SC -Spiegelshifting / Warum noch nicht gelöst?

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Hallo Markus,

Justagestabil ist ein SC doch auch? Warum sollte da das VCL einen Vorteil haben?

die SC sind nicht justierstabil und genau das ist deren Hauptproblem.

Zwar haben sie wie Kai anmerkt einen Kugelspiegel,
aber das hilft auch nicht wenn die tiefste Stelle dieser Sphäre
nach dem kippeln des Spiegels bei fokussieren nicht mehr auf
der optischen Achse der restlichen optischen Komponenten liegt.

Das VCL hat den gewaltigen Vorteil daß alle optischen Komponenten
zueinander justierbar sind und dann im Idealfall auch so bleiben
da zum fokussieren nicht die Spiegel verschoben werden
sondern nur das Auszugsrohr.

Sicher, man kann die Mechanik besser bauen als es bei den Billig-SCs
der Fall ist, aber das kostet dann eben auch etwas mehr.

Das ""VISAC" VC200L? Für visuelle Applikationen ist es eher nicht zu empfehlen. Gedacht war es für das fotografische Feld von Kleinbild. Der asphärische HS ist wohl etwas heikel, da durch Auftragen verschiedener Schichten in Form gebracht. Die optische Qualität ist im Schnitt alles andere als berauschend, kaum jemand bekommt das Ding korrekt justiert, die HS-Zelle neigt zu starker Verspannung des HS. Eine Fotomaschine, die auch bei korrekter Justage visuell von jedem C8 düpiert wird.

Ich konnte vor Jahren im Meerfelder Bruch mit einem VCL beobachten.
Das zeigte eine saubere Sternabbildung wie ich sie bei einem SC
bisher so nie sehen konnte. Allerdings sollte man ein
richtig justiertes VMC nicht mal eben auf die Schnelle
selbst "justieren" wollen.

Das zweite Problem der SCs ist das andauernde Tubusseeing.
Das spielt bei kurzbelichteten Planetenaufnahmen kaum eine Rolle,
es stört visuell aber erheblich.

CS,Karsten
 
Hallo zusammen,
habe gerade zwei Systeme in OSLO vergleichen:

1. echtes SC, ähnlich dem Lichtenknecker FFC
2. ein RC

Beides gesamt f/4 mit f/2 Hauptspiegel

Ein paar generelle Aussagen bzgl der Toleranzen:
Bei der Verkippung der Sekundärspiegel sind bei beiden Designs die Toleranzen ähnlich und sehr eng.
Zentrierung ist beim RC kritisch.
Beim SC ist wegen der Kugelspiegel eine Dezentrierung dasselbe wie Verkippung.
Verkippung der Schmidtplatte ist unkritisch, Decenter habe ich nicht untersucht.

Die Justage ist also, entgegen meiner obigen Aussage doch kritisch. Aber eben allein mit Kippung zu realisieren. Das ist ein großer Unterschied zum RC!
Praktisch sollte es für den Amateurmarkt so gebaut sein, dass eine Justage nicht nötig (oder äusserst einfach) ist. :erschreck:

Insgesamt hat das SC eine bessere Feldqualität (eben und gleichmäßig) bei sogar geringfügig besserer Achs-Qualität.

Bei der Herstellung gibt es überhaupt keine Frage:
2 Sphären und eine Schmidtplatte gegen 2 stramme Asphären.
Da die Schmidtplatte (dank B.Schmidt) zonenfrei mit Volltools hergestellt werden kann, ist klar, dass echte SC's (und mit Abstrichen auch seine kurzen Modifikationen) ein großer Wurf sind.

Viele Grüße
Kai
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Kai,

"Insgesamt hat das SC eine bessere Feldqualität (eben und gleichmäßig) bei sogar geringfügig besserer Achs-Qualität."

SC: Koma und Bildfeldwölbung? Oder meinst Du den direkten Vergleich: SC <-> SC. Was sagen denn die Spots auf der Achse. Die sind bis jetzt bei jedem Spiegelsystem kleiner als bei einem SC.

