Schiefspiegler

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lunaman

Aktives Mitglied
Hallo Astrogemeinde,
wo krige ich Informationen/Materialien für einen Selbstbau-Schiefspiegler nach Kutter?
Es grüsst Marco. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Danke Clark,AOK kenne ich schon,mit den anderen zwei hab ich mich in Verbindung gesetzt.Mal schauen was dabei raus kommt.
CS,Marco.
 
Hallo Marco, da Du aus der Schweiz kommst hast Du es sehr einfach da es eine YOLO Schleifgruppe gibt die sehr angagiert unter Führung von H.G Ziegler arbeitet.DU solltest Dich unbedingt mit denen in Verbindung setzen. Ich bin mal extra zu diesem Zweck auf ein Schiefspieglertreffen der SAG gefahren und war sehr beeindruckt welches Know - How die Gruppe mittlerweile gesammelt hat und mit welchem Einsatz die Schleifprojekte durchgezogen werden. Mich wundert daß der Martin Dir den Hinweis nicht gab weil er doch in seinem Buch im Anhang die Vorteile des YOLO`s beschreibt. Das Proplem eine torischen Fläche des Sekundärspiegels durch eine Spannvorrichtung herzustellen besteht nicht mehr weil man einfache Wege gefunden hat diese sehr genau zu schleifen und zu prüfen. Ich wäre froh in Deutschland würde jemand wie z.B. der Martin die Federführung für ein solches Projekt übernehmen. Ich wäre sofort dabei. Rohlinge hab ich schon liegen. Allerdings habe ich Propleme die Softwareparameter der speziellen TCT- Software unter DOS richtig zu verstehen und habe Angst das die Abberationen größer sind als nötig. Deshalb trau ich mich noch nicht so recht ans polieren des Torus.
Schau mal unter: Godzillas Schiefspieglerseite Gruß
Andreas
 
Mich wundert daß der Martin Dir den Hinweis nicht gab weil er doch in seinem Buch im Anhang die Vorteile des YOLO`s beschreibt.
Hallo Andreas,
Ganz einfach: Marco hat nach dem Kutter gefragt. Das ist auch ein Schiefspiegler aber halt kein Yolo. Ich würde auch eher einen Yolo machen als einen Kutter. Aber euin Kutter hat als Planetengerät ja auch Vorteile. Es kommt also etwas darauf an was man mit dem Gerät anfangen will.
Im Übrigen bin ich der Meinung, daß es weit sinnvoller ist einen guten 10 Zoll Newton zu machen als einen 6 Zoll Kutter(oder Yolo). Wenn der 10 Zoll Newton nicht ausreicht, dann halt einen 12 Zoll Newton. Der Verlust durch die Obstruktion wird allgemein weit überschätzt und kann durch größere Öffnung spielend ausgeglichen werden. Häufig werden schwache Abbildungsleistungen eines Newton auf die Obstruktion geschoben, die in Wirklichkeit durch einen schlechten Spiegel oder mangelhafte Justage verursacht werden.
Ganz abwegig sind m.E. Konstruktionen wie Vierfachschiefspiegler. Hier werden, nur um die paar Prozent Obstruktion zu vermeiden, große Verluste in Kauf genommen. Die Spiegel solcher Konstruktionen müssen ca. 4 mal so genau sein wie der eines Newton. Zudem muß man die Spiegel mit hochreflektiven Schichten belegen, da man sonst alleine durch den Reflektionsverlust leicht 50% des Lichtes verliert.
Der Yolo ist deshalb interessant weil eben nur 2 Kugelspiegel gemacht werden müssen, man spart sich ja den Fangspiegel, so daß weitere Verluste nicht auftreten. Übrigens ist die Herstellung eines torischen Spiegels nicht so einfach. Man muß ihn zunächst vorgespannt schleifen, um dann in entspanntem Zustand die torische Form zu erhalten. Oder man muß ihn gleich astigmatisch schleifen, ich muß sagen, daß mir das auch nicht gerade besonders leicht vorkommt(im Vergleich zu einem Kugelspiegel)
Grüße Matrin
 
