Schellspechtelskop

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Stefan_Rgbg

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Liebes Forum,

ich befürchte ich versuche ein wenig die Quadratur des Kreises, aber ich wende mich vertrauensvoll an eure geballte Kompetenz.

Ich besitze im Moment einen Galaxy 10" Dobson und seit Kurzem ein Fujinon 10x50. Ich würde mich weder als Einsteiger noch als besonders erfahrenen Beobachter bezeichnen (alle Messierobjekte habe ich z.B. schon beobachtet). Nachdem ich zum Spechteln rausfahren muss stört mich in letzter Zeit das Rumgepacke mit dem Dobson immer mehr, während mich das schnelle und einfache Beobachten mit dem Fernglas begeistert.

Was ich nun also suche ist ein Teleskop, das mir das Beste aus beiden Welten liefert: Die Schnelligkeit, Unkompliziertheit und optische Brillianz des Fujinons und zugleich die höhere Vergrößerungen des Dobsons. Beobachten will ich damit ca. 3/4 Deepsky und 1/4 Planeten. Was DS betrifft beobachte ich im Moment vorwiegend Objekte aus dem DeepSky-Reiseführer: Sternhaufen, DS, Galaxien, PN, Nebel (in etwa in dieser Präferenz), also tendenziell eher Genießerobjekte und weniger absolute "Funzeln".

Ich hab schon länger im Forum gestöbert und habe auch schon einige Ideen entwickelt. Im Moment möchte ich die Diskussion aber erstmal noch offen lassen und bin auf eure Vorschläge gespannt. Auch über den Preis würde ich später diskutieren.

Vielen Dank für eure Hilfe,
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich will Dir nichts empfehlen, aber ich schreib Dir wie es bei mir aussieht. Ich habe auch einen 10" Volltubusdobson und ein Fujinon 10x50 und beobachte hauptsächlich die Objekte aus dem Reiseatlas. Da ich Einfachheit und Mobilität schätze habe ich einen guten 6" f/6 Newton auf azimutaler Montierung. Ich bin damit sehr zufrieden und der f/6 zeigt mir ein ästhetischeres Bild als der 10er Dobs mit f/5.
Der 6" f/6 ist mein mobiles Schnellspechtelgerät und durch die azimutale Montierung sehr schnell einsetzbar und der Einblick ändert sich auch nicht (wie z.b. bei einer parallaktischen Monti). Das Stativ befindet sich bei mir immer im Auto, so dass ich nur Monti (im Rucksack), Okularkoffer und Tubus (in den Händen) mit nur ein mal Laufen das Geraffel im Auto habe.

Ich habe lange über einen schönen Apo nachgedacht, aber irgendwie bekomme ich die gewünschte Öffnung und den zu zahlenden Preis nicht unter einen Hut.

Viele Grüße

Matthias

 
Hallo Stefan,

Je nach deinen Ansprüchen an die Öffnung kann es auch ein Spektiv sein. So zwischen 80mm und 100mm Öffnung sind sie mit einem guten Fotostativ und Fotoneiger oder wahlweise einem Kugelkopf noch handhabbar und in einer Tasche/Rucksack transportiertbar. Je nach Bedingungen (Stadt, Land, lange Fahrten) lohnt sich das schon. Ich war gestern froh, mein 80mm-Spektiv zu haben. da ich eine kurze Wolkenlücke auch aus der Stadt heraus nutzen konnte, um Lovejoy wenigstens einmal gesehen zu habne und auch einen Blick auf Jupiter werfen zu können. Da Vollmond war, ging sonst nur noch ein "prüfender Blick" auf den Orionnebel.
Manchmal wünsche ich mir mehr Vergrößerung, aber für mein Spektiv gibt es Adapter für normale 2"-Astro-Okulare. Sowas werde ich mir wohl bald mal besorgen, um an Mond und Planeten die maximal mögliche Vergrößerung ausreizen zu können.

