Timm
Aktives Mitglied
Beobachtungsbericht 26.12./27.12.2003
Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 12°, später absinkend auf 6°, geringer Wind
Seeing mäßig, Grenzgröße bei über 6 m
Beobachungszeit: 20 Uhr bis weit nach Mitternacht
und 5 Uhr 30 bis 7 Uhr
Instrument: 16 Zoll Dobson
Schade, dass keiner dabei war!
Es war so eine Weihnachtsnacht, von der man träumen kann.
Nach einem guten Abendessen und ausnahmsweise ohne spanischen Rotwein bin ich mit dem Baby
im Kofferraum in das Hinterland von Altea gefahren. Meinen bevorzugten Beobachtungsplatz habe ich
schon vor einem Jahr entdeckt. Er liegt in einem Hochtal hinter Confrides auf ca. 950 m Höhe und ist von
Bergen eingerahmt. Das hält den kalten Wind ab und auch jedes Streulicht.
Leider ist die Sicht nach Süden etwas eingeschränkt, aber M 79 im Lepus und die Füße vom
großen Hund kann ich noch bequem sehen. Schnell ist das kürzlich umkonstruierte Baby aufgebaut.
Das geht nun Dank Schnellspannern problemlos im Dunklen und der erste Blick geht zum Andromedanebel
im Zenit. Ich teste zum ersten Mal mein neues 17mm-Nagler und bin erst einmal enttäuscht! Die Sterne am
Rand sind nicht besonders scharf... aber ein sagenhafter Kontrast zeigt die Dunkelwolken und Spiralarme
unglaublich schön! Das 17 mm-Nagler ist bei 1: 4,5 zwar am Rand nicht besonders gut, aber der Gesamteindruck
haut einen um... dieses riesige Gesichtsfeld und der hohe Kontrast!
In den nächsten 3 Stunden grase ich nun den Herbsthimmel ab und sehe alle interessanten Objekte
wie z.B. die Begleiter vom M 31, (NGC 205, 185, 147 und M 32), M 33 und nicht weit davon den
Kometen Linear 7 (?), NGC 404 und 891 (mit Dunkelband), die OST M 38 und NGC 1907, M 36 ,
M 37 (wunderschöner Anblick!) und M 35 in den Zwillingen. Daneben NGC 2158 mit körnigem
Aussehen wie aufgelöst. Kurz vor Mitternacht steht der Orion schon richtig hoch und der Höhepunkt kommt:
Ich schwenke ich von Zeta Ori und dem schönen NGC 2024 zum Pferdekopfnebel... mit dem neuen
2"-H-beta-Filter ist er ganz deutlich vor dem zarten Staubband zu sehen. Er ist richtig groß und
im 40 mm-Pentax (mit viel zu großer AP) und im 30mm Zeiss Ultrawide ein grandioser Anblick.
Am deutlichsten ist er mit dem 17mm-Nagler zu sehen.
M 42 und 43 folgen nun und mich reißt es fast vom Beobachtungsstuhl! Im 30mm Zeiss ist das
ganze Blickfeld von hellen Gasmassen gefüllt. Natürlich nehme ich alle Filter und alle Okulare.
Der Unterschied zwischen H-beta und O III ist schon erstaunlich, denn völlig andere Details werden sichtbar! Leider sehe ich nur vier Trapezsterne, denn das Seeing ist grausam. Deshalb gibt es keine Aussagen zum Saturn... höchstens, dass er einen Ring hat und viele Monde :-(((
Natürlich vergesse ich die OST in Puppis M46 mit PL 2438 und M 47 und die Höhepunkte im Monoceros,
nämlich Hubbles Variable, den Christmas Tree (leider kein Conusnebel) und den Rosetta-Nebel nicht.
Den Rosetta sehe ich als riesigen, vollen Ring. Ein traumhafter Anblick mit den eingebetteten zarten
Sternchen des NGC 2244.
Nach unglaublich vielen schönen Objekten, alle mit den unterschiedlichsten Okularen und Filtern
beobachtet, wird es mir langsam kalt! Lange nach Mitternacht und einem Schluck Tee aus der
Thermoskanne verkrieche ich mich im Kofferraum in den Schlafsack.. schön dass der beim Mercedes
fast 2 m lang ist! Der Wecker ist auf 5 Uhr gestellt...
