"Schleifen von f5 auf f4

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Joehansman

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an die Spiegelschleiferexperten:
1. Was würde es kosten, einen 3oo/f5 auf 300/f4 zu schleifen?
2. Wer würde sowas machen?
3. Wo könnte ich den Spiegel neu belegen lassen?

Oder wäre es besser, den Spiegel zu verkaufen und einen z.B. Orion UK neu zu kaufen.
Für Eure Tipps wäre ich dankbar.

LG Jochen
 
Hallo Jochen,

Ich bin kein Schleifer, aber das Umschleifen wird nicht sinnvoll sein.
Du mußt durch alle Körnungen durch um die f/4 Form zu kriegen und dann noch Parabolisieren und Verspiegeln lassen natürlich auch. Finanziell lohnt das sicher nicht, außer du findest jemand, der es als Experiment machen will und die eigene Zeit nicht berechnet.

300 f/4 Spiegel fangen bei 600Euro an, je nach Qualität.

Warum willst du das denn machen? Was erhoffst du dir, wofür willst du ihn nutzen? Einen neuen/geänderten Tubus wirst du wohl auch brauchen.

Grüße, Martin
 
Hallo Jochen,

leider ist das keine gute Idee.
Es ist sehr viel sinnvoller, den F/5 zu verkaufen und durch einen F/4 zu ersetzen.
Spiegel neu belegen geht z.B. bei Aluna oder Befort.

CS Mike
 
Für den Preis könntest du auch mit einem ASA Reducer *0,73 arbeiten.
Dann hättest du ein Öffnungsverhältnis von f3,65 und dazu noch einen top Komakorrektor.
Mit einer guten Barlow und einem Baader Komakorrektor hättest du insgesamt 3 sinvolle Brennweiten mit einem Gerät.


 
Hallo Jochen,
bist Du mit dem f/5 zufrieden?
Wenn ja, gib ihn nicht aus der Hand, bevor Du nicht etwas besseres gefunden hast!
Gerade zu Orion.Uk liest man sehr unterschiedliche Meinungen im Netz, deren Wahrheitsgehalt ich nicht beurteilen möchte.
Selber bei gutem Seeing durchschauen ist immer die bessere Idee!

cs Kai
 
An alle Ratgeber:
Vielen Dank für eure Antworten. Es hilft mir weiter.

Ich favorisiere den vorschlag mit dem ASA-Teil.

Der Spiegel ist ein Zerodur 300/1505 mit 0,91 Strehl.

Zu UK-Spiegel: Ich habe hier einen gebrauchten Newton mit einem 10/f4,7 gekauft, der nach professionellem Optiktest ganz hervorragend ist. Glück gehabt.
Sollte sich die Quali bei UK Orion verschlechtert haben?

Liebe Grüße
Jochen
 
Hallo Jochen,
Kommt immer darauf an, wer und wie gemessen hat, aber wenn er gute Bilder macht dann lass ihn besser so.
Umdschleifen macht aus dem Spiegel zunächst wieder einen Rohling (in diesem Fall ein Top-Rohling) und die anschließende f/4 Parabel kostet soviel wie eine f/4 Parabel eben kostet - abzüglich Rohling, inclusive Bruchrisiko und ohne Garantie wieder Strehl 0.91 zu erreichen.

Sollte sich die Quali bei UK Orion verschlechtert haben?
Keine Ahnung!
Ich interpretiere nur, was andere geschrieben haben:
Zum Beispiel ---> hier
und darin speziell ----> das hier
Dabei ist gegen einen Spiegel mit "echten" Strehl 0.70 nichts einzuwenden, sowas ist am Stern nicht auffällig! Die Aberrator-Simulation zeigt das sehr schön und daher kommen sicher auch die Verwirrungen - die Praktiker sagen: Guter Spiegel!
Die Theoretiker sagen: Protokoll gefälscht!

Das hätte Orion nicht nötig, denn an der Reputation von REOSC gibt es anderseits nichts zu mäkeln. Immerhin hat die Story von deren 8m Spiegeln für die ESO keine solchen Ungereimtheiten und da haben ein paar mehr Leute drübergeschaut.

