Samstag - Galaxienhüpfen in Leo und UMa

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StefanF

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Servus miteinander,

nachdem sich der Samstag wettermäßig sehr interessant entwickelt hat, aber doch zum Beobachten sehr gut geeignet hatte, hier mal ein kurzer Bericht:
Morgens war keine Wolke am Himmel. Also hab ich beschlossen, auf meinen „Stammplatz“ am Truppenübungsplatz Lehnin zu fahren. Südlich von diesem Platz gibt es auf Kilometer hinweg nur Wald, und so gut wie keine Lichtquellen – zumindest sieht man keinen Lichtschimmer am Horizont. Berlin, Potsdam usw. liegen im Nordosten und stören mit ihrer Lichtkuppel nicht.
Mittags kamen – natürlich Wolken. Am Nachmittag war dann der Himmel zu mehr als die Hälfte bedeckt, aber nach und nach wurden sie zum Abend weniger, um kurz nach Sonnenuntergang ganz zu verschwinden.
Flugs die Sachen ins Auto gepackt, und um 21.30 Uhr war ich dann an meinem Platz – um zu entdecken, dass ich in der Hektik all meine Sternkarten und Unterlagen zuhause vergessen hatte !!
Nach einer „schnellen“ Rück- und Hinfahrt konnte ich dann ab 22 Uhr den klaren Himmel endlich nutzen. Die Sicht war nicht überragend, aber doch im Zenith fast 6m, mit einem bemerkenswert gutem Seeing, was das Beobachten von kleinen und schwachen Objekten erleichterte.