Wie gerädert und frierend krieche ich aus dem Schlafsack und mein erster Blick gilt dem Himmel.
Sterne über Sterne und gleißend hell unterhalb des Löwen der Jupiter! Das Baby steht (natürlich)
auch noch da und ist nun richtig ausgekühlt. Der erste Blick geht zum König der Nacht: Aber Jupiter
ist nur eine wabernde Scheibe mit zwei Streifen! Nichts mit vielen Details! Zwei Monde sehe ich
und ein schwaches Sternchen oberhalb...
Aber die Galaxien im Leo sind perfekt zu sehen! Jetzt Folgen in bunter Reihe M 65/M 66 dicht beieinander,
zarte Andeutungen von Spiralstruktur und dunkle Staubstreifen sind erkennbar im 9mm Nagler.
M 95/96 sind zusammen mit M 105 und NGC 3384 im Bildfeld des Zeiss-30mm Ultrawide zu sehen.
In Coma Berenices sehe alle bekannten Galaxien, vor allem NGC 4565 mit feinem Dunkelband fast
über die gesamte Länge! In den Jagdhunden NGC 4449, 4485 und daneben 4490, 4631, 4656 und
dann natürlich den Kugelsternhaufen M 3... grandios! Der letzte Blick gilt den Galaxien im großen Wagen.
Angefangen mit M 108 und dem Eulennebel (natürlich mit Augen), über M 109 zu M 106 mit den
Nachbargalaxien NGC 4248, 4217, 4220, 4144 und 4346. Klar sehe ich auch M 81 und M 82, beide
sehr hell und mit vielen Details!
Der absolute Höhepunkt aber ist M 52... herrlich ist die Spiralstruktur zu sehen. Fast wie auf einem Foto!
Das Baby ist nun müde und ich auch! Schnell ist es abgebaut und im Kofferraum verstaut und nach einer
guten halben Stunde bin ich wieder in Altea.
Das war eine tolle Nacht... schade, dass keiner dabei war.
Diese tollen Erlebnisse hätte ich gerne mit jemandem geteilt!
Herzliche Grüße aus Spanien und CS
Timm
Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 12°, später absinkend auf 6°, geringer Wind
Seeing mäßig, Grenzgröße bei über 6 m
Beobachungszeit: 20 Uhr bis weit nach Mitternacht
und 5 Uhr 30 bis 7 Uhr
Instrument: 16 Zoll Dobson
Schade, dass keiner dabei war!
Es war so eine Weihnachtsnacht, von der man träumen kann.
Nach einem guten Abendessen und ausnahmsweise ohne spanischen Rotwein bin ich mit dem Baby
im Kofferraum in das Hinterland von Altea gefahren. Meinen bevorzugten Beobachtungsplatz habe ich
schon vor einem Jahr entdeckt. Er liegt in einem Hochtal hinter Confrides auf ca. 950 m Höhe und ist von
Bergen eingerahmt. Das hält den kalten Wind ab und auch jedes Streulicht.
Leider ist die Sicht nach Süden etwas eingeschränkt, aber M 79 im Lepus und die Füße vom
großen Hund kann ich noch bequem sehen. Schnell ist das kürzlich umkonstruierte Baby aufgebaut.
Das geht nun Dank Schnellspannern problemlos im Dunklen und der erste Blick geht zum Andromedanebel
im Zenit. Ich teste zum ersten Mal mein neues 17mm-Nagler und bin erst einmal enttäuscht! Die Sterne am
Rand sind nicht besonders scharf... aber ein sagenhafter Kontrast zeigt die Dunkelwolken und Spiralarme
unglaublich schön! Das 17 mm-Nagler ist bei 1: 4,5 zwar am Rand nicht besonders gut, aber der Gesamteindruck
haut einen um... dieses riesige Gesichtsfeld und der hohe Kontrast!
In den nächsten 3 Stunden grase ich nun den Herbsthimmel ab und sehe alle interessanten Objekte
wie z.B. die Begleiter vom M 31, (NGC 205, 185, 147 und M 32), M 33 und nicht weit davon den
Kometen Linear 7 (?), NGC 404 und 891 (mit Dunkelband), die OST M 38 und NGC 1907, M 36 ,
M 37 (wunderschöner Anblick!) und M 35 in den Zwillingen. Daneben NGC 2158 mit körnigem
Aussehen wie aufgelöst. Kurz vor Mitternacht steht der Orion schon richtig hoch und der Höhepunkt kommt:
Ich schwenke ich von Zeta Ori und dem schönen NGC 2024 zum Pferdekopfnebel... mit dem neuen
2"-H-beta-Filter ist er ganz deutlich vor dem zarten Staubband zu sehen. Er ist richtig groß und
im 40 mm-Pentax (mit viel zu großer AP) und im 30mm Zeiss Ultrawide ein grandioser Anblick.
Am deutlichsten ist er mit dem 17mm-Nagler zu sehen.
M 42 und 43 folgen nun und mich reißt es fast vom Beobachtungsstuhl! Im 30mm Zeiss ist das
ganze Blickfeld von hellen Gasmassen gefüllt. Natürlich nehme ich alle Filter und alle Okulare.
Der Unterschied zwischen H-beta und O III ist schon erstaunlich, denn völlig andere Details werden sichtbar! Leider sehe ich nur vier Trapezsterne, denn das Seeing ist grausam. Deshalb gibt es keine Aussagen zum Saturn... höchstens, dass er einen Ring hat und viele Monde :-(((
Natürlich vergesse ich die OST in Puppis M46 mit PL 2438 und M 47 und die Höhepunkte im Monoceros,
nämlich Hubbles Variable, den Christmas Tree (leider kein Conusnebel) und den Rosetta-Nebel nicht.
Den Rosetta sehe ich als riesigen, vollen Ring. Ein traumhafter Anblick mit den eingebetteten zarten
Sternchen des NGC 2244.
Nach unglaublich vielen schönen Objekten, alle mit den unterschiedlichsten Okularen und Filtern
beobachtet, wird es mir langsam kalt! Lange nach Mitternacht und einem Schluck Tee aus der
Thermoskanne verkrieche ich mich im Kofferraum in den Schlafsack.. schön dass der beim Mercedes
fast 2 m lang ist! Der Wecker ist auf 5 Uhr gestellt...
Wie gerädert und frierend krieche ich aus dem Schlafsack und mein erster Blick gilt dem Himmel.
Sterne über Sterne und gleißend hell unterhalb des Löwen der Jupiter! Das Baby steht (natürlich)
auch noch da und ist nun richtig ausgekühlt. Der erste Blick geht zum König der Nacht: Aber Jupiter
ist nur eine wabernde Scheibe mit zwei Streifen! Nichts mit vielen Details! Zwei Monde sehe ich
und ein schwaches Sternchen oberhalb...
Aber die Galaxien im Leo sind perfekt zu sehen! Jetzt Folgen in bunter Reihe M 65/M 66 dicht beieinander,
zarte Andeutungen von Spiralstruktur und dunkle Staubstreifen sind erkennbar im 9mm Nagler.
M 95/96 sind zusammen mit M 105 und NGC 3384 im Bildfeld des Zeiss-30mm Ultrawide zu sehen.
In Coma Berenices sehe alle bekannten Galaxien, vor allem NGC 4565 mit feinem Dunkelband fast
über die gesamte Länge! In den Jagdhunden NGC 4449, 4485 und daneben 4490, 4631, 4656 und
dann natürlich den Kugelsternhaufen M 3... grandios! Der letzte Blick gilt den Galaxien im großen Wagen.
Angefangen mit M 108 und dem Eulennebel (natürlich mit Augen), über M 109 zu M 106 mit den
Nachbargalaxien NGC 4248, 4217, 4220, 4144 und 4346. Klar sehe ich auch M 81 und M 82, beide
sehr hell und mit vielen Details!
Der absolute Höhepunkt aber ist M 52... herrlich ist die Spiralstruktur zu sehen. Fast wie auf einem Foto!
Das Baby ist nun müde und ich auch! Schnell ist es abgebaut und im Kofferraum verstaut und nach einer
guten halben Stunde bin ich wieder in Altea.
Das war eine tolle Nacht... schade, dass keiner dabei war.
Diese tollen Erlebnisse hätte ich gerne mit jemandem geteilt!
Herzliche Grüße aus Spanien und CS
Timm