PeterMaier
Aktives Mitglied
Liebe Sternfreunde,
in der Nacht zum 6. Oktober - nur zwei Tage nach der Saturn-Opposition - herrschte an meinem Beobachtungsort endlich geradezu fantastisches Seeing, wie ich es wahrscheinlich bei der Planetenaufnahme noch nie erlebt habe! Ich habe noch nie die Note 1 auf der Antoniadi-Skala erlebt, aber zeitweise war das Livebild schon sehr nahe dran. Cassini-Teilung und sogar die dunklen Speichenstrukturen an der großen Ringachse waren sogar bei der Aufnahme deutlich sichtbar. Es gab sekundenlange Phasen, in der Saturn nahezu komplett ruhig lag, jedoch auch immer wieder Unterbrechungen mit Seeingwellen zwischendurch.
Ergebnis ist wohl der beste Saturn, der mir bislang mit dem 20“ Dobson gelungen ist.
Saturn am 06.10.2026, 01:13 MESZ mit Tethys, Mimas (links unten) und Ring-Speichen:
Horizontale Version (Süden oben): https://www.astronomie-ingolstadt.d...6-10-06_0113-9CEST_34x40_96dpi_horizontal.png
Ring-Speichen (Spokes) Zeitraffer-Animation, 00:10 - 01:37 MESZ:
Die wichtigsten Eckdaten:
05.10.2026, 23:57 CEST – 06.10.2026, 01:58 CEST (Finales Bild: 01:13 CEST)
Oberbayern, Naturpark Altmühltal Region
Seeing: II+ bis II; Transparenz: klar
20“ ICS Dobson f/16 (4x Televue Powermate Barlow)
ZWO ADC
ZWO ASI 462MC (Farbe) + UV/IR-Cut, L-Filter
ZWO ASI 462MM (Mono) + Astronomik ProPlanet 642 BP
Nachführung: manuell
3 x SER-Video Colour (á 2 min), 15% Stack = 4.500 frames
5 x SER-Video Mono (á 2 min), 15% Stack = 7.500 frames
= 12.000 frames total
Software (Postprozess):
FireCapture 2.7.14 (Aufnahme SER)
Autostakkert 4.0.13 (Stacking / Summenbilder)
AstroSurface W5 2026-05-11 (Wavelets Wiener Deconvolution + Colour RGB adjustments)
WinJupos 12.4.0 (Ausmessung, Derotation, Bildsequenz-Erstellung)
Adobe Photoshop CS5 (Ausrichtung, Farbbalance/-sättigung, Tiefen-Lichter, Unscharfe Maskierung, Rauschfilter)
PIPP v2.5.9 (Animation aus Bildsequenz)
Adobe After Effects CS5 (Rendering Bildsequenz, Ausgabe H264)
Insgesamt habe ich zwar 18- Mono und 21 Farbvideos (1h 18min bzw. 285 GB Daten!) aufgenommen, schaffte es diesmal aber einfach nicht, mehr Videos mit WinJupos sauber zu verarbeiten. Mit mehr Material zeigten die derotierten Ergebnisse leider immer massive Artefakte bzw. Bildfehler, was wohl an der Ausmessung der einzelnen Summenbilder lag. Zum Beispiel entstehen harte Pixel- bzw. „sägezahnartige“ Artefakte am Planetenrand oder speziell an den Übergängen vom Ringsystem zum Planeten. Der Planet selbst zeigt zudem häufig unschöne, schalenförmige Helligkeitsverläufe zum linken/rechten Rand, die sich auch mit Retusche kaum beseitigen lassen. Das ist auch ein Grund, warum ich bei der Animation den Planeten weggeschnitten habe.
Da ich häufig die Kamera (Mono/Farbe) im Okularauszug wechsle, haben die Bilder leider noch zusätzliche Rotationsdelta (neben der natürlichen Bildfeldrotation), die nur durch manuelle, visuelle Ausmessung mittels der Umrandungsgrafik in WinJupos erfasst werden können. Dabei genügen schon kleinste Abweichungen (unter 0,1 Grad) bei Rotation) und das Ergebnis leidet sichtlich! Je mehr Bilder, desto größer das Fehlerpotential. Das ist momentan echt ein großes Problem, für das ich leider noch keine optimale Lösung habe.
