Deckenboden befestigt
6) Isolierung rundum auf den Boden
7) Feuchtigkeitsschutz (elastische Matten, die verklebt/verschweißt wurden) rundum, und an der Säule bis über das spätere Bodenniveau hochgezogen und abgedichtet. Da diese Matten elastisch sind, trägt nichts zu Schwingungen bei.
8) Holzträgergerüst mit Niveauausgleich darauf ohne die Säule bzw. das Estrichpodest unter der Säule zu berühren
9) Verlegen des Holzbodens über das Podest herüber, aber dort freischwebend. Keine Berührung der Säule (2-3mm ABstand)

Ach ja: darunter liegt mein Schlafzimmer. Da ich wenig Lust darauf habe, mein Fernrohr mit ins Bett zu nehmen (schon gar nicht, wenn es durch die Decke kommt....) wurde alles mit ARchitekt und unter Einschaltung eines Statikers gemacht. Jetzt wurde alles getan, um Schimmel im Schlafzimmer und Teleskope im Bett zu verhindern. Bauantrag sollte man da auch nicht vergessen, kann sonst später ärgerlich werden...

Ist noch nicht ganz fertig: Sandfüllung der Säule (durchmesser 25cm) fehlt noch und ein fahrbarer Schutzbau (ähnlich wie bei Sternwarte Stuttgart - schaut mal im Internet) fehlen noch.

Einen Wermutstropfen hat das Ganze jedoch: mit 1000€ kommt man da leider nicht weit. Soll aber meine endgültige Beobachtungsstation werden, und man hat halt nur ein Leben.


wW.enn ich irgendwann mal Zeit habe will ich mir auch noch eine homepage bauen und dazu etwas einstellen, aber das wird sicher noch etwas dauern......

Gruß
Heinrich
 
Hallo liebe Leute,
danke fuer die zahlreichen Hinweise und Tips.
"Dachpappe" steht fuer die o.g. verschweißten PVC-Bahnen.
Der Holzbelag ist schwimmend verlegt.
Noch kam ich nicht dazu, die "Wasserglasmethode" auszutesten. Ich werde aber berichten, sobald ich mehr weiß.
Lösung #1 -die professionelste, ähnlich wie der Beitrag von Heinrich, werde ich wg. des großen Aufwandes nicht umsetzen. Den Statiker habe ich uebrigens auch miteinbezogen...
Lösung #2 werde ich nach den Hinweisen von Jadran und Andreas auf gar keinen Fall verwirklichen.
Bei Lösung #3 werde ich gar nicht erst mit dem Kondenswsserproblem auf das Martin hinweist konfrontiert werden. Hier werde ich mit dem Wasserglas testen, ob es denn einen Unterschied macht, die Säule auf dem Holzbelag zu stellen oder auf der PVC-Abdichtung. Bei Letzterem muss ich nochmals mit dem Dachdecker sprechen, mit wieviel Gewicht denn die PVC-Abdichtung mit darunterliegender Dämmung ueberhaupt belastbar ist.
Aus Platzgründen moechte ich lieber auf die an und fuer sich sehr symphatische Idee mit den großen Sonnenschirmstaender von Winfried verzichten.
Der Aufbau des Bodenbelages ist uebrigens so, dass unter den langen Holzbohlen jeweils in etwa 1m Abstand Querlatten daruntergelgt sind, welche schwimmend auf dem PVC-Bahnen liegen.
Danke fuer die Beitraege
Gruss, In-Se
 
