Hallo Andre,
das mit den besseren Wetteraussichten für das WE haben ja bereits andere geklärt.
ich möchte daher mal etwas mehr auf Deine letzte Frage
Gibt es eine Möglichkeit trotzdem einen Beitrag vllt sogar zur astroforschung beizutragen?
eingehen.
So pessimistisch wie Guido, sehe ich das nicht:
Es gibt auch heute noch einige Gebiete, auf denen man als Amateur durchaus relevante Beiträge zur Forschung leisten kann!
Wie Guido aber auch schon schreibt, ist Forschung ein sehr intensives und vor allem extrem systematisches Arbeiten an einem Thema. ...und ja, viele Amateure, die so etwas in ihrer Freizeit machen, haben einen beruflichen Hintergrund mit anderweitiger Forschung und sind sich bewusst, wie man zielgerichtet und voll fokussiert an einem Thema so arbeitet, das man akademisch verwertbare Erkenntnisse erzielt.
Mal "ebenso nebenbei" wissenschaftliche Daten sammeln wird in der Regel auch nicht funktionieren. Wenn macht man oftmals nur das und nichts anderes. Die meisten mir bekannten "ernsthaften Amateurforscher" habe ihre Ausrüstung dementsprechend auch auf ihr spezielles Betätigungsfeld hin optimiert und bauen ihr Setup auch nur selten um.
Da Du schreibst, dass Du ein hauptsächlich visuell beobachtender Neuling bist, muss ich aber leider auch sagen, dass so gut wie alle wissenschaftlichen Arbeiten in der Amateurastronomie heute auf fotografischem Wege und dann meist auch mit Computerunsterstützung erfolgen. Fast immer werden dabei gekühlte CCD- oder CMOS-Kamera eingesetzt. In den einfachsten Fällen kann aber auch bereits eine Videokamera oder DSLR ausreichen. Je nach Arbeitsgebiet kann es aber sogar sein, dass neben der Kamera auch noch weiteres Spezialzubehör benötigt wird. Besondere optische Filter und eine Möglichkeit zur genauen Zeiterfassung im (Sub-) Sekundenbereich sind hier noch das einfachste und preiswerteste - es kann bis hin zu komplexen Spektrometern oder gar Spezialteleskopen gehen.
Das hört sich jetzt alles erst einmal recht kompliziert und teurer an, wenn Du aber wirklich Interesse an solchen Beobachtungen hast, ist vieles auch bereits mit kleinem Equipment und teilweise sogar auch unter lichtverschmutztem Himmel möglich. Man muss sich halt nur die entsprechende Nische suchen...
Was mir jetzt so spontan einfällt (ohne irgendeine Wertung) sind:
- Periodenbestimmung an veränderlichen Sternen
- Heliigkeits- und (Koma-) Durchmesserbestimmung an Kometen
- Beobachtungen von Sternbedeckungen durch Objekte unseres Sonnensystems (Mond, Planeten, Plantenmonde oder Kleinplaneten)
- Lichtkurvenbestimmung von Kleinplaneten
- Lichtkurvenbestimmung von Novae und Supernovae
- Positionsbestimmung von Kleinplaneten (hier sind heute aber eigentlich nur noch die neu entdecktn Objekte interessant, deren Bahnen so aussehen, als ob sie der Erde in Zukunft gefährlich nahe kommen könnten, die sog. NEOs)
- (Langzeit-) Überwachung von eruptiven veränderlichen Sternen
- spektroskopische Überwachung von sehr engen Doppelsternen mit Masseaustausch
- photometrische Beobachtung von Exoplanet-Transiten
- für diejenigen, die Interesse an der DeepSky-Fotografie haben, gibt es noch die Möglichkeit bisher unbekannte Sternströme auf sehr tief belichteten Galaxienbildern zu entdecken
Dabei sind die Punkte 1,2 und 3 teilweise auch visuell möglich. Je nach Helligkeit der beobachteten Objekte sind einige der Punkte auch mit kleinen Teleskopen bearbeitbar. In der Regel sollte man aber schon größere Geräte (> 20cm Durchmesser) einsetzen. Für (10) sind sogar kleine weitwinklige Geräte durchaus vorteilhaft.
Was heute IMO keinen großen Sinn mehr macht, aber noch in vielen älteren Astronomiebüchern zu finden ist, sind solche Sachen wie die gezielte Suche nach neuen Kometen, Kleinplaneten, Novae oder Supernovae. Da sind die Profis mit ihren teilweise automatisch arbeitenden (Groß-) Geräten deutlich im Vorteil. Aber vielleicht man ja auch Glück und man macht einen Zufallsfund ... es soll ja hin- und wieder auch heute noch mal passieren. Wobei die meisten dieser Funde sich im Bereich jenseits der 20. Größenklasse bewegen.
Das alles war jetzt nur im visuellen bereich des Spektrums. Was im Bereich der Radioastronomie für Amateure wissenschaftlich machbar ist, kann ich leider nicht beurteilen...
Viele Grüße,
Axel