Beste Grüße,
Gerrit
 
Hallo Gerrit,

Null und Eben
Oder meinst Du den direkten Vergleich: SC <-> SC.
Nein, ich meinte RC und SC.
Das RC ist das beste 2-Spiegel System.
Das SC hat nur eine Glasplatte mehr.
Es gibt einige SC Modífikationen, das hier ist das nach Slevogt mit ebenen Bildfeld.

Hier die Achse und das Feld von RC (rechts) und SC, jeweils 200mm f/4. Der kleine schwarze Kreis ist die Airy Disk.
Die Feldabbildung des RC ist praktisch unbrauchbar.
Auf der Achse ist das RC etwas besser, wenn man alle Farben berücksichtigt. Für einen engen Farbbereich kann das SC besser sein. Kommt drauf an. Liegen beide bei Strehl 0.97 aufwärts, da entscheidet komplett die Herstellung.

Link zur Grafik: http://www10.pic-upload.de/01.02.12/2c7qdf3gp318.jpg

Ich wollte mit diesem Beispiel nur zeigen, dass ein SC hervorragegnd abbilden kann. Besonders das hier, auf Kosten der Baulänge eher fotografisch ausgelegt. Das ist kein C8 oder sowas! Aber der C8 Kompromiss hat eben auch Vorteile.

Viele Grüße
Kai
 
Hi Kai,

danke. SC <-> SC war ein Schreibfehler. Dennoch finde ich Deine Betrachtungen sehr interessant. Vielen Dank!

Da die Verkippung des Hauptspiegels nicht ausgeschlossen werden kann,
sieht es beim SC in der Praxis leider anders aus. Noch schlimmer sollte es wohl dann beim einem RC ähnlichen System sein.

Viele Grüße,

Gerrit
 
Hallo Gerrit,

"Beim ACF: Die kleinste Dejustage reicht und das System reagiert mit Aberrationen" - Sorry, aber das ist schlicht vollkommen falsch. Ein SC zeigt bei kleinen Dejustierungen schnell Koma. Ein ACF ist da sehr gutmütig.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Markus,

"sicherlich ist F/3 entspannter als F/2, aber bei der Bauweise dieser Hauptspiegelfokusierung spielt dies keine Rolle" - das stimmt gar nicht.Durch den anderen Verlängerungsfaktor des Sekundärspiegels muß ein f/2 HS-System um 50% genauer arbeiten. Und das ist halt schwierig, vor allem wenn Verschleiß stattfindet (und das ist in nicht geringem Maße der Fall, weil bei den geringen Umdrehungsgeschwindigkeiten der Schmierfilm nicht vollständig ist). Um auf Dein Bildbeispiel einzugehen: bei einem f/2 HS müsste das Verstellgewinde deutlich feiner sein. Damit wachsen dann die Anforderung an die Gewinde, und weil der Druck durch das Gewicht des HS gleich bleibt auch der Verschleiß. Könnte man machen, aber mit einem geschliffenen und gehärteten Gewindeeinsatz mit entsprechender Gegenmutter. Und da reden wir nicht mehr über ein paar Euro.

Clear Skies

Tassilo
 
Hallo Hans-Peter und Karsten,

machen wir doch mal einen Vergleich - Ihr organisiert ein paar Leute, die ihre Vxy beim nächsten Tag der offenen Tür in Rhede im Herbst mitbringen. Und dann messen wir da mal, wie gut die sind. Und dann könnt Ihr euch 10 beliebige Tuben aus unserem Lager raussuchen und wir testen die. Und dann sehen wir mal, wie denn das mit der Qualität wirklich ist.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

bei Deinem Einwand betreffend Gewinde bin ich nicht bei Dir. Aus anderen Zusammenhängen kann ich Dir sicher sagen, dass die Steigung und Feinheit eines CNC-gefertigten Gewindes das letzte Problem ist, dass Du mit geeigneter Schneidstoff-Auswahl und Schneidengeometrie lösen würdest.