So viel als Anregung von mir ;)

Viele Grüße,
Hardy
 
Hallo Stefan,

das ist eine Herausforderung, mit der ich auch schon länger kämpfe ;-)
Ein besseres Schnellspechtelgerät als ein Fernglas gibt es kaum, aber das hast Du ja schon.
Es gilt also die Lücke zwischen dem Fernglas und dem Dobson zu schliessen.

Ich habe es in der Vergangenheit mit 80er und 100er Grossferngläsern versucht, aber diese Lösung hat mich nicht befriedigt.
Es brachte kaum einen Gewinn gegenüber dem kleineren Fernglas, war aber deutlich unhandlicher.

Ich habe auch einen hervorragenden 6" Maksutov Newton, aber die Auskühlzeit für so ein Gerät ist zum Schnellspechteln viel zu lang.
Mit einem normalen Newton mag das etwas besser sein, aber auch nicht wirklich optimal.

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit einen 100mm ED Refraktor zu testen, und das war schon eine andere Welt.
Für mich als von farbreinen Spiegeln verwöhnter Mensch ist ein ED absolut ausreichend, ich wüsste nicht, wo da noch weniger Farbe sein sollte.
Dazu kommt, dass ein zweilinsiger ED schneller auskühlt als ein dreilinsiger APO - und natürlich ist er deutlich günstiger.

Je mehr Öffnung, desto mehr Deep Sky, aber gleichzeitig steigen auch Brennweite und Unhandlichkeit im Gegenzug sinkt das sichtbare Feld.

Ich würde mich auf dem Gebrauchtmarkt nach einem ED zwischen 100 und 125mm und möglichst wenig Brennweite umsehen.

Leider gibt es da nicht wirklich viel, der 110mm / 655mm Megrez ist interessant, ebenso der mit nur 3,5 Kilogramm sehr leichte 125mm / 800mm Borg, der noch farbreiner ist als der Megrez.
Beide sind aber leider kaum zu finden, in Europa ist die Suche praktisch aussichtslos :-(

Grüsse Jochen
 
Hi

ich hab als Teleskop zum schnellen beobachten den IN ED70/420 von TS (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1151_ED-70---ED-APO-Refraktor---70mm-Oeffnung-und-420mm-Brennweite.html).

Das Teil habe ich zum beobachten auf einem Manfrotto Stativ mit Getriebeneiger zur super feinen Verstellung.

Link zur Grafik: http://www.astrosquirrel.ws/forum/P1010399_resize.JPG

Das Teleskop geht direkt mit Fotoschraube auf den Neiger.

Zusammen super leicht zu transportieren und extremst schnell in den Garten verbracht für klare Minuten, die leider zurzeit so rar sind.

LG
Ernie
 
Hallo,

deine Fragestellung kann man unterschiedlich beantworten, auch ein bissl in Abhängigkeit von Budget aber auch vom designierten Anteil dieser Art von Beobachtungen ;)

Ich hatte dafür einige Jahre lang einen 4" f/5 Achromaten, der mir da auch echt gute Dienste geleistet hat, wobei Planeten bei mir nochmal merklich weniger als 1/4 ausmachten (dem Interessengebiet und natürlich dem Farbfehler geschuldet), trotzdem geht ein schneller Blick auf einen Planeten damit besser als mit einem Fernglas.

Irgendwann hab ich ihn verkauft weil er einfach zu selten zum Einsatz kam und das auch längere Zeit immer mal wieder bereut (daher die Frage wieviel Prozent deiner Beobachtungen solche Schnellschüsse ausmachen, mir kam der Gedanke immer mal wieder aber der Leidesdruck war lange Zeit nicht hoch genug weil ich zu selten die Notwendigkeit sah auf den großen Dobson zu verzichten).

Inzwischen bin ich bei einem 5" Heritage gelandet, der Spiegel ist von bekannt schwankender Qualität was aber im Bereich Deepsky mit Vergrößerungen die eben zwischen Fernglas und großem Newton liegen durchaus vernachlässigbar ist. Ein Planetengerät ist es nicht, aber bereits potenter als der kleine Farbwerfer. Einsatzbereit ist er je nach Jahreszeit in 5-50s :D Im Sommer einfach so:

Link zur Grafik: http://4.bp.blogspot.com/-i4B8MsFniTg/UfmOBZ6Em_I/AAAAAAAAD70/pNmF4N9SJ2Y/s640/heritage_02.jpg

Wenn es zu kühl dafür wird landet er auf einer kleinen Montierung in Alt-Az Stellung:

Link zur Grafik: http://1.bp.blogspot.com/-sV30cT7OwpQ/UhyQ7F8sqOI/AAAAAAAAEHw/QJmby0tA-RQ/s1600/Galaxia_05.jpg

Dank der festangebrachten Prismenschiene ist der kleine Newton fix auf jeder Art von Montierung mit dieser Aufnahme, egal ob man eine kleine parallaktische dafür zweckentfremdet (ich empfehle da aber wirklich die Polhöhe auf 90° zu stellen!) oder besser natürlich auf einer Fix-und-fertig Lösung wie Vixen Porta, Giro und Konsorten.

Klarer Nachteil (ausser der schwankenden Spiegelqualität): Ab Werk nur 1,25"... damit ist man auf knapp 3° Feld eingeschränkt - Umbau nicht ausgeschlossen aber dann sind wir ja wieder in einem ganz anderem Bereich.

Viele Grüße Benny

 
Hallo,

ich hatte zeitweise auch mal das Heritage 130p als kompakte Alternative zum 8" f/6 Dobson, habe mich allerdings recht schnell wieder vom kleinen 5"er getrennt.
Zum einen musste ich feststellen, dass mir die Vorzüge der größeren Öffnung und der besseren Optik des 8" Dobsons fast immer den größeren Aufwand beim Transport wert waren, sodass ich die größere Optik letztlich viel häufiger als das Schnellspechtelteleskop genutzt habe. Außerdem hat mir speziell beim Heritage der OAZ überhaupt nicht gefallen.

Ich habe nun beschlossen, beim 8" Dobson als einziges Teleskop zu bleiben und fürs kurzweilige und spontane Beobachten eben ein Fernglas zu nehmen.
Aber okay, du hast natürlich einen 10"er, der nochmal ein wenig größer und schwerer ist...

Gruß
Yasin
 
Hallo Stefan,

ich habe seinerzeit mal meine Anforderungen für so ein Gerät aufgestellt. Das war:
- 4° Feld überblickbar (erfordert weniger als 700mm Brennweite)
- Minimalvergrößerung deutlich vom 10x50 Feldstecher verschieden (somit 100mm Öffnung oder mehr)
- Minimalvergrößerung bei maximalem Feld weitwinklig mit ca.70° (erfordert etwa f/6)

Dadurch kommt man eben im Bereich 100mm bis 120mm Öffnung heraus. Als Exot könnte man auch über 150/600 nachdenken (4° im 31mm Nagler bei etwas überzogener AP von 7,75mm).
So von der Stange ist das schwierig. Einen 114/450 müsste man auf 2" umrüsten, mit der Folge, dass der Tubus vielleicht in stabiler her muss und dass man über einen noch größeren Fangspiegel nachdenken sollte.

Solange man bei Geringvergrößerung bleibt und eher Deepsky guckt, kann man auf Achromate und chinesische ED Zweilinser setzen. Will man mit so einer Optik auch mehr, dann ist das in der Praxis mehr Aufwand an Geld (richtiger Apo) oder an Bastelei (Spiegel).

Clear Skies
Sven
 
Ich sag schon mal vielen Dank für Eure Antworten bisher, bin ganz begeistert.

