Gelöschte Mitglieder 487
Hallo zusammen,
Mit Blick auf das Wetter war vom 30.8. auf den 31.8. eine nutzbare Sterneguckenacht sehr wahrscheinlich. Also hab ich mich ca. 2 h vor den Rechner gesetzt, und Objekte gesichtet, um sie mit Hilfe von Redshift, Stellarium in meinem Skyatlas nachzutragen, sofern nicht eingezeichnet (letzte Zeit meistens der Fall :biggrin: )
Dieses mal ging es mit dem 12"er nach Geitau, am Fuß der bayerischen Voralpen. Auf den Berg zu gehen war mir zu knapp und zu stressig, zumal dort oben die Luftfeuchte auch bei eher um die 80 angesagt war und die Wolkenlos-Wahrscheinlichkeit jetzt nicht sicher genug war für die ganze Nacht.
Der Platz, den ich immer wieder gern aufsuche:
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/b4cc6d-1378019051.jpg
(ganz links ist der Wendelstein zu sehen)
Beobachtungsplan
Auf der Liste standen ein halbes Dutzend Galaxien aus dem RFGC Katalog (Revised Flat Galaxy Catalogue)- edge-o-Galaxien. Auch Arp 273 stand auf dem Programm, welche kürzlich in einem atemberaubenden Bild vom Capella-Team gezeigt wurde. Stephans Quintett hatte ich zwar mehrfach gesehen, aber mich nie auf die Komponenten konzentriert, das wollte ich anhand eines Bildausdrucks nachholen. Im Gepäck war zum ersten mal ein Block und Bleistift, um mich mal an M 27 zeichnerisch zu probieren. Zuguterletzt ein erneuter Versuch bei GM1-29, diesem variablen nebel im Cepheus.
Die Relativität der Zeit
Als ich 18.30 Uhr aus dem Zug stieg, gab es noch ein paar Sonnenstrahlen auf meinem Weg. War ich zu früh? 20 min zum Platz spaziert und aufgebaut sowie justiert: 21 Uhr (der improvisierte Streulichtschutz benötigt soviel Zeit wie der Aufbau des bloßen Scopes). Irgendwann in dieser Zeit bemerkte ich einen flüchtigen kleinen Schatten aus dem Augenwinkel knapp über mir – was war das? Ach, bestimmt bloß ne Täuschung. Nein! Kurz darauf gab es ein prägnantes metallisches Aufzwitschern: der Ruf einer Fledermaus.
Für die Nacht gestärkt: 21.30h, Milchstraße war gut sichtbar. Perfektes Timing... Also doch nicht zu früh. Wenn ich denn den Rigel schon justiert hätte. Ich blickte hindurch: Was ist denn hier los – hängt die Plexiglasscheibe schief – ist was kaputt? Ich leuchtete drauf: eine fette Schnake hat es sich exakt beim Einblick des Rigels gemütlich gemacht und ließ sich nicht vertreiben. Ich musste sie am Flügel packen und zeigen wer der Herr am Platz ist ;-) Die Justage dauerte lang wie nie, da ich zunächst einen falschen Stern erwischt habe und mich dann wunderte, warum ich M 13 nicht finde...
Premiere
Die Objekte welche ich mir vornehmen wollte, waren überwiegend im noch tief stehenden Pegasus, sodass ich mit der geplanten Zeichnung vom Hantelnebel loslegte. Alles mit 12er Nagler bei ca. 130fach, ohne Filter. Besonders adaptiert war ich nicht, aber mit der groben form und dem Sternfeld hatte ich sicher genug zu tun. Ich habe nicht genau auf die Uhr gesehen, aber ich glaube, ich habe 2 Stunden für dieses Ergebnis hier gebraucht, meine Deepsky-Zeichnungs-Premiere:
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/3bd507-1378025423.jpg
Das Bild ist wie man sieht natürlich nochmal bearbeitet – in PS – da der Scan extremst unzufriedenstellend war. Hab ich mangels Scanner machen lassen - wenn man nicht alles selber macht... Fürs Erste bin ich nicht unzufrieden mit der Skizze/ Zeichnung, aber da sollte noch Einiges rauszuholen sein. Das wird dann aber sicher ein Projekt für eine ganze Nacht.
Tja, schon Mitternacht. Die Bedingungen waren brauchbar, Milchstraße war gut zu erkennen, aber es zogen Schleierwolken durch, Luftfeuchte bei prognostizierten 90%. Das Teleskop war auf dem Hut feucht, die Isomatte komischerweise trocken....
Ans Eingemachte
Die folgenden 2 Stunden sind ebenso schnell vergangen: mit der Suche nach GM 1-29 vor allem, was mir einfach nicht glücken will. Es ist zum Auswachsen. Man sieht, es ist unbedingt erforderlich, die Größe seines Okulargesichtsfeldes am Himmel und in der Karte einordnen zu können. Auch wichtig: die Helligkeiten der Sterne muss man im Gesichtsfeld grob abschätzen können zur Orientierung. Das wurde mir dieses mal so bewusst wie nie zuvor.
Ebenso macht sich hier schlichtweg die mangelnde Praxis bemerkbar, so selten wie man wettertechnisch mal rausfahren kann... Kurz: Das war wieder nix, trotz der guten Karte die ich eigentlich hatte. Auch der PN im Schwan NGC 6884 blieb mir wie letztens verborgen, sodass ich mittlerweile erheblich an mir zweifle. Viel Sucherei für nix. Immerhin habe ich den Blinking Planetary NGC 6826 leicht gefunden. Ein unglaublich helles Teil, sodas ich schnell beim 4,7er Ethos gelandet bin. Der Zentralstern ist im Vergleich zu anderen planetariscchen Nebeln unfassbar hell. Strukturen im Nebel waren angedeutet aber für mich nicht fassbar. Das Seeing war nicht schlecht, aber das defokussierte Sternscheibchen waberte schon deutlich.
Ich peilte Stephans Quintett an, fast kulminierend. Von NGC 7331 gewohnt schnell gefunden im 26er Nagler. Der Himmel war nicht der ganz große Hit, aber mit geschätzten 6m4 brauchbar. Bevor ich das Photo zur Hand nahm, versuchte ich, die sichtbaren Schmaddder zu zhlen und mir die Positionen zu merken. 1,2,3,4,5... Das schaute schon sehr gut aus. Ich merkte mir ein auf dem Kopf stehendes „T“, dessen Dach in der Mitte aus zwei kleinen nah beieinander liegenden Aufhellungen bestand. Am größten und auffälligsten war der „Stamm“ vom T. Blick aufs Bild: Bingo! Ich hatte alle Komponenten gesehen, welche früher dem Quintett zugeordnet wurden: NGC 7320, die größte und auffälligste (der „Stamm“), die beiden 7318A und B in der Mitte des „Dachs“, einfach getrennt zu sehen, 7317, eine kleine fast stellare Aufhellung direkt an einem Stern und zuguterletzt NGC 7319. Letztere fand ich am schwersten von den benannten, aber sicher zu erkennen mit indirektem Sehen, wenn man sich Zeit nimmt. Auf dem Bild war noch eine Gx, welche mittlerweile offiziell zum Quintett gehört, bzw. NGC 7320 abgelöst hat, da diese nur eine Vordergrundgalaxie ist: NGC 7320 c liegt deutlich abgesetzt von den anderen Mitgliedern, ist entfernungstechnisch aber offenbar dieser Gruppe zuzuordnen. Aber auch das allerschwächste Mitglied mit um die 16mag, die anderen um die 13 mag. Ich startete einen Versuch der Sichtung. Ich habe es nicht allzu fordernd probiert, meinte nach einer Weile aber eine stellare Aufhellung an der vermuteten Stelle aufblitzen zu sehen. Ich denke, das war sie schon, aber für eine wirklich positive Sichtung muss ich nochmal rann.
So, Zeit für ein paar Superthins und Edge-ons! UGC 260 war mit 14m5 nicht eben ein einfaches Ziel, so habe ich nichts gesehen oder gefunden. Ich versuchte Arp 273, wurde aber nicht fündig. 2 Uhr. Es wurde im Osten hell. Was ist denn hier los – Dämmerung so früh??? Mir schwante es.... der Mond. Den hatte ich überhaupt nicht auf dem Tacho. Ich habe mir vor einiger Zeit nur grob das Datum als mögliche Beobachtungsnacht gemerkt, aber nicht den Umstand, dass dies noch eine Nacht mit Mondeinfluss war... Durchziehende Schleier und Aufhellungen durch den aufgehenden Mond – kein Wunder, dass es mit den schwachen Funzeln nichts wird. Schade. Das war´s mit Superthin&Co, bevor es angefangen hat.
Szenerie
So wurde es ringsum den Wendelstein immer heller bis der Verdächtige sich zeigte und um die Ecke gebogen kam. Mist. Aber die Stimmung war schön. Ironischerweise wurde es ausgerechnet zur Zeit des Mondes besonders transparent. Die strahlende Sichel war fast ungetrübt von Extinktion, ringsum alles schön dunkel. Jupiter leuchtete in einem satten Hell-Gelb nahe des Mondes. Ein wunderbarer Anblick über der Bergkulisse. Die Milchstraße war trotz Mondlicht deutlich zu sehen. Dies war das einzige, wass ich noch tun konnte: die Kulisse genießen und mit was zu Futtern in der Hand den Aspaltweg auf und ab zu flanieren. Im Winter macht sich dieser Weg gut zum Füßeaufwärmen. Die Kulisse mit dem Mond kannte ich hier schon. Einfach ein friedliches, wunderbares Plätzchen, ohne viel Störung, da das einzige wo der Weg hinführt, eins zwei Häuser und die Berge sind.
Ich nutzte das Mondlicht auch dazu, mal den von mir nie genutzten Dioptrix-Aufsatz erneut zu testen, der den Asti im Auge ausgleichen soll. Eine leichte Besserung der Sternabbildung kann ich erkennen, aber nicht dramatisch. Falscher Wert? Was aber in jedem Fall dramatisch abnimmt, ist das Einblickverhalten. Mein 26er Nagler hat dann keinen Spacewalk-Effekt mehr... Am 12er Nagler T4 geht es recht gut. Ich werde nicht warm mit dem Teil.
Ein Reh versuchte mir mit minutenlangem Gebelle zu helfen und den Mond zu vertreiben, half aber nix. Die Kuhglocken der 200 m entfernten Kühe bimmelten die ganze Nacht und ein Waldkauz ließ sich auch mal dazu hinreißen, mich an meine wälderbestückte Heimat in Brandenburg zu erinnern.
Ein Fazit zum Selberbauen
Es ist schon erstaunlich, wie zeitfressend unser Hobby ist:
Ein paar Blicke auf Mond und Jupiter rundeten die eigentlich lange aber irgendwie insgesamt sehr kurze Beobachtungsnacht ab. Die Anblicke waren mangels Schärfe (Seeing) symptomatisch für die Nacht: nichts halbes und nichts Ganzes beobachtet, und trotzdem kaputt den ganzen darauffolgenden Tag. Die Astros müssen verrückt sein. Oder?
Schöne Grüße
Norman
Mit Blick auf das Wetter war vom 30.8. auf den 31.8. eine nutzbare Sterneguckenacht sehr wahrscheinlich. Also hab ich mich ca. 2 h vor den Rechner gesetzt, und Objekte gesichtet, um sie mit Hilfe von Redshift, Stellarium in meinem Skyatlas nachzutragen, sofern nicht eingezeichnet (letzte Zeit meistens der Fall :biggrin: )
Dieses mal ging es mit dem 12"er nach Geitau, am Fuß der bayerischen Voralpen. Auf den Berg zu gehen war mir zu knapp und zu stressig, zumal dort oben die Luftfeuchte auch bei eher um die 80 angesagt war und die Wolkenlos-Wahrscheinlichkeit jetzt nicht sicher genug war für die ganze Nacht.
Der Platz, den ich immer wieder gern aufsuche:
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/b4cc6d-1378019051.jpg
(ganz links ist der Wendelstein zu sehen)
Beobachtungsplan
Auf der Liste standen ein halbes Dutzend Galaxien aus dem RFGC Katalog (Revised Flat Galaxy Catalogue)- edge-o-Galaxien. Auch Arp 273 stand auf dem Programm, welche kürzlich in einem atemberaubenden Bild vom Capella-Team gezeigt wurde. Stephans Quintett hatte ich zwar mehrfach gesehen, aber mich nie auf die Komponenten konzentriert, das wollte ich anhand eines Bildausdrucks nachholen. Im Gepäck war zum ersten mal ein Block und Bleistift, um mich mal an M 27 zeichnerisch zu probieren. Zuguterletzt ein erneuter Versuch bei GM1-29, diesem variablen nebel im Cepheus.
Die Relativität der Zeit
Als ich 18.30 Uhr aus dem Zug stieg, gab es noch ein paar Sonnenstrahlen auf meinem Weg. War ich zu früh? 20 min zum Platz spaziert und aufgebaut sowie justiert: 21 Uhr (der improvisierte Streulichtschutz benötigt soviel Zeit wie der Aufbau des bloßen Scopes). Irgendwann in dieser Zeit bemerkte ich einen flüchtigen kleinen Schatten aus dem Augenwinkel knapp über mir – was war das? Ach, bestimmt bloß ne Täuschung. Nein! Kurz darauf gab es ein prägnantes metallisches Aufzwitschern: der Ruf einer Fledermaus.
