Schlechte Sicht Newton200/1000

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Galaxia64

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Hallo zusammen,

bin am verzweifeln. Sehe durch mein Newton nur die Fangarme der Spinne und einen schwarzen Punkt in der Mitte des Bildes.
Jupiter steht gerade so prachtvoll und wollte letzte Nacht voller Freude beobachten, aber ich sah nichts, außer die Fangarme und fetter schwarzer Punkt. Was mache ich falsch ? Kann mir jemand helfen ? ?)
 
Hallo,

häufig braucht man bei solchen Newtons eine Verlängerungshülse für den Okularauszug um visuell in den Fokus zu kommen, möglich auch, dass es ausreicht, das Okular ein Stück aus der Okularaufnahme des Okularauszugs heraus zu ziehen und dann erneut zu fokussieren.
Dass man an den Fokussierrädern des OAZ drehen muss/kann, weißt du? (ist nicht böse oder überheblich gemeint, das hatten wir alles schon).
Die Verlängerungshülse sieht übrigens etwa so aus

https://www.teleskop-express.de/sho...Optics-2--Verlaengerung--mit-35mm-Laenge.html

Gruß
*entfernt*
 
Hallo,

ergänzend zu Günthers Ratschlägen und ebenso absolut nicht überheblich gemeint, Du hattest auch ein Okular eingesetzt?
Nimm zunächst mal das mit der höchsten Zahl (Okularbrennweite) und versuche mal mit dem am Himmel scharf zu stellen. Such Dir einfach mal ein paar Sterne und halte drauf.
 
Hallo, danke für Eure schnellen Antworten.
Ja, den Zenitspiegel hatte ich erst dran, aber da ich nur etwas Licht vom Jupiter sah, habe ich ihn wieder raus genommen und nur das Okular eingesetzt. So konnte ich etwas mehr vom Jupiter erkennen, aber eben auch die Spinne.???
 
Hallo....?....,

lass dir mal einen Namen einfallen.
Zenitspiegel braucht man nur am Refraktor.
Ich habe eine Verlängerungshülse verlinkt, die braucht man bei den heutzutage normalen Newtons die man so kaufen kann, meistens.
Du schreibst nicht, ob und wie Du den Okularauszug bedient hast. Da kann man an den Rädchen rehen und so scharf stellen.
Der fährt dann raus, also in richtung Auge oder rein, also in Richtung Fernrohr.
Versuch erst mal so an einem mindestens 300 meter entfernten irdischen Objekt, Baum, Strommast, Schornstein scharf zu stellen.
Du siehtsgt schon, in welche Richtung Du drehen musst damit es schärfer wird. Ich nehme an, weiter raus, also kannst Du auch mal, wenn der Verfahrweg des Okularauszugs nicht reicht, das Okular noch ein wenig nach außen ziehen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Zitat von Galaxia64:
So konnte ich etwas mehr vom Jupiter erkennen, aber eben auch die Spinne.???

Wenn Du den Spinnenschatten sehen kannst, bist Du noch weit weg vom Fokus. Das kann in zwei Richtungen gehen, aber wie Günther schon recht anmerkt, meistens nach außen, also so, dass der Okularauszug zu Dir hin fährt. Wenn der Okularauszug in dieser Richtung an den Anschlag fährt und das Bild noch nicht scharf ist, fehlt eine Zwischenhülse.

Mal eine andere Frage, hat der Newton einen Crayford-Auszug?
Kann es sein, dass der sich beim Drehen an den Rädchen nicht bewegt? Dann nämlich musst Du die Andruckschraube für das Auszugsrohr am Okularauszug etwas fester drehen.
Umgekehrt, die Feststellschraube muss natürlich gelöst sein, sonst rutscht die Triebwelle ebenfalls durch.
Also, Frage, passiert überhaupt was am Fokus, wenn Du an den Rädern drehst?
 
Es ist eine gute Idee, eine neues Instrument zunächst am Tage an weit entfernten Objekten auszuprobieren.
Eine andere gute Idee ist es, sich Gleichgesinnten anzuschließen. Es gibt vielleicht eine kleine astronomische Gemeinde in der Nähe.
 
Halli Hallo,

danke für Eure hilfreichen Antworten und Ratschläge.
Ja richtig, ist beim Reflektor natürlich die Verlängerungshülse und beim Refraktor der Zenitspiegel.
Die hatte ich nun letzte Nacht wieder eingesetzt und auch den vorhandenen Crayfordauszug betätigt und siehe da, ich hatte ein schönes Bild von Jupiter und seinen vier Monden - ohne Spinne.

Bin aber trotzdem etwas enttäuscht. Ich bin davon ausgegangen , bei einem Gerät mit so einer großen Öffnung und Brennweite und der aktuellen günstigen Sichtbarkeit den Riesenplaneten größer und detaillierter zu sehen.
Ich habe den Jupiter nur als ganz kleine gelbe Scheibe und sehr unscharfe Strukturen , wie Wolkenbänder, erkennen können. Da hatte ich schon etwas mehr erwartet.

Liebe Grüße aus Thüringen Rosita
 
Hallo Rosita,

- Newton unbedingt kollimieren
- Spiegel auskühlen lassen - ein Lüfter wirkt oft Wunder
- Jupiter möglichst erst dann beobachten wenn er am höchsten steht (derzeit um 1:00 Uhr)
- das Seeing muss mitspielen - Nächte mit ruhiger Luft sind dünn gesät

Dieter

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Galaxia64:
... ich hatte ein schönes Bild von Jupiter und seinen vier Monden - ohne Spinne.

Bin aber trotzdem etwas enttäuscht. Ich bin davon ausgegangen , bei einem Gerät mit so einer großen Öffnung und Brennweite und der aktuellen günstigen Sichtbarkeit den Riesenplaneten größer und detaillierter zu sehen.
Ich habe den Jupiter nur als ganz kleine gelbe Scheibe und sehr unscharfe Strukturen , wie Wolkenbänder, erkennen können. Da hatte ich schon etwas mehr erwartet.

Hallo Rosita,

an einem 200/1000 Newton sollte an Jupiter doch einiges zu sehen sein. Auf jeden Fall deutlich mehr als "kleine gelbe Scheibe und sehr unscharfe Strukturen".

Ich habe selbst einen 200/1200 Skywatcher Newton und je nach Luftunruhe schwankt meine aktuelle Sicht auf Jupiter zwischen "Scheibe mit 2-4 Wolkenbändern und, wenn auf der richtige Seite, Großem roten Fleck" und "deutlich mehr Details in den Wolkenbändern".

Somit sollte da auch an deinem 20cm Newton deutlich mehr gehen.

Darf ich fragen welchen Newton du hast? (Hersteller? Eigenbau?)

Welche Vergrößerung benutzt du für Jupiter (also welches Okular)?

Wenn du, wie beschrieben, so wenig an Jupiter siehst, fallen mir auf Anhieb folgende Punkte ein:

a, Zu geringe Vergrößerung (gerade Planeten vertragen bei einem 200mm Rohr schon mal Vergrößerungen von 300fach).
b, Zu schlechte Qualität der Okulare. Ich z.B. bin vor einiger Zeit auf hochwertige Okulare umgestiegen, da der Unterschied von meinen "Billigokularen" zu den TeleVue Nagler, die ein Kollege mitbrachte und in mein Teleskop steckte, zu groß war.
c, Schlecht kollimiertes Teleskop. Gerade an Planeten macht es sich stark bemerkbar, wenn der Hauptspiegel oder der Fangspiegel nicht exakt ausgerichtet sind.
d, Teleskop nicht ausgekühlt. Wenn du es z.B. in der warmen Wohnung lagerst, dauert das (je nach Spiegelmaterial und -dicke) schon mal über eine Stunde, bis das Bild gut wird.
e, War Jupiter vielleicht zu hell um Details zu erkennen? Mir bringt an meinem 200/1200 ein leichter Neutralfilter oder der Baader Moon- and Skyglow oft viel Kontrast an Jupiter, da er dann nicht mehr so hell ist.

Grüße, viele Erfolg,
wie gesagt, mit 20cm Öffnung müsste weit mehr gehen als "kleine gelbe Scheibe",
Mario
 
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Hallo Rosita,

ein Newton 200/1000 erreicht seine maximal sinnvolle Vergrößerung an Jupiter unter besten Bedingungen etwa mit einem 3,5mm Okular. Okulare mit längerer Brennweite zeigen Jupiter entsprechend kleiner. Die Rechnung ist 1000mm Brennweite des Teleskops geteilt durch die Okularbrennweite in mm. Also 1000/3,5 = 286 gerundet. Das 20mm Alibi-Okular, was Teleskopen als Standard beiliegt, ist davon weit entfernt, ebenso wie ab und an beigelegte Okularoaare 20mm und 10mm. Die liefern eben 50x und 100x.

Jupiter ist weiterhin problematisch hell. Selbst bei 286x kann er Dir noch zu hell erscheinen, um alle blassen Details gut aufnehmen zu können. Hier kann ein schwacher Graufilter helfen. Ein 2x oder auch ein 4x Grau kommen in Frage, oder ein sogenannte variabler Polfilter, der einstellbar ist. Alternativ kann es aber auch helfen, Licht in der Umgebung zu haben. Das reduziert das Empfinden der Blendung. Jupiter ist eben ausreichend hell, da ist die für schwache Objekte nötige Verdunklung eben unnötig und sogar je nachdem verkehrt.

Tja, hm, Dir fehlt einiges an grundlegendem Wissen - was bist Du für ein Lerntyp? Du solltest mal schauen, Dir etwas strukturierter Infos zu holen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Jungs.

vielen Dank für Eure Tipps.

Ja, ich habe ein Sky Watcher PDS Explorer BD NEQ 5 mit einer Syn Scan Go To. Es war ein 28 mm Okular dabei.
Ich denke, das wäre schon mal ein Grund. Mit 35 facher Vergrößerung kann ein Planet auch nicht größer zu sehen sein,
oder ??? Müsste ich trotzdem ein größeres Bild haben ?
Ja und kollimieren ist doch nur bei unscharfen Bildern nötig, das hat doch mit der Größe nichts zu tun ?
Aber ich habe auch versucht zu kollimieren, bin doch wieder bei der Verlängerungshülse ins Straucheln gekommen. Muss die beim kollimieren im OAZ bleiben oder muss die raus ?

Danke! :)
 
Hallo,

Hülse draußen lassen. Bei dem relativ kurzen Newton mit f/5 musst du schon recht genau kollimieren für Hoch-Vergrößerung. Ich würde mir ein 4mm Okular besorgen für Planeten. Günstig und gut sind auch bei f/5 Planetary Okulare.

Aber egal wie gut die Okulare sind, Planeten beobachten braucht viel Geduld. Da heißt es schon mal minutenlang warten auf den großen kleinen Moment größter Luftruhe.

CU
Klaus
 
Hallo,

den Umgang mit den Instrumenten könntest Du am Mond üben.
Für Planeten ist ein 28mm Okular etwas wenig.
Vielleicht helfen Dir die Infos auf dieser Seite weiter, was die Okularwahl betrifft:
Deepsky Brothers

Gruß
Ronald
 
Hallo!

Zitat von Galaxia64:
Ja, ich habe ein Sky Watcher PDS Explorer BD NEQ 5 mit einer Syn Scan Go To. Es war ein 28 mm Okular dabei.
Ich denke, das wäre schon mal ein Grund. Mit 35 facher Vergrößerung kann ein Planet auch nicht größer zu sehen sein,
oder ??? Müsste ich trotzdem ein größeres Bild haben ?

Auf jeden Fall ein Teleskop, mit dem man gut Planeten beobachten kann.
Und ja, da haben wir den Grund! 35fache Vergrößerung ist super für ein recht großes Sichtfeld, größere Nebel, Galaxien oder Sternhaufen. Aber das ist nichts für Planeten.