@Feldstecher: Kannst Du noch mehr zu Deinem Newton und Deiner Montierung/Stativ schreiben?

@H_Kay Die Idee mit dem Spektiv find ich interessant hatte ich so noch gar nicht. Geht da denn DS-mäßig auch noch was?

@Terrorernie Wie zufrieden bist Du bzgl. Farbreinheit mit Deinem TS ED70?

Ich finde es interessant, dass mir v.a. hochwertige Newtons mittlerer Größe empfohlen wurden. Ich persönlich habe erstmal eher in Richtung Linse gedacht und mir in einem gewissen Anflug von Größenwahn mal den Tak102 mit ner ICS SkyDob3 angeschaut.

Dazu noch ein paar allgemeine Fragen:
- Wie schätzt ihr die Abkühlzeiten von Linse (ED, Apo) im Vergleich zum Newton ein?
- Wo seht ihr denn Vorteil eines Newtons (abgesehen vom Preis)?
- Sven hat das Thema schon angeschnitten: Gibts ordentliche Newtons in der Größe vielleicht doch von der Stange?
 
Hallo Stefan,

nachdem Du den Tak angesprochen hast. Ich habe den mit 90 mm Öffnung auf einem Carbonstativ und einer AZ Montierung. Geht superschnell zum Aufbau und ist sehr transportabel.

Gelegentlich wird der Sky-90 auch gebraucht angeboten.
 
Hallo Stefan,

von den Eckdaten her wäre da ein 130/650er Newton (mit 2" OAZ und Parabolspiegel) entweder als Dobs oder mit Stativ und azimutaler Monti sicher nicht schlecht.
Die sind allerdings so halbseiden fotografisch ausgelegt, mit großem FS und extrahoher Fokuslage über dem Tubus, was mir als rein visuell interessiertem Nutzer immer ein Dorn im Auge ist.
Da wird halt Leistung verschenkt und selbst mit gutem Spiegel wird das Bild halt bei Hochvergrößerung um 1 mm AP weicher als es sein müsste.
Klar ist aber auch, dass man schon damit (mehr noch mit einem guten Selbstbau) jeden zu-kurz-FH mit ähnlichem Preis in der Öffnungsklasse von der Vergrößerungsfähigkeit her hinter sich lässt und sich preislich deutlich unter optisch konkurrenzfähigen EDs und APOs der Öffnungsklasse bewegt. Vom 130er Newton ausgehend muss man schon, je nach Qualität, Priorität, Auslegung (FH, ED pp) und Anspruch an 100 mm bis 120 mm Refraktoröffnung denken, wenn DS und Sonnensystem auf dem Plan stehen.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Stefan,

du fragst nach meinem Newton...

Ich hab den TS UNC 6" f/6 mit 35mm Fangspiegel von Orion UK, der HS ist von GSO. Macht eine Obstruktion von 23% - also visuell ok. TS baut Dir im Grunde alles was Du willst. Klar kostet der dann mehr - vor allem wegen des Carbon Tubus. Der ist völliger Overkill, aber vgl. mit einem Stahl- oder Alutubus ist das Gerät völlig frei von Dellen, Kratzern oder Rost bei Stahltubus o.ä. Er ist innen schon ausreichend mattschwarz, so dass eine Veloursauskleidung kein muss ist, ich habs aber trotzdem gemacht..
Klar muss er etwas auskühlen, aber mei, beobachten kannst Du in der Zeit auch schon - halt nicht gleich mit 200x Vergrößerung.

Als Montierung habe ich eine Skytee von Astro Professional. Die kostet einiges weniger als von Skywatcher und purzelt vom selben Band. Heißt dann halt nicht Skytee sondern AZ irgendwas.

Als Immer-Dabei-Stativ habe ich noch ein Dreibein von einer EQ-5, da schraub ich dann die Skytee drauf. Auf dem Photo unten ist das Geraffel auf einer Säule auf meinem Balkon.