Hallo Martin,
Du hast sicher Recht. Allerdings wird bei immer größerer Öffnung das Seeingproblem auch größer. Rein visuell ist der Yolo das optimale Planetengerät. Bei Nebeln und Sternhaufen magst Du Recht haben. Ich stimmer Dir zu Multischiefspiegler sind nicht gerade der Hit. Also so wenig wie möglich und gerade so viel als nötig Reflektierende Flächen. Zum Schliff des Sekundärspiegels des Yolos: Zunächst gibt man die Öffnungsparameter des gewünschten Systems Softwaremäßig in ein Programm Namens TCT von Jose Sasian ein. Man kann hier auf Beispielrechnungen zurückgreifen und oder eigene Parameter und Öffnungswünsche frei vergeben. Danach berrechnet das Programm die Bildfehler und vor allem werden die zwei Brennweiten für den torischen Spiegel angezeigt. Man beginnt dann den torischen Spiegel in zunächst Kugelform zu schleifen und hört vor der Politur auf. Da es sich hier um sehr lange Brennweiten handelt, bei einem 150er System z.B etwa 3500mm und die Brennweitenunterschiede des späteren Toroids sehr gering z.B. dann in der 2. Achse 3625mm kann der Toroid mittels Parallelogramm sofort poliert werden. Natürlich ist es unmöglich auf den Millimeter genau diese Brennweitendifferenz zu polieren. Dafür steht jetzt die TCT- Software unterstützend bereit. Man gibt einfach die durch Focault gemmessenen Brennweiten in das Programm ein und wählt die Option "optimieren" und siehe da: meist braucht nur der Sekundarspiegel eine leichte Korrektur im Kippwinkel und das System steht. Ich schreibe das hier so ausführlich um anderen die Angst zu nehmen. Vielleicht gibt es ja doch den ein oder anderen der Lust auf einen Yolo bekommt.
Gruß
Andreas
 
Vierfachschiefspiegler

Deine Einwände gegen Schiefspiegler kann ich gut nachvollziehen. Trotzdem würde mich interessieren, wie ein Schiefspiegler mit drei Spiegeln justiert wird. Ich habe diese Frage schon mehrfach bei verschiedenen Diskussionen eingebracht, aber niemals eine Antwort erhalten. Alles in allem stelle ich mir die Justierung eines solchen Systems sehr schwierig vor. Da ist ein f/4-Newton wahrscheinlich ein Kinderspiel...
 
Re: Vierfachschiefspiegler

Ich hab doch keine Einwände gegen Schiefspiegler. Ich hab nur Einwände gegen Multischiefspiegler wo mehrere Reflexionen stattfinden. Jedesmal hat man Verluste und zum Schluß bleibt nicht mehr wie bei einem guten Newton mit geringer Obstruktion. Gegen Kutter hab ich einzuwenden daß hier bei den großen wieder eine Linse im Strahlengang hängt und die große Öffnungszahl. Der Yolo ist mit F10 bis F 15 eher Kurzbrennweitig. Zu der Justage von einem Dreispiegelsystem: Für jeden Spiegel sind nur zwei Justageschrauben vorhanden also nur zwei Kippachsen. Jeder Spiegel erhält einhe Fadenkreuzmaske die mit Bindfäden einfach herzustellen ist dann wird einfach durch den Okularauszug geschaut und alle Faden müssen sich decken. Im wesentlichen hab ich das so im Kopf. Irgendwo aber auch schriftlich.
Gruß Andreas
 
Re: Vierfachschiefspiegler

Danke für den Link - ist recht interessant. Offenbar werden nur zwei der drei Spiegel justiert.
Nur hätte mich interessiert, wie aufwändig diese Justierung ist. Theoretisch sind alle Abstufungen zwischen "stundenlanges Hingefummel vor jeder Beobachtung" bis "2x5 Minuten pro Quartal" denkbar...
 
Re: Vierfachschiefspiegler

Soweit klar. Ich habe auch - gemäß Betreff - Schiefspiegler mit mehr als zwei Spiegeln gemeint.
 
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