Saturn vom 5.06.2014 (+IR)

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astro_ebi

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Hallo Planetenfreunde!

Ich möchte es doch einmal zeigen; hier ein Saturn als RGB Aufnahme vom 05.06.2014 (00.01Uhr) bei ca. 8,5 Meter Brennweite mit dem 16" ACF aufgenommen. Setup mit Zeiss Barlow, Basler acA640, Astronomik IR-RGB Filter und ADC (Atmospheric Dispersion Corrector).

Link zur Grafik: http://www.poguntkeweb.de/Sat05_06_2014_00_01_04_rgb-kl.jpg

Hier noch der IR-Auszug (742nm) vom Hexagon mit der Basler aCA640:

Link zur Grafik: http://www.poguntkeweb.de/SaturnIR-Hexagon.jpg

Während der R-Kanal bei mir unscheinbar und blass bleibt, tritt das kältere, zentrale Sturmgebiet des Nordpols im IR-Kanal besonders deutlich hervor. Den Kontrast habe ich für die Darstellung des Hexagon sehr stark angehoben. Die Aufnahme ist ebenfalls in der Nacht (5./6.6.2014) entstanden.

Mein Setup mit ADC sieht so aus:

Link zur Grafik: http://www.poguntkeweb.de/Setup+ADC.jpg

Die Brennweite ist mit etwa F/21 nicht ideal, aber bei guten Seeing vertretbar.

Meine angestrebte "Traumkamera" für die Planetenaufnahmen ist die Flea3 mit ICX 687 (3,69mü, QE:79%/525nm,17%/850nm) :smiley64: ;
...leider ist dafür aber noch kein "Haushaltsgeld" frei.

LG
Eberhard



 
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Hi Eberhard,
sehr schoen , gefaellt super !

Gruesse
Claude

 
Hallo Eberhard,

eine sehr tolle Aufnahme. Mehr gibt das Seeing ins unseren Regenlöchern nicht her.
Die Flea hat traumhafte Werte. Aber auch sie wird uns kein besseres Wetter bescheren. Aber wenn Du sie hast, dürfte es lohnen sein mal Jagd auf kleine planetarische Nebel zu machen.

Bis bald,
Gerrit
 
Hallo Eberhard,

das Ergebnis ist trotz des großen Maßstabs noch wirklich ansehnlich! Schärfemäßig würde mich interessieren, ob man da nicht sogar noch mit etwas kleineren Radien rangehen könnte(?). Wenn es klappt, dann würde das einen noch schärferen Bildeindruck geben.
Insgesamt aber ein top Ergebnis, vor Allem die Farben auf dem Planeten sind erstaunlich stark rausgearbeitet, und den schwachen C-Ring hast Du trotzdem noch am Leben gelassen. Ist es ein (100%IR)RGB?

Viele Grüße,
Oliver
 
Hallo Oliver,

ich denke es ist fast ausgereizt. Man sieht durch die hohe Nachschärfung schon einen Blausaumen. Zunächst reicht mir das Ergebnis, werde aber deinen Tipp beherzigen. Ich könnte es vorher maskieren und dann nacharbeiten.

Genau genommen habe ich mir aus Überlagerung (R+IR) einen L Kanal eingemischt. Man kann vorher ein wenig am Kontrast spielen um eine bessere Farbabstufungen in den Bänder zu erhalten.

Wie du richtig bemerkt hast, säuft der C-Ring sonst sehr schnell ab.

LG
Eberhard
 
Hallo Thorsten,
danke für das nette Kompliment vom Meister des FC; es ist aber auch immer wieder eine Freude mit deiner Software zu arbeiten und deine tollen Aufnahmen zu bewundern!

Neben dem Seeing in unserer Region ist natürlich der Tiefstand der Planeten ein großes Problem. Aber die Aufnahme ist auch dank ADC ganz gut gelungen; der macht sich jedenfalls positiv bemerkbar bei meiner Öffnung. Die Einstellung des ADC könnte nur feinfühliger evtl. über zwei gegenläufige Zahnkränze mit Einstellrad und einer Scala realisiert sein. Das hätte ich halt anders gemacht. :gutefrage:

In der neuen Interstellarum (Heft 95) erscheint ein guter Bericht zum ADC (+ meiner Encoder-Monti). :)

