Saturn im 10 Zoll GSO - bin konsterniert...

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Moriarty

Aktives Mitglied
Hi allesamt...

Gestern nachmittag baute ich noch mal schnell den gebraucht günstig erworbenen 10 Zoll BK7 GSO Dobson auf dem Balkon auf. Nachts gegen 1 riskierte ich dann mal eben einen Blick zum Saturn.

...verdammt.... das gibts ja gar nicht ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

So gut sah ich ihn, glaub ich, noch nie. Wie hingetackert stand er da. Phase, Wolkenband, Polregion, Ringteilung, -schatten, Dione, Thetys und Rhea direkt sichtbar, Titan deutlich gelblich.

Ich muß dazu sagen, ich habe einen guten 4 Zoll Apo. Den GSO holte ich mir kürzlich als Lichteimerchen, Qualität nicht vorrangig halt, soll mal zum Reisegerät umgebaut werden.

Aber verdammt, wie kann der Taiwanese es wagen, meinem Japaner ans Bein zu pinkeln?
Ich bin völlig konsterniert.

Gruß
Julian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Julian,

ist ein bekanntes Phänomen.
Die GSOs sind sehr gut. Ich habe einmal durch einen GSO 6" f/8 Mars beobachtet und war ebenfalls freudig überrascht; ein benachbartes gutes C8 sah dagegen alt aus...
Offenbar hattest Du gutes seeing, das greift halt die große Öffnung. Bei schlechterm seeing sieht die Welt schon anders aus; da dürfte Dein Tak die Nase vorn haben.
Die von Dir beschriebenen Deatils bei Saturn sind übrigens im 6" Apo locker (und vielleicht noch schärfer und kontrastreicher) zu sehen, zusätzlich noch Encke-Minimum und Kreppring. Da kann man bei gutem seeing bis ca. 400x vergrößern. Das versuche einmal mit dem GSO. Außerdem dürften die spikes die Bildästhetik erheblich stören.

Viele Grüße
Cord
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Julian,

Den schönsten saturn sah ich bisher durch einen 12"... halt dich fest... f/4! Durch den "dürfte" man ja eigentlich Planeten nicht einmal finden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
In unserer Sternwarte steht ein wunderbarer 8"-Starfire-Refraktor. Der liefert am Planeten sehr kontrastreiche Bilder und mag dem Newton unterm Strich leicht überlegen sein. Im Schnitt kommen die GSOs dem aber inzwischen recht nahe! Solche Berichte liest man immer wieder und sind beispielsweise auch im neuesten ICS-Katalog wieder abgedruckt.

Aber: Man darf auch nicht verschweigen, dass die GSO-Spiegel eine gewisse Serienstreuung aufweisen. Denn so toll manche Berichte hier auch sind; so unterschiedlich sind sie. Es gibt durchaus auch Spiegel, deren optische Qualität hier um welten darunter liegt! Bis der Einsteiger oder unerfahrene Beobachter das merkt, gehen ratzfatz zwei Jahre ins Land.

Von daher sind Erfahrungsberichte immer willkommen, aber leider lässt sich von ihnen nicht auf andere Optiken schließen.
 
Saturn wie man ihn gern sieht!

Hallo Julian,

ich gratuliere dir zu deinem offenbar guten Händchen beim Kauf des GSO!
Gut justiert hast du ihn auch,und wenn dann das Seeing mitspielt haut
einen Saturn durch einen 10" mit guter Optik echt vom Hocker <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />

Ich wünsche dir weitere schöne Nächte mit deiner Neuerwerbung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

