Saturn

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003sec

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Hallo Forum,
der Anfang ist gemacht.
Nach 3 Wochen ohne klare Nacht wurde es nun endlich mal Zeit. Ab 1:00 Uhr MESZ konnte ich Saturn hinterm Haus erwischen. Um 2:00 Uhr kamen aber bereits wieder Wolken.
Ich hatte mir beim Auskühlen keine großen Gedanken gemacht, schließlich stand das Teleskop ja den ganzen Abend im Freien. Aber das war ein Fehler. Schon bei der Justage bemerkte ich, dass sich immer wieder ein einseitiges stabiles Luftpolster im Tubus bildete. In der Folge bekam ich asymmetrische Artefakte ins Bild, vielleicht auch, weil ich aufgrund der Asymmetrie des unscharfen Sternscheibchens nicht gut genug kollimiert habe. Sei es drum, es ist mein erster der Saison und da gucke ich nicht so genau hin. Die Freude mal wieder diesen Planeten im Livebild zu sehen war ohnehin viel größer.
Gefilmt habe ich durch den 16" Dobson, ASI178MM mit Rotfilter, bei ca. f/12, 10 ms Einzelbelichtung, 20 mal 1 Min. dann 5-mal mit der ASI178MC und dann wieder 10 mal 1 min. Mono bis die Wolken kamen. Verwendungsrate hier nur 6 % und von allen Stacks habe ich die besten 70 % erneut gestackt. Ich muss das wegen der Bildfeldrotation so machen. Dann die Farbe der MC drüber und fertig. Ich habe nicht alle Möglichkeiten voll ausgereizt, Derotation oder Entrauschen habe ich nicht gemacht.

9-8-2023 Kopie.jpg


Mit etwas Glück geht es heute weiter,
VG ralf
 
Hallo Ralf,

ich mache immer nur eine Farbaufnahme, da verändert sich ja kaum etwas.
Anschließend konzentriere ich mich nur noch auf die Luminanzaufnahmen mit der Mono Cam.
Hier bin ich aber wieder weg vom Rot oder IR Pass Filter, da der Saturn etwas anders aussieht als im sichtbaren Licht.
Inzwischen nehme ich den Kompromiss: Gelb mit IR Cut.

Gruß,
Holger
 
Hallo Ralf,
ein schöner Ringplanet!
Die Ringe sind gut aufgelöst. Beim Planeten ist die breite Äquatorzone gut zu sehen. Aufgefallen ist mir, das beide Polregionen unterschiedlich in Farbe und Helligkeit erscheinen, beim Jupiter zur Zeit ähnlich.
 
Hallo Ralf,

trotz der von Dir erwähnten Schwierigkeiten ein beachtliches Resultat!:y:

LG und CS Erich
 
Hallo Holger, Karl-Heinz und Erich, (und alle "Liker")
vielen Dank für eure Kommentare.
Holger, ja, über den Gelbfilter habe ich mir schon Gedanken gemacht. Dieser schneidet ja das Blau ab, ansonsten ist der überall offen. Das funktioniert vermutlich aber nur bei gutem Seeing, oder? Ich mache das im Grunde sogar ähnlich. Ist das Seeing sehr gut, dann nehme ich nur die Farbkamera und die Bilder werden besser als mit Rotfilter. (IR habe ich auch rausgeworfen).
Eine Farbkamera gewichtet ihre Luminanz mit Grün zu 70%, Rot zu 25% und Blau zu nur 5 %. (vielleicht nicht alle, aber das habe ich mal gelesen). Blau hat hier also keine Bedeutung und im Grunde ist die Luminanz dann wie mit einem Gelb-Grün-Filter aufgenommen.