Was die Grafik von Markus zeigt ist einfach eine maschinenbautechnisch saubere Lösung des Problems, die letztlich sicher etwas aufwändiger ist als die derzeit in den marktüblichen SCT'S verbaut, die dafür aber das Versetzen des zu verschiebenden HS in engsten Toleranzen hält.

Ich denke eher wie Sven - so lange sich die Anwendung solcher Techniken im High-End-Bereich hält und dort bleibt wird der Markt es in der Masse nicht fordern, da die vorhandenen Lösungen in ausreichender Zahl abgesetzt werden. Das ändert aber nichts daran, dass Markus mit seinen Einwänden der Sache nach Recht hat. Ich kann in der von ihm gezeigten Grafik nichts erkennen, was sich fertigungstechnisch nicht mit klassischen Mitteln und 'normalen' Konstruktionswerkstoffen erschlagen ließe.

Jörg
 
Hallo Gerrit,

habe gestern noch etwas gespielt mit OSLO. Um die Justage zu simulieren, lassen sich "Slider Wheels" definieren. Virtuelle Justageschrauben sozusagen. Dann kann man anhand der Spots versuchen, ein verstimmtes RC oder SC in Ordnung zu bringen. Höchst interessant!

Wie gesagt: Auf Verkippung reagieren beide recht böse. Das war mein Irrtum! Beim RC kommt Decenter hinzu und komischerweise scheint dort der HS nicht so kritisch wie beim SC!

Aber: Ein dejustiertes RC ist ein aussichtsloser Fall!
Beim SC bekommt man die Achse intuitiv wieder hin, und auch im Feld sieht es nicht schlecht aus.
Trotzdem, ich behaupte, eine saubere Justage ist nur vor einem Planspiegel möglich. Und dann gehören die Schrauben dick mit rotem Garantielack zugepinselt. Anders wird das nix, man braucht sich nur die Justagethreads für Newtons hier im Forum anzusehen, welche unüberwindlichen Schwierigkeiten so ein Kinderkram für manche darstellt. (Anwesende und Mitlesende wie immer ausgenommen :erschreck:)

Viele Grüße
Kai
 
Hallo Jörg,

ich habe nicht behauptet daß sich das Gewinde nicht schneiden lässt - das ist ganz sicher der Fall. Aber wenn wir den "üblichen" Fall nehmen: Alu-Gewinde mit Eloxal, dann behaupte ich jetzt mal, daß da innerhalb eines Jahres das Eloxal weg ist, und dann ist das Shifting wieder da.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Kai,

nimm einfach die Daten vom komafreien SC aus Harries Buch. Das ist zwar nicht ganz das gleiche, aber nah genug dran.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

äh, Leute "organisieren" heißt...?

Im Thread jedenfalls kriegt ja eine gewisse Teilnehmerzahl nichtmal den Buchstabensalat auf die Reihe:
Vixen VISAC (Vixen Aspheric Cassegrain) = VC 200 L
Vixen VMC (Vixen Maksutov Cassegrain) = VMC 200 L, das Field-Maksutov.

Ich wüsste gerade nicht, wo ich auch nur eines der beiden zielsicher ausgraben könnte.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Tassilo,


"Sorry, aber das ist schlicht vollkommen falsch. Ein SC zeigt bei kleinen Dejustierungen schnell Koma. Ein ACF ist da sehr gutmütig"

Und die ACF's verzeichnen in den Bildecken. Womit werden die Dinger noch mal angepriesen? Frag mal Deine Marketingabteilung. Anscheinend ist Dir da was entgangen.

In der Theorie mag das vielleicht sein. Und wenn dem so ist,
dann ist das doch nur ein Armutszeugnis für Eure Qualität, wenn der Anwender im Feld folgendes beobachtet:

* Nach leichtem Verkippen des Hauptspiegels trotz Mirror-Lock zeigen in den Bildecken voller Verzeichnungen sind. D.h. Ergo man muß über die Nacht nachkollimieren.