MfG,Karsten
 
Hallo Julian,
genauso konsterniert wie Du war ich vor etwa 8 Monaten auch, als ich mir einen 10" Skywatcher Dobson ebenfalls nur für Deep Sky und der Transportabilität wegen gekauft hatte!
Mein Hauptgerät war bis dahin ein wirklich guter MN 78, der Saturn, Jupiter und Mond in einer für mich bis dahin nicht gekannten Qualität zeigte, aber nach einem direktem Vergleich mit dem bis dahin noch nicht optimierten aber auf den Punkt justierten Skywatcher, staunte ich nicht schlecht, ein genauso gestochen scharfes Bild an Jupiter und Mond bei 300 facher Vergrösserung ( Seeing 7/10 ) aber mit noch mehr Details als im MN 78! Der Test am Stern, intra und extrafokal sowohl als auch im 13L Ronchiokular zeigte mir sofort warum das möglich war, die Optik in dem Chinakracher hatte keine sichtbaren Fehler, weder Asti noch Über oder Unterkorrektur, auch eine abfallende Kante war nicht zu erkennen!
Daraufhin habe ich den 10" nach der bekannten Methode optimiert und ihm zusätzlich einen Moonlite Okularauszug mit Motorfokus und 2" Filterschieber spendiert, welches nochmals einen Quntensprung an Qualität brachte! Meinen MN 78 habe ich mitlerweile Verkauft und den 10" Newton benutze ich sowohl festmontiert auf meiner Montierung, wie auch bei meinen Exkursionen als Dobson!
Nun kann man leider nicht von einem oder zwei guten China oder Taiwan Newton gleich auf die ganze Serie schliessen, aber man sieht doch immer wieder, das es auch in diesem Segment sehr gute Optiken gibt, siehe deinen GSO und meinen Skywatcher! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Streuungen gibt auch bei den teuren High End Geräten, ein Astrokolege von mir musste sein mehrere 1000 € teures Gerät zwei mal zurücksenden, bevor das dritte Gerät endlich fehlerfrei war, das mag eine Ausnahme sein, kommt aber auch vor, im Billigsegment wahrscheinlich häufiger, wenn man es merkt!
Ich wünsche Dir noch viel Spass und erfolgreiche Beobachtungsnächte mit deinem guten 10" GSO!!!

Gruss und cs Uwe
 
Hi Julian,
gratuliere. Nun das ist ein Ergebnis, welches man erhält, wenn Optik stimmt, was bei den Chinadingern halt leider nicht immer so ist und belegt, was schon so manchen Thread befeuert hat. Eine gute Optik und Auflösungsvermögen ist das A und O grade am Planeten, weniger das System an sich.
In diesem Sinne viel Spaß und
CS
 
Hallo Julian

Das braucht dich nicht zu erschrecken!

Was du gesehen hast, sieht man auch in einem 3"Apochromaten. Nur ist der Planet und die Monde um einiges heller im 10" Newton, als im 4".
Vielleicht warst du nur durch die Helligkeit konsterniert?

Gruß Uwe
 
Zitat:
zusätzlich noch Encke-Minimum und Kreppring. Da kann man bei gutem seeing bis ca. 400x vergrößern. Das versuche einmal mit dem GSO

ist überhaupt kein problem, ich hab im februar bei hammerseeing saturn mit 480x beobachtet. und das zeigt dir kein 3" apo, egal wie gut der seien soll.....

das hätt ich besser nicht sagen sollen, gleich gehts geschrei wieder los...
 
Hallo Namensvetter,

ich glaube, das Du in einem 3 Zöller, egal was für einer und egal wie gut er ist, wohl kaum die selbe Auflösung haben wirst wie in einem 10" Newton und ich glaube das Du das auch weisst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />!
Es sei denn, der Spiegel ist für seine Öffnung unbrauchbar, was beim Julian aber wohl kaum der Fall sein wird !

Gruss und cs Uwe
 
Hallo,

natürlich kann man einen 10" Newton bis 480x oder höher vergrößern, die Frage ist nur: wie gut sind dann Schärfe und Kontrast? Es zeigen sich dann Spikes, die mich jedenfalls erheblich stören. Insgesamt dürfte das Saturnbild im 6" APO schärfer, kontrastreicher und insgesamt ästhetischer sein. Bei gutem seeing zeigt ein guter 10" Newton natürlich mehr Details, weil mehr Öffnung vorhanden ist. Ein 3" APO dürfte jedoch einem 10" Newton deutlich unterlegen sein.
 
Hallo Uwe

Ich habe ja nicht behauptet, dass ein 3"APO eine höhere Auflößung hat wie ein 10".

Wie hingetackert stand er da. Phase, Wolkenband, Polregion, Ringteilung, -schatten, Dione, Thetys und Rhea direkt sichtbar, Titan deutlich gelblich.

Ich meine nur das, was hier als "Beobachtungsbericht" geschildert wird, ich auch in einem 3"APO sehe.

Da muss bei einem 10" schon etwas mehr kommen!
Wie z.B. weiße Ovale, dunkle barrenähnliche Objekte in den Bändern, Encke-Teilung, mehrere Bänder, feine Farbnuancen auf der Kugel und in den Ringen, usw.

