Schiefspiegler: Maxbright Bino ohne GWK möglich?

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WOBAFGKMRN

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Hallo

Bei einem Schiefspiegler nach Kutter soll es ja mit dem nötigen Backfocus für einen Binoansatz kein Problem geben. Also würds auch keinen GWK brauchen. Nun ist es aber so, dass durch den langen Lichtweg der Prismen im Binoansatz ein Farbfehler entstehen soll, der eben durch den GWK ausgeglichen wird. Deswegen sollte man (laut Baader) immer einen GWK einsetzen.
Jetzt habe ich aber gelesen, dass durch das lange Öffnungsverhältnis von f/20 dieser Farbfehler an einem Schiefspiegler nicht auftreten soll. Das ist eher ab f/10 und kürzer ein Problem. Und da wollte ich eben fragen, ob das soweit stimmt? Bzw. gibts im Forum jemanden der an seinem Schiefspiegler einen Binoansatz ohne GWK verwendet?

LG Michael
 
Hallo Michael,

wenn du genügend backfokus hast kannst du den Binoansatz ohne GWK verwenden.
Also monokular ausprobieren, mit Zenitspiegel und Ortho scharfstellen
und dann schauen wie weit du den Auszug hinein kurbeln kannst.
Bei f/20 oder gar f/27 ist der Farbfehler den die Prismen einführen vernachläsigbar.

MfG, Karsten
 
Hallo Michael,

Jetzt habe ich aber gelesen, dass durch das lange Öffnungsverhältnis von f/20 dieser Farbfehler an einem Schiefspiegler nicht auftreten soll. Das ist eher ab f/10 und kürzer ein Problem. Und da wollte ich eben fragen, ob das soweit stimmt?

rechnen wir es doch einfach mal aus.
Der sich durch den Glasweg ergebende Farblängsfehler lässt sich natürlich für jedes beliebige Öffnungsverhältnis als RC Wert berechnen.

Zuerst müssen wie die Schnittweiten der FH Linien F (486nm) und C (656nm) zur FH Linie e (546nm) ermitteln.
Hierzu ist die Verlagerung des Fokus durch den Glasweg für jede Wellenlänge zu bestimmen.

Das geht mit der vereinfachten Formel

Delta = t * ((n-1)/n)
Delta……Verlängerung zu altem Fokus
t…………Glasweg
n…………Brechzahl

Damit ergibt sich für 100mm Glasweg bei BK7

Delta 546nm = 100 * ((1,51872-1)/1,51872)
Delta 546nm = 34,155mm

Delta 486nm = 100 * ((1,52238-1)/1,52238)
Delta 486nm = 34,313mm

Delta 656nm = 100 * ((1,51432-1)/1,51423)
Delta 656nm = 33,964mm

Damit ergeben sich folgende Schnittweiten des Farblängsfehlers.

SWD 486nm =Delta F- Delta e = 34,313mm - 34,155mm = 0,158mm

SWD 656nm = Delta C- Delta e = 33,964mm – 34,155mm = -0,191mm

Jetzt ist der Durchschnitt zu bilden wobei hier die reinen Aberrationen zählen.
Ganz wichtig die Vorzeichen bleiben daher unberücksichtigt!
Damit hätten wir

SWD gesamt = (0,158mm + 0,191mm) / 2
SWD gesamt = 0,1745mm

Das ist jetzt unser Farblängsfehler als absoluter Wert.
So können wir aber damit noch nichts anfangen.

Er muss in Relation zur Schärfentiefe gesetzt werden und hier kommt unser Öffnungsverhältnis ins Spiel.

Die wellenoptische Schärfentiefe T08 errechnet sich wie folgt.

T08 = 2 * Lambda * N^2

N………Öffnungsverhältnis

Sie steigt also mit dem Quadrat des Öffnungsverhältnisses.