Ich habe mich auf das Grenzgebiet Löwe / Großer Wagen konzentriert und dort jede Menge Galaxien aufgesucht, die bisher, obwohl viele helle Objekte dabei waren, meiner Aufmerksamkeit entgangen waren. Hier die „Strecke“:
- NGC 3607: hell, recht klein, rund, mit sehr hellem Zentrum
- NGC 3338: recht schwach und klein, etwas länglich, ohne Struktur, nahe einem Stern 8m
- NGC 3507: recht schwach, klein, rund, diffus, zwischen 2 Sternen 11m/12m liegend. Im Zentrum liegt ein Vordergrundstern 11m, der die Beobachtung erschwert. Zunächst sieht man nur einen Stern mit einem schwachen Halo – wie wenn das Okular angelaufen wäre
- NGC 3596: ziemlich hell, recht groß, rund, etwas hellerer Kern
- NGC 3626: ziemlich hell, recht klein, rund, sehr heller sternförmiger Kern
- NGC 3608: recht hell, klein, rund, sehr heller Kern
- NGC 3646: recht hell, recht groß, rund, etwas hellerer Kern, mit einem schwachen Stern im Halo
- NGC 3605: schwach, ziemlich klein, rund, helles Zentrum
- NGC 3599: ziemlich schwach, ziemlich klein, rund, recht heller Kern, nahe einem Stern 9m
- NGC 3598: ziemlich schwach, ziemlich klein, etwas länglich, heller Kern, mit sehr schwachem Stern im Halo
- NGC 3501: sehr schwach, ziemlich klein, etwas länglich, heller Kern
- NGC 3659: schwach, recht klein, recht länglich, helleres Zentrum
- NGC 3655: recht hell, recht klein, rund, recht heller Kern, möglicherweise mit Stern im Halo
- NGC 3686: ziemlich hell, recht groß, rund, diffus
- NGC 3684: recht hell, klein, rund, heller Kern
- NGC 3681: recht schwach, klein, rund
- NGC 3691: schwach, ziemlich klein, rund, heller Kern
NGC 3686, 3684, 3681 und 3691 passten bei 120x zusammen ins gesichtsfeld ! Sehr schöner Anblick...
Weiter im Text:
- NGC 3377: sehr hell, recht groß, etwas länglich, sehr helles sternförmiges Zentrum
- NGC 3367: recht schwach, recht groß, etwas länglich, diffus
- M 105: sehr hell, recht groß, rund, sehr helles Zentrum
- NGC 3384: sehr hell, recht groß, rund, sehr helles Zentrum
- NGC 3389: schwach, recht klein, länglich, diffus
- NGC 3368: sehr hell, recht groß, etwas länglich, sehr helles Zentrum
- NGC 3351: hell, recht groß, etwas länglich, sehr helles Zentrum
- NGC 3665: recht hell, recht klein; rund, sehr helles sternförmiges Zentrum
- NGC 3658: recht schwach, recht klein, rund, sehr helles Zentrum
- NGC 3652: schwach, recht klein, etwas länglich, etwas hellerer Kern
- NGC 3813: hell, recht groß, rund, etwas hellerer Kern, nahe einem Stern 8m
- NGC 3755: ziemlich schwach, ziemlich klein, rund, sehr helles sternförmiges Zentrum
- NGC 3786: schwach, recht klein, etwas länglich, heller Kern} bildet ein Paar mit NGC 3788
- NGC 3788: schwach, recht klein, etwas länglich, heller Kern
- NGC 3900: recht hell, recht klein, rund, etwas hellerer Kern, zwischen 2 Sternen 12m
- NGC 3891: ziemlich schwach, ziemlich klein, rund, sehr helles Zentrum
- NGC 3897: sehr schwach, sehr klein, rund, heller Kern, nahe einem Stern 7m
- NGC 3941: sehr hell, recht groß, rund, sehr helles Zentrum mit hellem Kern
- NGC 3991: erst bei 220x zu sehen, aber dann sicher erkannt. Ziemlich schwach, ziemlich klein, recht länglich, sternförmiger Kern nicht genau im Zentrum; bildet eine Gruppe mit NGC 3994 und 3995; schwächstes Objekt des Abends mit 13.6 mag.
- NGC 3994: schwach, recht klein, rund, etwas hellerer Kern. Bildet ein Paar mit NGC 3895
- NGC 3895: schwach, recht klein, etwas länglich, sehr heller Kern. 1’ von einem Stern 7m entfernt
- NGC 3896: ziemlich schwach, ziemlich klein, rund, etwas hellerer Kern, nahe einem Stern 12m
- NGC 4062: recht schwach, etwas länglich, sehr länglich, etwas hellerer Kern
- NGC 4150: recht schwach, klein, rund, gleichmäßig helles Halo mit sehr hellem Kern, Stern 9m nahe
- NGC 4136: ziemlich schwach, recht groß, rund, etwas hellerer Kern
- NGC 4134: ziemlich schwach, ziemlich klein, rund, sehr heller Kern, 3’ von einem Stern 11m
- M53: sehr heller Kugelsternhaufen, groß, gut aufgelöst
- M 64: sehr hell, ziemlich groß, recht länglich, sehr heller Kern, schwarzer Fleck gut sichtbar
- NGC 3628: recht schwach, sehr groß und länglich, mit Staubband bei 220x
- M 66: sehr hell, groß, ziemlich länglich, mit sehr hellem Kern
- M 65: sehr hell und groß, ziemlich länglich, unregelmäßig hell, mit sehr hellem Zentrum

Kurz vor Mondaufgang hab ich dann wieder zusammengepackt und mich ins wohlverdiente Bett begeben.
Ergebnis und Siegerehrung: 47 Galaxien und 1 Kugelsternhaufen, davon 37 persönliche Erstsichtungen. Und viele Galaxien waren einfach zu sehen, da sie recht hell waren.
Ach ja: Beobachtungsgerät war kein Riesen-Lichteimer, sondern ein C8.

Sternfreundliche Grüße

Stefan


 
Hallo Stefan,

Gratulation! Das ist für jeden C8-Besitzer bzw. 8-Zöller-Besitzer ein Ansporn.

