003sec
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Hallo zusammen,
nach einer kleinen Zwangspause gab es hier am Niederrhein 2 gute Nächte und das Beste daran, es gab eine schlechte dazwischen, damit ich Schlaf nachholen konnte.
Die erste Nachhälfte verbrachte ich jeweils mit Deep-Sky. Als dann Saturn weit genug vom Hausdach weg stand bin ich vom Sammeln ins Jagen übergegangen, eben nach den kurzen Momenten mit tollem Seeing.
Zuerst Saturn natürlich. Übliches Vorgehen, Farbkamera, ADC einstellen und dann gaaaanz viel Mono mit Rotfilter. Dieses Mal wollte ich aber für Mono nicht die 178er nehmen, sondern die 183er. Nicht wegen der Kühlung, die blieb aus, sondern, weil die Übertragungsrate deutlich besser ist. Ich konnte mein Bildfeld größer lassen und hatte trotzdem noch 100 fps, das war viel entspannter. Leider…. beim Umstecken der Kameras hat sich die 183 etwas verkantet und ich hatte danach die Justage nicht mehr überprüft. Das Seeing war gut oder sogar recht gut, aber Saturn bekam dadurch einen fetten Beugungsring an der einen Seite und einen schwarzen Rand auf der anderen. Erstaunlicherweise konnte ich das durch eine gerichtete Schärfung und Absenkung des Hintergrundes ganz gut beheben. Geärgert habe ich mich trotzdem.
Dann schwenkte ich zu Neptun, der war ziemlich lichtschwach mit Rotfilter. Dass ich hier keine Beugungsringe sehe, zeigt, dass da noch mehr möglich gewesen wäre. Ich wollte ja auch nur mal gucken und testen. Die Farbe ist künstlich dazu gegeben worden. 5 mal 1 Min. und nicht großartig daran gearbeitet.
Dann zu Uranus. Wo war der denn? Nervig, nicht gefunden, es war auch schon ziemlich hell, das Seeing war aber ganz gut und ich wollte nicht viel Zeit verschwenden, also zum Mond geschwenkt, den konnte ich finden. Meine Lieblingsregion mal von der anderen Seite beleuchtet. Sah gut aus, aber auch hier bemerkte ich nach der Schärfung die verkippte Kamera, ärgerlich.
Zwei Tage später dann eine ganz ähnliche Situation. Das Seeing war bei den Deep-Sky Bildern nicht sonderlich gut. Ich merke das auch immer am Rauschen der Pappeln. Dann aber war das Rauschen weg. Oh, könnte ja was werden, dachte ich, und baute um, und schwenkte. Dieses Mal habe ich natürlich sehr auf eine Verkippung geachtet und neu justieren (nur Feinjustage) muss ich sowieso immer noch. Bei den Monobildern spreizte sich der Ringschatten oft auf und das sah eigentlich nicht gut aus, aber die Schärfe war trotzdem da. Ich wollte 60 Mal 1 Min. filmen und hoffte, dass das Seeing noch besser würde, aber das Gegenteil war der Fall. Nach etwa 20 Min. ging gar nichts mehr, da konnte ich auch nicht mehr aufs Schärfen oder Selektieren hoffen und ich musste abbrechen. Die Frage war nun, haben die 22 brauchbaren Filme gereicht? Und ja. Wieder einmal wurde ich darin bestätigt, dass nicht die Quantität wichtig ist, sondern die Qualität. Über einen langen Zeitraum zu filmen erhöht einfach nur die Wahrscheinlichkeit wirklich scharfe Phasen zu erwischen.
Bei der Bildbearbeitung habe ich meine übliche selektive Schärfung angewendet. Sonst aber auch nichts. Die Farbe ist genau so aus der 178MC gekommen, den Hintergrund auf Schwarz gesetzt natürlich. Es gibt sicherlich Leute, die das bezweifeln, aber ich sehe, wie sich ansatzweise die ganze Planetenscheibe in kleine Strukturen auflöst. Natürlich nur minimal über dem Rauschpegel und für mich oft erst sichtbar, wenn ich den Kopf zur Seite neige oder indirekt schaue. Für mich ergibt das aber ein ganz neues Ziel. Mit 16“ und nun auch mit wieder höherstehendem Saturn, ist es definitiv möglich bei sehr, sehr gutem Seeing die vielen Wirbel auf Saturn abzubilden. Dazu müsste ich vermutlich zum Grünfilter oder der Farbkamera wechseln. Ich warte darauf.
Noch 2 Worte zu den BUs in meinem Bild. Eine Pixelanbindung ist viel aussagekräftiger als nur die Brennweite oder das Öffnungsverhältnis anzugeben. Sie wird ganz einfach berechnet, indem man das Öffnungsverhältnis durch die Pixelgröße dividiert. Die 1000er werden geschlabbert. Werte von 4 bis 7 sind alle brauchbar.
Und dann das Nachthimmelflat. Hört sich kompliziert an, aber ich schwenke nur einmal kurz vom Planeten weg und nehme mit gleichen Einstellungen auf. Dieses Bild verwende ich bei der Bearbeitung als Flat. Der Hintergrund wird deutlich glatter und bei lichtschwachen Monden etc. ein echter Gewinn. Ob das auch bei der hellen Planetenoberfläche Sinn macht, weiß ich nicht, schaden tuts auf jeden Fall nicht und es kostet nur 30 Sekunden Zeit.