Oder sind sie nur sauer, dass Orion für sich in Anspruch nimmt, die weltbesten Spiegel zu schleifen?

cs Kai

ps. Ich selbst würde einen Zerodurspiegel nur gegen einen deutlich größeren aus schnödem Pyrex tauschen!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Freunde,

... An den Messergebnissen nach Deinen Standards bin sicher nicht nur ich interessiert...

lt. Zygo- Messprotokoll von Orion Optics UK hat der Spiegel Strehl= 0,982 bei 632,8 nm. Das wären bei grün 550 nm immer noch prächtige S=0,976.

Es dürfte euch bekannt sein dass die gesicherte messtechnische Nachprüfung auf Richtigkeit obiger Daten ziemlich aufwändig ist, wenn man kein Zygo im klimatisierten Prüfraum verfügbar hat. Diese spezielle Prüfung hab ich im Programm. So´n bisschen hab ich natürlich schon geprüft und nix negatives gefunden. Aber bevor ich Daten rauslasse muss ich noch mal gründlich absichern...

In erster Linie interessiert mich natürlich der Strehl des Teleskops. Der Spiegel ist nämlich mittlerweile in meinem neuen f/10- Cassi mit Nasmyth- Fokus verbaut. Der passende Sekundärspiegel ist ebenfalls fertig und das Ganze steht auf einer erhöhten ÄQ-Plattform und wartet jetzt auf FL. Das hatte ich so schon mit dem eigenen f/5 Spiegel als f/14 Cassi -Nasmyth ausprobiert. Sehr bequem, aber f/10 ist für DS besser geeignet als f/14 und mit einem f/4 Primärspiegel krampfloser realisierbar.

Vom Entschluss obigen F/4 Spiegel zu kaufen incl. Sekundärspiegel und Teleskop ferigstellen sind genau 19 Tage vergangen. Wenn ich mich auf die Änderung meines F/5- Spiegels eingelassen hätte könnte jetzt vielleicht gerade mit dem Polieren anfangen.

Gruß Kurt
 
Hallo Kurt,
du wirst doch nicht noch zum einen Käufer werden? :augenrubbel:
Das wäre ja schade. Ein bisschen Zeit hast du ja schon, oder? :gutefrage:
Na ja, spätestens, wenn es ein f/7 Cassi werden soll, muss ein f3 HS her, da kannst du ja wieder selbst Hand anlegen. ;)
Viele Grüße
Jörg
 
Hallo Jörg,

du wirst doch nicht noch zum einen Käufer werden?...

gelegentlich schon, wwenn es sich zeitlich lohnt wie jetzt bei dem 300mm f/4 von Orion Optics UK. "Dummerweise" war das Teil nämlich bei TS lagerhaltig. Ich hab damit also ziemlich schnell ein "Hybrid- ATM" Cassi gebaut: HS gekauft, FS Tubus Selbsbau äquatoriale Plattform auch gekauft, Anpassung an richige Arbeitshöhe und Tubus wieder Selbstbau.

...Das wäre ja schade. Ein bisschen Zeit hast du ja schon, oder?
Na ja, spätestens, wenn es ein f/7 Cassi werden soll, muss ein f3 HS her, da kannst du ja wieder selbst Hand anlegen.

So etwas in der Art schwebt mir tatsächlich vor...aber wenn schon dann in 16"...Vermutlich liegt nirgends ein F/3 dieses Kalibers mit Qualitätsgrarantie zum Verkauf--oder?"

Gruß Kurt
 
Hallo Kai,

ich habe mir gerade mal deinen Link angeschaut:

http://astrochonum.com/Metrologie/miroir300_OO_v2.pdf

Das Orion UK Zygo-Gramm und das von REOSC angefertigte Gegenstück
erscheinen mir tatsächlich von der selben Optik zu sein.
Was mich verwundert ist der Unterschied beim RMS um den Faktor 3 (!)
Ich meine:
Einen Faktor 2 würde ich ja noch verstehenm aber Faktor 3 ?