Gestern war das Seeing bei mir deutlich schlechter. Aber dieses Mal hatte ich eine gute Auskühlung. Bei 1,5% Verwendungsrate konnte ich dann tatsächlich etwas herausholen.
saturn-10-8-2023 Kopie.jpg


Auch, wenn ich noch weit von meinen Top-Ergebnissen entfernt bleibe, so freut mich dieses Ergebnis doch sehr, denn es zeigt sich, dass "schlechtes" Seeing durch sorgfältige Herangehensweise reduziert werden kann.
VG ralf
 
Guten Morgen, Ralf ! Präsentierst hier so ein edles Referenz-Bildchen und beschwerst Dich, „weit“ von Deinen Top-Ergebnissen entfernt zu sein ??? Das nenne ich mal stöhnen auf sehr sehr sehr hohem Niveau. _affeaugen:

Ps.: Ich zähle immer noch die sichtbaren Teilungen in Deinen Ringen …

Beeindruckte Grüße
Sascha
 
Also wenn Du da jetzt wirklich noch „eins drauf“ setzen kannst … Dann bist Du hier für mich die neue „Benchmark“, wenn es um Planeten-Fotografie geht. Ähnliches habe ich bisher nur bei Damian Peach gesehen.

Gruß
Sascha
 
Hallo Sascha und alle,
erst einmal dankeschön. Auch an die Like-Verteiler.
Die Frage ist ja, welchen Maßstab setze ich an.
Damit ich noch ruhig schlafen kann und das Hobby auch Hobby bleibt, kann man nur seinen eigenen Maßstab ansetzten. Das sage ich Leuten mit einem 4-Zöller, die alles richtig gemacht haben, aber eben nicht "gehyped" werden. Dasselbe gilt natürlich auch für einen 16-Zöller, und ich habe schon den Ehrgeiz, das Maximum aus dem Gerät herauszuholen. Selbst, wenn ich ein durchschnittliches Bild produziere, wie oben, dann bekomme ich zwar Aufmerksamkeit, aber ich weiß, dass es besser ginge. Leute, die niemals einen 16er ausgereizt haben, wissen das natürlich nicht.
Am 13.8. wurde das Wetter, also das Seeing, immer besser und ich gab alles :-) D.h. meine Kamera lief, ich hörte Musik und ein Großteil der Zeit schaute ich nach Perseiden. Ich wusste, dass dieses Bild besser werden würde als das zuvor. Das ist am Anfang der Saison immer leicht.
Und das kam dabei heraus:
saturn_13-8-2023.jpg


Die Daten stehen im Bild. Norden ist wie immer, bei meinen guten Bildern, auf 11 Uhr.
Für gewöhnlich liegt meine Verwendungsrate bei gutem Seeing recht hoch. Hier aber nicht, da es immer wieder merkwürdige Artefakte gab, die bei niedriger Verwendungsrate geringer wurden. Die Planetenkugel ist derotiert, aber es zeigen sich kaum Details, unten rechts, unter dem Ring, scheint es kleinere Wirbel zu geben, ist hier aber kaum zu sehen. Was man gut sehen kann, ist die Encke-Teilung mit wenig Beugungsring-Artefakten. Ebenso die Maxwell-Teilung im C-Ring. Bei einer Überschärfung entsteht hier oft ein Artefakt, das ähnlich aussieht. Ganz ähnlich ist das mit dem E-Ring, der sich praktisch nicht vom Beugungsring trennen lässt, hier aber konnte ich eine minimale Aufhellung an den Haupt-Scheitelpunkten des B-Ringes sehen. Für einen Nachweis reicht das aber nicht und ich habe es nicht herausgearbeitet. Interessant auch das Innere der Cassiniteilung. Eine Seite ist "steiler" als die andere und das ist auch richtig so.
Im Anschluss hatte ich auf Jupiter gehalten. War eine lange Nacht. Die Ergebnisse kommen bald.
VG ralf
 
Sehr schöne Aufnahme. Hoffentlich spielt das Wetter bald wieder mit.

Ich werde diese Saison überwiegend mit Farbkamera aufnehmen (Saturn und Jupiter) und lediglich für die Luminanz beio Saturn zusätzlich mit Monokamera entweder in Rot oder IR-Passfilter aufnehmen. Bei durchschnittlichen Seeimg macht das eher Sinn.

Aber bei dir Ralf ist das Seeing teilweise wirklich gut. Einziges Nachteil. Bei den vielen Frames gehen feine Details oben an der Kugel verloren. Dafür sieht es wie gemalt aus.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Ralf,
tolles Bild von einem auch noch tiefstehendem Saturn.
Wie verlängerst Du die Brennweite.