Für ein bestmögliches Derotationsergebnis habe ich schließlich alle verwendeten Summenbilder nochmal mit großem Aufwand manuell in Photoshop horizontal und deckungsgleich ausgerichtet bevor ich sie dann in WinJupos erneut ausmessen und derotieren konnte. Das hat am Ende besser geklappt.
Außerdem wurden auch einige Videos/Summenbilder aufgrund geringerer Qualität aussortiert.
Aus den verwendeten 3 Farb- und 5 Monovideos wurden schließlich 3 Farb- und 5 Mono-Summenbilder erstellt, die ich gern nachfolgend verlinke:
Diese Bilder wurden schließlich mit WinJupos derotiert, so dass am Ende ein finales Mono- und ein finales Farbsummenbilder mit gemeinsamer Bezugszeit (01:13_9 CEST) entstand. Aus diesen beiden Bildern entstand dann das farbige Endergebnis durch L-RGB Verfahren (Luminanzüberblendung in Photoshop: 1. Ebene Mono = Luminanz; 2. Ebene Farbe = RGB) .
Für die kurze Animation mit den Ring-Speichen wurde aus den Mono-Summenbildern in WinJupos eine Bildsequenz erstellt und diese dann über PIPP als AVI ausgegeben. Zuschnitt und finales Rendering / Ausgabeformat erfolgte in Adobe After Effects.
Finale Farbeinstellung erfolgte in Photoshop mittels Farbbalance und Tiefen-Lichter. Außerdem hab ich mir erlaubt, den extrem schwachen Mond Mimas künstlich etwas aufzuhellen, damit er zumindest auf Bildschirmen noch sichtbar wird. Auch wurde via Masken das Ringsystem teils getrennt von der Planetenoberfläche bearbeitet (unscharfe Maskierung, Rauschfilter etc.), um die Details bestmöglich sichtbar zu machen.
Unterm Strich bin ich sehr zufrieden und froh, dass der relativ große Aufwand mit der Bearbeitung am Ende noch zu diesem Ergebnis geführt hat.
Beste Grüße und gutes Seeing,
Peter Maier
in der Nacht zum 6. Oktober - nur zwei Tage nach der Saturn-Opposition - herrschte an meinem Beobachtungsort endlich geradezu fantastisches Seeing, wie ich es wahrscheinlich bei der Planetenaufnahme noch nie erlebt habe! Ich habe noch nie die Note 1 auf der Antoniadi-Skala erlebt, aber zeitweise war das Livebild schon sehr nahe dran. Cassini-Teilung und sogar die dunklen Speichenstrukturen an der großen Ringachse waren sogar bei der Aufnahme deutlich sichtbar. Es gab sekundenlange Phasen, in der Saturn nahezu komplett ruhig lag, jedoch auch immer wieder Unterbrechungen mit Seeingwellen zwischendurch.
Ergebnis ist wohl der beste Saturn, der mir bislang mit dem 20“ Dobson gelungen ist.