* Wenn es jetzt immernoch schlichtweg falsch ist, dann frage ich mich warum
ein Mirrorflop selbst die Qualität auf der Achse stark beeinträchtigt?

* Heißt das etwa, daß die mechanische Qualität der ACF so schlecht ist, daß man daran die Theorie praktisch nicht beweisen kann?

Wenn Du mal mit einem solchen Gerät arbeiten würdest, würde Dir das bekannt sein.

Hint: Der Thread ging los, warum eine mechanische Unzulänglichkeit noch nicht gelöst wurde.

Meade ist ja jetzt 40 Jahre im Rennen. Wieso mußte der Anwender darauf 40 Jahre warten? Das erkläre uns mal! Da sind doch ziemlich kompetente Köpfe bei Meade-Europe, die sogar hier und da mal das Wort Finite-Elemente-Simulation erwähnen .... da hätte sich doch längst was machen lassen?!

"Ein SC zeigt bei kleinen Dejustierungen schnell Koma. Ein ACF ist da sehr gutmütig"

Es kommt darauf an, welches Qualitätsmerkmal man heranzieht.

Bei einem ACF werden aber durch Verkippungen direkt größere Bildfeldbereiche beeinträchtigt. In Summe zeigt also der Fehler größere Ausmaße. Das Gerät arbeitet dann nicht mehr so, wie es soll.

ACF's, RCX und EdgeHD werden beworben als Geräte, die über den Bildfeldbereich eine gewisse Eigenschaft vorweisen. Das ist eine Qualität, an der ich ein solches Gerät bewerte. Gekauft wie beworben, arbeitet wie beworben? Qualität wie beworben? Theoretisch ja. Praktisch...

Beste Grüße,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von fraxinus:
Hallo Gerrit,

habe gestern noch etwas gespielt mit OSLO. Um die Justage zu simulieren, lassen sich "Slider Wheels" definieren. Virtuelle Justageschrauben sozusagen. Dann kann man anhand der Spots versuchen, ein verstimmtes RC oder SC in Ordnung zu bringen. Höchst interessant!

Wie gesagt: Auf Verkippung reagieren beide recht böse. Das war mein Irrtum! Beim RC kommt Decenter hinzu und komischerweise scheint dort der HS nicht so kritisch wie beim SC!

Aber: Ein dejustiertes RC ist ein aussichtsloser Fall!
Beim SC bekommt man die Achse intuitiv wieder hin, und auch im Feld sieht es nicht schlecht aus.
Trotzdem, ich behaupte, eine saubere Justage ist nur vor einem Planspiegel möglich. Und dann gehören die Schrauben dick mit rotem Garantielack zugepinselt. Anders wird das nix, man braucht sich nur die Justagethreads für Newtons hier im Forum anzusehen, welche unüberwindlichen Schwierigkeiten so ein Kinderkram für manche darstellt. (Anwesende und Mitlesende wie immer ausgenommen :erschreck:)

Viele Grüße
Kai

Hallo Kai,

danke fürs Feedback. Ich hatte mehrere Fehlergruppen erwähnt, die bei einem RC-ähnlichen System zu beobachten sind.
Wenn man also keine Möglichkeit einer Justage hat und sich diese Fehler summieren, wird man wohl über die Fangspiegeljustage alleine nicht zu einem ordnungsgemäß, beugungsbegrenzt arbeitenden System kommen?

Beste Grüße,
Gerrit
 
Hallo Jörg ,

Aus anderen Zusammenhängen kann ich Dir sicher sagen, dass die Steigung und Feinheit eines CNC-gefertigten Gewindes das letzte Problem ist, dass Du mit geeigneter Schneidstoff-Auswahl und Schneidengeometrie lösen würdest.

selbstverständlich lässt sich mit heutzutage üblichen präzisen Schneidplatten ein sehr sauberes Gewinde fertigen, das reicht für die allermeisten Anwendungen.
Das ist aber nicht der Punkt.