Viele Grüße

Matthias

P.S einen 6" f/4 (150/600) wie von Sven vorgeschlagen gibts auch bei TS, den UNC 6" f/4. Aber den würde ich nur mit Komakorrektor nehmen ... und für Planeten... weiß nicht. Einen 6" f/5 gibts auch in der UNC Serie, sonst halt die Geräte von der Stange, sprich die bekannten taiwanesischen oder chinesischen Hersteller.

 

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Hallo Stefan,

mein Teleskop für schnelles Beobachten ist ein Vixen ED 102SS (102mm Öffnung, 660mm Brennweite und nur 3,3 kg schwer).
Er erfüllt für mich alle Kriterien:
- leicht, kompakt und beweglich
- schnelle Temperaturanpassung (Zweilinser, Metalltubus)
- großes wahres Gesichtsfeld für Weitfeld-Beobachtungen bis 4°
- sehr gute Abbildungsqualität auch bei höheren Vergrößerungen mit minimalem Farbfehler (ED-Objektiv, Made in Japan)
- 102mm Öffnung zeigen schon einiges an Sonne, Mond und Planeten aber auch bei Deep Sky

Ich benutze den Refraktor hauptsächlich auf dem ebenfalls leichten ICS-Stativ mit der AYO (bombenfest) oder der SkyDob3 (siehe Foto).

 

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Hallo nochmal,

da ein 10" f/5 schon da ist hätte die Beibehaltung von f/5, also 130/650 oder 150/750 im Falle eines kleien Newtons einen gewissen Reiz.
Die sinnvolle Okularstaffel wäre für Beide gleich gut verwendbar.
Es ist wirklich die Gretchenfrage, wo die Prioritäten liegen und ob man das schon soooo sicher weiß.

(M)eine kleine Geschichte dazu:

Nach jahrelangen Irrungen

- Lange und ausgiebig mit einem 8" f/6 mit aufgesatteltem Richfielder 102/500, später 100/600.

Als der ausgereizt war sollte mehr Öffnung her, daher zunächst Rückschritt auf

-Selbstbau 6" f/6 Dobs und dann Selbstbau eines 12" f/5,3 (mit integriertem 6" f/4,8)

Der eigenständige 6-Zöller ist als Schnell-/Reise-/Planetenteleskop wahnsinnig wichtig, da der gewichtige 12+6 Zöller schon ein Teleskop ist, welches man nicht eben mal für eine Stunde in den Garten wirft.

Der einzige Haken an der Sache war, dass der 6" f/6 (so gut er auch abbildet) für meine Weitfeldneigungen zu wenig Feld bietet und selbst mit dem 6"f/4,8 kriege ich den kompletten Cirrus-Komplx nicht mit genügend sauberem Feld drumherum ins Übersichtsokular (um nur mal ein Beispiel zu nennen).

Blieb mein 100/600er FH, da geht das locker. Allerdings ist der wieder mit dem bauartbedingten Farbfehler behaftet, was mir bei höheren Vergrößerungen die Freude doch trübt.
Bin ich mit so einem Gerät allein auf der Wiese fehlen mir die Möglichkeiten höherer Vergrößerungen fast so sehr wie mit meinem 10x56 Fernglas. Am Anfang konnte ich nur mit Weitfeld Nächte füllen, aber irgendwann will man mehr.
Auch unter fremdem Himmel wollte ich die neuen oder im Süden höher stehenden Objekte gerne nicht nur auffinden, sondern auch mal ein wenig besser auf-/anlösen als das mit einem reinen Richfielder geht.