Für Lambda nimmt man üblicherweise die FH e Linie mit 546nm

Damit ergibt sich bei

f/5
T08 = 2 * 0,000546mm * (5^2)
T08 = 0,0273mm

f/10
T08 = 2 * 0,000546mm * (10^2)
T08 = 0,1092mm

f/20
T08 = 2 * 0,000546mm * (20^2)
T08 = 0,4368mm


Jetzt können wir zur Beurteilung des Farblängsfehler die oben ermittelte SWD in Relation zur Schärfentiefe setzen also den RC Wert bilden den ein 100mm Glasweg an einer Farbfehlerfreien Optik verursacht und erhalten.

f/5
RC = SWD gesamt / T08
RC = 0,1745mm / 0,0273mm
RC = 6,39


f/10
RC = 0,1745mm / 0,1092mm
RC = 1,6


f/20
RC = 0,1745mm / 0,4368mm
RC = 0,4


Fazit
Bei f/5 wird durch 100mm Glasweg mit RC 6,39 ein drastischer Farbfehler eingeführt ein GWK ist zwingend erforderlich.

Bei f/10 ist dieser mit RC 1,6 schon recht klein und liegt auf dem Niveau eines Halb APOs.
Ein GWK wäre also trotzdem kein Fehler.

Bei f/20 verschwindet der Farbfehler mit RC 0,4 in der Bedeutungslosigkeit und befindet sich auf dem Niveau eines Super APOs
Einen GWK kann man sich hier schenken.

100mm Glasweg ist ja schon recht viel bei kürzerem Glasweg verringert sich der Farbfehler natürlich entsprechend.

Welchen Kutter willst Du denn mit Binoansatz betreiben?
Bei der Version mit Keillinse würde ein Glasweg sogar den durch die Keillinse eingeführten kleinen Farblängsfehler deutlich mindern.
Also dort auf keinen Fall mit GWK arbeiten.

Bei Interesse kann ich mal eine Oslo Simulation hier reinstellen.
Ich habe diverse Schiefspiegler mit und ohne Korrekturlinse in Oslo, welche selbst gerechnet und welche wo ich die Designdaten zb. von Anton Kutter übernommen habe.
Die kann ich gerne mal mit einem beliebigen Glasweg zeigen.
Einfach sagen welches System und welcher Glasweg Dich interessiert.

Hängt das irgendwie damit zusammen, dass bei langen Brennweiten der Lichtstrahl unter einem flacheren Winkel auf die Prismen trifft?

Nein wie oben vorgerechnet liegt das an der Schärfentiefe die mit dem Quadrat des Öffnungsverhältnisses ansteigt.
Der Farbfehler verschwindet also bei langsamen Öffnungsverhältnis darin.

Grüße Gerd
 
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Hallo

Wow, also das ist mal eine ausführliche Erklärung - vielen Dank. Ich will nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe, aber es ist für mich auf jeden Fall nachvollziehbar und einige Dinge sind mir nun auch klarer. Z.B. warum ein Schiefspiegler bei f20 oder länger zum Fokusieren keine Untersetzung benötigt. Kann wohl nur an der großen Schärfentiefe liegen.
Also Interesse an einer Oslo-Simulation hätte ich auf jeden Fall - bitte gerne. In meinem Fall ginge es um den AOK 150/3000 Kutter (mit Korrekturlinse) in Verbindung mit dem Baader Maxbright Binoansatz bzw. dem Großfeldbino. Glasweg sollte beim Maxbright 110mm und beim Großfeld 112mm sein.

LG Michael
 
Gerd

schön sauber und sachlich ausgeführt, jetzt musst du nur noch den Binoglasweg von 100 mm auf die echten 80 mm korregieren, die Binos haben.

Glasweg verändert aber nicht nur die Farbkorrektur , sondern auch die sphärische Korrektur.

Allgemin betrachtet , kann mann das Berechnen, jedoch ist es heutzutage eher so, das man das benutzte Teleskop erst mal vermessen müsste, denn die sind nicht alle so gebaut wie Gerechnet. Etliche Teleskope , die nicht für Glasweg gerechnet sind, aber nicht perfekt hergestellt sind, verbessern durch den Glasweg Ihre Korrektur positiv.

Also kann man eine theoretische Aussage treffen, aber keine praktische Empfehlung für ein bestimmtes vorhandenes Teleskop geben, ohne das vorher vermessen zu haben.

Das solltet du in deinen guten Ausführungen noch mit einbauen
 
Hi MIchael,

optischer Weg beinhaltet auch die Mechanik und Okularhalter.

Beim Maxbright lese ich ebenfalls optischer Weg 110 mm

Optischer Weg
Der Optische Weg des Max Bright Binos ist ca. 110mn ohne dem Glasweg Ausgleich.
http://www.teleskop-express.de/shop...o-Ansatz---1-25--Anschluss---GWK-2-6fach.html


Baader hat in seiner Bediehnungsanleitung jedoch einen Schreibfehler. In der Tabelle gibt er den optischen Weg mit 110 mm an, weiter unten im Text schreibt er statt optischer Weg > Glasweg, das ist ein Wortfehler
 
OK, dann war ich eh auf der richtigen Spur. Dachte auch an einen Tippfehler.
Gut, somit ist mir der Glasweg des Maxbright doch nicht bekannt. Wenn ich aber die oben erwähnten 80mm Glasweg auf die Rechnungen von Gerd anwende, komme ich bei f/20 auf RC = 0,3 .

LG Michael
 
Hi Michael

das Maxbright hat kleinere Optiken als das Mark V, sodaß der Glasweg im Maxbright eher geringer sind, wahrscheinlich zwischen 60 und 70 mm, was für dich natürlich noch günstiger ist
 
Hallo Gerd,

eine Anmerkung: Es hängt doch damit zusammen, er hat es richtig erkannt. Es geht nur in die Rechnung anders ein, denn die Schärfentiefe ist ja nunmal die Größe, in der einfach dieser maximal vom Lot abweichende Einfallswinkel innerhalb bzw. am Rand des Strahlenkegels drin steckt.
Ich finde wenn jemand auf diese Weise betrachtet Ursache und Wirkung erkennt, sollte man das nicht in Abrede stellen, nur weil ein Lehrbuch dasselbe anders und vor allem undurchsichtiger verpackt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Michael,

Also Interesse an einer Oslo-Simulation hätte ich auf jeden Fall - bitte gerne. In meinem Fall ginge es um den AOK 150/3000 Kutter (mit Korrekturlinse) in Verbindung mit dem Baader Maxbright Binoansatz bzw. dem Großfeldbino.
nachdem wir nun konkret 80mm Glasweg für Deinen Binoansatzt annehmen mach ich also die Simulation mit 80mm Glasweg.
Den 150/3000 hab ich jetzt nicht in Oslo, aber den 200/4000, das ist aber bezüglich der Wirkung des Glasweges kein Problem.

Der 200/4000 hat durch die Keillinse folgende SWDs

SWD 486nm -0,2284mm
SWD 656nm + 0,2744mm
Wir können also die zu erwartenden SWDs bereits anhand der oben gezeigten Rechnung ermitteln.

Erst mal die Umrechnung auf 80mm Glasweg

SWD 486nm 80mm Glasweg = 0,158mm * 0,8 = 0,1264mm
SWD 656nm 80mm Glasweg = -0,191mm * 0,8 = -0,1528mm

Damit ergeben sich also die SWDs mit 80mm Glasweg am 200/4000 Kutter mit Keillinse wie folgt.

SWD 486nm = -0,2284mm + 0,1264mm = -0,102mm
SWD 656nm = + 0,2744mm -0,1528mm = +0,122mm

Das lässt sich natürlich auch mit Oslo bestätigen was die Richtigkeit der gezeigten Rechnung beweist.
Die SWDs wurden also bei diesem Kutter durch die 80mm Glasweg merklich verkleinert.