Hallo!
Ich wollte mich nochmal melden, nachdem du ja auch noch mal deine Gedanken rückgemeldet hast.
Nachdem wie du das Ganze so beschreibst, hab´ ich so das Gefühl, dass die technisch beste Lösung aus Kostengründen ausscheidet. Alles andere sind Kompromisse...
Und wenn schon ein Kompromiss in Frage kommt, dann würde ich mich für den "einfachsten" Entscheiden - und das heißt Montierung + Stativ (nicht Säule) auf den Holzbelag stellen. Vielleicht findest du ja noch ne schöne große Betonscheibe oder was anderes schweres, auf die du Säule aufsetzt.
Holzboden öffnen, auf Dämmung setzen oder was anderes wird kaum eine Verbesserung bringen sondern nur mehr Arbeit. Wichtig wäre halt ein tiefer Schwerpunkt und eine Breite Auflagefläche unten (30x30cm ist als Bodenplatte bei 40 Kilo oben drauf ist viel(!) zu klein, wenn du sie nicht mit genug Masse in Verbindung bringen kannst).
Mit "auf´s Holz schrauben" hätte ich auch so meine Probleme, weil du damit eine Brücke für jede Schwingung schaffst. Letztentlich hilft nur Masse, Masse, Masse. Deswegen wäre die Verbindung zur Bodenplatte Balkon so wichtig: nicht weil du´s da schrauben kannst, sondern weil du 1t Masse einbringen kannst, die die Schwingung mit"schluckt".
Übrigens: Bei einem Meter Abstand der Lagerhölzer biegt sich der Boden einfach durch (2-5mm). Wenn überhaupt musst du mit der Säule + Betonplatte ziemlich mittig auf einem UK-Holzbohlen kommen, dass wenigstens etwas Last aufgenommen werden kann, wobei die ganze Sache dann auf der Dämmung landet und die ist auch flexibel (PUR-Hartschaum? - auch der gibt nach...)
Tja: Das was machbar ist, geht nicht. Das was geht ist eigentlich nicht machbar.
Google doch mal unter "Kurt Hopf + Astronomie". Der beschreibt, (wenn ich mich richtig erinnere) dass er seinen 6 Zoll Newton (?) mit Stativ auch einfach seinen Vollholzbalkon stellt und es leidlich funktioniert.
12 Zoll sind natürlich ein anderes Kaliber - ich denke da wirst du, wenn du 100% ausreizen willst, auf dem Balkon mit einem Kompromiss nicht glücklich werden.
Oder du beschränkst dich...
Oder du machst einen Kompromiss und sagst dir, in 2-3 Jahren und dann gscheit...

Grüße und stabilen Untergrund wünscht

Andreas


 
hallo andreas,
sehr präzise und auch praxisnah analysiert. Danke.
Zum besseren Verständnis nun mit Photos

Gruende fuer eine Säule sind:
1. (vermeintliche) Stabilität
2. Platzgründen (Säule vs. auslandendes Dreibeinstativ)
3. Belassen des Teleskopes über mehrere Tage/Nächte auf der Säule mit -noch zu besorgender- Telegizmo Teleskopabdeckung.

In der Tat habe ich mir auch schon ueberlegt, daß die Dämmung möglicherweise zu flexibel sein könnte.
Beim Aufstellen d Teleskopes mit Dreibeinstativ auf dem Holzbelag hatte ich bisher visuell mäßig bis kaum Probleme, photographisch allerdings war meine Lösung, die Kamerasteuerung vom Haus-Inneren vorzunehmen und den Balkon nicht zu betreten.

Der Grund, weshalb ich das Teleskop eher auf dem Balkon einrichten möchte und nicht im vorhandenen Garten ist, daß ich
1. auf dem Balkon knapp über dem Niveau d. Straßenlaterne bin und
2. (sehr wichtig :)) -als äußerst bequemer Mensch- die Steuerung leichter vom Haus-Inneren vornehmen kann.
3. brauche ich im Garten bei (semi-)permanenter Ausfstellung des Teleskopes noch einen Schutzbau vor langen Fingern...

..oder -um den thread noch ein bisschen auszuweiten- gibt es zu Letzterem noch einen Lösungsvorschlag?

Gruß, In-Se
 

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Hallo!
OK - schöner Balkon, jetzt kann ich Deine Gedanken nachvollziehen!
Das mit der Innensteuerung kann ich jetzt auch verstehen.

Welche Arten von Schutzbauten, Hütten usw. es gibt und was man da drin lassen sollte und was nicht und wie das mit ggf. Kondenswasser im Inneren von Laptops usw.. dazu können Dir die Praktiker, die das haben bestimmt was sagen. Ich bau immer auf und ab. Deswegen schweige ich dazu...

