Saturnmonde Dione und Tethys

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fenris

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Hallo,

nachdem ich in letzter Zeit in verschiedenen Quellen gelesen hatte, die Saturnmonde Dione und Tethys seien trotz einer Helligkeit von 10,3 bzw. 10,4 mag wegen ihrer Nähe zum hellen Saturn erst in einem 5-Zoll Apo oder sogar erst ab 8-Zoll Öffnung zu sehen, fühlte ich mich herausgefordert. Glauben konnte das jedenfalls nicht.

So habe ich gestern, 06.04.2008 um 22.30 MESZ meinen Celestron 4-Zoll-Fraunhofer (made in China) auf den Saturn gerichtet und nach wenigen Minuten beide Monde in größter östlicher Elongation sicher erkannt. Als Okular kam ein Planetary HR 6mm (167x) zum Einsatz. Da ich deren genaue Position (ost oder west) nicht kannte, bin ich also unvoreingenommen an die Sache heran gegangen und habe nach einem Vergleich mit der CalSky-Simulation keine Zweifel mehr an der sicheren Identifikation.

Dabei waren die Beobachtungsbedingungen nicht optimal:
Das Seeing war zwar relativ gut (II-III), es war aber etwas wolkig und der Standort - mitten in einer Kleinstadt - ziemlich stark lichtverschmutzt.

Mit welchen Geräten habt ihr schon welche Saturnmonde gesehen?

Gruß *entfernt*
 
Hallöchen

Ja, mit der immer weiter abnehmenden Ringneigung wird es zunehmend besser, Saturnmonde zu beobachten (es ist nämlich weniger Saturn, als vielmehr die Ringe die dabei stören können).
Die meisten Saturnmonde wurden daher auch in der nähe von Kantenstellungen entdeckt.

Gruß
Andy
 
Hallo Dietmar,

habe gestern auch den Saturn beobachtet.Es waren seit langem mal wieder Sterne am Himmel zu sehen, allerdings zeitweise unter leichten Schleierwolken.Ich habe hier in Mülheim an der Ruhr, nicht weit von Dir, so gegen 22.45 MESZ beobachtet, mit einem William 72 FD und konnte mit einem Planetray 4mm Okular Titan ,Rhea und Dione sehen.Dione allerdings nur mit indirekten sehen,blinkte immer wieder auf ,wenn ich auf den Planeten schaute.

Viele Grüße nach Düsseldorf (Kleinstadt?)

Markus
 
Moin!

Mit einem 3"-Tchibo-Newton konnte ich schon mehrfach Tethys und Dione erkennen. Geht natürlich am besten bei größter Elongation. Also sind so schonmal mindestens 4 Monde möglich (inkl. Titan und Rhea).
Mit dem 6" f/8-Newton war dann auch Enceladus möglich, zusammen mit Japetus (nach Karte) sind das dann sechs Monde. Mit dem 8"-Schiefspiegler gehen dann diese sechs ziemlich regelmäßig und ohne große Probleme.
 
Aha,

es geht also sogar mit einem Dreizöller!

Man fragt sich manchmal, wie solche meist viel zu hoch angesetzten Mindestanforderungen sich in der Literatur so breit machen können. Ob da einer vom anderen abschreibt, oder einfach nur noch sehr wenige Autoren selbst mit Öffnungen unter 8 Zoll beobachten ...

@Markus: Ja, das Problem mit den (sehr dünnen) Schleierwolken hatte ich auch, manchmal schob sich auch eine dickere Wolke vor den Herrn der Ringe - umso bemerkenswerter, dass es mit 4 und sogar mit 3 Zoll schon möglich war.
Die Kleinstadt ist natürlich nicht das Dorf an der Düssel, sondern Korschenbroich (zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach), von wo aus ich gelegentlich in die Röhre schaue.

*entfernt*
 
Die Zahlen sind konservativ, d.h. eher anfängerorientiert. Bei ruhiger Luft und mit hoher Vergrößerung ist viel mehr möglich. Mimas ist viel härter, weil wirklich nahe am Planeten. Gestern abend bei wirklich guten Bedingunegn Blickweise im 15 cm Mak kurz unter dem Ring. Das Auftauchen aus dem Schatten konnte ich aber nicht sehen. War aber auch über 500x, eigentlich zu hoch für diese Optik.
 
Hallo,

ich denke, die Ursache für in der Literatur zu hoch angesetzte Öffnungen könnte daran liegen, dass man Einsteigern keine falschen Versprechungen machen möchte. Wie aus den Threads hervorgeht, sind sie mit kleiner Öffnung mitunter nur mit indirektem Sehen und auch sonst nur schwer zu erkennen. Diese Beoachtungstechniken muss man erstmal erlernen.

Wenn ein Einsteiger liest, Saturnmond X ist mit 75mm Öffnung zu sehen, könnte er denken, beim schnellen Blick ist er sofort sichtbar, und man ist dann enttäuscht.

Besser wäre es z.B. zu schreiben "schwer mit 3 Zoll, sicher ab 5 bis 6 Zoll".

VG Christian
 
Hi,

oder die Literatur wird vorwiegend von Herrschaften in gesetzterem Alter geschrieben deren Sehkraft nicht mehr ganz so toll ist? *g*

Ciao, Udo
 
Zitat von ubit:
Hi,

oder die Literatur wird vorwiegend von Herrschaften in gesetzterem Alter geschrieben deren Sehkraft nicht mehr ganz so toll ist? *g*

Ciao, Udo

Unterschätze die Beobachtungserfahrung nicht. Und von der Sehkraftz nimmt zuerst die Akkomodationsfähigkeit ab, dann die max. Pupillenöffnung. Beides Dinge, die hier weniger von Belang sind. Degenerative Veränderungen (Star) treffen nicht jeden und dann meist spät.
 
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Hi
Habe mit meinem 120/900 ED und Baader Genuine Ortho 5mm bei 180x AP=0,67 fünf Saturnmonde vom Großstadtrandbalkon gesehen. Hat aber 4 Nächte vorher nur 3 gezeigt. Kommt ja auch wesentlich auf die Stellung an.
CS
 
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Kommt ja auch wesentlich auf die Stellung an.

Nun ja, ich glaube es wird bei der Angaben der Öffnung für eine Sichtbarkeit vorausgesetzt, dass der Mond nicht hinter den Planeten steht.

Die konservativen Angaben lassen eben ein wenig Luft für nicht ganz optimale Bedingungen (Himmel) oder Voraussetzungen (Benutzer). Eine gesunde Einstellung, wie ich meine.

CS,
Stefan
 
Schon klar dass er nicht hinter dem Planet stehen darf. Aber hoher mag -Wert und zu nah am Planeten reicht schon um nichts zu sehen. Deshalb in maximaler Elongation eher Erfolgschancen.
Gruss
 
Ich kann bestätigen: 5 Monde gehen am Saturn mit 80mm Öffnung.

Heute morgen, 0.20 Uhr gesehen und eindeutig identifizert: Dione, Rhea, Enceladus, Titan, Thetys. Seeing ganz gut, aber massig Lichtverschmutzung (Vorstadtgarten) Beste Vergrößerung: 120x

CS, Tílo
 
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Hi Firewok
Hast du schonmal versucht Neptuns Mond Triton zu erspechteln??? Was hast du für eine limiting mag?
Viele Grüsse
Martin
 
@mightymartin:

Vorgehensweise: Beobachten - Skizze - Zeit notieren - Stellarium Saturnsimulation im Anschluß überprüft. Logischerweise habe ich die Saturnmonde NICHT vorher am Programm angesehen, damit man nicht eine gewisse Erwartungshaltung hat, wo welche Monde sein sollen!
Wenn es nicht Enceladus war, dann hätte schon zufällig ein Stern mit entsprechender Mag zufällig an exakt der Position stehen müssen, wo sich der Mond zu dem Zeitpunkt befunden hat.
Wenn die Frage nun lautet: Habe ich nach einiger Zeit die Bewegung der Monde überprüft, ob es wirklich alles Monde waren: Nein. habe ich nicht. Das muß ich mir dann halt vorwerfen lassen. Da aber eben die Positionen genau passten, gab es für mich auch keinen Grund dazu.

Wenn mir hier von Dir aber unterstellt wird, ich würde hier irgendetwas daher phantasieren, würde ich vorschlagen, Du überprüftst möglichst, solange der Saturn noch in Opposition ist, mit einem guten 80er selbst, was man sehen kann und was nicht. Andererseits: Warum zweifeln wir nicht einfach jeden Beobachtungsbericht hier an? Kann doch schließlich jeder kommen und irgendetwas behaupten?!

PS: nach dieser Berechnung ist 12-13mag für 80mm möglich.

Sehr verwundert,
Tilo
 
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@firewok
Was meinst du??? Verwechselst du mich mit jemandem? Ich wollte einfach wissen ob du schonmal probiert hast Triton zu sehen? Ich habe gerade einen Thread mit dem Thema und da du auch einen Refraktor hast, dachte ich das wäre gut dich mal zu fragen, denn ich selbst hab den eben noch nicht gesehen. Deine garstigen Kommentare kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und ich verstehe auch nicht wieso du bei meiner einfachen Frage einen Vorwurf siehst? Mach was anderes, wenn du denkst dass du dich abreagieren musst. Wir sind ja hier nicht im Kindergarten.
 
