Saturn plus Fragen

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Micha_mit_MAK

Aktives Mitglied
Hallo!
Mit einer gewissen Portion Bewunderung und Neid habe ich hier im Forum die exzellenten Saturnimages einiger Mitglieder bewundert. Am Samstag klarte es etwas auf und ich versuchte mich auch mal am Saturn. Rausgekommen ist das:
Link zur Grafik: http://img60.imageshack.us/img60/9625/saturn1ld5.th.jpg
Irgendwie bin ich mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden.
Ich habe meine ganze Festplatte mit AVI´s vollgeknallt.
Pro AVI ca. 1000 Bilder. Bei jedem AVI habe ich etwas den Fokus verändert.Bearbeitet habe ich mit Registax.
Das Instrument ist ein Mak 90/1200, die Kamera eine modifizierte Quickcam pro 4000 mit IR-Sperrfilter. Optisch hatte ich mit einem 6mm Plössel ein top Bild. Vorher hatte ich ein paar Videos vom Mond gemacht, die Bilder waren schön scharf. Beim Saturn hat es irgendwie mit der Schärfe nicht hingehauen. Hat jemand für mich einen Tipp, wie man die Schärfe bei Planeten am besten hinbekommt oder geht da mit einem 90´er nicht mehr?

cs
Micha
 
Hallo,

kann es sein, dass sich Saturn bereits zu dicht über dem Horizont befand und atmosphärische Störungen deine Versuche zu Nichte gemacht haben? Du schreibst ja, dass du es zeitlich nach dem Mond aufgenommen hast.

Das sieht mir sehr stark nach schlechtem Seeing aus, obwohl die Nacht auf Sonntag allgemein als sehr gut galt.

VG Christian
 
Hallo Christian!
Die Aufnahmen hab ich Samstag Abend so gegen 23 Uhr gemacht, da stand der Saturn noch ziemlich hoch. Ich muss allerdings dazu sagen, das mein Südbalkon genau richtung Stadt zeigt und die Lichtverschmutzung doch ziemlich hoch ist, vielleicht liegt es ja daran.

Gruß
Micha
 
Hallo Micha!

Keine Ahnung, wie gut das Seeing war, aber in jedem Fall ist die Brennweite von nur 1200mm für Saturn zu kurz!

Eventuell versuchst Du es mal mit einer Barlow, und zwar so stark, dass das Licht gerade noch für die Webcam reicht.

Mit 90mm Öffnung ist es allerdings recht schwer, überhaupt ein ordentliches Saturnbild zu bekommen, weil das Licht schon sehr knapp ist!

Gruß, Peter
 
Hallo Peter!
Ich werde es mal mit ner Barlow probieren!
Die Geschichte mit der Öffnung und Brennweite habe ich mir auch schon überlegt, aber da kam mir die Frage auf, wie denn die Benutzer von z.B. 80´er Apos so gute Planetenbilder hinbekommen. Die haben meist noch weniger Brennweite.
Und der Maksutov, den ich benutze, hat im vergleich zu den SkyWatcher Maks einen recht kleinen Fangspiegel und damit weniger Abschattung, so das die effektive Offnung doch so bei 80mm liegen müsste.

Aber trotzdem vielen Dank für deine Antwort!

cs
Micha
 
Hallo Micha,

LICHTverschmutzung spielt da keine Rolle, eher die Luftturbulenzen in Blickrichtung Stadt: Die Gebäude erzeugen Turbulenzen, die nach deiner Beschreibung genau in Blickrichtung Saturn liegen.

Der Saturn wirkt auf deinem Bild mal abgesehen von der Größe leicht verzerrt: Da haben wir den "Übeltäter" wohl gefunden.

Eie längere Brennweite hätte das Problem wohl nur verschlimmert, denke ich. Ähnlich wie bei visueller Beobachtug das Seeing mit der Vergrößerung steigt.

VG Christian
 
Hallo Christian!
Danke für deine Antworten.Werde mir wohl mal irgendwo auf dem Land ein dunklen turbulenzfreien Platz suchen.

cs
Micha
 
Hallo Micha!

Für optimalen Einsatz bei Planeten muß bei den üblichen CCDs der Webcams ein Öffnungsverhältnis von f/24 erreicht werden. (Das gilt für alle Optiken, egal wie groß die Öffnung ist, und berechnet sich nach einer einfachen Formel aus dem Auflösungsvermögen). Bei deinem Gerät wäre das eine Brennweite von 220cm.

Mit Barlow ist das leicht zu erreichen (sehr gut ist die apochromatische zweifach-Barlow von Celestron, die bis 3fach recht gut funktioniert). Dann ist eine entsprechend lange Belichtungszeit erforderlich, die nicht jede Webcam liefert.

So weit die Theorie. Nun ist es wichtig, dass die Optik gut (auch justiert) ist, die Kamera in Ordnung ist, die Luft ruhig genug ist (funktioniert im Schnitt zweimal während einer ganzen Oppositionsperiode), dann kommt ein gutes Video in den Kasten.