Saturn am 06.10.2026, 01:13 MESZ mit Tethys, Mimas (links unten) und Ring-Speichen:
Horizontale Version (Süden oben): https://www.astronomie-ingolstadt.d...6-10-06_0113-9CEST_34x40_96dpi_horizontal.png
Ring-Speichen (Spokes) Zeitraffer-Animation, 00:10 - 01:37 MESZ:
Die wichtigsten Eckdaten:
05.10.2026, 23:57 CEST – 06.10.2026, 01:58 CEST (Finales Bild: 01:13 CEST)
Oberbayern, Naturpark Altmühltal Region
Seeing: II+ bis II; Transparenz: klar
20“ ICS Dobson f/16 (4x Televue Powermate Barlow)
ZWO ADC
ZWO ASI 462MC (Farbe) + UV/IR-Cut, L-Filter
ZWO ASI 462MM (Mono) + Astronomik ProPlanet 642 BP
Nachführung: manuell
3 x SER-Video Colour (á 2 min), 15% Stack = 4.500 frames
5 x SER-Video Mono (á 2 min), 15% Stack = 7.500 frames
= 12.000 frames total
Software (Postprozess):
FireCapture 2.7.14 (Aufnahme SER)
Autostakkert 4.0.13 (Stacking / Summenbilder)
AstroSurface W5 2026-05-11 (Wavelets Wiener Deconvolution + Colour RGB adjustments)
WinJupos 12.4.0 (Ausmessung, Derotation, Bildsequenz-Erstellung)
Adobe Photoshop CS5 (Ausrichtung, Farbbalance/-sättigung, Tiefen-Lichter, Unscharfe Maskierung, Rauschfilter)
PIPP v2.5.9 (Animation aus Bildsequenz)
Adobe After Effects CS5 (Rendering Bildsequenz, Ausgabe H264)
Insgesamt habe ich zwar 18- Mono und 21 Farbvideos (1h 18min bzw. 285 GB Daten!) aufgenommen, schaffte es diesmal aber einfach nicht, mehr Videos mit WinJupos sauber zu verarbeiten. Mit mehr Material zeigten die derotierten Ergebnisse leider immer massive Artefakte bzw. Bildfehler, was wohl an der Ausmessung der einzelnen Summenbilder lag. Zum Beispiel entstehen harte Pixel- bzw. „sägezahnartige“ Artefakte am Planetenrand oder speziell an den Übergängen vom Ringsystem zum Planeten. Der Planet selbst zeigt zudem häufig unschöne, schalenförmige Helligkeitsverläufe zum linken/rechten Rand, die sich auch mit Retusche kaum beseitigen lassen. Das ist auch ein Grund, warum ich bei der Animation den Planeten weggeschnitten habe.
Da ich häufig die Kamera (Mono/Farbe) im Okularauszug wechsle, haben die Bilder leider noch zusätzliche Rotationsdelta (neben der natürlichen Bildfeldrotation), die nur durch manuelle, visuelle Ausmessung mittels der Umrandungsgrafik in WinJupos erfasst werden können. Dabei genügen schon kleinste Abweichungen (unter 0,1 Grad) bei Rotation) und das Ergebnis leidet sichtlich! Je mehr Bilder, desto größer das Fehlerpotential. Das ist momentan echt ein großes Problem, für das ich leider noch keine optimale Lösung habe.
Für ein bestmögliches Derotationsergebnis habe ich schließlich alle verwendeten Summenbilder nochmal mit großem Aufwand manuell in Photoshop horizontal und deckungsgleich ausgerichtet bevor ich sie dann in WinJupos erneut ausmessen und derotieren konnte. Das hat am Ende besser geklappt.
Außerdem wurden auch einige Videos/Summenbilder aufgrund geringerer Qualität aussortiert.
Aus den verwendeten 3 Farb- und 5 Monovideos wurden schließlich 3 Farb- und 5 Mono-Summenbilder erstellt, die ich gern nachfolgend verlinke:
Diese Bilder wurden schließlich mit WinJupos derotiert, so dass am Ende ein finales Mono- und ein finales Farbsummenbilder mit gemeinsamer Bezugszeit (01:13_9 CEST) entstand. Aus diesen beiden Bildern entstand dann das farbige Endergebnis durch L-RGB Verfahren (Luminanzüberblendung in Photoshop: 1. Ebene Mono = Luminanz; 2. Ebene Farbe = RGB) .
Für die kurze Animation mit den Ring-Speichen wurde aus den Mono-Summenbildern in WinJupos eine Bildsequenz erstellt und diese dann über PIPP als AVI ausgegeben. Zuschnitt und finales Rendering / Ausgabeformat erfolgte in Adobe After Effects.
Finale Farbeinstellung erfolgte in Photoshop mittels Farbbalance und Tiefen-Lichter. Außerdem hab ich mir erlaubt, den extrem schwachen Mond Mimas künstlich etwas aufzuhellen, damit er zumindest auf Bildschirmen noch sichtbar wird. Auch wurde via Masken das Ringsystem teils getrennt von der Planetenoberfläche bearbeitet (unscharfe Maskierung, Rauschfilter etc.), um die Details bestmöglich sichtbar zu machen.
Unterm Strich bin ich sehr zufrieden und froh, dass der relativ große Aufwand mit der Bearbeitung am Ende noch zu diesem Ergebnis geführt hat.
Beste Grüße und gutes Seeing,
Peter Maier