@mightymartin

Wenn das eine echte Frage war, dann möchte ich mich hiermit ehrlich entschuldigen. Ich habe nur auch deinen Thread über Triton gelesen, wo eben darauf hingewiesen wurde, dass Triton mit einem 5-Zöller schon sehr schwierig ist und jemand einen 12-Zöller dazu empfohlen hat. Ich ging davon aus, dass Du sowohl die Helligkeit von Triton kennst (13,5 mag) als auch die limiting mag eines 3-Zöllers (die ja deutlich niedriger ist). Daher ging ich nicht davon aus, dass das eine wirkliche Frage war(auch wegen den drei "???"), sondern eher nach dem Motto: "Vielleicht behauptet er sogar noch, er hätte Triton mit dem Röhrchen gesehen". Ist leider bei mir falsch angekommen. Aber ganz klar: Mein Fehler. Es liegt mir wirklich fern, hier grundlos jemanden anzumachen. Ich hoffe, Du bist nicht nachtragend.
Also um Deine Frage zu beantworten: Ich habe Neptun selbst noch nicht im Okular gehabt. Aber aufgrund der niedrigen Helligkeit von Triton gehe ich eigentlich nicht davon aus, dass ich ihn erspechteln kann. Selbst Enceladus war trotz der klaren Luft, gutem Seeing und Opposition absolut grenzwertig. Nur bei indirekter Sicht tauchte er unregelmäßig und äußerst schwach auf... Ich denke mal das dürfte so ziemlich die Grenze des real Machbaren für den kleinen Refraktor sein. Aber ich versuche natürlich, diese Grenzen auch systematisch auszuloten.
Momentan arbeite ich den "Karkoschka" Seite für Seite durch (sowohl Deepsky als auch Doppelsterne) weil ich wissen will, wieviel mit einem 80er wirklich geht. Ich bin auch gerne bereit, Dir meine Eindrücke zu bestimmten Objekten im 80er zu schreiben, falls Du einen Vergleich zu Deinen Beobachtungen mit dem 120er suchst.

Nochmal: Sorry und viele Grüße,
Tilo
 
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Hi Tilo
Ja ich denke auch nicht, dass triton bei mir geht abr dachte weil du nen echten lomo hastn...habe ja selber nur nen ED.Diesen Karkoschka hane ich schonmal gehört.Habe Stoyans Deep Sky Reiseführer.Ist der Karkoschka auch sowas??? Kannst du den Karkoschka empfehlen?
Viele Grusse
Martin
 
Hallo Martin,
ich denke, was man mit unseren Geräten sehen kann, hängt auch ganz schwer von der Qualität des Himmels ab. An dem Tag, als ich die 5 Saturnmonde gesehen habe, hatte man in der Dämmerung eine unheimliche Fernsicht von über 100km, denn die Alpen waren sogar vom Donautal aus sichtbar. Das führte dazu, dass ich trotz Vorstadtlage zig Galaxien im Comahaufen und im Großen Wagen gesehen habe, weil zu wenig Staub und Feuchtigkeit in der Luft war, um eine störende Lichtglocke zu bilden. Unter normalen Bedingungen ist da kaum Chance. Daher bin ich lieber mit einem kleinen Teleskop mobil und suche dunkle Beobachtungsplätze auf.
Beobachtest Du eher stationär oder gehst Du nachts auch ins Feld? Denn Lomo hin oder her - eigentlich sollte Dein 120er mehr zeigen als meiner. Zumindest wenn´s um lichtschwache Objekte geht. Bei Hochvergrößerung schaut´s vielleicht wieder anders aus...
Hast Du Hubbles veränderlichen Nebel schon aufgesucht? Die Keilform konnte man an dem Abend schön erkennen. Oder was auch ein nicht ganz leichtes Objekt für mich war: Der planetare Nebel NGC2438 im OS M46) Wie geht der bei Dir?
Zum Karkoschka:
Also, ich kenne den Stoyan leider nicht, aber den Karkoscha kann ich (zumindest in der neuen Auflage) uneingeschränkt für Öffnungen unserer Größenordnung empfehlen. Das Kartenwerk ist, wenn man sich mal eingelesen hat, absolut übersichtlich und alle wichtigen Infos sind auf jeweils einer Doppelseite zusammengefasst. Besonders schön ist der Bildanhang mit Fotos, wo man überprüfen kann, ob man das beschrieben Objekte wirklich gesehen hat. (gerade bei Nebeln und OS an der Wahrnehmungsgrenze eine echte Hilfe. Außerdem ist das Buch leicht und handlich, was spätestens auf dem freien Feld sehr positiv ist. Der Preis ist auch ok... was will man mehr. Und da wirklich einige "harte Nüsse" für kleine Teleskope dabei sind, hat man auch regelmäßig Erfolgserlebnisse, wenn man das eine oder andere Objekt findet. (Ich habe z.B. seit Januar immer wieder versucht, Hubbles veränderlichen Nebel im Einhorn zu sehen. Nach 4-5 mißglückten Versuchen gelang es mir schließlich erst letzte Woche - ein echtes "Aha!"-Erlebnis!)

Schöne Grüße,
TIlo
 
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