Für die Nacht gestärkt: 21.30h, Milchstraße war gut sichtbar. Perfektes Timing... Also doch nicht zu früh. Wenn ich denn den Rigel schon justiert hätte. Ich blickte hindurch: Was ist denn hier los – hängt die Plexiglasscheibe schief – ist was kaputt? Ich leuchtete drauf: eine fette Schnake hat es sich exakt beim Einblick des Rigels gemütlich gemacht und ließ sich nicht vertreiben. Ich musste sie am Flügel packen und zeigen wer der Herr am Platz ist ;-) Die Justage dauerte lang wie nie, da ich zunächst einen falschen Stern erwischt habe und mich dann wunderte, warum ich M 13 nicht finde...
Premiere
Die Objekte welche ich mir vornehmen wollte, waren überwiegend im noch tief stehenden Pegasus, sodass ich mit der geplanten Zeichnung vom Hantelnebel loslegte. Alles mit 12er Nagler bei ca. 130fach, ohne Filter. Besonders adaptiert war ich nicht, aber mit der groben form und dem Sternfeld hatte ich sicher genug zu tun. Ich habe nicht genau auf die Uhr gesehen, aber ich glaube, ich habe 2 Stunden für dieses Ergebnis hier gebraucht, meine Deepsky-Zeichnungs-Premiere:
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/3bd507-1378025423.jpg
Das Bild ist wie man sieht natürlich nochmal bearbeitet – in PS – da der Scan extremst unzufriedenstellend war. Hab ich mangels Scanner machen lassen - wenn man nicht alles selber macht... Fürs Erste bin ich nicht unzufrieden mit der Skizze/ Zeichnung, aber da sollte noch Einiges rauszuholen sein. Das wird dann aber sicher ein Projekt für eine ganze Nacht.
Tja, schon Mitternacht. Die Bedingungen waren brauchbar, Milchstraße war gut zu erkennen, aber es zogen Schleierwolken durch, Luftfeuchte bei prognostizierten 90%. Das Teleskop war auf dem Hut feucht, die Isomatte komischerweise trocken....
Ans Eingemachte
Die folgenden 2 Stunden sind ebenso schnell vergangen: mit der Suche nach GM 1-29 vor allem, was mir einfach nicht glücken will. Es ist zum Auswachsen. Man sieht, es ist unbedingt erforderlich, die Größe seines Okulargesichtsfeldes am Himmel und in der Karte einordnen zu können. Auch wichtig: die Helligkeiten der Sterne muss man im Gesichtsfeld grob abschätzen können zur Orientierung. Das wurde mir dieses mal so bewusst wie nie zuvor.
Ebenso macht sich hier schlichtweg die mangelnde Praxis bemerkbar, so selten wie man wettertechnisch mal rausfahren kann... Kurz: Das war wieder nix, trotz der guten Karte die ich eigentlich hatte. Auch der PN im Schwan NGC 6884 blieb mir wie letztens verborgen, sodass ich mittlerweile erheblich an mir zweifle. Viel Sucherei für nix. Immerhin habe ich den Blinking Planetary NGC 6826 leicht gefunden. Ein unglaublich helles Teil, sodas ich schnell beim 4,7er Ethos gelandet bin. Der Zentralstern ist im Vergleich zu anderen planetariscchen Nebeln unfassbar hell. Strukturen im Nebel waren angedeutet aber für mich nicht fassbar. Das Seeing war nicht schlecht, aber das defokussierte Sternscheibchen waberte schon deutlich.