Dann sollte die Verarbeitung stimmen. Stacken, und vor allem das Schärfen ist um so wichtiger, je kleiner die Optik ist, und wenn das Alles passt, bekommst du als Belohnung ein paar Mal im Jahr ordentliche Bilder. Das geht Übrigens auch den Leuten mit den teuren Apos so.....

Gruß, Peter
 
Danke für euere Antworten!
Probieren geht über Studieren! Heute könnte es mit dem Spechteln nochmal klappen.

CS
Micha
 
Hallo Micha,

Doch, da geht noch mehr:

Ich habe am Sonntag auf den Montag das erste mal auf Saturn gehalten dieses Jahr. Zum Einsatz kam derselbe Mak, den Du auch hast. Zwischen Mak und Webcam hatte ich noch eine 2fach TS Barlow...ich muss schon sagen, dass bei f/25 nur noch sehr wenig Licht übrig bleibt. Ich musste auf 1/25sec Belichtungszeit rauf und wenn da kein einigermassen gutes Seeing herrscht, dann kann man es vergessen.

Nun, das Seeing war nicht perfekt, aber gut.

Link zur Grafik: http://www.marton-it.com/astronomie.ch/saturn-ok-final-light.jpg
(Leider war der Mak unkollimiert, da ich nur durch eine kleine Wolkenlücke fotografierte und für eine Kollimation einfach keine Zeit mehr war. Es geht also noch mehr...)

Viel Spass beim Spechteln,
Dennis
 
Hallo an alle,

zur Abbildungsgröße kenne ich die Faustregel, dass acht Meter Effektivbrennweite ein gutes Planetenbild geben. In diesem Fall wäre das eine Lichtstärke von f/88, also nicht praktikabel.

Ich würde mich daher lieber mit einem kleineren, aber dafür scharfen Bild zufrieden geben. Bei der Abbildungsgröße ist weniger oft mehr, gerade bei schlechtem bis mäßigem Seeing. ;-)

f/24 entspräche also 2160 Millimetern Brennweite. Die Spannweite der Saturnringe hat etwa den gleichen Durchmesser wie der Krater Plato auf dem Mond. Und der wird bei der Brennweite schon gut abgebildet. Es ergibt sich also ein zumindest zufriedenstellendes Saturnbild, soweit die Webcam das von der Belichtungszeit her mitmacht.

VG Christian
 
Hallo Dennis!
Das Bild mit einem 90mm/f13,3 MAK mit Barlow? Kaum zu glauben!
Da sehe ich, wo ich noch hin muss!
Was hast du für ne Webcam genutzt?

Gruß
Micha
 
Hallo Micha,

korrekt, Teleskop war der 90er Skywatcher Mak bei 2400mm Brennweite. Kamera war eine SPC900NC (übrigens ohne IR-Filter), die aber leider einen argen Bildfehler hat (helle Streifen). Mit einer besseren Cam und mit kollimierter Optik wäre da sicher noch einiges mehr gegangen in jener Nacht. Bleib dran!

Viele Grüsse,
Dennis
 
Hallo Christian!

zur Abbildungsgröße kenne ich die Faustregel, dass acht Meter Effektivbrennweite ein gutes Planetenbild geben.

Die Regel ist zumindest mißverständlich. Für richtig tolle Bilder ist eine solche Brennweite oder mehr zwar erforderlich, bei einer kleinen Optik aber völlig unsinnig, weil der geringe Objektivdurchmesser nicht das erforderliche Auflösungsvermögen bietet.

Aus der Pixelgröße der Kamera ergibt sich ein Öffnungsverhältnis, das dann für jede(!) Brennweite optimal ist, und die Auflösung des Teleskops voll nutzt. Für die 5,6 Mikrometer Pixel der DMK21 ist das f/20, für die Farbversion (wegen der Schärfereduzierung durch die Filtermaske) f/24. Höhere Öffnungsverhältnisse verlängern die Belichtungszeit, und bringen nur "leere" Vergrößerung.

Für die besagten MAKs ist also ebenso wie für alle anderen Optiken für die Webcams (die haben den Farbchip der DBK21 eingebaut) f24 genau das theoretische Limit.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

ich hatte ja schon eingeschränkt, dass diese Regel mit vorliegender Optik nicht anwendbar ist. Das war mir schon klar, dass die Auflösung und Lichtstärke nicht reichen.

Es tut mir leid, dass das so missverständlich rüberkam.

VG Christian
 
Hallo Christian!

Es tut mir leid, wenn bei Dir der Eindruck entstanden ist, ich wolle deinen Beitrag "korrigieren". Das war nicht meine Absicht. Ich wollte nur die Gelegenheit nutzen, auch meinen Senf noch mal dazu zu geben!

Gruß, Peter
 
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