Achtung das kann natürlich nicht einfach so auf andere Optiken mit Farblängsfehler übertragen werden!
Es kommt immer auf die konkrete Lage der SWDs an.
Hier fällt Blau kürzer und Rot Länger, daher die Verbesserung.
Es kann genauso gut anders herum sein und Blau fällt länger dann addieren sich natürlich die SWDs der Optik und die vom Glasweg entsprechend und es ergibt sich eine Verschlechterung.

Im Anhang will ich mal die Spots für den oben genannten Kutter zeigen.
Einmal mit und einmal ohne Glasweg.

Grüße Gerd
 

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Hallo Markus,

schön sauber und sachlich ausgeführt, jetzt musst du nur noch den Binoglasweg von 100 mm auf die echten 80 mm korregieren, die Binos haben.

die 100mm sind natürlich nur als Beispiel, jeder kann ja simpel diese SWDs in den ihn interessierenden Glasweg umrechnen.

Glasweg verändert aber nicht nur die Farbkorrektur , sondern auch die sphärische Korrektur.

Richtig
Ganz konkret ergibt sich durch einen 80mm Glasweg folgende Verschlechterung von perfekt (Strehl 1,0)

bei f/8 …....auf Strehl 0,998
bei f/6………………………..0,976
bei f/5 ……………………….0,900
bei f/4………………………..0,520

Auch das hängt wie man sieht extrem vom Öffnungsverhältnis ab.

Allgemin betrachtet , kann mann das Berechnen, jedoch ist es heutzutage eher so, das man das benutzte Teleskop erst mal vermessen müsste, denn die sind nicht alle so gebaut wie Gerechnet. Etliche Teleskope , die nicht für Glasweg gerechnet sind, aber nicht perfekt hergestellt sind, verbessern durch den Glasweg Ihre Korrektur positiv.

Also kann man eine theoretische Aussage treffen, aber keine praktische Empfehlung für ein bestimmtes vorhandenes Teleskop geben, ohne das vorher vermessen zu haben.

Siehe meine letzte Antwort an Michael.

Grüße Gerd
 
Hallo Sven,

eine Anmerkung: Es hängt doch damit zusammen, er hat es richtig erkannt. Es geht nur in die Rechnung anders ein, denn die Schärfentiefe ist ja nunmal die Größe, in der einfach dieser maximal vom Lot abweichende Einfallswinkel innerhalb bzw. am Rand des Strahlenkegels drin steckt.
selbstverständlich bedingt ein unterschiedliches Öffnungsverhältnis einen unterschiedlichen Winkel des Strahlenkegels.
Wenn Du es mit dem Winkel des Strahlenkegels in Bezug zur Schärfentiefe unbedingt verklausuliert betrachten willst meinetwegen.

Aber das hat rein garnichts mit der gestellten Frage zu tun.

Hängt das irgendwie damit zusammen, dass bei langen Brennweiten der Lichtstrahl unter einem flacheren Winkel auf die Prismen trifft?

Denn der Winkel mit dem das Licht auf einen bestimmten Glasweg trifft ist in Bezug auf die resultierende Fokusverschiebung völlig egal.

Delta = t * ((n-1)/n)
Delta……Verlängerung zu altem Fokus
t…………Glasweg
n…………Brechzahl

Hier kommt weder ein Winkel noch ein Öffnungsverhältnis in der Formel vor.
Es zählen ausschließlich der Glasweg und die Brechzahl natürlich.

Ich finde wenn jemand auf diese Weise betrachtet Ursache und Wirkung erkennt, sollte man das nicht in Abrede stellen

Wie gesagt der Einfallswinkel hat mit der Fokusverlagerung nichts zu tun. Die resultierenden SWDs sind völlig unabhängig vom Öffnungsverhältnis immer die gleichen.
Siehe Rechnung oben.
Hier einen Bezug zu irgendeinem Winkel herstellen zu wollen ist schlicht falsch und muss daher auch in der Antwort auf die gestellte Frage in Abrede gestellt werden.

, nur weil ein Lehrbuch dasselbe anders und vor allem undurchsichtiger verpackt.

Ich zitiere nicht stumpfsinnig aus irgendeinem Lehrbuch, man kann wenn das Lehrbuchwissen sprich die Formeln auch wirklich verstanden wurde durchaus damit auch eigene Anwendungen anstellen.
Die Berechnung der SWDs und daraus folgend des RC Wertes auf Grund eines Glasweges ist so ein Fall des selbständigen Abreitens.
Wie sich in Oslo zeigt ist meine Berechnung auch völlig korrekt.
Selbstverständlich hab ich den Anspruch das sich meine eigenen Berechnungen mit denen von Oslo decken.

Meine Darstellung ist klar und verständlich und anhand einfacher Formeln auch für Jeden nachvollziehbar.

Deine verklausulierte Sichtweise über den Winkel des Strahlenkegels in bezug zum Öffnungsverhältnis und der wiederrum von diesem abhängigen Schärfentiefe ist zwar richtig aber um 3 Ecken gedacht und weit weniger verständlich und kann anhand der Formeln auch nicht direkt nachvollzogen werden.

Wichtig ist hier zu unterscheiden zwischen.

Winkel des Strahlenkegels
Einfallswinkel der einzelnen Strahlen auf den Glasweg.

Das ist nicht das Selbe, ersterer hängt natürlich am Öffnungsverhältnis, letzterer ist davon völlig unabhängig.
Jede Zone hat einen anderen Winkel, der Winkel des Strahlenkegels ist ja nur der Maximalwert.
Du kannst das Glas auch schräg in den Strahlengang stellen oder die Abbildung im Feld betrachten wo sich ja auch ein anderer Einfallswinkel wie auf der Achse ergibt.


Grüße Gerd
 
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Hallo, Michael.

Ich verwende an meinen Schiefspieglern den Maxbright und den "alten" Baader Binokularansatz mit 60° Ablenkung.

Meine derzeit verwendeten Schiefspiegler sind ein 110mm f/ 26 ohne Korrektionslinse und ein 200mm f/12 Tetra-Schiefspiegler.

Beide Binos arbeiten an beiden Schiefspieglern ohne Probleme. Weder Farbfehler noch eine Änderung der sphärischen Korrektur sind erkennbar.


Viele Grüße,


Guntram
 
hallo Michael,

ist zwar schon lange her ( Anfang-Mitte der 90ziger)
aber am Schiefspiegler habe ich erst die (Lomo) Mikroskop-Binoansätze später auch den Celestron 60° Ansatz mit jeweils farbreiner Abbildung verwendet.
Der Russenanatz war zwar dunkel , ging nur am Mars , Jupiter und Mond zeigte aber tolle Bilder !
Im Celestron/Baaderansatz erschienen mir die Bilder immer etwas flau, daher stieß ich ihn beizeiten wieder ab.

Mein jetztiger 8" Kutter wartet noch auf eine Kopulation mit meinem billig Seben Binoansatz ...

Gruß
Christian

 
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Zitat von Heidescoper:
........Mein jetztiger 8" Kutter wartet noch auf eine Kopulation mit meinem billig Seben Binoansatz ...

Gruß
Christian

Hallo Christian,

sollte die Kopulation zu Nachwuchs führen: Ich bin gern bereit, die Betreuung zu übernehmen, egal ob für kleine Schiefies, Binobabies oder paarweise beides ;o)

CS Franjo
 
Hallo

@Guntram und Christian: Danke für eure Erfahrungen zu diesem Thema. Das hilft mir sehr bei meiner Entscheidung.

@Gerd: Danke für die Arbeit mit der Grafik. Könntest du mir bitte noch genauer erläutern, was genau diese Spots für die (Stern-)Darstellung bei diesem Gerät bedeuten? Habe ich dann in der Bildmitte dreieckige Sterne und am Rand tropfenförnige Sterne? Ich schätze mal dass es das nicht sein wird.
Gewisse Sachen habe ich mir mal selber zusammen gereimt - korrigier mich falls ich falsch liegen sollte:
- Focus Shift zeigt wohl an, wie sich die Spots bei einem um 0,25 bzw. 0,5 (mm?) intra- bzw. extrafokal verstellten OAZ verändern, oder?
- Und die ersten beiden Reihen zeigen die Veränderung der Spots außerhalb der zentralen Bildachse?

