Hallo Gerrit,
@Karsten: Zu Deinen Beobachtungen habe ich eine Frage: Wieviel Tubusseeing war im SCT nach dem Auskühlen noch zu erkennen? -> Ich sehe da eigentlich den Hauptgrund für das "Weichzeichnen".
Dann spielt für die reinvisuelle Beobachtung noch die Obstruktion eine Rolle?
das was in der Summe hinten raus kommt ist entscheidend.
Hört sich blöd an, ist aber so.
Das Problem ist daß es ziemlich schwierig ist allein Anhand
der visuellen Beobachtung zu sagen an genau welcher Ursache
ein im Teleskop A gegenüber Teleskop B kontrastärmer erscheinender
Jupiter festzumachen ist. Der Sterntest kann da helfen.
Aber auch der ist nicht ganz so trivial und es gibt ja Leute
die sehen da die abenteuerlichsten Dinge.
Anhand der BEobachtung würde ich sagen daß das 230mm SC
tatsächlich auch nach 3 Stunden immer noch unter erkennbar
stärkerem Tubusseeing litt als der 200mm f/6 ATM Newton.
Daß die 15% mehr Öffnung des SC zu 200% mehr atmosphärischem Seeing
führten glaube ich nämlich nicht. Beim fokussieren mußte ich
immer mehrfach hin und her fokussieren um beim SC zum besten Fokus
zu finden. Das lag an zwei Gründen:
Erstens an der Unruhe der Abbildung (wohl Aufgrund des Tubusseeeing).
Zweitens am Spiegelshifting. Beim hin-und-her fokussieren
kippte der Spiegel immer um einen gewissen Betrag.
Nach meiner Beobachtung war es besser den Spiegel nach vorne
in Richtung Fangspiegel zu schieben als in der anderen Richtung.
Bei hoher Vergrößerung sah der Stern besser aus.
Es lag
nicht an sphärischer Aberration. In der Beziehung
gab es an diesem 9,25" SC kaum etwas zu meckern.
Die relativ große Obstruktion ist sicher nicht positiv,
wäre aber allein noch kein Killer-Kriterium.
Ich habe bei Kurt Schreckling 3 Teleskope im direkten Vergleich
an Jupiter ausprobieren können:
8" f/6 Newton mit 25% Obstruktion.
10" f/6 ATM Newton mit 17% Obstruktion
12" f/18 ATM Nasmyth-Cassegrain mit damals so um 30% Obstruktion.
Das Ganze bei sehr ruhiger Luft. Der 12" Cassegrain zeigte klar
die meisten Details und den besten Kontrast in den Jupiterbändern.
Und zwar deutlich. Der 10" f/6 Newton hat eine sehr gute Optik.
Wenn ein System leicht schlechter ist als ein anderes, aber die Mechanik so gut ist, daß diese theoretischen Limits erreicht werden, dann halte ich das für das bessere System
Da stimme ich ganz eindeutig zu.
Die Mechanik ist mindestens so wichtig wie die Optik.
MfG,Karsten