Denjenigen, die den ganzen Text gelesen haben …. Danke
VG ralf
nach einer kleinen Zwangspause gab es hier am Niederrhein 2 gute Nächte und das Beste daran, es gab eine schlechte dazwischen, damit ich Schlaf nachholen konnte.
Die erste Nachhälfte verbrachte ich jeweils mit Deep-Sky. Als dann Saturn weit genug vom Hausdach weg stand bin ich vom Sammeln ins Jagen übergegangen, eben nach den kurzen Momenten mit tollem Seeing.
Zuerst Saturn natürlich. Übliches Vorgehen, Farbkamera, ADC einstellen und dann gaaaanz viel Mono mit Rotfilter. Dieses Mal wollte ich aber für Mono nicht die 178er nehmen, sondern die 183er. Nicht wegen der Kühlung, die blieb aus, sondern, weil die Übertragungsrate deutlich besser ist. Ich konnte mein Bildfeld größer lassen und hatte trotzdem noch 100 fps, das war viel entspannter. Leider…. beim Umstecken der Kameras hat sich die 183 etwas verkantet und ich hatte danach die Justage nicht mehr überprüft. Das Seeing war gut oder sogar recht gut, aber Saturn bekam dadurch einen fetten Beugungsring an der einen Seite und einen schwarzen Rand auf der anderen. Erstaunlicherweise konnte ich das durch eine gerichtete Schärfung und Absenkung des Hintergrundes ganz gut beheben. Geärgert habe ich mich trotzdem.
Dann schwenkte ich zu Neptun, der war ziemlich lichtschwach mit Rotfilter. Dass ich hier keine Beugungsringe sehe, zeigt, dass da noch mehr möglich gewesen wäre. Ich wollte ja auch nur mal gucken und testen. Die Farbe ist künstlich dazu gegeben worden. 5 mal 1 Min. und nicht großartig daran gearbeitet.
Dann zu Uranus. Wo war der denn? Nervig, nicht gefunden, es war auch schon ziemlich hell, das Seeing war aber ganz gut und ich wollte nicht viel Zeit verschwenden, also zum Mond geschwenkt, den konnte ich finden. Meine Lieblingsregion mal von der anderen Seite beleuchtet. Sah gut aus, aber auch hier bemerkte ich nach der Schärfung die verkippte Kamera, ärgerlich.
Zwei Tage später dann eine ganz ähnliche Situation. Das Seeing war bei den Deep-Sky Bildern nicht sonderlich gut. Ich merke das auch immer am Rauschen der Pappeln. Dann aber war das Rauschen weg. Oh, könnte ja was werden, dachte ich, und baute um, und schwenkte. Dieses Mal habe ich natürlich sehr auf eine Verkippung geachtet und neu justieren (nur Feinjustage) muss ich sowieso immer noch. Bei den Monobildern spreizte sich der Ringschatten oft auf und das sah eigentlich nicht gut aus, aber die Schärfe war trotzdem da. Ich wollte 60 Mal 1 Min. filmen und hoffte, dass das Seeing noch besser würde, aber das Gegenteil war der Fall. Nach etwa 20 Min. ging gar nichts mehr, da konnte ich auch nicht mehr aufs Schärfen oder Selektieren hoffen und ich musste abbrechen. Die Frage war nun, haben die 22 brauchbaren Filme gereicht? Und ja. Wieder einmal wurde ich darin bestätigt, dass nicht die Quantität wichtig ist, sondern die Qualität. Über einen langen Zeitraum zu filmen erhöht einfach nur die Wahrscheinlichkeit wirklich scharfe Phasen zu erwischen.
Bei der Bildbearbeitung habe ich meine übliche selektive Schärfung angewendet. Sonst aber auch nichts. Die Farbe ist genau so aus der 178MC gekommen, den Hintergrund auf Schwarz gesetzt natürlich. Es gibt sicherlich Leute, die das bezweifeln, aber ich sehe, wie sich ansatzweise die ganze Planetenscheibe in kleine Strukturen auflöst. Natürlich nur minimal über dem Rauschpegel und für mich oft erst sichtbar, wenn ich den Kopf zur Seite neige oder indirekt schaue. Für mich ergibt das aber ein ganz neues Ziel. Mit 16“ und nun auch mit wieder höherstehendem Saturn, ist es definitiv möglich bei sehr, sehr gutem Seeing die vielen Wirbel auf Saturn abzubilden. Dazu müsste ich vermutlich zum Grünfilter oder der Farbkamera wechseln. Ich warte darauf.
Noch 2 Worte zu den BUs in meinem Bild. Eine Pixelanbindung ist viel aussagekräftiger als nur die Brennweite oder das Öffnungsverhältnis anzugeben. Sie wird ganz einfach berechnet, indem man das Öffnungsverhältnis durch die Pixelgröße dividiert. Die 1000er werden geschlabbert. Werte von 4 bis 7 sind alle brauchbar.
Und dann das Nachthimmelflat. Hört sich kompliziert an, aber ich schwenke nur einmal kurz vom Planeten weg und nehme mit gleichen Einstellungen auf. Dieses Bild verwende ich bei der Bearbeitung als Flat. Der Hintergrund wird deutlich glatter und bei lichtschwachen Monden etc. ein echter Gewinn. Ob das auch bei der hellen Planetenoberfläche Sinn macht, weiß ich nicht, schaden tuts auf jeden Fall nicht und es kostet nur 30 Sekunden Zeit.
Denjenigen, die den ganzen Text gelesen haben …. Danke

VG ralf