LG Michael
 
Hallo Michael,

zum Spot selbst.
Auf der Achse besteht bei diesem Kutter ein winziger Restfehler genannt Trefoil.
Dieser wird durch die Zernike Polynome 9 und 10 definiert.

http://www.mpia.de/homes/hippler/AOonline/C03/zernike.html

Wobei es sich hier konkret um Z9 handelt.
Der Fehler ist aber sehr schwach ausgeprägt, das System erreicht trotzdem noch Strehl 0,982
Völlig spurlos ist dieser Fehler im konkreten Fall aber dennoch nicht, am fokussierten Stern zeigt sich eine leichte 3 Teilung des 1. Beugungsringes.
Der ist ja aber bei einem ansonsten fehlerfreien unobstruihrtem Teleskop sehr schwach so das diese ganz leichte 3 Teilung wenig auffällig ist und eher vom Seeing überdeckt wird bzw. diesem zugeschrieben wird.

Auch ein Kutter ist halt ein Kompromiss, man tauscht im konkreten Fall die je nach Ausmaß natürlich viel schwerer wiegende Obstruktion gegen diesen ganz leichten Trefoil.
Die durch eine relevante Obstruktion bewirkte Aufhellung des 1. Beugungsringes bewirkt eine deutlich stärkere Kontrastminderrung.

Im Feld dominiert dann der „normale“ Asti bei weitem.
Du darfst dich aber jetzt nicht von den großen Spots zu sehr irritieren lassen, viele Teleskope haben im Feld Probleme.

Man kann aber so einen klassischen Kutter verbessern, sowohl der Trefoil lässt sich beseitigen als auch die Feldabbildung verbessern.

Hierzu habe ich einen neuartigen Korrektor als Ersatz für die Keillinse verwendet.
Das Prinzip geht auf Ed-Jones zurück der einen solchen Korrektor für sein kurz Chief genanntes System entworfen hat.
Dieses Prinzip hab ich übernommen und so einen Korrektor für den Kutter gerechnet.
Einen Vergleich mono und polychromatisch zwischen der Keillinse und dem neuen 2 Linsigem Korrektor findest Du hier.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=109213&whichpage=4

Allerdings muss jetzt nicht Jeder gleich die Keillinse gegen den neuen Korrektor tauschen.
Mit Keillinse hat man natürlich auch schon eine hervorragende Abbildung, der winzige Trefoil auf der Achse bei dieser Version ist nicht wirklich ein Problem, im Feld wird man schon eher einen Unterschied bemerken.

- Focus Shift zeigt wohl an, wie sich die Spots bei einem um 0,25 bzw. 0,5 (mm?) intra- bzw. extrafokal verstellten OAZ verändern, oder?
- Und die ersten beiden Reihen zeigen die Veränderung der Spots außerhalb der zentralen Bildachse?

Ja richtig Focus Shift zeigt die Situation in und exrafokal bei genanntem Defokus in mm.
Die oberen beiden Reihen zeigen die Situation im Feld bei 0,175° und 0,25° Feldwinkel, die Angaben beziehen sich immer auf den Radius des Bildfeldes.

Grüße Gerd
 
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Hallo

OK, danke. Nun ich schätze mit diesem Trefoil kann ich leben. Bei dem von dir genannten Astigmatismus im Feld würde es mich aber interessieren, wie sich das auf das Bild auswirkt? Werden z.B. die Sonnen- und die Mondscheibe zum Rand hin unscharf bzw. verzerrt? Sind Sterne außerhalb der Bildmitte kleine Kreuzchen bzw. oval verzogen? Habe echt keine Ahnung wie ich mir das vorstellen könnte, denn von meinem Refraktor kenne ich dieses Problem nicht. Ich dachte bisher auch, dass die Keillinse diesen Bildfehler beheben würde. Aber anscheinend brauchts da ein anderes Design, wie ich deinem Link entnehmen kann.

Wäre die Sichtbarkeit dieses Astis im Feld abhängig von der Vergrößerung? Ich meine das so:
- mit einem 40mm 70° Okular hätte ich ein Sichtfeld von 0,9° -> starker (?) Asti sichtbar
- mit einem 15mm 50° Okular hätte ich ein Sichtfeld von 0,26° -> leichter Asti sichtbar

LG Michael
 
Hallo Michael,

Wäre die Sichtbarkeit dieses Astis im Feld abhängig von der Vergrößerung? Ich meine das so:
- mit einem 40mm 70° Okular hätte ich ein Sichtfeld von 0,9° -> starker (?) Asti sichtbar
- mit einem 15mm 50° Okular hätte ich ein Sichtfeld von 0,26° -> leichter Asti sichtbar

so wie Du es darstellst kann man es nicht sehen
Warum?
Das volle Auflösungsvermögen des Teleskops können wir erst ab der förderlichen Vergrößerung nutzen.
Das ist bei einer AP von 0,8 der Fall wobei das ein Richtwert ist da sehr von der Individuellen Sehschärfe abhängig.

Das gilt auch für Fehler in der Abbildung.
Beobachtest Du bei größerer AP wie im Beispiel ein 40mm Okular an 150/3000 und damit bei AP 2 kann der Fehler ganz grob gesagt rund 2/0,8 also 2,5 mal so groß sein wie bei AP 0,8 bevor Du ihn überhaupt wahrnehmen kannst.
Das ist freilich nur ganz grob da jeder Fehler sich anders zeigt und auch der jeweilige Spot dementsprechend anders interpretiert werden muss aber als Anhaltspunkt taugt das schon.

Du hast zwar mit dem 40mm ein „großes“ Gesichtsfeld aber eben nur eine kleine Auflösung.
Bei 15mm hast Du ein kleines Gesichtsfeld bei hoher Auflösung
Unterm Strich nimmt es sich also wenig.

Der eigentlich wichtige Faktor ist das scheinbare Gesichtsfeld des Okulares.
Bei einem 15mm Okular mit 40° SGF wirst Du vom Asti nichts merken
Bei einem 15mm Okular mit 100° SGF mag das schon anders aussehen denn hier hast Du hohe Auflösung und vergleichsweise großes reales GF beisammen.

Damit Du mal die Spots zum Kutter oben in Relation setzen kannst hier mal ein 200 f/6 Newton.
Wie gesagt im Feld haben viele Teleskope Probleme aber visuell lässt sich mit den meisten trotzdem noch rech gut leben.

Grüße Gerd
 

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    Nawton200_f_6._jpg.jpg
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Hallo

Danke, nun sehe ich auch in dieser Sache ein wenig klarer. Nachdem das Pentax XW mit 70° SGF eh das weitwinkeligste in meinem Okularkoffer ist und die restlichen Okulare eher im Bereich 50° "rumkrebsen", sollte ich also dahingehend eh optimal ausgerüstet sein. Nach oben hin denke ich dann noch an ein Meade 56mm Super Plössl oder aber das Tele Vue 55mm Plössl.

LG Michael
 
Hallo Michael,

ich habe mit meinem 8" Kutter mal im Frühjahr experimentiert
und eine ST2000XM angebracht.
Hier mal ein erstes reines Testbild.
Also nicht schlagen wg. der Qualität.
Keine weitere größere Bearbeitung außer Dark,Level,Helligkeit, nur gestackt.
LRGB je 2x10min, allerding mit Reducer bei ca. 2,4m
Wie man sieht,stimmt die Justage noch nicht ganz.(links im Bild).
Jetzt ist erstmal Prio auf Jupiter.
Wenn Zeit ist gehts aber damit weiter.