Zum Balkon und zur Aussicht.
Aussicht:
Ich schätze die Laterne ist eine Natriumdampflampe (oranges Licht)? Die produziert eine ganze Menge an Photonen, die auf deiner CCD oder auf dem Film landen. An dem Standort würde überwiegend visuell beobachten. 2km weiter hinten (Aussichtsbild) wär mir da zum fotografieren etwas sympathischer...

Zum Balkon:
Beachte auch, dass die Glasflächen im vgl. zur Wand einen höheren Wärmedurchgangskoeffizienten haben (also mehr Wärme "durchlassen"). Also wirst du immer eine leichte Thermik (und damit Luftunruhe) hinter dir haben. Vor dem Fenster wird dein Teleskop außerdem immer ungleichmäßig auskühlen, weil die zum Fenster gewandte Seite durch die Wärmestahlung "erwärmt" wird, während die abgewandte Seite kühler sein wird.
Außerdem gibt´s immer einen Schwall warmer Luft, wenn Du rausgehst und die Tür öffnest. Schlecht, wenn noch die CCD an ist...
Ne Menge Gründe den Platz vor dem Fenster zu meiden...

Insofern würde sich da eine Balkonecke für die visuelle Beobachtung und wenn man keine High-End Fotos machen will anbieten...
Die ist zumindest etwas weg. Eine Beobachtung über die Dachfläche hinweg ist dann zwar auch sehr schlecht (weil die Dachhaut ebenso sehr sehr viel Luftunruhe produziert), aber du hast ja auch noch die andere Seite des Himmels.

Ein Dreibein in der Balkonmitte ist auch zu sperrig. Da stößt man nur ständig an. Insofern verstehe ich den Säulengedanken.

Ergo: In die Ecke mit der Säule!
Besorge Dir eine schöne dicke Betonscheibe, oder Granitscheibe (min. 60-80 cm Durchmesser, min. 15cm dick) oder gieße die selber wegen dem Gewicht, das bei den o.g. Ausmaßen bei rund 130-140 Kilo liegen wird)
Armierung (bei Beton reicht eine Estrichmatte in mehreren Lagen, passend zugeschnitten = 3 Euro + 30 min mit der Kneifzange) oder Bohrlöcher (bei Granit, wenn du sie kaufst) nicht vergessen. Setze das Teil mittig auf ein UK-Lagerholz drauf und kläre noch ab, ob´s die Dichtung durchdrücken kann und du hast eine Lösung für deine Situation.
Beim Selbergießen: Schau, dass die "Schalung" dicht ist (schwierig) oder lege eine Folie unten drunter, sonst saust du dir den Balkon ein (wär schade drum). Du kannst das alles natürlich auch quadratisch machen, leichter zu schalen, dann haste halt wieder Ecken...
Das ausgehärtete Teil kann man noch ankippen um das alles wieder wegzubringen. Kannst´es aber auch drunter lassen.

Einziger Nachteil: Das Holz wird irgendwann unter der Scheibe leiden, weil es nicht nach oben entlüften kann. Das sieht aber nach Teak, Douglasie oder Bankirai aus - hält also denke ich mindestens 5-8 Jahre, bist es ernsthaft zum modern anfängt. Bis dahin hast du viel Zeit für Plan B.
Rein theoretisch kannst du die Scheibe auch hin und wieder ankippen, dann hält es noch länger, aber dann geht halt deine Ausrichtung verloren.

Das Ganze kostet dich rund 5-8 Sack Estrichbeton (40 Euro) Armierung (5 Euro), Schalmaterial, also Bretter (10 Euro) und ein bisschen Krimskrams (20 Euro). Den Beton kannste von außen auf den Balkon hochziehen (Eimer), dann bleibt die Wohnung sauber und du bist mit 75 Euro dabei. Gekauft liegt das beim doppelten (?) und du brauchst noch 3 Leute zum tragen.
Aber damit hast du für deine Situation eine ganz gute Lösung.

Logischerweise geht auch noch Plan B,C,D... usw.

Viele Grüße, gute Ideen und ne kaputte Laterne wünscht Dir

Andreas



 
Hallo karl,

lass den Balkonboden in Ruhe und hol Dir in einer Ecke des Balkons einen Arm/Ausleger vom Dach.
Die Höhe dürfte hinkommen, Schwingungsdämpfung, Abdichtung, alles wesentlich einfacher.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Günther!
@ Hallo natürlich auch Karl!

