Schatten auf Mond, was ist das?

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Marten S.

Mitglied
Hallo,
ich war gestern kurz draußen und habe das Wolken loch genutzt um den Mond zu beobachten. Dann ist mir dieser lange Schatten aufgefallen weiß jemand woher dieser kommt?
Nein es ist kein Strich auf dem Okular habe dieses gewechselt und es war immer noch da. Tut mir Leid für die schlechte Qualität ich hatte nur mein Handy parat und habe schnell durchs Teleskop Fotograffiert.

Danke im Voraus Marten
Schatten_Mond_Nah.jpeg
Schatten_Mond.jpeg
Marten
 
Hallo Marten,

dies ist eine natürliche Tönung des Mondbodens (Materialbedingt), die zB. auch im Virtual Moon Atlas oder Rükl sichtbar ist. Der größere Krater in der Nähe ist Plinius. Das es bei Dir so 'geradlinig' erscheint führe ich auf mangelnde Bildschärfe zurück.

Gruß, Gerd
 
Hier noch eine ältere Einzelaufnahme mit dem 130 Jahre alten Refraktor der Kuffner-Sternwarte in Wien.

lg
Niki

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 11.36.29.jpg
 
Moin,
an diesem Übergangspunkt vom Mare Serenitatis zum Mare Tranquilitatis ändert sich stark die Farbe des Mondbodens, auch von mir dazu ein Foto:
halbmond.jpg

(Nokia 3.1 am 12,5"-Dobson, 1/204 sec Einzelaufnahme, N unten)

salü+cs, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mare Tranquillitatis enthält eine höhere Konzentration von Titan als Mare Serenitatis, daher auch der Farbunterschied, dazu gibt es auch den Höhenunterschied von einigen hundert Metern zwischen den zwei Gebieten.

lg
Niki
 
...ich habe noch eine Aufnahme von mir gefunden bei ähnlicher Mondphase, auch wieder eine Handy-Aufnahme. Ich habe sie mal gespiegelt und so gedreht, dass man sie direkt mit Martens Bild vergleichen kann:

mare_uebergang.jpg

Beim Vergleich der Dorsa mit der vermuteten Schattenlinie zwischen Mare Serenitatis und Mare Tranquilitatis denke ich, dass es sich nur um die beinahe linienhafte Veränderung der Farbe des Mondbodens handelt, die diesen Eindruck erzeugt. Verkleinere ich das Bild sehr oder sehe es mir aus größerer Entfernung an, habe ich dabei auch den Eindruck eines leichten Schattens.

salü+cs, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessante Frage. Da auf Martens Bild jedoch kein nennenswerter Farbunterschied zwischen den beiden Gebieten zu sehen ist, tippte ich auf die Höhendifferenz. Bei Deinem Bild ist die weiche "Kontrastkante" deutlicher sichtbar, weil das Mare Tranquillitatis hier auch sichtbar dunkler ist.

Ich hab mal die Farbwerte rausgemessen, die bestätigen den optischen Eindruck von Martens Bild, beide Meere scheinen etwa gleich hell, also bleibt hier die Erklärung, es sei der Farbunterschied etwas dürftig, aber möge jeder die Ursache selbst abwägen. Wenn zwei Flächen etwa gleich hell dargestellt werden, wieso sollte dann zwischen gleich hellen Flächen eine Kante sichtbar sein, die auf einer Grauwert-Differenz basieren soll? :unsure:

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 16.52.36.jpg


lg
Niki
 
...gute Theorie, Niki. Aber Deine Testreihe läuft leider durch den hellen Bereich um Dawes!

Optisch am Dob habe ich dort auch bei sehr gutem Seeing noch nie etwas gesehen, was einen solchen Effekt wie auf Martens Bild hervorrufen könnte. Einzig sichtbar bei gutem Seeing sind dort die Rimae Plinius, die fast parallel zur Farbgrenze verlaufen... :unsure:

@Demokrat
PS: Niki, vermesse doch mal Punkte in meinem Bild oben (>>4 Punkte wg der statistischen Aussagekraft, nicht nur in einer Reihe, nicht im hellen Bereich um Dawes). Es ist m.M. nach eine ziemlich realistische Darstellung der Helligkeitsverteilung der visuellen Erscheinung dieser Gegend.

lg, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab Graustufen draus gemacht, das kann man besser vergleichen... ;)
Sorry, hab das Bild geändert, da das Aufnahmewerkzeug auf 1px gestellt war. Hab den Bereich natürlich vergrößert, um bessere Durchschnittswerte zu ermitteln.

lg
Niki

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 18.02.42.jpg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Noch besser als Flächenmessung im Histogramm:

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 18.06.46.jpg

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 18.05.59.jpg


Zentralwerte 76 zu 129.

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 18.11.09.jpg

Bildschirmfoto 2020-10-23 um 18.10.41.jpg


Hier Zentralwert 136 zu 134, was sich in fast gleicher Helligkeit ja auch optisch ausdrückt.

lg
Niki
 
Hallo,

da musste ich gerade mal meine Mosaike durchsuchen und habe den Ausschnitt einmal in Farbe:
Mond-4-4-17gsmi_4.jpg

und dann auch in S/W
mond-21-4-18.jpg

Das sieht bei Marten wie eine Erhebung aus, aber ich kann die in keiner meiner Aufnahmen finden.

Gruß,
Holger
 
...manchmal mag ich ja eine gute Diskussion....

...aber lassen wir mal die technischen Spielchen weg.

Warum ist der Schatten auf meiner Aufnahme nicht sichtbar?

Warum ist dort auch mit 16" (ich war früher mit der Meade LB16 unterwegs...) visuell nichts zu sehen, was diesen enormen Effekt auf Martens Bild erzeugt?

Holgers Bild ist der Beweis. Eine Erhebung, die einen solchen Schatteneffekt erzeugt, gibt es dort einfach nicht...

grüße nach wien, volker.
 
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Naja, in Schatten auf Mond, was ist das? zeigt die Nasa Karte eine "Böschung" mit einer Höhendifferenz von geschätzen 600 Metern, grob über den Daumen. Licht kommt bei Halbmond also seitlich. Da der Albedo nicht für alle Einfallswinkel gleich sein muss und die "Böschung" aus dunklerem Eruptionsgestein besteht kann es schon sein, dass sie dunkler erscheint als die beiden Ebenen. Höhenskala siehe dazu https://lunar.gsfc.nasa.gov/images/lithos/LRO_litho8-lunar_topography.pdf

Auch die gern besuchte Rupes Recta ist doch mit eigentlich sanfter Steigung (250 Meter Höhendifferenz auf eine Breite von 2–3 km) hervorragend sichtbar. Siehe Rupes Recta – Wikipedia

lg
Niki
 
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