SC in "offenen Tubus" einpflanzen?

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Martin_B

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Hallo zusammen,

vielleicht hat das hier im Forum schon mal jemand praktiziert und kann aus eigener Erfahrung darüber berichten ..
Den SCs wird ja nachgesagt, dass sie sehr lange Auskühlzeiten benötigen und im Laufe der Nacht auch oft der Außentemperatur "hinterher hängen".
Inspieriert durch meinen ganz offenen 8" Newton, der thermisch hervorragend scheint, stelle ich mir nun die Frage,
ob es nicht möglich / sinnvoll wäre, für ein SC einen "offenen" Tubus zu bauen.
Ich stelle mir einen HP Tubus vor, in den über die ganze Fläche verteilt große Öffnungen gefräst werden (wirklich große Öffnungen, nicht kleine Löcher), diese Öffnungen dann mit Staubschutz zu versehen und damit einen permanenten, zuverlässigen Temperaturastausch zuzulassen.
Hat das schon jemand hier im Forum so praktiziert?
Wie sind die Erfahrungen?

Gruß Martin
 
Hallo Martin,

ich hab vor einem Jahr meinen altes C8 verkauft und der Käufer wollte ein Truss-SC draus bauen. Ob er es gemacht hat weiß ich nicht... vielleicht meldet er sich ja - ist aus Deiner Gegend.

CS.Oli
 
Hallo Martin,

sowas kenne ich nicht. Aber ich denke, dann hast Du drei große optische Flächen statt einer, die dreckig werden können - Spiegel, Schmidtplatte innen und Schmidtplatte außen. Pollen mögen das :oops:

Gruß

*entfernt*
 
Wenn das bezüglich der "Temperaturprobleme" echte Vorteile hätte, würde ich es gerne in Kauf nehmen, die Optik 1-2x pro Jahr zu reinigen, das wäre kein Ding ...

Genau: Eine Art "Truss-SC" ist das, was ich suche ...
 
Hallo!

Wenn das irgenwelche nennenswerten Vorteile hätte, dann wären nach 80 Jahren Schmidt-Cassegrain Anordnung längst offene SC Fernrohre aufgetaucht. Sagt zumindest der Darwinist in mir. Bei Cloudynights findet man Threads zum Thema, aber ich bin zu faul die alle zu lesen.

Grüße
Maximilian
 
Du musst die auch nicht für mich lesen ;)
Ich könnte die ja selbst lesen, aber ich fände einen direkten Austausch hier intereressanter.
An Evolution glaube ich, aber nicht unbedingt bei den großen Astro-Firmen.
 
Servus,
soviel ich weiß hat der Wolfgang Höhle ein C6 auf Gitterrohr umgebaut und dies bei Thomas Brumm (binoviewer.at) auf der HP abgelegt, leider gibt es diese Seite nicht mehr. Der Thomas hat sie dem VDS überlassen.
Leider finde ich den Beitrag von Wolfgang nicht....

Gruß
Ralf
 
An Evolution glaube ich, aber nicht unbedingt bei den großen Astro-Firmen.

Wenn man die Konstruktionen ansieht, denke ich, hat sich in den letzten 50 Jahren wenig verändert :unsure:

Ich würde das Ding gerne in einen etwas längeren "Übertubus" setzen und den Zwischenraum dämmen - oder gar einen Tubus mit Wasserkühlung :D (uff, nicht lachen) bauen. Würde ich zumindest gern mal probieren, wenn jemand einen Tubus mit integrierter, umlaufender Kühlspirale bauen könnte, würde man die Tubus-Temperaturdifferenzen großteils eliminieren können.

Aber Visionen beiseite, ich denke, eine gute Dämmung in einer schicken Hülle wäre ausreichend und vor allem schöner und stabiler als die Styropormatten-mit-Alufolie-Isolationen, diese sehen nicht besonders schick aus, auch wenn sie offenbar den gewünschten Effekt haben. Wenn offen, dann GANZ offen um alles putzen zu können, denke ich. Ob/das die Kollimation dann gut hält muss man konstruktiv sicherstellen.

lg
Niki
 
Hallo!

An Evolution glaube ich, aber nicht unbedingt bei den großen Astro-Firmen.