Schöne Grüße

Uwe
 
Atemberaubend …

Gruß
Sascha
 
Hallo Ralf,
mit deiner Ausdauer und deinem Engagement deiner gesamten Bildgewinnung wirst du als Endergebnis mit wirklich herausragenden Bildern belohnt !
Habe mal kurz nachgerechnet für das obige großartige Saturnbild müßtest du ja fast 400.00 frames eingesammelt haben....
Ich arbeite ja auch mit der 178 MC (zwar nur mit 12" und ohne weitere Kamera) und auch ich kann bestätigen daß die Blauempfindlichkeit deutlich geringer ist. Meiner Einschätzung nach liegen die Farbanteile meiner 178MC etwa bei 35% Rot , 40% Grün und 25% Blau und ich muss regelmäßig in meiner Bildbearbeitung den Blauanteil nach oben korrigieren.
Mit welchen Gaineinstellungen der 178MC hast du beim Saturn die besten Erfahrungen gemacht (bei mir sind es ja auch etwa 12-14 ms und ein ähliches Öffungsverhältnis, bei mir f13,3 )?
Womit führst du deinen Dobson nach?
Ich muss das wegen der Bildfeldrotation so machen

Am Morgen des 13.August habe ich auch Jupiters Ansicht (Zentralmeridiane von 240 -290) aufgenommen, bei mir aber nur mit durchschnittlicher Luftruhe, daher bin umso mehr auf dein angekündigtes Jupiterbild gespannt was so mit 16" in Verbindung mit deinem Können möglich ist...

Viele Grüße aus der Steiermark,
Martin
 
Hallo Ralf,
mit deiner Ausdauer und deinem Engagement deiner gesamten Bildgewinnung wirst du als Endergebnis mit wirklich herausragenden Bildern belohnt !
Habe mal kurz nachgerechnet für das obige großartige Saturnbild müßtest du ja fast 400.00 frames eingesammelt haben....
Ich arbeite ja auch mit der 178 MC (zwar nur mit 12" und ohne weitere Kamera) und auch ich kann bestätigen daß die Blauempfindlichkeit deutlich geringer ist. Meiner Einschätzung nach liegen die Farbanteile meiner 178MC etwa bei 35% Rot , 40% Grün und 25% Blau und ich muss regelmäßig in meiner Bildbearbeitung den Blauanteil nach oben korrigieren.
Mit welchen Gaineinstellungen der 178MC hast du beim Saturn die besten Erfahrungen gemacht (bei mir sind es ja auch etwa 12-14 ms und ein ähliches Öffungsverhältnis, bei mir f13,3 )?
Womit führst du deinen Dobson nach?


Am Morgen des 13.August habe ich auch Jupiters Ansicht (Zentralmeridiane von 240 -290) aufgenommen, bei mir aber nur mit durchschnittlicher Luftruhe, daher bin umso mehr auf dein angekündigtes Jupiterbild gespannt was so mit 16" in Verbindung mit deinem Können möglich ist...

Viele Grüße aus der Steiermark,
Martin
Guten Morgen,
ich nutze ebenfalls die ZWO 178MC/MM. Bei Saturn liege ich meistens bei 20-25ms. Es kommt aber immer darauf an, welche Barlow vorne dran sitzt. Ohne Barlow musst du deutlich weniger belichten. Ich schiebe auch oft die Regler hin und her, wobei ich meistens nur den für den Rotanteil von 90 auf 99 anpasse. Es kommt darauf an, ob Saturn, Jupiter oder Mars abgelichtet wird. Grundsätzlich ist das aber nur für das Live Bild interessant, da du am Ende der Bildbearbeitung sowie die Farben anpasst.

Jupiter bei 16" ist schon klasse. Ralf hat einen sehr guten Standort und holt zusätzlich durch vernünftige Justage den letzten Funken aus dem Teleskop. Und wenn alles passt, kommen tolle Bilder dabei raus.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,
nutze ebenfalls die ZWO 178MC/MM. Bei Saturn liege ich meistens bei 20-25ms. Es kommt aber immer darauf an, welche Barlow vorne dran sitzt. Ohne Barlow musst du deutlich weniger belichten.
das ist schon klar, darum habe ich ja ein gegebenes Öffnungsverhätnis (f12-f13) dazugeschrieben, weil ist ja immer ein Kampf zwischen Gain und Belichtungszeit und vieleicht möchte uns Ralf ja verraten ob er eher niedrigeren Gain und etwas höhere BZ oder doch höheren Gain (in dem Fall eben für Saturn) für seine hervorragenden Bilder anwendet.

