Hallo Gerd,
"normalerweise ist der Asti beim ACF im Feld recht klein, der dürfte selbst bei größerem Feldwinkel eher nicht zu merken sein.
Wenn Du da Problem hast kann etwas nicht stimmen.
Die einfachste Erklärung ist hier immer eine Verspannung ( Schmidtplatte, HS , SP), möglicherweise sogar selbst verursacht."
Ich kann Dich beruhigen, also ich habe da kein Problem, Gerd

Auch wenn sich meine Threadbeiträge relativ verspannt an-"lesen".
Zurück zur Sache ...
Ich würde die Fehler erstmal in der Mechanik suchen, wenn ich Bildfehler im folgenden Szenerio feststelle:
*. Teleskop ist kollimiert, bei Einsatz des Mirror-Locks: Sterne sind rund bis in die Ecken. Leichte Bildfeldwölbung feststellbar. Aber nicht marginal und durchaus vertretbar.
*. Teleskop wird geschwenkt. Sterne in den Bildecken sind verzogen.
An Verspannungen möchte ich da direkt noch nicht denken? Wenn man die Mechanik begutachtet (Und das kannst Du ja leider nicht wissen), stoßen wir auf folgende Möglichkeiten für Verkippungen der optischen Elemente über ihre Halterungen:
1. Federung im Bereich der Kollimationsschrauben des Fangspiegels. Diese lassen sich schon mit zwei Fingern leicht zusammen drücken. Was bei kleineren ACF (8",10") haltbar erscheint, versagt evtl. schon unter Last des evtl. schwereren Fangspiegels am 14" bzw. 16" (wenns der gleiche Mechanismus ist). Vermutung: Das Design skaliert nicht. Abhilfe: Vielleicht stärkere Federn. Mit Tellerfedern würde man sich da keinen gefallen tun. Mit Zug- und Druckschrauben könnte man den Fangspiegel schon doch verspannen. Schaut man sich im Yahoo-Forum um, gabs hier m.W. schonmal eine Austauschaktion die leider Deutschland nicht erreicht hat. D.h. es war nichts Offizielles.
Insgesamt ist die Idee mit den Federn gut. Hier würde ich mir aber stärkere Federn wünschen. Da muß ich dann mal zum "Hardware"-Händler meiner Wahl gehen.
2. Der Hauptspiegel kann mit sammt Halterung auf dem Blendrohr kippen. Schaut man sich die Konstruktion der Hauptspiegelhalterung und des Mirrorlock an, so stellt man fest, daß der Mirrolock ca. 100 mm hinter dem Schwerpunkt des Spiegels sitzt. Im vorderen Bereich des Blendrohres ist lediglich Fett zwischen Hauptspiegelhalterung und Blendrohr. Bei Einsatz des des Mirrorlocks wird also ein Drehpunkt geschaffen, um den der Hauptspiegel kippen kann. Der Mirrorlock besteht aus einer Zahnscheibe, einem Klemmring der zwischn Hauptspiegelhalterung und Blendrohr angebracht ist. Die Klemmung erfolgt durch einpressen dieses Klemmrings in den Zwischenraum in dem die Zahnscheibe gedreht wird. Ich habe mir überlegt, daß Problem etwas zu begrenzen, in dem ich drei Madenschrauben (120° versetzt) mit Teflonflächen an der Hauptspiegelhalterung anbringe. Und zwar im Bereich zwischen Haupt und Fangspiegel. Leider ist da aber keine Möglichkeit, da das Blendrohr hinterdreht ist und es somit an verfügbarer Gleitfläche in dem Bereich mangelt, in dem diese Madenschrauben sicher angebracht wären. Eine Alternative wäre: steiferes, temperatur beständigeres Fett. Ich habe mich für letzteres entschieden, mal ein anderes Fett zu probieren.
0,4 mm Planfehler auf 100 mm für Teile der Hauptspiegelhalterung 10 mm dick. bei einem Frästeil. Nicht Drehteil.
"Sowas kann es bei einem Drehteil für alle in einer Spannung bearbeiteten Flächen nicht geben."
Es tut zwar nichts zur Sache. Der Vollständigkeit halber:
Bei einem Drehteil leider auch. Z.B. wenn der Support der Drehbank nicht orthogonal zur Drehachse läuft. Dieser Fehler kann auf einer konventionellen Drehbank und an einem Drehautomaten wahrscheinlicher sein, als bei einer CNC-Maschine. Dann kommts noch drauf an, wieviel Span abgenommen wird, wie dieses Teil gespannt wird und mit welchen Schneidmaterial gearbeitet wird (Hartmetalwendeplatten quetschen, bauen Aluminimbelag auf dem Schneidwerkzeug auf und üben zusätzlichen Druck aus, je langsamer die Drehgeschwindigkeit ist). Keiner von uns kann sagen, welche Maschinen hier zum Einsatz kommen, welchen Wartungszyklen diese unterliegen, etc. etc.
Aber...s.o.: Hier gehts aber wie gesagt, um ein Frästeil.
"Man wählt immer die Arbeitsgänge so das möglichst alle Flächen die zueinander laufen müssen in einer Spannung herstellt werden.
Das sollte für so eine HS Halterrung problemlos möglich sein.
Sicher mag die Rückseite die in einer anderen Spannung hergestellt wurde nicht optimal zu den anderen Flächen laufen. Aber das muss sie in der Regel auch nicht!!!"
<Nostalgie>Das hat man mir vor 27 Jahren genauso schön erklärt

</Nostalgie>
"Also keinesfalls von der Rückseite auf die Auflagefläche für den HS schließen!"
Warum nicht? Bitte erkläre es.
"Und wen der HS so einen Fehler hat
1. daran denken das auch dessen Rückseite nicht exakt Plangeschliffen sein muss und auch nicht perfekt zur Spiegeloberfläche laufen muss!"
Und was passiert, wenn eine "schiefe" Konterung gegen eine "schiefe" Hauptspiegelrückseite geschraubt wird?
Richtig.... :
"Und 2. Das er verkantet auf der Aufnahme sitzen könnte.
Das könnte dann auch Verspannung bedeuten."
Und jetzt mal die berechtigte Frage: Ist der festgestellte Planfehler ein Bug oder ein Feature? Wenn die Hauptspiegelrückseite nicht notwendigerweise Plan zur optischen Fläche läuft?! Was könnte man denn nun bei der Montage machen, damit man ein Verkanten oder Verspannen eliminiert? Oder: Das der Hauptspiegel gleichmäßig aufliegt ohne zu verspannen.
Tipp: Dauert 15 Minuten inkl. Ein und Ausbauen des Spiegels. Reine Justagezeit 5 Minuten. Ohne Holzhammer nach W.R. ;-)
Aber selbst wenn man das gemacht hat, gibt es immer noch 2 weitere Fehlerquellen. Hauptspiegelhalterung auf dem Blendrohr und die liebe Fangspiegelhalterung bzw. Federung.
Die eingangs festgestellten Fehlerwirkungen (Kollimation...Schwenk..etc.) habe ich letztens Jahr festgestellt und bin dann nach der Kollimation mit stark reduzierter Geschwindigkeit an das Zielobjekt gefahren, habe in dessen Nähe die Kollimation nochmal überprüft und dann meine Bilderchen geschossen. Das Ergebnis war zufriedenstellend. Schon erst recht beim Fokussieren bei recht kurzen Belichtungszeiten (2..3 Sek.). Es ist ein Problem geblieben und das ist die liebe Auskühlung. Alles andere wird irgendwann zur Routine.
Kühlt man aber ACF nach der klassischen Methode aus, dann kann man Brief und Siegel darauf geben, daß die Kollimation im Eimer ist. Aus diesem Grund habe ich mein ACF im Herbst mit Lüftern (und Filtern!!!) ausgestattet. Der Effekt dürfte spätestens im Frühjahr meßbar sein. Im Moment ist es kalt genug.
Viele Grüße,
Gerrit