Ist auch eine gute Idee.

Dach hat allerdings (Foto) keinen Dachüberstand, sondern ist mit wohl mit Kupferblech (?) bündig verblendet, so dass man an die Sparren nicht direkt rankommt.
Die Mittelpfette liegt tiefer und so wie´s aussieht gibt´s zwar einen umlaufenden Ringanker, der aber auch tiefer liegt.
Dementsprechend ist kein Holz greifbar.

Der Ausleger muss also an die Wand ran!
Damit er stabil ist sollte er sowohl horizontal und vertikal als Dreiecksträger ausgeführt werden, eine entsprechende Wandauflagefläche habe und eine Adapterplatte für die Säule (oder was auch immer dann die Teleskopmontierung aufnimmt)bieten.
Da Kupferblech im Spiel ist, sollte man den Träger aus 10mm Edelstahl fertigen und kein Verzinktes nehmen (mindestens jeden Kontakt vermeiden wg. Oxidation!)
So eine Edelstahl-Anfertigung liegt bei rund 250 €.
Ich schätze mal die Balkonbreite auf 1,40m, also müsste das Teil 70cm hineinragen und eine 40kg Last am Ende stabil tragen.
Da bin ich mir aber wirklich nicht sicher ob das so massiv ist, dass es die Schwingungen schnell schluckt. Wenn ich sehe was kräftiger Wind bei einem guten Stativ+Montierung (mit einen weitaus idealeren Schwerpunkt) auslösen kann...

Wenn es Hohllochziegel sind brauchst du auf jeden Fall 6-8 Klebeanker und 15cm Gewindestangen (40 €) bei Gasbetonsteinen entsprechend lange Gewindeanker, bei Holzständerkonstruktion geht´s gar nicht, bei Außendämmung auch nicht, weil die Auflagefläche an der Wand nachgibt.

Das wäre so im Groben die fachliche Ausführung.

Sind höhere Kosten, ist aber natürlich reizvoll, weil der Boden außen vor ist. Die Säule ist dann aber eher nicht verwendbar.

Wie gesagt, das wäre jetzt Plan B. Gibt aber auch noch mehr :) - Viel Spaß beim abwägen und wiegen...

Andreas






 
Hallo Andreas und Ihr Anderen,
nach kurzer Planungsphase :) ist nun das Projekt vollbracht.

Ich hatte das Glück, einen Sonnenschirmständer aus Beton übrig zu haben, in welchen ich Gewindestangen eingebaut und dann eine massive Stahlsäule aufgesetzt habe. Letztere ist noch mit Sand/Kies befüllt.
Wie schwer das Ganze ist, weiß ich nicht, aber ich schätze es auf bestimmt 200kg. Und es hält sehr gut und fest.

Die Evolution bis dahin sah so aus, wie es häufig und wenig überraschend ist: Teleskoplast wird kleiner, Montierung schwerer.

Vielen, herzlichen Dank nochmals für die wertvollen Tips und Ratschläge.

Die Ironie nach den 4,5Jahren Planung ist...daß ich wahrscheinlich in 1 Jahr umziehen und das haus verchecken werde...:)

Lieben Gruß, In-Se
 

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Hi In-Se!
Freut mich, dass sich ein Happy End ergeben hat :) Schaut schön aus ...
Übrigens - wenn´s um Dämpfung der Schwingung geht habe ich einen Astrophysiker kennengelernt, der ein 40cm RC (fast) als Remote-Sternwarte in Norditalien betreibt - ganz oben auf einem mehrstöckigen Gebäude.
Ich fand seine Säule auf der die Paramount montiert war lustig, weil mit Kabelbindern Isomatten außen rum gespannt waren.
Er erzählte mir, dass die Matten nicht dazu da sind, dass sich keiner die Knie dran anschlägt :) , sondern um die Schwingungen des Gebäudes unten drunter zu brechen.
Er meinte das funktioniert perfekt und er spart sich die ganze Füllung mit Sand ...

Schau an ...

Vielleicht was für Dein nächstes Projekt ...

Andreas
 
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