Saturn vom 17. Mai 2012 bei mittlerem Seeing

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weikinger

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Hallo zusammen!

Am 17.5.2012 hatte ich halbwegs erträgliches Seeing (5-6/10) und konnte einige Saturn Versuchsreihen belichten.

Das beste Ergebnis aus den gewonnenen Daten sieht so aus:

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/jj3p-c-c20a.jpg

IR-RGB; IR habe ich insgesamt 328sec draufgehalten (berechnet nach der Formel von Axel Martin und Bernd Koch) bei 50ms Belichtung. 20% der Frames wurden in AS2! gestacked und in Astraimage mit LC (PSF 0,7 x 10 und ME 0,5 x 10) geschärft. Die RGBs waren seeingbedingt sehr schlecht; ich habe hier leicht geschärfte Stacks verwendet.

Setup: Tal 250k @ f21 (mit Baader FFC), Basler Ace 1300-30gm mit 2x2 Binning (effektive Pixelgröße damit 7,5 um), Astronomik LRGB und IR 742. Aufnahme mit Genika.

Ich wollte diesmal auch noch einen Versuch zur hier umfassend diskutierten Frage des richtigen Samplings unternehmen. Dazu wurden 2 IR Videos - einmal mit Binning (Pixel 7,5 um) und einmal ohne Binning (Pixel 3,25 um) - aufgenommen und anschließend weitgehend gleich verarbeitet. Das gebinnte Bild wurde abschließend mit dem B-Spline Algorithmus auf 200% vergrößert. Der Vergleich ist recht eindeutig ausgefallen. Ich glaube, dass sich dies auch in gutem/exzellentem Seeing bestätigen wird:

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/jj3p-a-d3d9.jpg

Da mir das Erstellen von x-RGB Composits immer noch einige Probleme bereitet habe ich auch hier mal einige Vergleiche angestellt. Man liest im Forum immer wieder den Ratschlag, ungeschärfte RGBs für die Farbkanäle zu verwenden. Das mag zwar das "Farbrauschen" reduzieren, senkt aber nach meiner Meinung recht erheblich die farbliche Detailzeichnung (insbesondere bei Bereichen mit gleicher Helligkeit aber unterschiedlichen Farbtönen). Meine Daten haben leider nicht genug hergegeben, um das sicher beurteilen zu können; ich denke aber, dass ordentlich geschärfte RGB Einzelkanäle (ev. noch mit einem Rauschfilter geglättet) bessere Ergebnisse bringen. Hier mal mein Vergleich:

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/jj3p-b-6512.jpg

Hoffentlich gibt es in dieser Saturn Saison bei uns hier noch mal richtig gutes Seeing, um die bisherigen Erkenntnisse mal an guten Daten ausprobieren zu können.

CS Simon
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Simon,

sehr schöner Saturn, und super Untersuchungen!

Das Binning bringt die Gefahr Auflösung zu verlieren glaub ich - sieht etwas glatter aus weil das feine Rauschen weg ist, aber die Schärfungsartefakte an den Kanten werden sichtbarer.

Mit der IR Lumi muss man am Saturn aufpassen, die Polkappe wird unnatürlich abgeschnitten und der interessante Wolkengürtel im Grünkanal verschwindet komplett. Da nutzt auch keine Farbkanäle schärfen...

lg Tommy
 
Hi Tommy!

Hier im Forum wurde insb. von Jan propagiert, mit kleinerem Öffnungsverhältnis zu arbeiten. Die ausführliche Diskussion hat in einem "optimalen" Öffnungsverhältnis von f = 3 x Pixelgröße gemündet (gilt für optimale Verhältnisse).

Das Binning ist bei mir nur eine "Krücke" um in diese Richtung zu kommen. Mit meiner Kamera (3,75 um), dem Baader FFC und dem Filterrad dazwichen schaffe ich f=11,25 nicht (da bräuchte ich eine gute 1,5 Barlow, die es meines Wissens nacht nicht gibt). Mit Binning beträgt das Verhältnis bei mir f = 2,8 x Pixelgröße (tatsächliche f21 / gebinnte Pixelgröße von 7,5 um), was schon recht gut passen sollte. Wenn das alles so stimmt, sollte eigentlich keine Auflösung "verschenkt" werden. Genauer werde ich mir das nochmals am Mond und dann am Jupi im Herbst ansehen. Kleiner Nachteil beim Mond wird der Verlust an Bildfeldgröße sein.

IR als Luminanz war bei diesen Bedingungen leider unabdingbar. Ich hab ja in meinem Vergleich ein R-RGB dazugegeben, das viel zuwenig Scharfzeichnung ermöglicht und eigentlich auch kein grünes Wolkenband zeigt. Auch diesbezüglich warte ich auf besseres Seeing.

CS Simon
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Simon,
ein wunderschöner Saturn ist Dir da gelungen; besonders die pastelligen Farben gefallen mir sehr gut.

Gruß Michael
 
Hallo Michael!

Vielen Dank für Deine lobenden Worte. Den Weißabgleich mache ich jetzt wieder händisch am B Ring (so dass RGB halbwegs gleich stark sind = grau). Meinen Traum eines rechnerischen Weißabgleichs (über Objekthöhe und vorher ausgemessenen G2 Referenzstern) habe ich vorerst ad acta gelegt ... das probiere ich aber vielleicht irgendwann nochmal.

CS Simon
 
Hallo Torsten!
Danke für das Lob aus berufenem Munde. Den Vergleich bei besseren Bedingungen liefere ich dann nach.
CS Simon
 
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