Soll es wirklich hochwertig und verschleißfest werden muss das Gewinde aber geschliffen werden.
So wie das zb. bei einer Bügelmessschraube der Fall ist
Also nix Alu sondern gehärteter Stahl mit einer dementsprechend aufwendigen Bearbeitung.
Das ist noch mal ne ganz anderer Hausnummer.

Machbar ist das selbstverständlich aber das kostet halt bei so einer Sonderanfertigung wie auf dem Foto wesentlich mehr als eine im Vergleich kleine Gewindespindel die es sogar gehärtet und geschliffen von der Stange gibt.

Ein Gewinde hat prinzipiell immer Spiel das geht nicht anders, sonst würde sich da nichts drehen.
Einzige Ausnahme ist hier das Kugelgewinde was tatsächlich praktisch kein Spiel hat und in CNC Maschinen zur Anwendung kommt.

@Tassilo

Ein SC zeigt bei kleinen Dejustierungen schnell Koma. Ein ACF ist da sehr gutmütig.
Es gibt bezüglich Verkippen der Spiegel zueinander keinen Unterschied zwischen der Variante mir rein sphärischen Spiegeln und der mit asphärischem SP wie es beim ACF der Fall ist.
Beide reagieren darauf mit gleich viel Koma auf der Achse.
Bei einem 2 Spiegelsystem darf man keinesfalls von der Feldabbildung auf die Justage-Empfindlichkeit schließen so wie man es beim Newton machen kann.

@Kai,

Der größte Fehler eines RC ist dessen Bildfeldwölbung wie in den Spots zu sehen.
Erst dann kommt der Asti.
Defokus + Asti ergibt dann im Feld die“Ostereier“ die in Deinen Spots zu sehen sind.
Ein RC wird aber mit deutlich entspanterrem HS daherkommen.
Das sollte man im Vergleich auch nicht ganz vergessen.

Liegen beide bei Strehl 0.97 aufwärts, da entscheidet komplett die Herstellung.

Beide lassen sich prinzipiell perfekt für die Achse korrigieren (beim SC natürlich immer nur für 1 Wellenlänge).
Beim SC muss man dann aber bei der Schmidtplatte auch mit Deformationskoeffizienten der 6. Ordnung und bei Extremfällen sogar der 8. Ordnung arbeiten.

Grüße Gerd
 
Hallo zusammen,

wenn das mit dem Gewinde-Verschleiß so stimmen sollte, wären diese Teleskop-Konstruktionen bei häufigem Gebrauch quasi Teleskope mit "Verfallsdatum". ?) :erschreck:

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von MeadeEurope:
Hallo Markus,

"sicherlich ist F/3 entspannter als F/2, aber bei der Bauweise dieser Hauptspiegelfokusierung spielt dies keine Rolle" - das stimmt gar nicht.Durch den anderen Verlängerungsfaktor des Sekundärspiegels muß ein f/2 HS-System um 50% genauer arbeiten. Und das ist halt schwierig, vor allem wenn Verschleiß stattfindet (und das ist in nicht geringem Maße der Fall, weil bei den geringen Umdrehungsgeschwindigkeiten der Schmierfilm nicht vollständig ist). Um auf Dein Bildbeispiel einzugehen: bei einem f/2 HS müsste das Verstellgewinde deutlich feiner sein. Damit wachsen dann die Anforderung an die Gewinde, und weil der Druck durch das Gewicht des HS gleich bleibt auch der Verschleiß. Könnte man machen, aber mit einem geschliffenen und gehärteten Gewindeeinsatz mit entsprechender Gegenmutter. Und da reden wir nicht mehr über ein paar Euro.

Clear Skies

Tassilo

Hi Markus, Hi Tassilo,

offensichtlich gibt es ja an den LX800 schon eine Feinfokussierung.

Die hier aufgezeigte Problematik liese sich auch durch Untersetzungen lösen.
Zumindest würde ich dann in einen Bereich kommen, in dem eine Schmierung gewährleistet ist.
Aber die LX800 Geräte zeigen ja, daß auch noch ein anderes Konstruktionsprinzip die Problematik lösen könnte. Warum also erst jetzt?

