Saturn, Jupiter & Monde - top Seeing - Infos

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komposer

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Hallo,

gestern Abend 21.09.22 hatte ich ab 23 Uhr sehr gute Bedingungen und es sind mir meine bisher besten Saturn-Aufnahmen gelungen.

Hier zur besserer Einschätzung der Bedingungen eine Livebild Animation:
Saturn_210922_222717seeing.gif


Die Asi120mm ist mit Gelb & IR-Cut Filter noch recht empfindlich und ich konnte mit 10ms eine hohe Framerate erzielen. 25% von 15000 Frames habe ich gestackt.
Hier das Summenbild:
Saturn_210922_222717vmoc_g4_ap67.jpg


In fitswork habe ich zuerst auf 150% vergrößert und daraus die Luminanz erstellt und bearbeitet (iterativer Gauss / Wavelet Detailverstärkung ).
Beim Saturn mache ich 2 Versionen, eine mit feineren Radien für die Ringe und eine mit größeren Radien für die Planetenkugel.
Die beiden kombiniere ich dann unter gimp mit Ebenen. Hier mache ich dann auch den letzten Feinschliff z.B. unscharf maskieren.

Danach beim 150% Summenbild unter fitswork die Farblayer zurechtgerückt und mit dem bearbeiteten Luminanzbild ein L-RGB erstellt.

Endergebnis:
Saturn_210922_222717p150.jpg



Bei so guten Bedingungen wollte ich es nochmal mit den Monden probieren. Die werden mit Rotfilter besser. Belichtungszeit habe ich auf 100ms erhöht.
So sieht dann das Summenbild aus:
Saturn_210922_225313_g4_ap7.jpg

Bearbeitung 1:
Saturn_210922_225313_g4_ap7_3a.jpg

Die größeren Monde weiter entfernt vom Saturn sind gut auf dem Sensor gelandet, die kleinen inneren Monde werden aber teilweise vom überbelichteten Saturn überstrahlt.
Da musste ich das Summenbild nach dem Schärfen noch weiter stretchen:
Saturn_210922_225313_g4_ap7_3a2.jpg


Naja nicht so schön, zu groß, ausgefranzt. Die musste ich in gimp noch verkleinern um realistische Proportionen zu erhalten.
So sieht dann mein Endergebnis aus:
Saturn_210922_225313monde-ani.gif


Equipment: GSO 12" F5 Dobson, Baader Q-Turret, ZWO ADC, Asi120mc, Asi120mm, Gelb & Rotfilter, IR-Cut

Jupiter kommt später ....

Gruß,
Holger
 
Hi Holger, Der Saturn ist Klasse geworden. Auch das Livebild ist top. So gut hatte ich es auch noch nicht gehabt. Gute Idee die Monde bei dem Seeing mit einzufangen. Rundet das Bild schön ab…???
 
Danke Marcus,

hier jetzt mehr Infos zum Jupiter und die Monde Ganymed und Callisto.

Die Nacht fing ja mit Saturn gut an und da habe ich den Dobson natürlich stehen lassen.
Nach Mitternacht waren die Bedingungen ein wenig schlechter aber immer noch gut.
Immer wieder habe ich Avis aufgenommen und bei der späteren Sichtung der Summenbilder stach eins etwas heraus.
00:21 Uhr

Livebild Ani
Jup_220922_002147seeingkurz.gif


Und das Summenbild

Jup_220922_002147_g4_ap112.jpg

In fitswork habe ich zuerst auf 150% vergrößert und daraus die Luminanz erstellt und bearbeitet (iterativer Gauss / Wavelet Detailverstärkung ).

Da habe ich mich oben etwas vertan, denn dort habe ich ja die Aufnahme mit Asi120mm mit Gelbfilter für die Luminanz verwendet.
Beim Jupiter erstelle ich die Luminanz aus dem Farbbild.

Hier das Endergebnis:
Jup_220922_002147p150.jpg


Callisto zeigt deutliche Strukturen aber die Bearbeitung ist auf Jupiter fokussiert und die Schärfungsradien zu groß für den kleinen Callisto.

Also habe ich Callisto nochmal seperat bearbeitet und vorher auf 300 % vergrößert.
Hier das Ergebnis:
callisto_220922_002147p300.jpg


Einen Tag vorher konnte ich das so auch schon mit Ganymed machen:
ganymed_210922_010425p300.jpg


Gruß,
Holger
 
Moin,

die Detailaufnahmen der Monde sind meine Favoriten, auch wenn Jupiter selbst auch gut geraten ist.

CS Jörg
 
Hallo Holger,
ich konnte die Planeten gestern im C11 sichten. Saturn kam visuell tatsächlich zeitweise wie ausgestanzt heraus. Auch ich habe "Bauklötze" gestaunt. so deutlich präsentiert er sich selten.
Uwe
 
Moin Holger,
das sind ganz exzellente Aufnahmen von Jupiter und Saturn und erstklassige Dokumentationen!
Macht echt Spaß, sowas zu lesen, top! :y:
 
Tja und heute die Enttäuschung !
komme gerade rein und da ging gar nichts. Hoffentlich wird es gleich für den GRF beim Jupiter noch besser. Allerdings ist da eine zähe Wolkenschicht im Anmarsch.

Gruß,
Holger
Uff ?, und ich dachte schon es liegt irgendwie an der Optik. Bin gerade noch aktiv mit den 10zoll f6.3 aber es soll einfach nicht werden. Nur sporadisch leicht scharfe Abbildungen sonst nur Waschküche…

Aber dein neuer Jupiter von gestern Nacht gefällt mir auch sehr gut. Auch die Mond Details ??sehr schön.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Holger.
Dein Callisto ist sehr interessant für mich. Habe dazu schon einen eigenen Thread begonnen, will das aber auch hier noch mal reintun, weil es sich mit Deinen Bildern direkt vergleichen lässt.
Ich habe Callisto eine eigene Aufnahme gewidmet. Dabei kam das heraus.
Der helle Punkt rechts oben ist eine klare Übereinstimmung, auch die Verteilung der Dunkelgebiete ist ähnlich.
Nur zur WinJupos-Simulation lässt sich keine so rechte Ähnlichkeit herstellen...
CS
Rudolf
 

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    callistotab 210922.jpg
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Und als Ergänzung noch, wie andere Kallisto in den Tagen zwischen dem 20. und 22.9. ablichteten...
 

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Hallo Rudolf,

vergleiche mit Winjupos fallsen mir schon bei Merkur schwer.
Mir viel Phantasie versucht man dann Übereinstimmungen zu finden.

Ich habe Ganymed und Callisto erst gar nicht verglichen.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger.
Och, bei Merkur passt das an sich ganz gut - es sei denn Deine Aufnahme ist nicht gut ;)
Frage mich nur gerade, wie volatil die Mondoberflächen sind, und ob die Kartengrundlagen von einst heute noch stimmen...?
Die weitaus größere Frage aber dürfte realistisch betrachtet sein, wie gut Stacking und Schärfung bei Objekten von nur wenigen Pixeln Durchmesser auf dem Chip noch funktionieren oder nicht und je nach Umständen und Seeing immer neue Muster dabei herauskommen.
Leider habe ich diesmal nur ein Video gemacht. Es gibt also keinen Vergleich, wie ich das bei Merkur des öfteren leicht nachweisen kann, dass die Details immer wieder reproduzierbar sind.
Aber da reden wir in der Regel auch von einer Scheibe mit 5 bis 7 Bogensekunden, hier 1,7 und weniger.
Bleibt spannend.
Auch, weil der Vergleich beweist: Den hellen Punkt bestätigen Meeckers und Lemaire, das Binnenmuster allerdings scheint doch von vielen Zufällen bei Aufnahme und Bearbeitung geprägt.
Ich forsche im Laufe dieser Opposition dazu sicher weiter..
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

Leider habe ich diesmal nur ein Video gemacht. Es gibt also keinen Vergleich
Bei Ganymed war ich ja lange dabei um eine Animation zu erstellen. Da waren die Strukturen immer gleich:

Die Animation ist wegen der Dateigröße verkleinert.
Die Bearbeitung war auf Jupiter eingestellt mit 150% Größe und da sind die Schärfungsradien schon recht groß für den kleinenn Ganymed.
ganymed-2erp150.jpg


Habe dann gerade mal auf die Schnelle Ganymed bei den beide Summenbilder ausgeschnitten, auf 300 % vergrößert und nur mit den fitswork Wavelet Layern 1 & 2 geschärft:
ganymed-2erp300.jpg


Ich hätte da noch mehr schärfen können aber für den Vergeich reicht es ja auch so.
Sieht ziemlich ähnlich aus und natürlich feiner als bei der groben Schärfung oben.

Gruß,
Holger
 
Das bezweifele ich auch nicht.
Ich habe am 21. auch mehrere Jupiter-Bilder aufgenommen, bei denen Callisto mit im Bild ist. Die Struktur auf dem Mond bleibt dabei gleich.
Die Frage ist eher, warum sie bei zwei verschiedenen Beobachtern (e.g. verschiedenen Instrumenten, Brennweiten, Kameras, Seeing etc.) unterschiedlich wiedergegeben wird.
Das zeigt ja der Vergleich oben.
LG
 
Ich denke es liegt an der Nachbearbeitung. Und da spielt die Brennweite allei schon wegen der Bildgröße eine Rolle.
Ich bin ja schon auf 300% hochgegangen damit ich die Schärfungsradien feiner sind.

Ganymed sieht ja bei meiner selben Aufnahme in 150% mit groben Schärfungsradien anders aus als bei der seperaten 300% Bearbeitung.
ganymed_210922_010425p300u150.jpg


Gruß,
Holger
 
Auch das kann ich bestätigen. An einem 100%-Bild kann ich kaum richtig nachschärfen, das wird schnell zu grob, deshalb habe ich ich ebenfalls die 300 Prozent genommen, um überhaupt auf genug Fläche und Pixel zu kommen, an denen die Schärfung ansetzen kann.
Trotzdem darf man nicht vergessen, dass im 300%-Bild auch nur die Daten des 100% stecken, nur etwas mehr "verschmiert".

Und die 100% dürften je nach Beobachter, Brennweite, Kamera, Seeing etc schon ziemlich verschieden ausfallen.

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass z.B. ein Dunkelgebiet sich nur auf wenigen Pixeln abzeichnet. Die werden dann beim Stacken zusammengefasst und entsprechend gewertet. Dabei kommt es zum Beispiel durch Seeing vielleicht auch zu "Übersprüngen" auf benachbarte Pixel, das Dunkelgebiet bekommt ein anderes Aussehen als sein tatsächliches. Interessanterweise haben wir es alle eher randnah. Ausgerechnet bei Dauvergne im Vergleich - und der Pariser ist ja nun für seine exzellenten Jupiteraufnahmen bekannt - sieht es eher aus wie ein typisches Überschwingermuster.
Ich kann mir das alles noch nicht so recht erklären, das ist alles noch ein bisschen Zusammenreimen.
Es braucht mehr Daten und Versuche. Aber erstmal ist Schlechtwetter.
LG
Rudolf
 
Moin,

das ist ja auch relativ klar, die Originalabbildung ist sehr klein, der Pixelmaßstab entsprechend groß, auch wenn immer "feinere" Sensoren verfügbar sind. Irgendjemand hier im Forum ist mit einem 400mm Cassegrain mit rd. 6,5m Brennweite unterwegs, da dann eine entsprechende Kamera dran und man könnte da schon deutlich anders vorgehen, wenn die Seeingbedingungen passen, den die töten irgendwann den Größenvorteil. Insofern ist es schon erstaunlich genug was bei den Aufnahmen die hier kursieren überhaupt raus kommt.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,
ich bin mit dem C14 unterwegs und arbeite bei Brennweiten zwischen 9 und 12 Metern...
Dazu die ASI290mm oder jetzt in Farbe die ASI485MC, bei mit 2,9 my Pixeln. Mehr geht da kaum.
LG
Rudolf
 
Moin Holger, sehr schön!
Aber mehr zeitlichen Abstand zwischen zwei Einzelbildern solltest du nicht zulassen, denn das Animationsprogramm kennt keine Keplerbahnen oder die Newton'schen Gravitationsgesetze, nach denen die Monde eher gekrümmten statt linearen Bahnen folgen ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Holger,
aufgrund der Bewegung der Monde bekommt man einen schönen räumlichen Eindruck von dem Planeten. Weiter so !! Auch mir gefällt das sehr.

Viele Grüße Jan
 
nach denen die Monde eher gekrümmten statt linearen Bahnen folgen
Danke für den Hinweis Frank.

daran hatte ich nicht gedacht. Ich habe mir das gerade mal in Stellarium angesehen und die kurvige Bewegung der Saturnmonde ist schon in kurzen Zeiträumen deutlich sichtbar, viel mehr als bei Jupiter, da sieht das eher linear aus. Deswegen hatte ich das gar nicht auf dem Schirm.

Mehr als 30 Min. sollte man da wirklich nicht wählen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

danke für's Zeigen deiner hervorragenden Planetenaufnahmen und die ausführliche Dokumentation dazu. Beeindruckend auch die Darstellung der Saturnmonde.
Echt Klasse :y:
 
Hi,

ich fotografiere ja schon recht lange und schaue immer wieder auch mal durchs Okular, aber so ein ruhiges Seeing habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Ist wohl aber meine Lage geschuldet: Rheinebene...

Die Bilder die hier gezeigt wurde sind phantastisch! Hut ab.

Gruß Markus
 
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