Nach dem Tipp von Oliver habe ich die Aufnahme noch geringfügig nachgeschärft; zusätzlich das Bildformat geändert und den Blausaumen ausmaskiert. Da kann man sich auch lange dran vergnügen... :/

LG
Eberhard
 
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Hallo Eberhard,

den hast Du wirklich sehr fein hinbekommen, farblich ebenso wie im Bildkontrast! Auf den Nachweis der Encke-Teilung hast Du gar nicht besonders hingewiesen, obgleich diese ja hier sehr überzeugend zu erkennen ist. Die Aufnahme hat mich sogleich an meine etwas kläglichen Versuche vom vergangenen Jahr erinnert, da hatte ich die feine Linie bei einer eigenen Aufnahme am Ende nur als Artefakt identifiziert. Bei einer Neubearbeitung komme ich nun zu einem besseren Ergebnis, welches ich in einem separaten Thread vorstellen möchte.

Dank und Gruß, Jan
 
Hallo Eberhard,

habe noch zwei Fragen:

Zitat von astro_ebi:
... und ADC (Atmospheric Dispersion Corrector)
Würde da nicht ein Zurechtrücken der RGB Farblayer ausreichen? Der ADC bietet zwar vermutlich einen gleitenden Übergang der Lichtwellenlängen, kann aber als zusätzliches optisches Bauteil im Strahlengang möglicherweise zu Qualitätsverlusten führen.

Zitat von astro_ebi:
Meine angestrebte "Traumkamera" für die Planetenaufnahmen ist die Flea3 mit ICX 687 (3,69mü, QE:79%/525nm,17%/850nm)
Habe bislang noch kein Datenblatt gefunden, aus welchem die maximale Bildfrequenz bei ROI hervorgeht, weißt Du etwas darüber?

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

Würde da nicht ein Zurechtrücken der RGB Farblayer ausreichen? Der ADC bietet zwar vermutlich einen gleitenden Übergang der Lichtwellenlängen, kann aber als zusätzliches optisches Bauteil im Strahlengang möglicherweise zu Qualitätsverlusten führen.
Einen Verlust stelle ich nicht fest, habe aber auch jetzt keine Vergleichswerte. Die Verbesserung ist jedoch unmittelbar am Kamerabild erkennbar, denn R und L Kanal wirken im Bild schärfer. Die Dispersion drückt den Strehl bei meiner großen, nicht obstruktionsfreien Öffnung doch ziemlich in den Keller. Einen fachlich sehr aktuellen, guten Bericht hat Jörg Morsch (Interstellarum) dazu verfasst.

Habe bislang noch kein Datenblatt gefunden, aus welchem die maximale Bildfrequenz bei ROI hervorgeht, weißt Du etwas darüber?
Das technische Datenblatt bekommst du nur, wenn du im Online-System von Point Grey angemeldet bist. Da die Infos zu ROI Speed sehr dürftig sind habe ich den technischen Support (M.Kröhl) kontaktiert; eine Rückantwort steht noch aus. Da ich meine Kameras im GigE Anschluß betreibe, wäre auch die Butterfly (BFLY-PGE-09S2M/ICX 692/1288x728/4,08µm) eine gute und günstigere Alternative. Die Butterfly gibt es auch in C-MOS mit dem Aptina AR0134, also ähnlich MT9M034, jedoch mit Global Shutter.

LG
Eberhard
 
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Zitat von astro_ebi:
Die Verbesserung ist jedoch unmittelbar am Kamerabild erkennbar, denn R und L Kanal wirken im Bild schärfer.
Hallo Eberhard,

das ist ja schon Grund genug für den Einsatz des ADC !

Zitat von astro_ebi:
Die Butterfly gibt es auch in C-MOS mit dem Aptina AR0134, also ähnlich MT9M034, jedoch mit Global Shutter.
Mir ist nicht klar, ob der Global Shutter bei unseren astronomischen Anwendungen mit im Rahmen der Belichtungszeit als ortsfest zu betrachtenden Objekten sichtbare Vorteile bietet. Für alltägliche Videoaufnahmen von bewegten Objekten liegen die Vorteile gegenüber dem Rolling Shutter klar auf der Hand, insbesondere, wenn gleichzeitig aufgrund der CMOS-Technik Smear und Blooming vermieden werden.

Gruß, Jan
 
Mir ist bisher noch kein Fall bekannt, wo ein Rolling Shutter im astronomischen Einsatz die auslesebedingten Verzerrungen gezeigt hat. Die Bewegungen zwischen den Frames sind bei astronomischen Objekten wohl einfach zu gering, als das dies ein Problem darstellt. Ein Problem mit solchen Sensoren liegt eher bei manchen Kameraherstellern (ich will da keine bestimmten Namen nennen), die aus einer "Der-Kund-braucht-ein glattes-Bild-Paranoia" heraus die Gain-Obergrenze (aus astronomischer Sicht) viel zu klein wählen.

Was sich in letzter Zeit auf dem Sensor-Markt getan hat ist schon wirklich beeindruckend, insbesondere wenn man sich die neuesten CMOS-Sensoren ansieht. Die Leistungsdaten der neuen Sony Exmor Farbsensoren wie z.B. des IMX104 (Blackfly BFLY-PGE-14S2C) sind in der Kombination aus extrem niedrigem Rauschen und hohem Dynamikumfang und Sättigungskapazität schon Wahnsinn. Wenn man dann noch bedenkt, dass diese Kamera 219€ kostet, dann haben Einsteiger heutzutage wirklich tolle Möglichkeiten. Der neueste Sony IMX185 hat nochmal eine verbesserte IR-Empfindlichkeit (1120mV !). Leider gibts den bisher in noch keiner Kamera.

Bei PGR gibts eine sehr gute Übersicht der Sensor-Leistungsdaten basierend auf EMVA-Messungen (für Farbsensoren hier ). Insbesondere die Spalte "Absolute Sensitivity Threshold" ist beim Vergleich interessant.

Viele Grüße,
Torsten

 
Hallo Torsten,

Dank Dir für Deine sehr hilfreichen Informationen. Auch bei meiner ASI120MM mit Rolling Shutter sehe ich keinen Grund zu Beanstandungen. Es würde mich interessieren, wie Du den Unterschied zwischen dem Aptina-Chip MT9M034 der ASI und dem IMX104 einschätzt. In letzter Zeit hatte ich schon öfter daran gedacht, mit einer 3,75 µm Farbkamera bei f/14 anstelle meiner derzeitigen 3,75 µm Kamera mit Wechselfiltern bei f/11 zu arbeiten.

Verstehe ich richtig, dass man mit der Farbkamera im RAW-Modus dieselbe Datenrate beim Auslesen hat wie mit dem Mono-Chip, und dass die Farben dann nachträglich entsprechend der Bayer-Matrix zugeordnet werden?

Wenn die neue Blackfly 2 W verbraucht gegenüber 0,3 W bei der ASI, dann deutet das auf eine erheblich höhere Aktivität in der Kameraelektronik hin. Der höhere Stromverbrauch wäre gewiss auch interessant im Hinblick auf die Vermeidung von Niederschlägen in der unmittelbaren Umgebung der Kamera, das kenne ich schon von der zuvor verwendeten Chameleon Kamera.

Mit GigE habe ich noch nicht gearbeitet, braucht man dafür spezielle Zusatzeinrichtungen, oder nur entsprechende Treiber, und funktioniert das mit FC alles nach plug-and-play-Manier?

Gruß, Jan
 
Hallo Thorsten, hallo Jan,

Auch bei meiner ASI120MM mit Rolling Shutter sehe ich keinen Grund zu Beanstandungen. Es würde mich interessieren, wie Du den Unterschied zwischen dem Aptina-Chip MT9M034 der ASI und dem IMX104 einschätzt.
Ich wollte damit den Rolling Shutter der ASI120 keineswegs beanstanden, ganz im Gegenteil; die ASI liefert tolle Ergebnisse und wäre bei CMOS auch meine erste Wahl. Ich benötige vorzugsweise GigE und Mono Kameras, wobei eine hohe QE und größere Bandbreite mir wichtig sind. Zusätzlich sind weder ICX104 noch MT9M034 da bei PGR in dieser Ausführung verfügbar. Die Mono Camera Sensor Review 2013 von PGR schafft da die richtige Übersicht. :/

Mit GigE habe ich noch nicht gearbeitet, braucht man dafür spezielle Zusatzeinrichtungen, oder nur entsprechende Treiber, und funktioniert das mit FC alles nach plug-and-play-Manier?
Du benötigst lediglich einen GigE Switch, vorzugsweise am GBit Netzwerk (Router). Die Kameras und gesamte Versorgung läuft dabei über den GigE-Anschluß im Netzwerk. Bei mit gibt es da keine Probleme mit FC und den Treibern. Sie laufen unabhängig von der eingesetzten Schnittstelle tadellos. Ich hatte dabei bisher Basler, TIS im Einsatz bzw. eine PGR im Test. Die Einschränkung ist jedoch inzwischen, das USB3.0 schneller ist als GigE.
LG
Eberhard
 