Als Lösung blieb dann wieder nur übrig, einen 114/660er Newton selbst zu bauen, der die krumme Brennweite mit f/5,8
der Tatsache zu verdanken hat, dass damit der Cirrus (und andere Schmankerl) in Komplettansicht und/oder in weitem Feld zu sehen sind. Außerdem kann man auch im Rahmen der Öffnung schön hoch vergrößern (150/180fach und zwar auch wieder mit Okularen, die auch am 6" f/6 und am 12"f/5,3 gut funktionieren. Ziemlich geplättet war ich über die guten Möglichkeiten (Mond, Planeten..) mit dem kleinen Ding und dem Binoansatz. Da geht schon was.

Okay, als Ende vom Lied steht da also 4" Weitfeld, 4,5" Weitfeld bis Hochvergrößerung, 6" Großfeld bis Hochvergrößerung, 12" + 6" Spezial.....ja und noch ein 16" Dobs sowie mehrere Ferngläser zur Verfügung.

Ich schreibe dir das alles, um Dich zu verleiten, Deine Ziele nochmal zu hinterfragen:

Willst Du gute Transportierbarkeit bei möglichst viel Licht und Auflösung wäre ein azimutal montierter 6" Newton sicher eine gute Option, entweder wie vorgestellt (f/6) oder auch als f/5 wegen der passenen Okularbestückung.

Sehr günstig und vielseitig, eher etwas weitfeldlastig fährst Du mit einem 130/650er Newton von der Stange, wobei das Wichtiugste ist, dass man e8inen guten Spiegel erwischt. Selbstbau oder Nachfrage ob ein Händler da was nach Maß baut wäre auch eine Option, allerdings deutlich teurer.

Sehr schön und leistungsfähig ist natürlich auch so ein guter ED wie ihn Ralf gerade vorgestellt hat.
Nicht ganz der Höchstvergrößerungsspezialist und manchmal bei DS eventuell mit etwas wenig Lichtsammelleistung.

Dieses Spiel kann man aber auch bis zum 20-Zöller treiben.
Entscheidend ist bei solchen EDs, wie auch beim Newton und allen Teleskopen, immer die gelieferte Qualität und nicht die Papierform.
Wenn das zum gehegten Anspruch passt ist alles in Butter.

Gruß
*entfernt*
 
Wenn die Auskühlzeit eines Spiegels dem Schnellspechteln nicht im Weg steht, kann man ja auch noch eine Glasplatte bei packen :-)

Ein sehr interessantes und leistungsfähiges Gerät ist der ES Comet Hunter, ein Maksutov Newton 152/740, bei dem man sich auch den Coma Korrektor sparen kann :-)
Leider liest man über dieses kleine Teleskop recht wenig.

Hier aber mal 2 Berichte zu dem Instrument:

http://www.cloudynights.com/topic/349070-es-comet-hunter-6-f48-mak-newt-first-light/

http://www.astronomyforum.net/reflector-telescope-forum/169303-explore-scientific-david-levy-comet-hunter-first-light-report.html

Grüsse Jochen
 
Wenn Geld nicht soi sehr die Rolle spielt, kommen andere Möglichkeiten in Betracht:
- Ich habe einen 12-Zoll-Ninja-Dobson. Alle drei Teile wiegen zusammen (!) 22 kg. Es ist kein sonderlicher Stress, dass aus dem Keller zu holen und ins Freie zu stellen. Muss halt auskühlen. Ich mache dies aber auch für eine halbe Stunde Jupiterbeobachtung.
- Wenns wirklich schnell gehen soll, dann nehme ich einen 8-cm-Apo. Das ist etwas wenig Öffnung für die beschriebenen Anforderungen. Es gibt aber Alternativen mit 10 cm Öffnung, von denen einige genannt wurden. Ich habe auch dies einmal probiert und hatte einen 10-cm-ED-Apo hier, einen Zweilinser im Karbontubus. Er zeigte am Jupiter nicht mehr Detail als mein 8-cm-Vollapo, deshalb habe ich ihn zurückgegeben. Er war ansonsten aber nicht schlecht, wenn ich das *auch* für Deep-Sky benötigt hätte, wäre es eine gute Wahl. Meine leichte azimutale Montierung hätte ihn getragen.
 
