Saturn neben M44

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Re: Saturn neben M44 - ZEICHNUNG

Hallo Gerd,

...wollte eigentlich schon abdrehen für heute - nochmal kurz reingeschaut und dann Deine Zeichnung! Gefällt mir ausgesprochen gut! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Motiviert mich das auch zu probieren!

Grüße Walter
 
Re: Saturn neben M44 - ZEICHNUNG

Hallo Walter,

versuche es einmal, es geht mit ein klein wenig Übung sehr
gut. Ich gehöre zu der Sorte von Leuten, die im Kunstunterricht,
Zeichnen, Malen, etc. immer am Rande des Grabes standen - keinerlei
Begabung. Und trotzdem, man kann es lernen. Bei Mondzeichnungen
muß ich aber noch viel üben, bevor ich da was vorzeigen kann.

Als Amateure brauchen unsere Beobachtungsberichte und -Bilder nicht
wissenschaftlichen Genauigkeitskriterien zu entsprechen. Das heißt,
es ist durchaus nicht ehrenrührig die Kamera mal in der Ecke stehen
zu lassen und zu malen. Es geht ja nur darum, eine Erinnerung an
ein persönliches Beobachtungserlebnis zu haben, es wird nichts
ausgewertet. Aber das Zeichnen fördert das genaue Schauen, man sieht
mehr bei dem Versuch, es auf Papier festzuhalten. Frei nach dem
Motto 'Ein Bild sagt mehr als 1024 Worte' ist eine Zeichnung immer
besser wie ein seitenlanges Textgrab.


MfG Coyote
 
Re: Saturn neben M44 - ZEICHNUNG

Revincent_Coyote.
Schön.

:-) Sabine
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Saturn neben M44 - ZEICHNUNG

Hallo Anette,

was ich mache ist eine Mischung aus beidem, allerdings nicht
auf schwarzem Karton, sondern auf hundsgewöhnlichem Papier - in
meinem Falle ein DIN-A5-Heft mit festem Einband. Darin habe ich
mit dem Zirkel Gesichtsfeldkreise eingemalt, 150mm im Durchmesser.
Am Teleskop zeichne ich dann (bei schwacher Rotlichbeleuchtung wegen
Dunkeladaption der Augen) eine grobe Skizze. Ich scheue nicht vor
Durchstreichen etc. zurück, auch Pfeile mit Bemerkungen sind oft
da. Die fertige Rohzeichnung vom Teleskop sieht unschön bis
schauerlich aus, je nachdem, wie gut oder schlecht ich drauf war.

Möglichst bald danach, am besten am nächsten Tag, wenn man wieder
ausgeschlafen ist, aber die Erinnerung an den Anblick im Okular
noch frisch, präpariere ich die eigentliche Reinzeichnung. Diesmal
aber nicht mehr mit Stift und Papier, sondern mit Bruder Computer
als Werkzeug. Ich benutze das Bildverarbeitungsprogramm GIMP, welches
kostenlos im Internet zur Verfügung steht (Linux, Solaris, Windows,
etc).

Die Reinzeichnung ist ein mehrstufiger Prozeß. Zunächst starte ich
das Planetariumsprogramm GUIDE (ein anderes geht auch), zentriere
mein Beobachtungsobjekt, passe die Grenzgröße der Sterne meiner
Rohzeichnung an (.5-1 Größenklasse mehr wegen Erkennbarkeit) und
speichere dies als Bilddatei (zB. .BMP, .TIFF öä.) ab.

Nun öffne ich im GIMP meine Standard-Zeichenschablone, ein einmalig
präpariertes Bild, welches eine kreisförmiige Gesichtsfeldblende
darstellt, auf einem farbigen Hintergrund. Die Apertur hat einen
schwarzen Hintergrund (Himmel). Diese Schablone wird in das erste
Layer der Zeichnung geladen. Nun lade ich das Bild aus dem
Planetariumsprogramm in einen zweiten Layer meiner Arbeitsmaske,
stelle dessen Opazität gerade so ein, daß die hellsten Sterne noch
schwach über der Aperturmaske zu sehen sind, und stelle den Layer
mit der Aperturmaske als aktiven Layer ein (dh. derjenige, auf dem
dann gezeichnet wird). Nun nehme ich einen dünnen 'Stift', weiß, und
markiere die Lage der hellsten Sterne auf meinem Arbeitslayer. Nur
gerade soviele Sterne, daß man ein Arbeitsmuster mit den helleren
Sternen hat, und deren relative Positionen exakt mit der Wirklichkeit
übereinstimmen.

Ist das geschehen, so lösche ich den Layer mit dem Bild aus dem
Planetariumsprogramm wieder. Übrig bleibt meine kreisförmige Apertur
auf dem farbigen Hintergrund, in welche die helleren Sterne ganz leicht
'eingepaust' worden sind. Das gibt dem Auge ein Bezugsmuster, in welches
man dann die schwächeren Sterne nach Augenmaß von der Papierzeichnung
übertragen kann, ohne allzu grobe Positionsfehler zu haben. Bei diesem
Füllen der Zeichnung mit Sternen werden auch die Helligkeiten korrekt
eingezeichnet bzw. korrigiert.

Irgendwelche Nebel oder andere Objekte male ich zum Schluß ein, so
gut und realistisch wie möglich. Das Schöne am Computerzeichnen
ist, wenn man einen Fehler macht, ist der mit der UNDO-Funktion genauso
schnell wieder beseitigt, wie er gemacht wurde - ohne die ganze restliche
Zeichnung dabei zu ruinieren! Das läßt einen unbesorgt arbeiten und
experimentieren. Jedesmal wenn ich einen Arbeitsschritt erfolgreich
beendet habe, speichere ich das Ergebnis ab, damit beim Stromausfall
etc. nicht alles verloren ist.

Auf dem Computer kann man viel realistischer malen wie auf Papier.
Man kann verschiedene Werkzeuge nehmen (Stifte, Airbrush,
Pinsel etc), deren Eigenschaften mit vielen Parametern variieren, und auch die
Opazität des Gemalten fein steuern. Damit lassen sich die Sternhelligkeiten
viel besser darstellen wie mit unförmig dicken Kreisen.

Wie bei allen komplexen Werkzeugen ist eine Lernphase für GIMP oder
ähnliche Software unabdingbar! Das kann man bei schlechtem Wetter
erledigen und zB. Phantasieobjekte malen, ganz ohne Telskop. Sobald
man die Software im Griff hat, geht der Spaß erst richtig los.


MfG Coyote
 
Re: Saturn neben M44 - ZEICHNUNG

Hi Gerd,
willkommen zurück im Zeichenclub und Gratualtion zum Wiedereinstiegserlingswerk. ( klasse Wort ) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Die Rahmenfarbe würde ich auch anders wählen - und wenn es am Schluß weiß ist.
Dann käme der quasi simulierte Okularanblick zumindest deutlicher raus.
Ich bin gespannt auf weitere Werke.
CS
 
Re: Saturn neben M44 - ZEICHNUNG


Guten Morgen Armin,

das mußte ich auch erst dreimal lesen, bevor es ins Hirn
sickerte... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />

Ich hole mir sofort einen Kaffee zum Aufwachen. Urks!

Danke an alle für das Lob, das motiviert mich weiterzumachen.
Momentan leider nur Wolken und 2-3 Meter Schnee. Da lerne
ich mein(en) FUSEL immer mehr schätzen. Schluck, schluck, Hicks!


Gruß Coyote
 
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