Natürlich hängt das vom Objektzustand ab, ob solche Details überhaupt vorhanden sind, doch wie gesagt, das andere sehe ich schon ab 3"Öffnung!

Gruß Uwe
 
Ein 10" mit 2,6" Fangspiegel mit einem 1/4 PV Hauptspiegel hat es da schon schwer.

Hallo Uwe,

bin zwar kein Experte, habe aber jetzt im neuen ICS Katalog gelesen (es gibt da auch eine schöne Zeichnung), dass PV gar nicht entscheidend ist, sondern eher RMS, weil dieser Wert die "Glattheit" des gesamten Objektivs berücksichtigt und nicht wie bei PV die Maxima und Minima, die z.B. in einem Abschnitt des Objektivs liegen können, während der Rest extrem glatt sein kann.

Wie ist Deine/Eure Meinung dazu?

Viele Grüße,
Cord
 
Hallo Cord

Damit ist gemeint, dass wenn der Hauptspiegel zwar noch Beugungsbegrenzt ist, wird sein Kontrastdurchmesser durch die Zentralabschattung des 2,6" Fangspiegel auf den eines 3"gedrückt nach den Faustregeln zur Berechnung der visuellen Kontrastschärfe nach William P. Zmek.
Das gleiche schreibt auch Harold Suiter in seinem Buch "Star testing Astronomical Telescopes" mit seiner EER-Tabelle.
ICS schreibt ja das gleiche über Zmek!
Warum glaubst du, strebt ICS an seiner Hausmarke die geringst mögliche Zentralabschattung an?!
Warscheinlich sind sie auch von der Obstruktionsphobie befallen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Gruß Uwe
 
Wellenfront oder Oberfläche?

Hallo Cord,

eine räumlich begrenzte Abweichung des Spiegels von der idealen Parabel kann
einen großen PtV Fehler erzeugen. Eine hochstehende Kante zum Beispiel
1/2 Wellenfrontfehler (z.B. bei 550nm gemessen).

Diese Spiegel wäre aber ganz erheblich besser als ein Spiegel der eine
globale sphärische Aberration von 1/4 Wellenfront (550nm) hätte.

Weil der Anteil der Fläche ein entscheidendes Kriterium ist und da aus dem
rms gleich der Strehl errechenbar ist ziehe ich die Angabe des rms eindeutig
gegenüber dem PtV vor.

Zitat Quanten:
Damit ist gemeint, dass wenn der Hauptspiegel zwar noch Beugungsbegrenzt ist, wird sein Kontrastdurchmesser durch die Zentralabschattung des 2,6" Fangspiegel auf den eines 3"gedrückt nach den Faustregeln zur Berechnung der visuellen Kontrastschärfe nach William P. Zmek.

Zitat ICS (aus Katalog Astronomie 2006):

2. Alle Aussagen beziehen sich nur auf Details mit 20% Kontrast
(Anmerkung KaStern: im Objekt) ,wie er bei Planeten häufig vorkommt.

Bei der Formel von Zmek geht es um die Kontrastübertragung des Teleskopes
in Bezug auf schwache Objektkontraste.
Nicht so bei der maximalen Auflösung des Teleskopes,bei der es um einen
Maximalkontrast im Objekt geht (2 helle Punktlichtquellen vor schwarzem
Hintergrund).

Bei letzteren wird die Auflösung selbst durch extrem hohe Obstruktion nicht
verringert,während die Kontrastübertragung im Bereich mittlerer Objektabstände
und geringer Objektkontraste durch eine sehr große Obstruktion empfindlich
verringert wird.

Ein 10" mit 2,6" Fangspiegel mit einem 1/4 PV Hauptspiegel hat es da schon schwer.

Wellenfrontfehler oder Oberflächenfehler?!
Und: Welcher rms Wellenfrontfehler soll denn damit korrliert sein?
Eine Optik mit 1/4 PtV Wellenfrontfehler kann erstklassig sein,oder auch
ziemlich mau,je nachdem welcher Oberflächenanteil mit dieser Fehlergröße
behaftet ist.

Ein 10" mit 2,6" Fangspiegel mit einem 1/4 PV Hauptspiegel hat es da schon schwer.

Was wäre denn deiner Ansicht nach das Problem der Optik:
Die 2,6" Obstruktion,oder der 1/4 Wellenfront- (oder Oberflächen- ? ) Fehler?

MfG,Karsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben