Saturn mit Monden am 05.11.2025

pem.fue

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

nachdem gestern eine kurze Wetterkapriole für schlechtes Seeing gesorgt hat, hat sich die Wetterlage heute wieder beruhigt. Hoffentlich auch noch bis morgen.

Saturn+Moons_Sh.png

Die Monde von links: Mimas, Tethys, Dione, Titan und Rhea. Natürlich wieder geboostert, damit man sie gut erkennen kann.

Es war aber wieder sehr windig und der PlanetarySystemStacker hat den Saturn beschnitten um kleine ROI:

2025-11-05-203007-Saturn-Bin1_pss_gpp_WS.png
2025-11-05-203007-Saturn-Bin1_center_pss_gpp_WS_Sh.png

PSS Bild........................................................................ zentriertes AVI
Das kann ich aber korrigieren. Eigentlich habe ich nach dem Schatten von Enceladus gesucht. Der ist aber zu klein für mein Teleskop: Celestron 9,25 Edge HD an ASI715MC auf AM5 und kontrolliert mit ASIAir. Die Ringe sind schon deutlich schmaler und dunkler geworden.


So sieht's aus auf dem Bildschirm während der Aufnahme.

Gruß,
Peter
 
Hallo Mike,

es ist ja die klassische Situation: Halb- oder Viertelmond bedeckt die Plejaden. Im Feldstecher sieht man alles, die Plejaden, den Erdschein und den Mond. Fotografiert man das, wird immer nur ein Teil richtig belichtet. Also macht man 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung und erzeugt eine HDR-Aufnahme daraus. Das liegt daran, dass das Auge logarithmisch arbeitet, die Kamera aber linear. Aber mittlerweile halten die Leute diese Linearität für die »natürliche« Abbildung. ;)

So ist das auch mit den Monden von Saturn. Im Fernrohr sieht man Monde und Saturn, in der Kamera sind die Monde nur sehr schwach zu erkennen, wenn überhaupt nur mit Kontrastverstärkung sichtbar zu machen.

Ich habe einiges mit Chatgpt (oder auch Gemini) mit Python-Programmen ausprobiert. Gerade bei Saturn mit den Ringen war es schwierig, den zu maskieren, besonders in einem Fall, wo Rhea sehr nahe am Rings stand und fast mit ihm verschmolz. Deshalb habe ich mich entschieden, selbst die Positionen der Monde zu bestimmen, und es nicht der Software-Automatik zu überlassen. Das wäre zu kompliziert geworden. Deshalb habe ich mit Chatgpt ein GUI entwickelt, wo ich die Positionen der Monde selbst markieren kann. Ich habe das ersten Bild (erster Post, siehe oben) ein zweites Mal quasi »überbelichtet«, sodass man die Monde aus dem Untergrund sehr gut erkennen kann. Das wird im GUI gemacht. Dann kann ich eine Box definieren (und die auch für die unterschiedlichen Monde in der Größe angepasst werden kann), schiebe die Box über den Mond und klicke den Mond an. Das Programm ermittelt den Helligkeitsschwerpunkte und das Maximum der Intensität (kann auch mit R,G,B Werten, statt Grau, gemacht werden) in der Box und schreibt die so ermittelte Positionen und Helligkeit in ein File.

Mit einem zweiten Programm lese ich das »normal belichtete« Bild ein und das File mit den Positionen der Monde und verstärke (booste) die dort um einen gewählten Wert.

Man kann natürlich auch eine zweite, länger belichtete Aufnahme von den Monden machen, ähnlich dem Plejaden-Beispiel, dann ist der Saturn natürlich überbelichtet und anschließend den richtig belichteten Saturn ersetzen im Mond-Bild. Das hätte aber nicht gut funktioniert im Fall von Rhea, die dicht am Saturnring stand.

Gruß,
Peter
 
Zurück
Oben