Säulenbau zum x-ten Mal

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas GJL
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

GJL

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

es kommt wie es kommen mußte - jetzt muß eine feste Säule her. Habe mir diesbezüglich die Beiträge der letzten Jahre durchgelesen und ich möchte mich zuerst mal als noch nicht versierter Sternfreund herzlich bedanken für all die interessanten Beiträge hier und die Anleitungen auf den vielen Homepages, die mir als Anfänger in vielen Themenbereichen schon unschätzbare Dienste geleistet haben.
Zur Zeit habe ich ein C8 auf der CAM, es soll aber später durchaus ein 12" (SC oder Newton) werden mit entsprechender Montierung, Gemini 42 oder ähnlich.
Daraufhin möchte ich die Säule auslegen. Meine Fragen:

1. Reicht ein 20/200 KG Rohr oder ist ein Durchmesser von 30cm besser? Fundament 90x90x80. Ist eine Armierung des Fundaments nötig? Allgemein sagt man ja, aber einige halten sie für unnötig.
2. Im Endeffekt ruht die ganze Ausrüstung auf den 3 (warum nicht 4?) Gewindestangen M12, ist dies nicht eine Schwachstelle in puncto Biegung bei Lageveränderungen des Teleskops? Bringt es wesentlich etwas, wenn die Stangen dicker sind (M16 oder mehr) oder möglichst kurz ins Freie ragen?
3. Ist eine Dreiecksplatte mit Adapter sinnvoll oder besser den Adapter direkt auf die Gewindestangen im Beton (natürlich auswechselbar) mit einen freigelassenen Eingriff von der Seite?
4. Die Höhe macht mir Schwierigkeiten. Denke jetzt für die CAM Unterkante Montierung ca. 1,25m, was wohl auch für andere SCs geht. Will ich aber mal einen Newton montieren, so ist das viel zu hoch. Hat man sich von vorneherein festzulegen oder wie löst ihr das?


Viele Grüße aus dem Westerwald und schon mal Danke im voraus.

Gerhard
 
Hallo Gerhard,

viele Fragen auf einmal, ich versuche mal, sie "abzuarbeiten":

Ich habe in der Sternwarte selbst ein 12" SC auf der großen Polhöhenwiege. Steht auch auf der Säule, und die ist:

- eine ausgediente Sauerstofflasche, auf 140cm abgeflechst.
Die ist ca. 25cm dick, Wandstärke 5mm (?) und wiegt 60kg leer.
- unten mit einer Dreiecksplatte versehen, 70cm Kantenlänge, 2 cm stark, darin 3 Löcher von 2o mm. Das ganze ruht auf einem überdimensionierten Fundament, 2 Meter tief, 5 Tonnen Stahlbeton (war Zufall, die hatten nebenan Beton "übrig"...)
Deine Ausmaße reichen aber auf jeden Fall aus.

Warum 3 statt 4 Gewindestäbe?
Damit ist die gesamte Säule nivellierbar, man kann ja nie wissen, ob sich da noch etwas senkt. Genommen habe ich 3 Gewindestäbe aus Edelstahl, Durchmesser 20 mm, Länge 1 Meter. Die wurden in den Beton versenkt, nachdem der etwas angezogen hatte. Oben kam anstelle der Stahlplatte erstmal eine Holzschablone drauf, damit die Stangen gerade bleiben. Die Bohrungen stimmten mit der Stahlplatte überein.

Auf die Säule kam eine Stahlplatte (geschweißt), 30x30cm, 20mm stark. Darauf sitzt die Polhöhenwiege und das 12" Meade SC.

Meine Fehler:
1. Die obere Platte hätte mit 3 Gewindestangen und loser Platte nivellierbar ausgeführt werden müssen, das wäre einfacher gewesen als die ganze Säule zu nivellieren.
2. Ich habe keinen "Eingriff" in die Säule, um die Schraube zu lösen. Die ist fest eingeklebt mit Spezialkleber.

Eine Nivellierplatte sollte rund oder dreieckig sein und von 3 dicken Schrauben (10er) getragen werden. Sie lässt sich dadurch besser einstellen als eine Platte mit 4 Schrauben.

Insgesamt wiegt meine Säule mit unterer- und oberer Platte, quarzsandgefüllt 250 kg.

Die Höhe ist ansich zu hoch, ich brauche eine Leiter, um an den Fokus zu kommen. Das wurde aber bewußt gemacht, um auch mal horizontnah beobachten zu können und um über die Sternwarte zu kommen, die ein abschiebbares Flachdach besitzt.

Einfach im Garten aufgestellt würde ich die Säule so bauen, daß man bei 45 Grad Neigung stehend gut beobachten kann. - Irgendeinen Kompromiss muß man immer eingehen.

CS
Winfried
 
Hallo,
1. Ich finde ja. Armierung kannst du ja auch mit Kaninchenstalldraht machen, also warum nicht.
2. 3 wegen der einfachen Nivellierung. Ich habe M14 Stangen und da biegt sich nichts. Es darf natürlich nicht zu weit rausstehen.
3. Letzteres, bei manchen Montierungen mußt du ja auch von unten dran.
4. Im Prinzip musst du dich schon festlegen. Einzige Möglichkeit wäre eine Grösse dazwischen zu nehmen. Oder kurz bauen und bei Bedarf ein Stahlrohr für die Höhe adaptieren.
Hoffe geholfen zu haben.
Grüße
Martin
 
Hallo Gerhard,

Eisen im Blockfundament sind nicht notwendig.
Woher sollen Spannungen kommen, die vom Eisen aufzunehmen wären?

200er PVC reicht aus, sofern Du es mit Beton füllst.
Hier sind wohl Eisen notwendig.
Für die zu erwartenden Momente sind 3 Stück 10mm-Eisen ausreichend.
Ich würde trotzdem zu einem Stahlrohr raten.
Das kannst Du gegebenenfalls verlängern bzw. abschneiden.

Zur Dreipunktaufhängung ist bereits alles gesagt.
Ich verwende ausschliesslich getrennte Grund- und Adapterplatten.
Der exakte lotrechte und oberflächenplane Einbau der Säule ist schwieriger als gedacht.
Außerdem ist ein Wechsel der Adapterplatte so ein Kinderspiel.

Hier ein Beispiel für die Aufnahme eines MAEDE 12"/14" SC mit Superpolhöhenwiege.

http://www.wbming.de/plate.JPG

CS
Volker
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben