Saturn, Mond, Jupiter und etwas DeepSky vom 01.10.2023

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Quanten

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Hallo zusammen,
gestern hatte ich endlich wieder mal sehr gute Bedingungen, so konnte ich mit dem 16" Newton nach der Auskühlung quasi durchgängig bei 532x vergrößern, an Mond und Saturn ging sogar Zeitweise 640x.

Schon beim Justagecheck zeichnete sich ein gutes Seeing ab, da bei den Sternen Enif und Baham immer wieder das Beugungsscheibchen zu sehen war.
Saturn war trotz noch nicht ganz angepasstem Hauptspeigel schon schön scharf zu sehen.

Angefangen habe ich mit ein paar DeepSky Objekten, den Kugelsternhaufen M72, M15, M2, M30 und dem Helix Nebel.
Jedoch machte sich schnell der Mond im Osten störend bemerkbar, zumal auch immer wieder leichte Schleier Wolken unterwegs wahren, welche den Himmel zusätzlich aufhellten.

Dann erstmal eine kleine Pause und gewartet bis Saturn hoch im Süden stand.
Mein erster Blick bei 192x und ich dachte holla die Waldfee da geht doch was!
Gleich die 11mm Okulare ins Bino nochmal den ADC nachgestellt und dann ein Saturn bei 532x wie aus dem Bilderbuch.
Zuerst habe ich die Monde gezählt: Hyperion, Reha, Thethys, Titan, Dione, Japetus.
Enceladus und Mimas standen zu dicht am Saturn, blieben mir daher verborgen.
Dann die Ringe, ABC-Teilung farblich in verschiedenen Graustufen noch sichtbar zu unterscheiden und die weißliche Verdickung in den Ansen zur Cassini-Teilung.
Die Cassini-Teilung klar und deutlich jedoch nicht mehr umlaufend sichtbar.
Der Planetenschatten war auf den Ringen als kleines schwarzes Dreieck zu sehen.
Die Planetenkugel mit gelblichem Äquatorband und farblich verlaufend von Ocker bis braun-grünlich wirkenden Polgebieten.

Dann wieder erstmal eine kleine Pause gemacht und gewartet bis der Mond und Jupiter über ca. 35° kamen.
Obligatorisch noch schnell Neptun eingestellt, um ein schönes blaues Scheibchen zu sehen.

Und dann der Mondterminator, dieser zeigte sich ebenfalls von seiner schönsten Seite, mit einer phantastischen Auflösung von feinsten Details.
Der ganze Terminator, zeigte sich mit unzähligen kleinen Kraterchen, Hügelchen und feinsten Abstufungen.
Die Rillen im Atlaskrater sahen aus wie ein sich aufspaltendes Blitzlichtgewitter.
Die Kraterterrassen schneeweiß glänzend und dahinter absolute schwärze, die Terrassen von Langrenus und Petavius wunder terrassiert, welche wiederum mit kleinen Details gespickt wahren.
Ich glaube ich bin alleine am Mondterminator ca. 1h immer wieder auf und ab gewandert.
Zwischendurch musste ich immer mal wieder auf Jupiter schwenken um die Kulmination des GRF nicht zu verpassen.

Zuletzt noch Jupiter, wo ich jedoch mit der Vergrößerung erstmal runter bin auf 320x.
Später habe mich dann wieder auf 532x hochgetastet, bei 532x war Jupiter eine riesige Scheibe.
Im GRF waren unterschiedliche Farben zu sehen, von außen rosa bis orange in dessen Zentrum.
Die Verwirbelungen am GRF konnte ich Momentweise wirklich als Verwirbelung mit Struktur erkennen und nicht nur als heller weißlicher Fleck.
Das SEB war vom GRF weglaufend ein Stück als hellbraunes Band zu sehen, welches sich jedoch einschnürte und immer schmäler und heller wurde.
In der EZ (Äquatorzone) war gegenüber vom GRF stellenweise eine grau-blaue Girlande zu sehen.
Und in der SPZ blitze gelegentlich noch ein weißes Oval auf.
Die 4-Monde wahren alle als aufgelöste Scheibchen und in unterschiedlichen Farben zu sehen.
Nach dem ich mir hier immer Mike`s Jupiter Bilder und dessen Monde ansehe, meinte ich sogar feine hell-dunkel Strukturen auf Ganymed und Io gesehen zu haben, doch wetten würde ich darauf nicht wollen;)

Ein Blick auf meinen Beobachtungskalender zeigte mir beim Eintragen heute Morgen, dass dies die 4. Nacht in diesem Jahr war, wo ich mit dem 16" über 500x vergrößern konnte.

LG
 
Hey, schöner Bericht, ich bin von dem Detailreichtum deiner Beobachtung begeistert. Als Anfänger schießen mir aber gleich ein paar Fragen durch den Kopf. Du beobachtest am Dobson mit Bino und ADC? Was hast du für ein OAZ? Das ist ja schon einer ordentliches Gewicht inkl. langem Hebel. Ist ein ADC visuell so gewinnbringend? Dachte bisher sowas lohnt nur fotografisch? Wie hast du den Bino adaptiert? Meist liest man hier, dass es eher zu Problemen mit mangeldem Backfokus bzw. passenden GWK kommt.

