Hallo Wolfi,
es geht ja nicht nur darum daß de auszug unnötig hoch ist.
Nein, seit einiger Zeit muß man darauf noch eine 50mm Hülse
befestigen damit man mit dem Okular in den Fokus kommt,
nur weil Irgendeiner es für eine gute Idee gehalten hat
daß man mit dem Tubus eines
Dobsons auch DSLR Photo machen
lönnen sollte.
Wer dafür verantwortlich ist sollte in die Wüste geschickt werden.
Obwohl, in der Wüste ist meist ein klarer Himmel...
Also dann lieber nach Spitzbergen schicken. Ohne Winterstiefel.
Diese 50mm Brennpunkt-Erhöhung kam ziemlich plötzlich.
Auf einmal kamen hier im Forum Anfragen was denn wohl sei,
man köme mit dem Okular nicht in den Fokus, da fehle ja
noch ein Stückchen.
Diese auf einmal notwendige 50mm Hülse schien da teilweise
nicht mal beizuliegen. Bei einem Dobson, wohlgemerkt...
Vor einiger Zeit kam ein 150mm f/6 Newton raus.
Das Teil sollte als Dobson sowie auf parallaktischer Montierung
genutzt werden können, visuell. Denn ein solches Teleskop
würde von einer GP und deren Clones noch gut getragen.
Ein 8" f/6 nicht.
Ein f/6 ermöglicht es ohne Klimmzüge mit üblicherweise
noch preiswerten Okulare sowohl große Austrittspupille
bei akzeptabler Abbildung zu erreichen, als auch hohe Vergrößerungen
mit verschiedenen Okularen und /Okular-Barlow-Kombinationen.
Nur das was dann herauskam hatte eine Brennpunktlage
die für DSLR geignet war. Also visuell wenig geeignet.
Als f/6 Newton.
Wer zum Teufel kauft sich denn einen f/6 Newton für Photo?
Wenn es einen f/5 des gleichen Herstellers gibt mit dem
er schneller ausbeleuchten kann, der die Montierung durch
seine geringere Hebelkraft weniger belastet.
Also ist der f/6 doch für die visuellen Leute. Aber:
Wer kauft das Teil wenn dessen Auslegung so ist,
daß durch den zu hohen Brennpunkt der Fangspiegel
unnötig groß ausfallen muß?
Man hat ja nicht mal eine bessere Ausleuchtung von 2" Okularen,
eben wegen der hohen Brenpunktlage.
Also kann ich das Teleskop weder dem Photofreund noch
dem visuellen Sternfreund uneingeschränkt empfehlen.
Es bietet eine tolle Grundlage die man zum Selbstbau hernehmen kann.
Der Hauptspiegel den Günther *entfernt* in seinem 6"f/6 hat
ist so gut daß er genausogut in einem Premiumteleskop
eines teuren Herstellers hätte sein können.
(Ebenso mein neuer GSO 200/1200mm LowExpansion Spiegel
sowie dessen Zwilling, den Kurt Schreckling gekauft hat.)
In einem umgebauten, optimierten Newton kann sich der 6"f/6
am Planeten mit guten 5" Apos messen.
Zum 102/1500mm FH:
Ich denke das Problem war die Montierungsanforderung
sowie der stark gesunkene Preis der EDs.
Wenn man gesehen hat für welchen Preis die Skywatcher EDs
im Zuge des Konkurrenzkapfes zwischen verschiedenen Händlern
rusgehauen wurden muß mn sich nicht wundern daß die Käufer
dann lieber zum noch farbreineren 102mm f/9 ED gegriffen haben.
Ich beobachte seit einiger Zeit etwas was ich in einem Thread
schon mal thematisiert habe:
Der visuelle Sternfreund wird zunehmend vernachlässigt.
Zumindest im Bereich der Einsteigerteleskope und des noch
relativ preiswe4rten Zubehörs.
Komakompensierende Barlows und Okulare? Abgeschafft.
Ist nur was für quengelige Spezialisten.
Visuell optimierte Tuben? Nix da, es gibt ja Digiknipsen.
Vernünftige Fangspiegelfassungen /Halterungen?
Wieso denn das, es gibt ja Selbstbauzubehör.
Das Drama:
Es gibt seit einiger Zeit taiwanesische Spiegel von der Stange
in einer solch guten Qualität daß man es noch vor Jahren
kaum für möglich geglaubt hätte.
Doch das drumherum paßt heute schlechter als vor 3 Jahren.
Soll man denn jeden visuellen Einsteiger raten müssen:
"Kauf dir einen GSO Dobson mit besserem Auszug, bestell dann
aber gleich einen HP Tubus, eine Rolle mattschwarzes Velours,
eine neue Fangspiegelfassung aus alu oder ein Teil auf das
du den Fangspiegel dann mit 3 Silikon-Blobs aufkleben kannst.
Daraus bastelst du dir dann einen richtigen visuellen Newton/Dobson."
"Das Original könnte genausogut fuktionieren wenn man die
schon seit Jahren bekannten Punkte endlich verbessern würde,
aber statt dessen erhöht mann die Brennpunktlage um den
2 Knipsern von 100 Dobson-Guckern Rechnung zu tragen.
Frage:
Würdest du bei einem GSO 6"f/9 RC den Fangspiegel kleiner machen,
damit ein visueller Sternfreund damit auch mal kontrastreich
Planeten gucken kann?
Antwort:
Nein, denn dadurch ginge die Photoeignung des RC verloren.
Rotationssymmetrische Tekleskope mit einem Sekundärspiegel
der bei rotationssymmetrischen Spiegelteleskopen nun mal
im Weg des ankommenden Lichtes liegt kann mn nur
entweder visuell
oder
photographisch
auslegen. Aber "photovisuell" ist beim Newton Murks.
Das kann man bei Teleskopen tun bei denen
keine Obstruktion
vorhanden ist.
So, genug gemeckert. Ich glaube sowiso nicht mehr daran
daß sich an der Stelle noch etwas zum Guten ändert.
Die Hersteller scheinen zu glauben daß jeder Mench
mit jedem Teleskop Photos per DSLR knipsen können will.
Ein Trugschluß, denke ich.
Gruß, Karsten
Edit:
Ich denke, Karsten, Du verstehst was ich meine - ich würde schon gerne aber bei der großen Abnahme und den doch recht wankelmütigen Leuten ist die Gefahr, daß ich mich auf ein nicht finanzierbares Abendteuer einlasse einfach zu groß. Bedenke, nicht nur der höhere Einkaufspreis - jedes Monat, wo so ein Fernohr am Lager liegt, kostet es mich auch bares Geld...
Vieleicht bringt es ja etwas wenn gleich mehrere Händler zusammen gleichzeitig beim Hersteller wünschenswerte Änderungen
am Teleskop beantragen. Ich glaube daß ein Hersteller
ebenfalls erkennen wird daß ein f/6 Dobson mit für Photo per DSLR
ausgelegter Brennpunktlage irgendwie "weniger geeignet" ist.
Und einem Hersteller der einen Glas-Fangspiegel flächig
auf eine Metallhalterung aufklebt sollte man mal gehörig
den Marsch blasen.