Link zur Grafik: http://www.akaemper.de/Astronomie/Deepsky/M27/E_M27_LRGB_PS_2.jpg

@Gerd: Hat jemand den neuen Korrektor schon geschliffen?
Wenn ich mich richtig erinnere, gingen die Kauflinsen ja nicht.
Wenn ich den FS-Tubus mal umbaue, würde ich den Korrektor gerne verbauen. Leider habe ich nichts mehr gehört und
kann selber auch nichts schleifen.

MfG
Achim
 
Hallo

Danke fürs Foto. Persönlich bin ich zwar ausschließlich visuell unterwegs, aber schöne Fotos sehe ich mir trotzdem gerne an. Und Fotos die an Schiefspieglern entstanden sind gibts eh sehr wenige.
Wegen der Dejustierung: Ist es nicht so, dass man für die Fotografie einen Korrektor braucht der die Verkippung ausgleicht?

LG Michael
 
Servus.

Den Korrektor, oder besser die gekippte Steckhülse gibt es vom Hersteller für den Schiefspiegler.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Michael,

das geneigte Bildfeld des Kutters ist hier schon korrigiert.
Habe mit einer Messerscheide (Messokular Lichtenknecker MFFT55)
den Winkel ausgemessen, einen Neigeflansch entsprechend eingestellt und
die optische Achse mittels einer Adapterplatte wieder zentriert.
Das Bild war aber im Feld noch nicht sauber.
Hier brachte eine leichte Verstellung der Keillinse deutliche Besserung.
Weiteres Tuning steht noch aus. Es liegt also überwiegend an der Justage
meines Kutters. Visuell ist so ein Kutter schon ein Genuss, und wie Gerd_Duering
schon oben beschrieben hat sieht man den verbleibenden Bildfehler nicht..
Der neu gerechnete Korrektor ist noch besser als die Keillinse und auch im Feld
war der glaube ich besser. Also was für größere CCDs am Kutter.

Aber nun zu deiner Ausgangsfrage:
Also ob der Binoansatz passt, hängt von der jeweiligen mechanischen Kutterkonstruktion ab
und muss ausprobiert werden.
An meinem Kutter (Selbstbau eines Astrokollegen) benutze ich einen alten Baader 60° Binoansatz.
Der funktioniert gut und hat einen recht kurzen Glasweg.
Farbe sieht überhaupt nicht. Jedoch einen enormen Gewinn an Detailwahrnehmung
am Planeten .

@ *entfernt*. Ja, AOK hat wohl fertige Neigeflansche. Ich habe aber einen ungewöhnlich
kleinen Kippwinkel von ca. 3,5 Grad gemessen. Keine Ahnung was die fertigen
Adapter so ausgleichen.

Mit freundlichen Grüßen
Achim

 
Hallo

Mittlerweile habe ich meinen Schiefspiegler erhalten. Und nachdem ich die Justage nach einigen Problemen endlich gemeistert habe, konnte ich auch schon die ersten Beobachtungen mit dem Binoansatz ohne GWK durchführen. Das Seeing war zwar bisher nur mittelprächtig, aber ich kann das, was zuvor in der Theorie erläutert wurde nun auch in der Praxis bestätigen - an Jupiter und Mond konnte ich bisher keinen Farbsaum erkennen. Nun bin ich sehr gespannt auf die ersten Nächte mit wirklich gutem Seeing sowie die ersten Beobachtungen von Sonne und der anderen Planeten.

LG Michael
 
Hallo

Die Frage hat zwar nix mit dem Binoansatz zu tun, aber ich wollte kein neues Thema eröffnen.
Und zwar habe ich bemerkt, dass bei meinem Kutter der OAZ nicht ganz in der optischen Achse liegt. Nun wurde mir gesagt, dass der Kutter dahingehend nicht allzu empfindlich reagiert. Tja und da wollte ich eben fragen ob das so stimmt? Weil wenn ich mir die Arbeit der OAZ-Justage ersparen kann wäre ich bestimmt nicht traurig *gg* .

LG Michael
 
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