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Hallo Eberhard,

Zitat von astro_ebi:
Du benötigst lediglich einen GigE Switch, vorzugsweise am GBit Netzwerk (Router).
Wenn ich nur eine Kamera an meinem Laptop betreibe und keine anderen Geräte mit demselben Anschluss, reicht denn da nicht die eingebaute Netzwerkbuchse, oder liefert die keinen bzw. nicht ausreichend Betriebsstrom für die Kamera?

Zitat von astro_ebi:
Die Einschränkung ist jedoch inzwischen, das USB3.0 schneller ist als GigE.
Das hatte ich jetzt in der Tat nicht erwartet. Dann bleibt für GigE am Ende eigentlich nur der für Industrieanlagen, aber eben auch für Sternwarten bedeutende Vorteil der Überbrückung längerer Distanzen zwischen Kamera und Aufnahmegerät?

Dank und Gruß, Jan
 
Hallo Jan,
Wenn ich nur eine Kamera an meinem Laptop betreibe und keine anderen Geräte mit demselben Anschluss, reicht denn da nicht die eingebaute Netzwerkbuchse, oder liefert die keinen bzw. nicht ausreichend Betriebsstrom für die Kamera?
Deine Netzwerbuchse im Laptop liefert keinen Strom für eine GigE-Kamera, denn GigE Kameras werden über GigE Switche in das Netzwerk eingebunden. Bestandteil eines GigE Switch ist auch die Spannungsversorgung über POE (Power Over Ethernet), daher sorgt der GigE Switch für die Spannungsversorgung der Kamera(s). Bei mir ist das beispielsweise ein Netgear GS108P, der mit seinen vier GigE Anschlüssen für Kameras fest in der Montierung eingebaut ist. Es gibt natürlich auch kleinere Switche mit einem Port.

Eine GigE Kamera kann so im Netzwerk über die IP-Adresse mit jedem Rechner (mit entsprechenden Netzwerktreibern) direkt kommunizieren. Der "Aufnahmerechner" ist dabei ein ganz normaler Arbeitsplatzrechner eines größeren Netzwerks (mit einem GigE Switch für die Kamera) und muß daher nicht lokal am Teleskop installiert sein.
LG
Eberhard
 
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Dank Dir, Eberhard, für die Aufklärung! GigE ist dann gewiss eine elegante Lösung speziell auch für die Einbindung von Guidesystemen und ggf. weiteren Aggregaten, die über einen gemeinsamen Rechner gesteuert werden sollen. USB mit integrierter Stromversorgung ist also offenbar für den Betrieb einer einzelnen Kamera am Laptop einfacher aber eben nicht weiter ausbaufähig. Mal sehen, was demnächst noch an Kameras mit den neueren Bildchips angeboten wird.

Gruß, Jan
 
Hallo Thorsten,

Was sich in letzter Zeit auf dem Sensor-Markt getan hat ist schon wirklich beeindruckend, insbesondere wenn man sich die neuesten CMOS-Sensoren ansieht..... Der neueste Sony IMX185 hat nochmal eine verbesserte IR-Empfindlichkeit (1120mV !). Leider gibts den bisher in noch keiner Kamera.
Die Texas Evaluation Kits (TI DaVinci) mit dem DM388 gibt es schon eine Weile, dann wird es nicht lange dauern bis die ersten Kameras kommen...
http://www.appropho.com/NewWeb/Product_DM388IMX185.php
Die wird's dann auch mit GigE geben. :)

Mit dem IMX104 ist das ja auch nicht so aufwändig, aber der Chip und die Hardware wären für mich natürlich nicht der große Wurf.
http://www.appropho.com/NewWeb/Product_DM368IMX104.php
Daher gibt es die nicht mit GigE Interface.

Ich muß gestehen das ich bereits von Albéric de Bonnevie die sensationell guten Mars-Aufnahmen gesehen habe, die mit einer PGR Blackfly Farbkamera (IMX104/219€) aufgenommen wurden. http://www.webastro.net/forum/showthread.php?t=117144

LG
Eberhard
 
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