Wie schon geschrieben, solltest du bei deinem Teleskop eher im Bereich von 300facher Vergrößerung fürs Planetenbeobachten sein!
Und dann ist Jupiter im Okular auch 8-9mal so groß wie jetzt mit deinem 28mm Okular. Dann solltest du auch deutlich mehr sehen!
Und daher: Nein, mit deinem aktuellen Okular hättest du kein größeres Bild haben müssen - es ist nur einfach ungeeignet zum Planetenbeobachten!

Zitat von Galaxia64:
Ja und kollimieren ist doch nur bei unscharfen Bildern nötig, das hat doch mit der Größe nichts zu tun ?
Aber ich habe auch versucht zu kollimieren, bin doch wieder bei der Verlängerungshülse ins Straucheln gekommen. Muss die beim kollimieren im OAZ bleiben oder muss die raus ?

Du hast schon recht, mit der Größe hat das natürlich nichts zu tun. Aber gerade an Planeten merkt man oft gar nicht, dass eigentlich alles unscharf ist, bis man nach erfolgreicher Kollimation wieder durchsieht und verwundert ist, wieviel mehr Details der Planet plötzlich hat.

Wie kollimierst du denn? Nur mit dem Auge? Mit einem eigenen Okular? Mit Laser?
So oder so - ansich würde ich die Verlängerungshülse dabei weg lassen.

Du kannst ja auch mal an einem Stern testen, ob dein Teleskop schon gut kollimiert ist!
Dazu richtest du es auf einen Stern und stellst ihn dann bewusst unscharf. Einmal intrafokal (also mit dem Okularauszug weiter rein) und einmal extrafokal (also weiter raus).
Wenn der Stern dabei rund bleibt und der dunkle Fleck (=Schatten des Fangspiegels) genau in der Mitte liegt, ist dein Gerät gut kollimiert.
Das sollte dann etwa so aussehen:
Link zur Grafik: http://3.bp.blogspot.com/-ldBAWYBsgTw/UCS40d8RsdI/AAAAAAAABdw/sEXUESkwxkA/s640/250-1200_Nr4_Sterntest.jpg
(Bildquelle: http://interferometrie.blogspot.co.at/2012/08/)
(Klappt aber auch besser, wenn du ein Okular mit stärkerer Vergrößerung verwendest. Aber ob es grob passt, solltest du auch mit deinem 28mm schon erkennen. Wenn da nicht alles symetrisch ist, dann musst du unbedingt besser kollimieren - und auch dass ist einfach eine Sache der Übung.)

Grüße, Mario



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mario,

zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Dir für Deine
verständlichen Infos und Ratschläge bedanken.
Du hast meine Fragen wirklich so beantwortet, dass ich nun zuversichtlicher bin. Habe natürlich auch schon viel gelesen, aber in der Praxis sieht manches anders aus und es fehlt dann eben die Erfahrung oder jemand, den man mal schnell fragen kann. Ich hatte nämlich schon gedacht, dass mein Gerät nicht in Ordnung ist.
Habe erst mit der 1-2-3 Methode mit den Augen versucht zu kollimieren, aber ich war mir nie sicher, ob das wirklich korrekt ist. Deshalb habe ich mir einen Laser Kollimator gekauft. Musste nun aber feststellen, dass kein 2" Adapter dabei ist. Habe nun den Laser mit einer Lage Pflaster und Thesafilm beklebt, sodass er in die Steckhülse passt. Ich glaube, so ganz 100%ig war das nicht. Werde mir wohl auch noch einen Adapter kaufen müssen. Versuche jetzt aber erst einmal mit dieser Stern-Methode, ob nicht schon gut kollimiert ist.
Und wenn - bestelle ich mir ein ordentliches Okular, damit ich endlich einen richtigen Jupiter sehe. :)

Also, noch einmal vielen Dank und ein schönes restliches Wochenende wünscht Rosita :)
 
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