...also wenn ich mal das bisherige zusammenfassen darf:

0.) Kriterien
0.1. schnelles auskühlen
0.2. leicht
0.3. schnell aufgebaut und einsatzbereit
0.4. möglichst eierlegende Wollmilchsau
0.5. vorhandene Okularpalette (f/5) beachten

Ergebnis:

1.) azimutale montierung (ich schließe da Dobson mit ein)

2.) Teleskope - Abweichung nach unten und oben je nach Beobachtungspräferenz:

2.1) mittl. Öffnungsverhältnis f/6
2.2) Linse als ED (2-Linser) mit 3"-5" Öffnung
2.3) Spiegel mit 4.5"-6" Öffnung
2.4) Mischvarianten aus Spiegel und Linse:
2.4.1.) wurde nur ein 6" MN genannt.

Viele Grüße

Matthias

 
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Hi Stefan,

Also bei guten Bedingungen (Mondlos, keine Stadt) finden sich schon einige Deep-Sky-Objekte mit dem Spektiv. Man ist halt in der Vergrößerung beschränkt, da die Objekte sonst zu dunkel werden (max. 40x, je nach Objekt und Bedingungen).
Ein Okular ist da meist dabei. Ich habe an meinem Spektiv zwar ein Zoom-Okular, nutze es aber vorwiegend im geringsten Vergrößerungsbereich. Da genügt also eine Festbrennweite.
Falls mal Planeten interessant sind (bspw. die aktuellen Jupitermondbedeckungen) wünsche ich mir schon noch mehr Vergrößerung als das Zoom-Okular her gibt. Da werde ich mir wohl noch einen Adapter für ein vorhandenes Okular besorgen müssen ;)
Der größte Vorteil ist meiner Meinung nach die Robustheit (keine Kalibrierung) und gute Transportierbarkeit (Rucksack, Tasche). Man darf halt bei dem Objektivdurchmesser keine Wunder erwarten.
Ich hatte hier auch mal einen kleinen Erfahrungsbericht gepostet:
Erfahrungsbericht Spektiv und Fernglas

Gern beantworte ich auch weitere Fragen ;)

Viele Grüße,
Hardy
 
Servus Stefan,
den oben genannten Heritage 130/650 kannst Du gerne auf der Regensburger Volkssternwarte ausprobieren (wir haben zB heute abend ab 20:00Uhr offen). Kann Dir das Gerät gerne mit den Beipack-Okularen, aber auch mit anderen vorführen.
Den 130/650 PDS habe ich bei mir daheim in Sinzing, gebe ich nimmer her..... (benutze ihn aber meist zum fotografieren: http://www.astrobin.com/107854/D/ ). Visuell ist der aber sowohl als Weitfeldgerät sowie auch für Vergrößerungen bis ca. 200x gut geeignet. Der große Fangspiegel nimmt natürlich etwas Kontrast.
Wenn Du Zeit und Lust hast, Volkssternwarte Regensburg wäre sicher spannend für Dich ;-)

Viele Grüße

Gottfried
 
Ich glaube ich sehe nach den ganzen Vorschlägen langsam ein wenig klarer und es macht sich ein verrückter Gedanke in meinem Kopf breit.
Für mich noch im Rennen sind im Moment:
1) Newton 5" f/6 oder noch lieber 6" f/5
2) Ein hochwertiges Linsengerät 4": leider kann ich z.B. die Farbreinheit eines ED nicht einschätzen.