Ich liege etwa bei gleichen Öffnungsverhätnis wie Ralf und selbe Kamera (Gainwerte/abstufungen anderer Kameras kann man leider nicht vergleichen) ist als Beispiel bei mir und Saturn: 28 Gain bei 18 ms BZ bei der 178mc
oder Gain auf 39 hoch dann gehts runter auf 6,5 ms BZ, aber da hatte ich beim Saturn weniger gute Endergebnisse.....
Es geht mir nicht um exakte Werte, aber es wäre interessant was Ralf z. B. bei Saturn mehr gewichtet , wenn er uns das mitteilen möchte.

@raul
setzt du beide (MC/MM ) für eine Planeten- Aufnahme ein?
überlege nämlich ob sich die zusätzliche Anschaffung der Monovariante lohnt (nur für Planeten)

Viele Grüße,
Martin
 
Hi Martin,

ob dui am Ende durch den höheren gain mehr Rauschen oder mehr Frames hast, spielt kaum eine Rolle. 80-90% macht das Seeing aus. Alles andere ist Routine. Du kannst mit einem günstigen Skywatcher genauso schöne Bilder wie mit einem teuren Teleskop machen. Du musst einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, gutes Seeing haben, und dann ist es egal, ob der Gain oder die Belichtung höher ist. Und wenn alles passt und du dein Teleskop kennst, kannst du natürlich mit exakter Justage und etwas Erfahrung noch einen Funken mehr herausholen :)

Ja, nutze beide. Da das Seeing aber selten gut ist und dann auch nicht konstant, nutze ich kaum noch die MM mit RGB Filter. Meistens habe ich dann gutes Seeing und beim Wechsel von Rot auf Grün wieder schlecht. Bei Saturn mag es trivial sein, bei Jupiter hast du am Ende mehr zu derotieren. Für unsere Verhältnisse tun es die Farbkameras auch. Bei Saturn mache ich nach der Farbaufnahme meistens noch mit Monokamera und Rot oder IR-Passfilter weitere Aufnahmen für die Luminanz. Bei Jupiter nicht, sieht dann nicht mehr natürlich aus. Wenn du natürlich gutes konstantes Seeing hast, dann erhälst du z.B. bei Jupiter mit einer Monokamera deutlich mehr Details. Ich habe mal mit Farb- und Monokamera gleichzeitig aufgenommen. Bei der Farbaufnahme habe ich 30 Minuten derotiert, bei der Mono mit RGB Filtern lediglich 10 Minuten insgesamt und die Monovariante war deutlich detaillreicher und besser als die Farbvariante, alleine schon wegen der Auflösung.