Ich habe mal bei einem Sternfreund in Witten einen 200mm f/4,5
Orion UK Newton bei gutem Seeing sterntesten können.
Der Sterntest zeigte daß diese Optik in Bezug auf sphärische Aberration
gut war. Es gab aber eine flache ringeförmige Zone.
Ein wenig stärker defokussiert konnte ich eine etwas zonige Wellenfront sehen.
Aber alles in allem war das ein Spiegel von dem ich annehmen würde
daß er in etwa so gut war wie auf dem Zygogrann angegeben.

Naja. Wie auch immer.
Ich weis schon warum ich Teleskope trotz Interferogrammen
auch immer am Stern teste. Und wenn es nur geschieht um
die Justage des Teleskopes zu überprüfen.

Gruß, Karsten
 
Hallo Karsten,
Was mich verwundert ist der Unterschied beim RMS um den Faktor 3 (!)
Ja, schon komisch.
Vielleicht gibt es an so einem Zygo eine Checkbox wo man den Skalierungsfaktor für den RMS eingeben kann? ?)
Damit bleiben die Oberflächenstrukturen erhalten, das Igramm passt zum Spiegel und alles sind zufrieden.

Aber alles in allem war das ein Spiegel von dem ich annehmen würde daß er in etwa so gut war wie auf dem Zygogrann angegeben.
Das ist ja gerade das schwierige. Niemand kann per Sterntest eine Zahl an eine Optik schreiben.
Wenn man aber bei 0.99 Strehl immer noch Zonen sieht, dann stimmt was nicht.

Meine Meinung ist, dass man als Hersteller irgendwann mitbekommt, welche Qualität bei welcher Öffnung notwendig ist. Die Toleranzen hängen vom Seeing ab und werden nach oben etwas lockerer. Also gehen sie her und erklären eine Optik für fertig, wenn alles in diesen den Toleranzen liegt. Zum Beispiel liegt zwischen Strehl 0.97 und 0.99 eine glatte Halbierung der Rest-Buckel und damit tagelange Polieraktion. Den Aufwand kann man sich eigentlich sparen weil das keiner mehr sieht.

Und weil die Leut auf Zahlen stehen und sich das gut als Werbung macht, wird einfach frisiert.

Genau diese Toleranzen habe ich bei meinen großen, ultradünnen Spiegeln ausgenutzt. Allerdings musste ich nix skalieren weil diese Stücke praktisch unverkäuflich bleiben. Ich war jedenfalls froh überhaupt in den Toleranzbereich zu kommen, denn ein Teil davon geht für unvermeidliche Verbiegungen drauf.

So, und jetzt schaun' mer mal was Kurt's Spiegel macht.
Wenn er die Protokollwerte erreicht, steh ich nämlich dumm da :schwitz:

Wobei das dann wirklich gute Werbung für Orion wäre, und ich gönne es ihnen ja auch. Einen 12" f/4 sauber hinzubekommen verdient in jedem Fall Respekt.

Viele Grüße
Kai
 
Hallo Kai,

wenn ich mich recht erinnere dann sollte der 200mm f/4,5 so was um 0.95 Strehl haben.
Da bleibt noch Spielraumm für eine flache ringförmige und etwas flächige Zonen.

Kurt hat einen 12" f/4 Austauschspiegel von Sven Wienstein vermessen.
Der Spiegel hat dabei recht gut abgeschnitten, war jedenfalls über 0.90 Strehl.

Das Problem bei großen Spiegeln ist ja leider daß man nur äußerst selten
die notwendige Luftruhe hat um die per Sterntest zu überprüfen.

Bei 8" klappt das noch gut, bei 12" selten und bei 16" oder gar 20"
kann es lange dauern bis man so eine Nacht erwischt.

Mag sein daß ein Hersteller so etwas einplant...
Aber wenn der Hersteller ein Interferogramm nebst Auswertung
dem Spiegel beilegt dann muß diese Auswertung korrekt sein.
So sehe ich das jedenfalls.