Um nochmal auf oben zurückzukommen, irgendwie reizt es mich selbst einen 6" f/5 Newton mit sehr feinen Komponenten zu bauen, der voll auf visuelles Beobachten ausgelegt ist. (Ich werde mich demnächst mal einlesen, ob das wirklich was für mich is. Falls jemand gute Links für mich parat hat immer her damit :) )

@Gottfried: Vielen Dank für Dein Angebot, ich habs leider erst heute früh gelesen. Da wars zu spät!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,

Der Kontakt zu (Vereins)Leuten die (zumindest teilweise) schon viele Erfahrungen im Hobby haben ist ziemlich unbezahlbar und das Angebot ist sicher mit dem ungenutzten ersten Termin nicht verfallen.
Wenn dann noch zwei bis drei in Frage kommende Geräte zu sehen und auch auszuprobieren sind, ist das m.E. sehr viel wert.

Meine Selbstbauten sind teilweise eher Umbauten, wobei ich z.B. beim 6" f/6 Newton den sehr guten HS (+ 0,9 Strehl) im Original nutze. Der OAZ wurde untersetzt, die Spiegelzelle frisiert, vom Tubus nutze ich noch einen Teil. Der Rest wurde komplett getauscht.
So was kann man Schritt für Schritt machen und auch Schritt für Schritt sehen, was man erreicht hat.
So eine Dauerbaustelle sieht manchmal recht abenteuerlich aus, versetzt einen dann eigentlich erst gut in die Lage danach einen richtig guten Newton für die eigenen Zwecke zu bauen. Der passt dann zu den Ansprüchen beim Durchsehen und kann auch noch gut aussehen.
Bis auf den 12er und den 16er halten sich bei mir allerdings die "Baustellennewtons" recht lange, nichts ist beständiger als ein Provisorium. :/
Link

Zwei Dinge müssen klar sein:
1. Man gibt in aller Regel, auch wenn man lange auf günstige (Gebraucht)Angebote pp wartet, für so einen Selbstbaunewton deutlich mehr Geld aus, als für Ware von der Stange. Das ist gerade bei den kleinen Geräten so, wenn man auch noch gute Spiegel sucht (nicht selbst fertigt).
2. Angenommen Du baust Dir einen sehr guten und visuell optimierten 6-Zöller bei dem wirklich alles stimmt und kannst auch damit umgehen.
Ein brauchbarer 8-Zöller (mit beugungsbegrenzten Spiegeln)von der Stange knackt den in vielen Disziplinen ganz locker, wenn man richtig mit ihm umgeht.

Man tut das also, um aus gegebener Öffnung und Qualität das Optimum herauszuholen und öffnungsbezogen hervorragende Beobachtungen zu machen. Man tut es nicht, um größeren Teleskopen den Rang abzulaufen.
Bei diesem Bezug zwischen Öffnung und Qualität ist das Fernrohrsystem im Übrigen beliebig.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Servus Stefan,
selbstverständlich kannst Du an jedem beliebigen Freitag abend zur Regensburger Volkssternwarte kommen. Gestern wäre sogar klar gewesen.
Neben den Vereinsgeräten gibt es natürlich auch etliche private Teleskope, die Neugierigen nicht vorenthalten werden. Wenns Dir ausgeht, schau einfach mal vorbei...

CS
Gottfried
 
Ja, dass ein Eigenbau mit hochwertigen Komponenten nicht unbeding den Geldbeutel schont das habe ich auch schon gemerkt...

Gottfried, ich hoffe, ich schaffe noch zur Volkssternwarte, so lange ich noch in Regensburg bin. Ich ziehe demnächst um, dann bräuchte ich Unterstützung im Münchner Süden bzw. Osten.
 
Servus Stefan,
im Südosten von München habe ich mal gewohnt (Höhenkirchen-Siegertsbrunn). Da gibt es natürlich die Münchner Volkssternwarte, ein sehr qualifizierter Anlaufpunkt. Zum Beobachten bin ich da meistens auf den Taubenberg gefahren (Warngau), auch dort trifft man spannende Menschen mit außergewöhnlichen Teleskopen.

CS

Gottfried
 
Hallo Stefan,

Du hast ne PN. Biete Dir nen IN ED70/420 zum ausprobieren an. Standort Laaber.
Grüße
Werner
 
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