Der große Vorteil von monochromen Kameras ist, dass alle Pixel genutzt werden und somit die maximale Auflösung erreicht wird. Mond und Planeten werden dann auch kontrast- und detailreicher. Gutes Seeing vorausgesetzt. Die Monokamera kann man auch für die Sonne gut nutzen oder bei der Venus mit U-Venus Filter. Von daher lohnt sich die Investition in beide Varianten. Ich nutze die Mono Variante manchmal auch für Deep Sky für den Off Axis Guider.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo zusammen,
oh, ja, so etwas mag ich. Fragen und ein Austausch von Informationen. Ich finde es auch schön viele Likes zu bekommen, aber lieber habe ich hier so ein Stammtischfeeling.
Ich gehe mal der Reihe nach durch. Raul, wo verliere ich Details? So etwas darfst du mir nicht sagen, wenn die da sind, dann will ich die auch herauskitzeln, auch, wenn ich dann noch mal 4 Std. Bildbearbeitung machen muss.
Holger, ja natürlich, die Wolkenstreifen. Aber das i-Tüpfelchen wären ja so kleine Wirbel, die erst nach einer Derotation sichtbar würden. Die allgemeine Schärfe würde das hier auch zulassen, aber ich fürchte einfach, dass da kaum Wirbel waren.
Uwe, ich verwende eine Abbe-Barlow 2x. Mit etwas mehr Abstand zum Chip, weil ich den ZWO-ADC noch unterbringen musste und so komme ich auf etwa 2,5x.
Sascha, Danke!
Martin, ich habe ein GoTo am Dobson. Ist so ein Flextube. Das klappt ziemlich gut, sogar bei Deep Sky.
Zur spektralen Emfindlichkeit der MCs, das ist nicht unwichtig. Die Bayer-Kameras gewichten ihre Luminanz nicht 33% 33% 33% . Die nehmen für Grün 70% für Rot 25% und für Blau nur 5%. Ob das für alle gilt, weiß ich nicht, aber grundsätzlich wird Blau fast vernachlässigt. Deshalb sind diese Bilder eben in der Luminanz "blauschwach", Wolken auf Mars sind mit der MC sehr schwer nachzuweisen. Ansonsten fällt das aber kaum auf. Wer's mal testen will, der lässt sich in PS mal die 3 Kanäle zeigen und malt etwas in den Blaukanal rein. Ist im RGB kaum sichtbar. Malt man in den Grünkanal rein, ist es fast 1 zu 1.
Die Gaineinstellungen haben bei mir keine Priorität. Sie dürfen allerdings nicht zu niedrig sein. Es gibt da eine Grenze, aber der es sinnvoll wird. Kann man in den Kameradaten nachschauen. Gain "0" ist bei mir verboten.
Viel wichtiger ist das Verhältnis von Belichtungszeit und Framerate. Hier will ich nichts verlieren. Bei 12,5 ms und 80 fps ist nichts verschenkt. Bei 2 ms und 250 fps sammle ich nur die Hälfte der Photonen ein. Das Rauschen wird bei mir nie alleinig betrachtet, immer nur als SNR.
Monokamera oder Farbe ist bei mir sehr klar sortiert.
Ist das Seeing durchschnittlich, so gewinnt die Monokamera mit Rotfilter. IR Filter habe ich nur noch in Ausnahmefällen am Start. Nachteil ist eine Helligkeitsverschiebung in der Luminanz. Der GRF wird z.B. heller. Das bekomme ich in der Bildbearbeitung z.T. wieder in den Griff, ist aber eben nicht elegant. Bei sehr guten Bedingungen nähern sich Farbkamera und Mono wieder an. Und an besonderen Tagen ist das Farbbild sogar schärfer als das Monobild mit Rotfilter (ist ja quasi grün gefiltert 70% s.o.) In der Literatur findet man immer die Aussage, dass mit für eine Farbcam mehr Brennweite benötigt wird, das kann ich nicht bestätigen.
Der Kernpunkt für gute Planetenfotos ist aber immer noch das Seeing. Ich selber habe einen recht guten Standort, schaue in einer Richtung fast nur über Wiesen. MeteoBlue wird von mir ignoriert, stattdessen habe ich meine eigene Vorhersage.
Die DeepSky Leute reisen in Regionen, wo es dunkel ist. Der Planetenfotograf bleibt aber in der Regel auf seiner Terrasse stehen und filmt über Häuserdächer hinweg.
Hab ich was vergessen?
Ach ja, mein Jupiter aus derselben Nacht.
einen Moment...
 
ju_2023-08-14-0132.jpg


Ich bin mal wieder nicht 100%ig zufrieden. Ihr kennt das ja jetzt schon.
Das Seeing war gut, aber es schien eine Richtung zu haben. Zudem gab es gegen Ende seltsame Streifen auf Jupiter. Ich weiß nicht, woran das lag. Es könnte eine besondere Form des Seeings in der höheren Atmosphäre gewesen sein, oder aber auch irgendetwas im Tubus. Keine Ahnung. Bei niedriger Verwendungsgrade wurde es weniger. Die Justage oder das Stacken waren nicht der Grund. Aber, egal, ist mein erster Jupiter der Saison und ich hatte das Gefühl einen alten Freund zu treffen. Io und sein Schatten machen das Bild noch spannend und in der neuesten Version von WinJupos werden Monde und Schatten sogar ziemlich vernünftig mit derotiert.
Ich habe hier ca. 70 mal 30 s gefilmt. Rotfilter. Vorneweg und hintendran mit der Farbcam jeweils 7 mal 30 s. Alles zusammen auf einen Zeitpunkt hin derotiert. Alle andere Daten sind gleich oder ähnlich. Die schlechten Filme habe ich aussortiert.
Viele Grüße
ralf
 
Hi Ralf,

mit Details meinte ich nicht die zahlreichen Bänder, sondern beispielsweise das Hexagon. Bei zu vielen Frames bekommst du vor allem ohne Derotation kaum saubere Ecken und Kanten. Dafür kann man wesentlich mehr schärfen und andere Details hervorheben.