Welche Okulare hast Du verwendet, ich bin Samstag auch bis etwa 200-facher Vergrößerung gekommen, dann war es aber schon arg verschwommen und zum Teil kaum zu genießen.

cs

Ralf
 
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Hallo Stefan

Freut mich,deine beobachtung war ja ein richtiger erfolg.
War ja auch eine gute Beobachtungs Nacht,
die mann als Astronom verdient.

Manfred
 
Gestern/heute wollte ich es wissen: Trotz des herrlichen Himmels habe ich nur einen kleinen Teil geschafft - mein Standort ist wohl nicht für schwächere Objekte besonders gut geeignet - es reicht gerade so. Die Vergrößerungsgrenze war bei mir wieder um 200, aber das hat bei den meistens Galaxien gereicht bzw. war fast schon zu viel.

Aber immerhin sind ein paar Galaxien zusammengekommen, besonders im Leo. Dort waren unter anderem M65 und M66 und die schwächere NGC 3628, das "Leo Triplett", die im gemeinsamen Gesichtsfeld (C8, ohne Reducer, TS-32 WA, 68 Grad) schon fantastisch kamen. Zum "Leo Triplett" vgl.:
http://www.maa.clell.de/Messier/E/More/m066gr.html

Die Galaxiengruppe um M 96 (M 96, M 95, M 105 plus einige schwächere NGC-Galaxien) kam der schon deutlich schwächer daher, aber immer noch relativ gut sichtbar. http://www.maa.clell.de/Messier/E/More/m096gr.html

Strukturen, Spiralarme und dergleichen waren jedoch weder beim "Leo Triplett" noch bei diesen Galaxien zu erkennen. Lediglich bei M 66 kam es mir so vor, als ob sich einige die Form betreffende Strukturen abgezeichnet haben.

cs

Ralf
 
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Hallo Stefan,

Wow - hat dein C8 eine Goto-Funktion?
Welche Unterlagen hast du verwendet (z.B. Uranometria)?

Respekt, was mit einem guten 8" an einem dunken Himmel zu sehen ist.

Grüße,
Doppelstern
 
@ Doppelstern

Ich bin zwar nicht angesprochen, aber ich nutze den "Sky Atlas 2000.0", den Deep Sky-Reiseatlas (Neuauflage ist gerade raus) und den "Sky & Telescope's Pocket Sky Atlas", der eine verkleinerte Ausgabe des recht großformatigen Sky Atlas darstellt. Via Goto fahre ich mein C8 direkt an das Objekt heran (nun klappt es endlich!) und lokalisiere es durch ein Großfeldokular.

Zur Vorbereitung empfinde ich folgende Online-Kataloge recht gut:

http://www.astrosurf.com/skylink/deepsky/ngc_cat.html

http://www.maa.clell.de/Messier/messier.html

Anhand der Angaben kann man auch die visuelle Flächenausdehnung sowie die Helligkeit ersehen und mit bereits bekannten und beobachteten Objekten (wie M 13, M 65 usw.) vergleichen. Dann weiß man zumindest vorher, was zu erwarten ist und mit welchen Lokalisierungs- und Identifizierungsproblemen am Okular zu rechnen ist.

Wie gesagt, das ist meine Vorgehensweise; sie muss nicht die beste Methode sein.

cs

Ralf
 
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Servus miteinander,

ich habe keine Goto-Funktion - ich finde, das beraubt einen den richtigen Eindruck am Himmel, und das starhopping bringt einem die Beobachtung näher - mein persönlicher Geschmack.

Als Standartwerk benutze ich die Uranometria zum Beobachten, mache mir aber mittlerweile auch meine eigenen Aufsuchkarten, da die Datenbaasis sowohl in der Unranometra als auch in TheSky entweder unzureichend (zu wenige Sterne, gerade bei Galaxien) oder fehlerhaft (Koordianet-Genauigkeit) ist.

Als Okulare benutze ich zum Aufsuchen ein 24,5mm SWA von Meade (80x), ein 16mm Nagler (120x) zum schauen, und für sehr schwache Objekte ein 8.8mm UWA (220x) von Meade.

Grüße

Stefan
 
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