Ich peilte Stephans Quintett an, fast kulminierend. Von NGC 7331 gewohnt schnell gefunden im 26er Nagler. Der Himmel war nicht der ganz große Hit, aber mit geschätzten 6m4 brauchbar. Bevor ich das Photo zur Hand nahm, versuchte ich, die sichtbaren Schmaddder zu zhlen und mir die Positionen zu merken. 1,2,3,4,5... Das schaute schon sehr gut aus. Ich merkte mir ein auf dem Kopf stehendes „T“, dessen Dach in der Mitte aus zwei kleinen nah beieinander liegenden Aufhellungen bestand. Am größten und auffälligsten war der „Stamm“ vom T. Blick aufs Bild: Bingo! Ich hatte alle Komponenten gesehen, welche früher dem Quintett zugeordnet wurden: NGC 7320, die größte und auffälligste (der „Stamm“), die beiden 7318A und B in der Mitte des „Dachs“, einfach getrennt zu sehen, 7317, eine kleine fast stellare Aufhellung direkt an einem Stern und zuguterletzt NGC 7319. Letztere fand ich am schwersten von den benannten, aber sicher zu erkennen mit indirektem Sehen, wenn man sich Zeit nimmt. Auf dem Bild war noch eine Gx, welche mittlerweile offiziell zum Quintett gehört, bzw. NGC 7320 abgelöst hat, da diese nur eine Vordergrundgalaxie ist: NGC 7320 c liegt deutlich abgesetzt von den anderen Mitgliedern, ist entfernungstechnisch aber offenbar dieser Gruppe zuzuordnen. Aber auch das allerschwächste Mitglied mit um die 16mag, die anderen um die 13 mag. Ich startete einen Versuch der Sichtung. Ich habe es nicht allzu fordernd probiert, meinte nach einer Weile aber eine stellare Aufhellung an der vermuteten Stelle aufblitzen zu sehen. Ich denke, das war sie schon, aber für eine wirklich positive Sichtung muss ich nochmal rann.
So, Zeit für ein paar Superthins und Edge-ons! UGC 260 war mit 14m5 nicht eben ein einfaches Ziel, so habe ich nichts gesehen oder gefunden. Ich versuchte Arp 273, wurde aber nicht fündig. 2 Uhr. Es wurde im Osten hell. Was ist denn hier los – Dämmerung so früh??? Mir schwante es.... der Mond. Den hatte ich überhaupt nicht auf dem Tacho. Ich habe mir vor einiger Zeit nur grob das Datum als mögliche Beobachtungsnacht gemerkt, aber nicht den Umstand, dass dies noch eine Nacht mit Mondeinfluss war... Durchziehende Schleier und Aufhellungen durch den aufgehenden Mond – kein Wunder, dass es mit den schwachen Funzeln nichts wird. Schade. Das war´s mit Superthin&Co, bevor es angefangen hat.
Szenerie
So wurde es ringsum den Wendelstein immer heller bis der Verdächtige sich zeigte und um die Ecke gebogen kam. Mist. Aber die Stimmung war schön. Ironischerweise wurde es ausgerechnet zur Zeit des Mondes besonders transparent. Die strahlende Sichel war fast ungetrübt von Extinktion, ringsum alles schön dunkel. Jupiter leuchtete in einem satten Hell-Gelb nahe des Mondes. Ein wunderbarer Anblick über der Bergkulisse. Die Milchstraße war trotz Mondlicht deutlich zu sehen. Dies war das einzige, wass ich noch tun konnte: die Kulisse genießen und mit was zu Futtern in der Hand den Aspaltweg auf und ab zu flanieren. Im Winter macht sich dieser Weg gut zum Füßeaufwärmen. Die Kulisse mit dem Mond kannte ich hier schon. Einfach ein friedliches, wunderbares Plätzchen, ohne viel Störung, da das einzige wo der Weg hinführt, eins zwei Häuser und die Berge sind.
Ich nutzte das Mondlicht auch dazu, mal den von mir nie genutzten Dioptrix-Aufsatz erneut zu testen, der den Asti im Auge ausgleichen soll. Eine leichte Besserung der Sternabbildung kann ich erkennen, aber nicht dramatisch. Falscher Wert? Was aber in jedem Fall dramatisch abnimmt, ist das Einblickverhalten. Mein 26er Nagler hat dann keinen Spacewalk-Effekt mehr... Am 12er Nagler T4 geht es recht gut. Ich werde nicht warm mit dem Teil.
Ein Reh versuchte mir mit minutenlangem Gebelle zu helfen und den Mond zu vertreiben, half aber nix. Die Kuhglocken der 200 m entfernten Kühe bimmelten die ganze Nacht und ein Waldkauz ließ sich auch mal dazu hinreißen, mich an meine wälderbestückte Heimat in Brandenburg zu erinnern.
Ein Fazit zum Selberbauen
Es ist schon erstaunlich, wie zeitfressend unser Hobby ist:
Ein paar Blicke auf Mond und Jupiter rundeten die eigentlich lange aber irgendwie insgesamt sehr kurze Beobachtungsnacht ab. Die Anblicke waren mangels Schärfe (Seeing) symptomatisch für die Nacht: nichts halbes und nichts Ganzes beobachtet, und trotzdem kaputt den ganzen darauffolgenden Tag. Die Astros müssen verrückt sein. Oder?
Schöne Grüße
Norman
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