Viele Grüße,
Raul
 
Hi Ralf,

das Streifenmuster hatte ich auch mal. ich meine es lag entweder an der Übertragung via USB oder aber am Stacken. Manchmal hat es mit großen APs besser funktioniert, war aber qualitätsabhängig.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,
das Hexagon sieht man nur bei senkrechterer Kantenstellung. Jetzt wird es fast unmöglich sein. Derotiert habe ich ja, das wäre also sichtbar, wenn es sichtbar wäre. Fürs Hexagon empfiehlt sich aber auch ein IR Filter, der Kontrast ist da in den Polkappen höher.
VG ralf
 
Die Streifen sind übrigens ortsfest, sie mitteln sich nicht heraus und orientieren sich an echten Details. USB fällt daher weg. Ebenso größere APs. Vlt. hat sich die Justage während der Aufnahme verstellt.
VG ralf
 
Die Streifen sind übrigens ortsfest, sie mitteln sich nicht heraus und orientieren sich an echten Details. USB fällt daher weg. Ebenso größere APs. Vlt. hat sich die Justage während der Aufnahme verstellt.
VG ralf
Ich habe Mal während einer Aufnahme mein Teleskop ziemlich dejustiert. Solche Streifen hatte ich aber stets durch den USB Traffic oder durch APs, auch bei einer serotstion waren diese relativ ortsfest. Ansonsten fällt mir nur das Kammeragkas ein. Da bildet sich manchmal ein schwacher Schleier, der wie eine beschlagene Scheibe aussieht.
 
@TigerClaw35 und @003sec :

Ich sehe und bewundere regelmäßig die unglaublichen Bilder von Euch beiden. Jetzt gerade
finde ich es wirklich sehr spannend, Euch zwei Profis hier beim "fachsimpeln" zuzuschauen.
( Wohlwissend, dass ich Euren Level nie erreichen werde. )

Gruß an die zwei Planeten Profis
Sascha
 
Hi Ralf,

ich bin gerade dabei meine besten Aufnahmen zu stacken. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich ebenfalls diese Striche wie Ralf mitten auf dem Jupiter habe. Ich konnte das bei allen Aufnahmen reproduzieren und das macht mich irgendwie auch sauer, weil ich meine Original SER oft lösche. Nur bei den allerbesten Aufnahmen nicht.

Diese Streifen sind an manchen Stellen ausgeprägter. Vor allem am Rand und bei schlechter Bildqualität wie z.B. beim Upload deutlicher zu sehen. Unten ist ein Video (links konvertiert durch PIPP in AVI/SER) und rechts das Originalvideo in SER.

Das Summenbild links scheint gelätterter und weniger verrauscht zu sein, obwohl durch PIPP gejagd und sogar in SER belassen. Ich nutze PIPP eigentlich nur zur zentrierung und um WINJUPOs kompatible Dateien zu erzeugen. Ich habe alle Einstellungen durchprobiert. Das Summenbild bleibt zwar weniger verrauscht aber auch mit diesen Streifen.

Jupiter_PIPP_Artefakte.jpg



Gruß,
Raul
 
Hallo Raul,
ich kenne dieses Streifenmuster auch, das kommt bei mir wenn ich zu schlechtes Bildmaterial in AutoStakkert!3 stacke und danach in RegiStax6 zu sehr schärfe.
Manchmal hilft es mit größeren APs in Autostackert!3 zu stacken, oder auch anders verteilt.
Aber am besten mehr Bilder stacken oder weniger schärfen, ...meiner Erfahrung nach (...aber bin Anfänger).

Gruß
Tobi
 
Ich habe das nun über mehrere Tage reproduziert. Es wird durch PIPP konvertierte Bilder generiert, allerdings nur bei den Videos. Ich habe jede einzelne Einstellung überprüft. IN Autostakkert habe ich von 30 bis 200 alle möglichen AP Größen ausprobiert. Daran liegt es nicht.

Viele Grüße,
Raul
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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