Es sind ja nicht nur die Firmen, von denen die Evolution der Fernrohre ausgeht. Amateure haben im Lauf der Jahrzehnte unzählige Modifikationen an ihren Instrumenten vorgenommen. Einige davon haben den Weg in die Serie gefunden, darunter die inzwischen standardmässig eingebauten Lüfter bei den großen Celestrons und die shiftingfreie (bzw. -arme) Scharfstellung. Ich bin zu faul zum Recherchieren, aber ich denke dass auch Fastar und RASA nicht auf Celestrons Mist gewachsen ist, sondern von Amateuren zuerst ausprobiert wurden. Es kann einfach nicht sein, dass während der ganzen 80 Jahre niemand Löcher in seinen SC Tubus gesägt hat. Aber entweder er hat das Geheimnis für sich behalten oder es hat nichts gebracht.

Grüße
Maximilian
 
Ich denke hier auch eher wie Maximilian. Vermutlich überwiegen die praktischen Nachteile (Verschmutzung, Stabilität, Justierung) die Vorteile (rasches Auskühlen). Aber andererseits - nur Versuch mach kluch ...
Also nur zu.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Maximilian,

also jetzt mal im Ernst, das ist nicht böse gemeint.
Aber ich finde es wenig hilfreich, auf eine Frage so zu antworten.
Dann bräuchte man ja garnichts mehr zu versuchen, sondern müsste immer sagen,
wenn das etwas brächte, gäbe es das schon längst. Nicht meine Welt. Sorry.

Gruß Martin
 
Ok, ich warte noch ein paar Tage.
Vielleicht kommen zu den 2 guten Antworten noch weitere, sinnvolle dazu.
Weiteren Unsinn brauche ich eigentlich nicht.
 
Hallo Martin,
die Idee ist gut, wer ärgert sich nicht über Auskühlzeiten. Das Problem ist nur, dass man eine sehr große Chance hat ein teures Instrument zu ruinieren und selbst bei Erfolg ist die Vorstellung das System zu reinigen abschreckend.
CS
Dieter
 
Hi Martin,

ich hätte da schon eine Idee, wie das relativ einfach zu bewerkstelligen wäre, ohne sich die genannten Probleme einzuhandeln, ABER: ich habe keinen SC und es wäre ein Versuchsballon und man müßte den Tubus heftig bearbeiten für Einström und Ausströmöffnungen. ZB haben KFZ-Luftfilter ein sehr gutes Partikelrückhaltevermögen, Stichwort Pollenfilter... ;) Gebaut habe ich sowas schon und es funktioniert prächtig, nur das war eine industrielle Spezialoptik, bei der es darum ging, Staub zu erkennen, wo Staub auf der Optik natürlich unbedingt zu vermeiden ist, aber schon mit anderen Freiheitsgraden als bei einem Teleskop. Dennoch, es ließe sich entsprechend umgestalten...

Ob es sich lohnt den Gedanken weiter zu spinnen, müßtest du entscheiden ;)

Viele Grüße
Okke
 
Hallo!

...also jetzt mal im Ernst, das ist nicht böse gemeint.
Aber ich finde es wenig hilfreich, auf eine Frage so zu antworten.

Kein Problem. Ich bin eben ein Pragmatiker.

Dann bräuchte man ja garnichts mehr zu versuchen, sondern müsste immer sagen, wenn das etwas brächte, gäbe es das schon längst.

Da gäbe ich Dir Recht, wenn das Schmidt-Cassegrain Prinzip vor drei Jahren erst erfunden worden wäre. Es ist aber vor 80 Jahren erfunden worden. Da kannst Du sicher sein, dass schon alles ausprobiert wurde, was man ausprobieren kann. Garantiert. So blöd sind unsere Astronomenkollegen auch nicht, dass sie nicht von ganz alleine auf eine einfache Lösung kommen würden.

Grüße
Maximilian
 
Jeder kennt Celestron, vielleicht auch dessen Gründer Tom Johnson. Kaum bekannt ist hingegen der eigentliche Erfinder des optischen Konzepts vom kompakten SCT:

Edward H. Linfoot

Linfoot verwendet 1944 auch den Namen Schmidt-Cassegrain zum ersten Mal:

E.H. Linfoot, M.N.R.A.S. 103, p. 210, 1943; 104, p. 48, 1944.

Siehe dazu auch diesen alten Beitrag von 2011 hier im Forum:

Erfindung des Schmidt Cassegrain Teleskops

Linfoot hat auch ein Buch mit dem Titel "Recent Advances in Optics" geschrieben, in welchem er den kompakten Schmidt-Cassegrain ausführlich analysiert:

E.H. Linfoot: Recent Advances in Optics, Oxford, London, 1955.

In dem Buch wird auch ein Photo von einem 15" Prototypen gezeigt, der bei St. Andrews in Schottland betrieben wurde. Dieses Instrument wurde schon im Mai 1953 bei S&T beschrieben.

Dass Linfoot als Erfinder vom kompakten SCT vergleichsweise wenig Anerkennung findet, liegt wohl in der Einschätzung, dass es sich gegenüber der revolutionären Erfindung von Bernhard Schmidt nur um eine Modifikation, von der optischen Performance sogar um eine Verschlechterung handelt, wenngleich durch die Verkürzung vom Tubus mit enorm praktischem Potential.

Dass eine Truss-Tube Auslegung beim SCT wenig Anklang findet, liegt wohl nicht zuletzt an der kritischen Empfindlichkeit gegenüber Streulicht. Das wird ja schon bei der Festlegung der Streulichtblenden am Haupt- und Fangspiegel deutlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
der User Wolf hatte hier mal sein 6" SC Truss Umbau vorgestellt. Leider ist seine Homepage nicht mehr online...
Wegen Schmutz hätte ich da weniger Bedenken, sonst würden die ganzen Newtons nicht funktionieren ;)

Grüße Rainer
 
So blöd sind unsere Astronomenkollegen auch nicht, dass sie nicht von ganz alleine auf eine einfache Lösung kommen würden.

Ich denke auch, dass Bauweisen vorrangig auch ökonomischen Aspekten geschuldet sind. Ein Blechrohr, vorne Schmidt-Platte, hinten Deckel mit Spiegel und gut is. Hätte jemand in Serie ein Gitterrohr-SC gebaut? Nö. Weil die gleich zu Beginn dasselbe dachten: Schmutz, Staub, beschlagen... das heißt aber nicht, dass es nicht Lösungen für Probleme gäbe, die man sich selbst antut. So etwas nennt man dann auch Entwicklung, halt gegen die Strömung und unter widrigen Umständen.

Aber gegen einen Versuch spricht eigentlich gar nichts... nur muss jemand sein SC opfern. Bzw. man nimmt mal ein günstiges 8" vom Gebrauchtmarkt und verbricht sich daran. :)

lg
Niki
 
Da oben im Titel aber drin steht, dass er ihn da "einpflanzen" möchte, sollte der Ersteller dieses Threads doch bitte
daran denken, genug Substrat und Granulat mit in den Tubus zu schütten. Ansonsten wird der Hauptspiegel keine
Wurzeln schlagen ... Und ganz wichtig : GENUG WÄSSERN !!! :D

Gruß in die Runde
Sascha
 
bitte daran denken, genug Substrat und Granulat mit in den Tubus zu schütten. Ansonsten wird der Hauptspiegel keine Wurzeln schlagen ... Und ganz wichtig : GENUG WÄSSERN !!! :D
Kein Problem! :giggle:

DSC01736.jpg
 
Sehr Sehr GEIL !!!!! ( Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet ) :LOL:
 
Wenn der Kleine genug Sonne bekommt ...
 
Im Star Trek Kinofilm „Der 1. Kontakt“ taucht folgende skurrile Konstruktion auf ... Sieht verdächtig nach einer Meade Gabel mit Gitterrohr Verlängerung aus ! Wer denkt sich denn bitte so etwas als Requisite aus ???

(Das Bild wurde wegen fehlender Nutzungsrechte entfernt)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die Modifikation des VC200L ist sehr interessant.
So ähnlich stelle ich mir das vor.

Ich denke, ich werde das auf jeden Fall einmal machen mit einem gebrauchten 8" SC.
Wenn das gut funktioniert auch mit einem 11"

Mein 8" f/4.5 Truss ist sehr stabil, so in der Art würde ich das machen wollen.
2 Segmente, damit man die Prismenschiene an 3 Stellen befestigen kann.
Staubschutz und Streulichtschutz eventuell mit einer "Socke" zum drüberziehen.
Vielleicht eine schwarze Nylonstrumpfhose evtl. doppelt.

Wenn das nicht funktioniert, kann man es zurückbauen.
Die Truss-Segmente kann man dann auch im Garten verwenden als Gerüst für Rankengewächse :ROFLMAO:
 

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