VG
Tamás
 
Eher andersherum. Fotografisch kannst du in der Nachbearbeitung die Farbkanäle gegeneinander verschieben und so einen Teil des ADKs ersetzen. Dein Auge kann das nicht.
Aber man kann den Farbquerfehler mancher Okulare gezielt zweckentfremden.

LG
Olli
 
Hi, Quanten,ein exzellenter Beobachtungsbericht, da wär ich gern dabei gewesen:y:
Ganymed mit grober Struktur visuell ist selten aber möglich, noch schwieriger ist Callisto hab ich erst einmal Schattierung gesehen, auf Io und Europa hab ich noch nichts sehen können.
Probier ob du die paar hellen Krater auf Callisto wahrnehmen kannst, das hat noch keiner geschafft, aber es geht vielleicht bei S 10/10 und irrer Vergrösserung.
CS Mike
 
Hallo Tamas,
als OAZ verwende ich auch am 16" den Starlight FTF2008BCR der trägt das ganze ohne Probleme.
Leider ist Starlight seit Corona sehr teuer geworden.
Hier habe ich das Setup "ADC mit Bino am Newton" mal genauer beschrieben.
Das funktioniert eigentlich an jedem Standard Newton, die haben ja oft einen etwas größeren Backfokus evtl. muss man jedoch den OAZ wechseln, oder je nach Adapter das Auszugsrohr kürzen, weil es zu weit in den Tubus ragt.
Will man auch noch die Obstruktion optimieren, muss man den Newton jedoch neu konfigurieren.
Der ADC bringt visuell auf jeden Fall was, vor allem bei tief stehenden Planeten wie z.Z. bei Saturn oder wenn man schon lange vor oder nach der Konjunktion anfängt mit Beobachten.
Wie sich die AD visuell auswirkt habe ich ebenfalls in dem obigen Link beschrieben.
LG
 
Hallo zusammen,
gestern gab es wieder gute bis sehr gute Bedingungen.
Leider hat es mir nur für Saturn gereicht, weil ich heute arbeiten musste, daher habe ich nur noch kurz etwas Jupiter gespechtelt bevor es ins Bett ging, der war dann einfach noch zu tief.
Zum Einsatz kam wieder der 16" Newton, welcher sich dank Vorkühlung und Lüfter relativ schnell auf 460x vergrößern ließ.
Dabei war das Seeing nicht ganz so ruhig, man musste immer wieder etwas warten um die besseren Momente sehen zu können, doch dann gab es auch immer wieder für 5-10 sek. Momente wo das Bild quasi stehen geblieben ist.
Highlight der Beobachtung war eigentlich, dass ich immer wieder für kurze Zeit ein ganz schwaches Lichtpünktchen zwischen Saturn und dem Mond Reha zu sehen bekam.
Das ließ mir keine Ruhe, bis ich das Handy geholt habe um bei Skysafari nach zu sehen was das sein könnte?
An der Stelle befand sich dann der Saturnmond Enceladus.
Die Objektinfo zu Enceladus:
Durchmesser: 504km
Scheinbare Größe: 0,1 Bogensekunden
Visuelle Helligkeit: +12.4
Sonst war alles beim alten, die Ringe, ABC-Teilung farblich in verschiedenen Graustufen, der innerste C-Ring war wie ein leichter Hauch nur in den Momenten des besseren Seeings zu sehen, die weißliche Verdickung in den Ansen zur Cassini-Teilung war auch noch da.
Die Cassini-Teilung klar und deutlich jedoch nicht mehr umlaufend sichtbar.
Der Planetenschatten war auf den Ringen als kleines schwarzes Dreieck zu sehen.
Die Planetenkugel mit gelblichem Äquatorband und farblich verlaufend von Ocker bis braun-grünlich wirkenden Polgebieten, hierbei fiel mir auf, das die braun-grünlich wirkenden Polregion erst bei höherer Vergrößerung sichtbar war (12,5mm Ortho), bei 18mm war es schon wieder zu hell.
LG
 
Toller Bericht !!! Sehr detailliert. Man fühlt sich wirklich „abgeholt“.

Gruß
Sascha
 
Hallo Quanten,

sehr schöne Berichte :y: . Ich hatte Anfang September auf der Emberger Alm und Ende September bei meinem Planetenbeobachtungsplatz ähnlich gutes Seeing gehabt. Allerdings hatte es für Jupiter immer nur zur Beobachtungen bei relativ niedriger Horizonthöhe gereicht.

Am Saturn geht bei mir sehr gutes Seeing fast immer Hand in Hand mit dem Erkennen des Saturnmondes Mimas, sofern er nicht zu dicht an der Saturnkugel steht. Nur in sehr ruhigen Momenten ist er für wenige Sekunden zu sehen. Ansonsten keine Chance.

Viele Grüße
Werner
 
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