Grüße,
Gerrit
 
Hallo Gerrit,

mal langsam mit den scheuenden Pferden. Fang doch mal damit an, zu beschreiben was bei Dir unter "Verzeichnung" läuft, und in welcher Kombi. (Passt jetzt aber eigentlich hier nicht mehr hin, gerne auch per Mail).
Ich kann Deine Punkte weder in meiner Erfahrung, noch aus der Theorie bestätigen.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Gerrit,

Und die ACF's verzeichnen in den Bildecken. Womit werden die Dinger noch mal angepriesen? Frag mal Deine Marketingabteilung. Anscheinend ist Dir da was entgangen.

verzeichnen?
Hast Du die Stenpositionen ausgemessen und mit Sternkartendaten verglichen um die Verzeichnung zu verifizieren?
Verzeichnung ist für den Amateur kein Kriterium worum er sich sorgen müsste.

Was Du meinst wird die Wirkung der Bildfeldwölbung sein.
Hier findest Du auch ein System mit asphärischem SP wie es das ACF darstellt.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=119141

Es ist das 2. dort vorgestellte System.

Das ist völlig normal und Systembedingt, auch sowas braucht genau wie ein RC für große Chips einen Flattener.
Mit mangelnder Fertigungsqualität hat das rein Garnichts zu tun.
Hier wäre es in der Tat sinnvoll wenn da endlich mal was passendes von Meade zu den ACFs geliefert würde oder hab ich da was übersehen?

Visuell kann das Auge aber die Bildfeldwölbung kompensieren und die Komakorrektur im Feld wird sich dann entsprechend positiv bemerkbar machen.

@ Christian

wenn das mit dem Gewinde-Verschleiß so stimmen sollte, wären diese Teleskop-Konstruktionen bei häufigem Gebrauch quasi Teleskope mit "Verfallsdatum"

Es geht hier nicht um Abrieb, das wird das geringste Problem sein sonder in erster Linie um die Formbeständigkeit und Oberflächenqualität.
Das ist nur mit gehärteten Bauteilen oder von Haus aus recht harten Materialien entsprechend präzise zu gewährleisten.
Auch die Gewindespindel einer Bügelmessschraube ist ja nun nicht gerade ein „Verschleißteil“ in Bezug auf Abrieb, trotzdem muss diese gehärtet sein weil nur so die nötige Präzision erreicht wird.

Eine ungehärtete Spindel aus 8.8 Stahl lässt sich nicht mit der Oberflächenqualität und Präzision fertigen, sie bekommt schnell „Macken“ und dadurch schwergängige Stellen, das Gewinde wird schnell „vermurkst“ die Spindel verbiegt sich und eiert dann usw.

Grüße Gerd

 
Hallo Gerd,

vielen Dank für deine Ausführungen. Mit solchen Mechanik-D4etails kenne ich mich halt leider zu wenig aus, es war eine subjektive Empfindung anhand vorangegangener Posts.

CS und VG Christian
 
Hallo Gerd,

das mit der Bügelmesschraube ist ein gutes Beispiel. Funktioniert und ist relativ billig. Nur: funktioniert ohne Belastung (deswegen ist der Verschleiß minimal) und halt in der Werkstatt bei 20°. Hier brauchen wir aber ein System (mit erheblich größerem Durchmesser) das die Last des Spiegels aufnimmt und dann noch bei -20Grad funktioniert (und zwar wartungsfrei über Jahre). Das ist nicht so einfach, wie sich das viele vorstellen.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Gerd,

genau genommen ist der Begriff Verzeichnung nicht richtig.. Ich meinte richtigerweis Aberrationen (Astigmatisch, kein Komaeffekt).