Viele Grüße, Karsten
 
Hallo Karsten,
Aber wenn der Hersteller ein Interferogramm nebst Auswertung
dem Spiegel beilegt dann muß diese Auswertung korrekt sein.
So sehe ich das jedenfalls.
genau so sehe ich das auch.
Ein Spiegel mit hoch angegebnen Strehlwerten verkauft sich eben besser und mittlerweile scheinbar ausschließlich.
Alles was unter 95% Strehl liegt, geht bei den meisten potentiellen Kunden als Gurke durch. Wer misst den schon nach? Kostet ja auch wieder Geld.
Wie Kai schon schreibt, von 97% Strehl bis 99% Strehl ist die Halbierung der Höhentopografie notwendig.
Ich behaupte jetzt mal frech, das macht auf der Welt kein einziger Hersteller, weil das unter Umständen genauso lange dauert, wie die komplette Herstellung der Optik (einschließlich Schleifen) bis zum Erreichen der 97%.
Unmöglich ist es nicht, aber den Aufwand würde niemand bezahlen wollen.
Es ist übrigends nicht nur die Arbeit an so einer Optik, man muss höllisch aufpassen, das man bei derartig hohen Strehlwerten beim Messen und Auswerten alles richtig macht, um auch reproduzierbare nachvollziehbare Messergebnisse zu erhalten.
Ich bin trotzdem gespannt auf Kurt's Ergebnisse, vielleicht hat er ja ein sehr gutes Exemplar erwischt.
Sicher bin ich mir allerdings, dass die gewöhnlich angegebenen Zahlen auf den Messprotokollen von Orion nicht bestätigt werden.
Wenn sich die Zahlen wider Erwarten bestätigen sollten, wäre ich positiv überrascht.
Also Kurt,lass uns nicht so lange warten! :gutefrage:
Viele Grüße
Jörg
 
Hallo Jörg, liebe Mitleser,

...Also Kurt,lass uns nicht so lange warten!

da ich ja ebenfalls neugierig bin hab ich mir die entsprechende Messorgie für die nächste Schlechtwetterpriode vorgenommen. Letzteres kommt garantiert :cool:

Derzeit bin ich gerade dabei meine Messmimik zur Messung der Reflektivität aufzumotzen. Ob z.B. die HILUX – Beschichtung wirklich so gut ist wie im Datenblatt angegeben interessiert mich und andere ja ebenfalls.

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal zwei 8" f/5 (oder f/6?) von Orion Optics UK vermessen. Da stimmten die Strehl> 0.95 mit meinen Messungen überein. Die genauen Zahlen hab ich ganz bewusst „vergessen“.

Karsten schrieb:
…Kurt hat einen 12" f/4 Austauschspiegel von Sven Wienstein vermessen.
Der Spiegel hat dabei recht gut abgeschnitten, war jedenfalls über 0.90 Strehl…

Bei der Nachprüfung dieses Spiegels von Orion Optics UK ging es nur um die Bestätigung ob er „beugungsbegrenzt“ ist, wie bestellt oder nicht. Soweit ich mich erinnert kann lag der zuerst gelieferte Spiegel überzeugend unterhalb dieser Spezifikation. Das liegt aber schon mehr als 5 Jahre zurück.

Für weniger sachkundige Mitleser:
…Aber wenn der Hersteller ein Interferogramm nebst Auswertung
dem Spiegel beilegt dann muß diese Auswertung korrekt sein.
So sehe ich das jedenfalls…
Bei Nachprüfung zur Richtigkeit der Herstellerangaben meines 12" und f/4 wird der erforderliche Messaufwand erheblich höher werden, weil bei diesem Durchmesser u. a. das Lagerungsproblem auf dem Prüfstand eine Herausforderung für sich darstellt. Dann muss ich die Prüfstrecke unbedingt in einem allseits thermisch isolierten Kanal aufbauen, weil ich eben keinen klimatisierten Prüfraum habe. Dann muss man zwingend mehrere Messreihen durchziehen um aus den Streuungen der Einzelwerte einen handfesten Wert für die Reproduzierbarkeit zu bekommen. Falls dann tatsächlich statistisch gesichert einige Strehl% weniger herauskommen würden als im Zygo- Protokoll angegeben, könnte ich de jure garnix damit anfangen. Aber interessant wird das schon werden…

Gruß Kurt
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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