Saturn am 26.01.2009

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Unigraph

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Hallo,

so jetzt habe ich den Saturn von gestern Nacht ausgewertet. Insgesamt habe ich 5 Videos gedreht. Auf Grund von Zeitmangel hatte ich nur die 3fach Barlow drin mit etwas längerer Projektionsstrecke. Nach Tele Vue müssten dies sogar fast 5 fach sein. Ob dies stimmt muss ich erstmal richtig ausmessen. Aufjedenfall ist Saturn verdammt dunkel und bei schlechtem Seeing nur mit Longpass brauchbar. Damit musste ich auf 1/8sek runtergehen und habe 3000 frames aufgenommen. Davon wurden etwa 1800 gestackt. Der Gain war so knapp (890)wie möglich bemessen, um das Rauschen nicht so stark werden zu lassen. Erstaunlich war, dass es häufig kurze Momente gab wo die Luft sehr ruhig war und dann wieder sehr schlecht. Damit kommt AS sehr gut zurecht und ich bin eigentlich für die 1/8sek. sehr zufrieden. Damit das Bild formatfüllender wird habe ich es auf 150% getrimmt. Die Vergrößerung habe ich in PS vorgenommen. Geschärft wurde mit FW-Deconvolution und USM. Ich habe den Ring und die Kugel leicht unterschiedlich behandelt, da die Kugel wiedermal die Zwiebelringe zeigte. Trotzdem gibt das Bild doch recht gut den Anblick des Videos wieder. Auf Farbe verzichte ich momentan aus Zeitgründen.
Ich habe für die "Hardliner" noch einen zweiten Link angegeben. Dort ist der Saturn nochmal um 200% skaliert. Man sieht zwar auch nicht mehr drauf, aber ich finde dieses Bild bei genügendem Abstand von Bildschirm nicht mal so schlecht.
Auf diesem Bild sieht man an den Ansen doch sehr deutlich wie die Cassiniteilung durch die Luftunruhe zerissen wurde.

http://www.unigraph.de/images/s20090126_04-49-31saturn.jpg

http://www.unigraph.de/images/s20090126_04-49-31saturn200.jpg



cs Harald
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Hallo Harald,

bin zufällig der erste Leser Deines Berichts. 1/8 Sekunde bei schlechtem Seeing ist natürlich schon heftig. Trotzdem ist das Ergebnis noch ganz ordentlich, wenngleich mir die leichten Aufblähungen der Kugel am Übergang zum Ringsystem schon etwas störend erscheinen. Mag sein, dass das ein Nebeneffekt der Bildaufbereitung ist? Die Cassini-Teilung kommt sehr schön!

Meinen RGB-Saturn konnte ich immerhin mit 15 fps bei f/20 aufnehmen. Ist denn die Gesamttransmission Deiner Optik so gering, oder war die Transparenz des Himmels mangelhaft?

Gerade unter solchen Bedingungen hätte ich versucht mit größerer Blende zu arbeiten, um nach Möglichkeit auf 30 fps zu kommen, d.h. viermal soviele Frames bei 1/4 der Belichtungszeit einzufangen, und damit den Effekt der Luftunruhe wenigstens ansatzweise zu reduzieren. Unter Anwendung von Maßnahmen in dieser Richtung würde ich mindestens ein gleichwertiges Ergebnis erwarten ...

Gruß, Jan
 
Hallo Harald,

nachträglich fiel mir ein, was Du ggf. mit den vorhandenen Daten noch anders machen könntest: Du sagst ja, dass es im Verlauf der Aufnahmen auch ruhige Abschnitte gab. Wenn Du den Stack nun auf die Bilder aus diesen Zeitabschnitten beschränkst, sollte m.E. ein erkennbar besseres Ergebnis herauskommen.

Vielleicht sortiert AviStack die ruhigen Bilder sogar automatisch an den Anfang, d.h. Du bräuchtest nur die Anzahl der zu stackenden Bilder entsprechend zu beschränken.

Ich selbst verwende grundsätzlich nicht mehr als 128 Bilder aus AviStack, auch wenn die Videos bis zu 2000 Frames umfassen, und habe bei der Bearbeitung keine Problem mit Rauschen. Manchmal - d.h. gerade bei schlechten Aufnahmebedingungen - reduziere ich die Bilderanzahl sogar auf weit unter 100 und bekomme sichtbar bessere Ergebnisse.

Wenn Du 1800 Bilder in den Stack nimmst, ist AviStack natürlich gezwungen, einen großen Teil schlechterer Bilder aufzusummieren.

Möglicherweise hast Du ja schon vergeblich in dieser Richtung probiert? Das wäre dann für uns gewiss interessant zu wissen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

ich werde das Saturnbild bzgl. der Bälen korrigieren und auch weniger stacken. Das hatte ich sowieso vor. Wesentlich mehr oder Schärfer wird dabei aber nicht rauskommen, dessen bin ich mir schon jetzt sicher. Wir werden sehen.

cs Harald
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Hallo,

so, jetzt sind ein paar Ergebnisse mit veränderten Stackingzahlen durchgelaufen und ich resümiere, dass meine Prognose richtig war. M.a.W. es gibt keine Detailverbesserung, wenn statt 1800 nur 256gute Frames gestackt worden sind. Bei dem hohen Gain, macht sich das Korn doch rel. schnell bemerkbar wenn Schärfungsroutinen angewendet werden. Eher sind die hochzahligen gestackten Bilder homogener und sehen nach der EBV schärfer aus! Ich habe deshalb noch mal einen Durchlauf mit 2150 gestackten frames durchgeführt. Ergebnis dito wie mit 1800! Im Prinzip deckt sich sinngemäß meine Erkenntnis mit dem schon mal hier im Forum diskutierten Vorschlag alle Bilder zu nehmen. Da wäre ich mir aber bei meinem Material nicht ganz sicher, ob dies wirklich sinnvoll ist. Man kann die Qualität des Videos in AS ja sehr schon abschätzen, in dem man den qualitätsorientierten Film aufruft. Hier wird die laufende Bildqualität rein subjekt bewertet und ungefähr die angezeigte Prozentzahl registriert bei der die Bilder dann wirklich große Verzerrungen aufweisen. So kann man dann in nächsten Schritt AS anweisen, nur die Bilder innerhalb der gemerkten Qualitätsprozentzahl zu stacken, .

Ich verzichte hier auf das Zeigen weiterer Bilder, da sie nichts Neues zeigen - ich hoffe ihr vertraut mir!

- Ganz richtig ist der Vergleich zu diesem Thema (optimales ÖV) allerdings nicht, denn folgerichtig müsste man die Einstellung der DMK während der Aufnahme am Teleskop bei großen ÖV so verändern, dass die Belichtung gekürzt und wahrscheinlich auch der Gain weiter runtergefahren wird. Damit hat man dann ein verändertes Ausgangsbild, welches sich garantiert bei Schärfung und Vergrößerung anders verhält.

- Diese Erfahrungen ein Optimum zu finden, muss jeder wahrscheinlich selber machen, sodass meine Hinweise oder "Erkenntnisse" nicht unbedingt Allgemeingültigkeit haben.

cs Harald
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