Viele Grüße,
Gerrit





 
Hallo Tassilo

Provokation AN: Wieviel Stunden Zeitvorsprung soll ich Dir für das Auskühlen geben? Provokation AUS

Ein SC ist und bleibt ein Kompromiss. Man kann aber bessere Kompromisse eingehen
Es gibt auch bessere Teleskope als mein (das) VC200L, gar keine Frage, aber wenn schon Kompromisse gemacht werden müssen, dann den mit den besseren Vorzügen. In diesem Fall stelle ICH das VC200L VOR das SC, bei einem effektiven Mehrpreis von 300€ (Und um diese 300€ ging es ja)

Gruss Hans-Peter

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Tassilo

bin mir nicht ganz sicher ob ich dich richtig verstehe, daher frage ich lieber nochmal.
Sprichst du von der Untersetzung im Fokusierknopf aussem am Tubus, wie es Starlight als Zubehör anbietet, oder von der Konstruktion der Hauptspiegelhalterung ?

Die Feinfokusierung kann von aussen über über den Handknopf realisiert werden, entweder durch Motorfokus, oder Untersetzungen.
Die innere Schiebeeinheit unterliegt keinerlei Abnutzung.

Hätte ich bei Meade was zu sagen, hätte ich mir diesen einfachst zu realisierbaren Vorteil gegenüber Celestron schon längst zu nutze gemacht.
 
Hallo Hans- Peter,

mir ist die Lobhudelei zu den Vixen Modellen schon aufgefallen aber einen Kommentar hab ich mir bis jetzt verkniffen.
Aber anscheinend ist es doch nötig diese Fraktion mal bisschen zu erden.

Dein VC200L ist ne reine Fotooptik mit fetter Obstruktion und ebenso fetten FS Streben.
Weiterhin sitzt ein mehrlinsiger Korrektor im OAZ der einen ganz bestimmten Backfokus verlangt.
Der vermutlich elliptische HS ist auch nicht so einfach in vernünftiger Qualität zu fertigen.
Das von Vixen gewählte Verfahren lässt kein neubedampfen des Spiegels zu.
Da es ein offenes System ist verdrecken dien Spiegel mit der Zeit und müsste von Zeit zu Zeit gereinigt werden.
Der aus und Einbau und die anschließende Justage sind sicher nicht so trivial wie beim Newton.
Die Justage wird durch den fest verbauten Korrektor ohnehin nicht einfacher.

Selbst bei Foto würde ich mich an den Spikes stören.
Schon komisch da werden die Sternabbildungen bis in die letzte Ecke peinlichst unter die Lupe genommen und sich an jedweder eventuell zu erahnenden Aberration hochgezogen und bei den Spikes?
Da hat man diese hässlichen Dinger über das ganze Bild an hellen Sternen.
Das mag ja für Weihnachten ganz nett sein aber für mich ist das ein no-go.

Für mich als Planetenbeobachter wäre ein VC200L vollkommen unbrauchbar.
Ein SCT könnte hingegen noch ein Kompromiss sein wenn man viel Öffnung und eine Parallaktische Montierung wünscht, ein Lüfter ist da schnell eingebaut und die Obstruktion ist noch einigermaßen erträglich und die fehlenden Spikes sind noch mal ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.

@Markus

Wir diskutieren hier über die „Verschiebeeinheit“ im inneren des Teleskops.
Das Ding auf Deinem Foto was eben nicht so simpel zu fertigen ist.
Du darfst Dich da nicht täuschen lassen, ein OAZ sieht auf den 1. Blick auch simpel aus aber ein 3,5“ Starlight Feather Touch kostet auch schlappe 1100€
Aber wenn ich das komplette SCT für 1000€ möchte (ein 8“) dann kann ich nicht allein schon für die „Verschiebeeinheit“ 1100€ ausgeben.
Und wen Du den Anspruch hast das kein shifting auftritt ist das Niveau eines Feather Touch das unterste Level.
Vergiss nicht das wir hier mit f/2 arbeiten und ein HS der allein schon je nach Größe einiges auf die Waage bringt ordentlich bewegt und in Position gehalten werden muss.

Grüße Gerd
 
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