Saturnige Kamera-Kombination

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Lotz

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Hallo Planetenfreunde,

Vorgestern habe ich - bei gleich üblen Bedingungen wie bei meinen parallel entstandenen Mondbildern -
auch Saturn im 10"-Newton aufgenommen. Wegen des üblen seeings hab ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht,
mit dem Filterrad und den LRGB-Filtern zu arbeiten, sondern habe eine alternative Methode gewählt:
Die ALccd5 mit dem Baader IR/UV-Block für das Luminanzbild, die Farbe mit der ToUCam PRO und dem Baader
IR/UV-Block.

Bei dieser unorthodoxen Operation kam folgendes raus, gemessen an den Seeingbedingungen denke ich, nichtmal
sooo übel...

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/d7798010.jpg



Auf meiner Planetenseite
findet Ihr in der Saturnrubrik den mit NEU gekennzeichneten Link zum Bild mit einigen weiteren
technischen Details zu Optik und Kameraeinstellungen und vor allem zu den Aufnahmebedingungen.
Auch beschreibe ich hier genau, wie ich das ToUCam-Bild mit dem ALccd5-Bild kombiniert habe.


Viele Grüße,


Markus


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Markus A. R. Langlotz
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Hi Josef,

man dankt für das Lob! :knuddel:

Allerdings war es ne üble Rechnerei, bis ich aus dem Material dieses Bild gezaubert hatte. Mal schaun, was bei gutem seeing drin ist...

Gruß

Markus

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Hi,

der Copernikus gefällt, für sowas könntest schon mal auch nen eigenen Thread aufmachen! Wär bestimmt für den Einen oder anderen net uninteressant.

UPs- etz seh ich ihn unten erst in Originalgröße - Boaaah -> Mach unbedingt nen eignen Thread! :super:

Gruß

Markus


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Hallo Markus!
Die ALccd5 mit dem Baader IR/UV-Block für das Luminanzbild, die Farbe mit der ToUCam PRO und dem Baader
IR/UV-Block.
Die Methode ist nicht schlecht. Die TouCam liefert erstaunlich gute Farben, fast besser als die DBK21. Das Luminanzbild wäre eventuell mit einem Rotfilter noch besser gelungen, aber die Belichtungszeit verlängert sich bei uns nahezu auf das Doppelte (ist aber bei der DMK21 noch kein Problem). So haben wir unser Saturnbild trotz extrem schlechter Durchsicht aufnehmen können. Das Rotfilter hilft ein wenig gegen Seeing und erhöht den Kotrast, und die Methode bringt einen nicht ganz optimalen aber schnellen Erfolg (bei uns ist natürlich noch von Vorteil, dass die Chips in beiden Kameras identische Bildgröße liefern).

Gruß, Peter
 
Hi,

klingt interessant. Bei meinne Mondbildern konnte ich ja auch über den Einsatz eines Longpaßfilters lesen. Also ist der langwelligste Spektralbereich wohl der seeingunanfälligere?

Gruß

Markus


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Hallo Markus!

Also ist der langwelligste Spektralbereich wohl der seeingunanfälligere?
Kleiner Auszug aus unserem Tutorial:

Es ist so, dass die Brechung (Refraktion) und die damit auch verbundene Aufspaltung in Farben (Dispersion) mit steigender Wellenlänge abnimmt. Rotes oder gar infrarotes Licht wird erheblich weniger gestört als grünes oder blaues Licht. Bei s/w - Bildern setzt man einfach ein Infrarot - Passfilter vor die Kamera um die Abbildung zu verbessern. Das ist problemlos möglich, weil die modernen Kameras (speziell mit ExView - CCD) gerade im Infrarot eine sehr hohe Empfindlichkeit haben. Die Verbesserung der Abbildung bei Luftunruhe ist beträchtlich. Ir-Passfilter können beim Mond allerdings auch die Differenzierung von Graustufen leicht verschlechtern.

Bei Farbe ist es etwas komplizierter. Hier macht man sich zu Nutze, dass das Auge die Bildschärfe nicht nach der Farbe (Chrominanz), sondern nach dem Hell-Dunkel-Anteil (Luminanz) eines Bildes beurteilt. Man fertigt also mit dem Ir - Filter ein brauchbares s/w - Bild, und setzt die Farbe eines unbrauchbaren "normalen" Farbbilds ein. Das Ergebnis ist eine durchaus brauchbares Ir-RGB. Bei weniger starker Luftunruhe kann auch ein R-RGB oder sogar G-RGB die Bildqualität verbessern, wobei diese Filter die Belichtungszeit nicht so extrem verlängern wie ein Ir-Filter. Nur auf diese Weise konnten wir trotz miserabler Bedingungen 2008 noch recht nette Aufnahmen von Jupiter als Ir-RGB machen, und unter nicht ganz so schlechten Bedingungen 2009 ein Bild von Saturn als R-RGB.

Filter können bei schlechten Bedingungen die Bildqualität zwar ganz erheblich steigern, leider verlängern sie aber die Belichtungszeit, und verringern frequenzproportional die Auflösung des Teleskops, Beispiel Ir - Filter: Bis 30% weniger Auflösung bei vierfacher Belichtungszeit. Man sollte eigentlich also wegen der Auflösung möglichst ein Filter für eine kurze Wellenlänge wählen. Da aber gerade das kurzwellige Blau stark in der Atmosphäre gestreut wird, würde die Wahl eher auf Grün fallen. Will man Luftunruhe kompensieren, so ist man zur Anwendung von Rotfilter oder sogar Ir-Filter gezwungen. Wir haben ein Ir-Filter mit 685nm verwendet, von der Auflösung her noch ein vertretbarer Kompromiss. Es gibt Filter die noch weiter im IR liegen, aber Vorsicht: Solche Filter verlängern die Belichtungszeit enorm, weil die Empfindlichkeit der CCD-Kamera in diesem Bereich oft schon wieder abnimmt. Wer eine für IR brauchbare Optik hat (und das sind z.B. praktisch alle Spiegel), und eine genügend empfindliche Kamera, der sollte bei schlechtem Seeing unbedingt mal Aufnahmen mit IR-Passfilter versuchen. Bei sehr gutem Seeing bringt das Filter nur dann Vorteile, wenn das Objekt bei einer s/w-Aufnahme sehr niedrig steht (atmosphärische Refraktion), bei gutem Seeing und hoch stehendem Objekt ist das Filter unnötig, ohne Filter werden dann (bis auf wenige Ausnahmen) die besten Ergebnisse erzielt.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

ich habs schon gemutmaßt, daß hier die Cauchy-Relation durchschlägt, war mir aber nicht sicher, ob dem tatsächlich so ist. Danke für Dein Feedback, das bestätigt meinen physikalischen Herleitungsprozeß.


Gruß

Markus



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Hallo,
Ich finde die Bearbeitung des Saturns schon etwas zu extrem. Die Ringe haben Ecken und Kanten, wirken ausgefressen als wären die Tonwerte extrem gezogen worden. Außerdem hat der Saturn in deinem Bild grüne Bänder, das sieht auch etwas komisch aus.

Glaube wenn man das Bild etwas weniger heftig bearbeitet, ist die Gesamtwirkung besser. Dennoch wünschte ich, ich würde auch nur annähernd so einen Saturn hinbekommen.

Viele, Grüße,
Felix
 
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