Re: Schleifmaschine bauen? ALDI machts möglich! :-
Hallo Winfried,
also, ob ich deine halsschmerzen kurieren kann, weiss ich nicht, aber vielleicht werden die ja
besser, wenn ich deine fragen beantworte.
Was im trog drin ist, scheint mir vielleicht eher nebensächlich gegenüber dem, was unter dem
trog ist!

Und da ist eingentlich nix weiter als eine angetriebene zahnscheibe aus
panzerholz mit exzentrischer lagerung sowie eine mitnehmerplatte für die glasscheibe,
das ganze auf einem linearen laufwagen, dessen einziger freiheitsgrad "links-rechts"
lautet.
Aber der reihe nach: im trog von oben nach unten: (bereits dünngeschliffene) 6-zoll schleifschale,
eben eine aus der von Adam Zmijewski
http://viperaglass.webpark.pl/pl/index.html) gelieferten
charge 10 stück boro-silikat-scheiben, durchmesser 150, stärke 20 mm, die er im
eigenem schmelzofen giesst.
Weil sie schon so dünn ist (abtrag pro spiegel ca. 1,5 mm), habe ich sie zur verstärkung
auf eine alu-scheibe gleichen durchm. geklebt.
Die grössere, runde alu-scheibe mit den vier roten kunststoff-stoppern ist die aufnahmeplatte
für die schleifschale darauf. Die stopper sind mit je einer M6-INBUS-schraube (rostfrei)
fixiert, die mittenbohrung um 0,5 mm aus dem zentrum versetzt, dadurch die klemmwirkung
bei drehung.
Die aufnahmeplatte hat an ihrer unterseite zentrisch einen 2 mm langen zapfen angedreht, der
in ein zentrisches loch einer bratpfanne (von ALDI

eingreift. Diese liegt verkehrt herum
mittig im weissen trog. Damit sie nicht verrutscht, ist sie in einen ring aus giessharz
mit alu-spänen eingegossen (ca. 15 mm stark), wobei der trog vorher mit schmierfett
aus trennmittel behandelt wurde.
Die pfanne hat am umfang vier eingefräste öffnungen, damit der glasschlamm den hohlraum
unter der pfanne ausnutzen kann: wenn das ganze dreht, hängt der glasbrei wie die motorradfahrer
im jahrmarkt-rotor schräg an der wand, doch wenn der trog stoppt, fliesst er zur mitte ab.
Interessanter finde ich meine idee, strich-erzeugung und rotation, bei der klassischen
ELGIN-maschine SEPARAT mit zwei antrieben realisiert, in einem aufwasch zu realisieren.
Exkurs:
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Striche nennt man die periodischen linear-bewegungen der beiden scheiben gegeneinander,
zumeist über die mitte gehend. Der variierende überhang bewirkt dann, dass die obere scheibe
(wird der spätere hohl-spiegel) mehr in der mitte abgetragen wird, während, die untere scheibe an
ihrem aussenrand ringförmig vom rollenden karbokorn angefriffen wird.
Damit kein zylinder, sondern eine kalottenform entsteht, lässt man die untere
schale aktiv rotieren, die obere wird durch einen mitnehmer-dorn in seinem zentrum
passiv gelagert, mit "passiv" sei die entstehende rotation als mitnahmewirkung mit schlupf
gemeint. Liegen die beiden scheiben gerade bündig übereinander, ist der schlupf (und der
schleifabtrag) null. An dem beiden umkehrpunkten des strichs ist der schupf und die schleifwirkung
optimal. Weil beide scheiben miteinander rotieren, entsteht kein zylinder, sondern eine
kugelkalotte (sphärischer spiegel) als gewünschte, optisch aktive spiegelfläche.
Es kommt ein nadellager zum einsatz, daher die zylindrische hülse am unteren ende des stabs,
die auf eine angedrehte kugel elastisch geklebt ist. Nadellager haben axialen freiheitsgrad, so dass
der spiegel bein einschleifen ruhig etwas absinken kann.
Hier ein animiertes bild zur Elgin-style-machine (warum die gelbe scheibe unten links den
oszillierenden arm nicht in fortlaufender drehung antreibt, scheint mir mehr ein darstellungsproblem
zu sein):
>>> Click on ANIMATION <<<
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.mindspring.com/~davebevel/grinder/MirrorGrinderAnimation.gif&imgrefurl=http://www.mindspring.com/~davebevel/grinder/grinder.html&h=520&w=515&sz=1245&tbnid=jFNUsCQC_rMJ:&tbnh=127&tbnw=126&start=13&prev=/images%3Fq%3Dmirror%2Bgrinding%2Bmachine%26hl%3Dde%26lr%3D%26client%3Dfirefox-a%26rls%3Dorg.mozilla:de-DE
fficial%26sa%3DN
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Es ist aber egal, ob ein oszillierender arm den spiegelrohling hin- und herbewegt,
oder aber, ob die untenliegende schleifschale striche-erzeugend oszilliert und rotiert,
denn es kommt nur auf die relativ-bewegung zwischen spiegel und schleifschale an.
Daher der feststehende stahlstab, an dem bei mir der spiegelrohling ortsstationär,
aber mit den freiheitsgrad der passiven drehbarkeit gehalten wird.
Zur erläuterung sei die glasscheibe abgenommen. Die vom zahnriemen erzwungene drehung
der hölzernen zahnscheibe lässt dieser einzig den freiheitsgrad zu, sich in ihrer drehung
nach vorn und hinten abzuwälzen, nicht aber nach links/rechts. Letzteres wäre nur möglich,
wenn sich der zahnriemen dehnen könnte. Die grüne linie deutet das auswandern des scheibenzentrums
innerhalb der drehung an.
Da sich der mitnehmerzapfen des laufwagens aber vom drehzentrum der zahnscheibe im abstand
der halben strichlänge (gleich strich-radius, im bild auf 20 mm eingestellt) befindet,
wird der laufwagen in richtung der gelben linie gefahren. Mit anderen worten: die rotation
der zahnscheibe wird in zwei senkrecht aufeinander senkrecht stehende, lineare einzel-
schwingungen zerlegt: den grünen blindanteil und den gelben nutzanteil).
Link zur Grafik:
http://www.mirror-matic.de/Astronomie/Apr08_04.JPG
Koppeln wir also die glasscheibe mit der zahnscheibe, indem wir an ihr eine stahlplatte ankleben,
die in die mitnehmer-lochpaare (rot) eingesteckt wird, haben wir rotation und lineare
oszillation (gelb) im kasten.
Zum verständnis: die ALDI-glasscheibe liegt dabei zentrisch über dem lagerzapfen des tischs (gelb),
NICHT im zentrum der zahnscheibe (rot).
Link zur Grafik:
http://www.mirror-matic.de/Astronomie/Apr08_07.JPG
Neben der gewünschten strichbewegung gibt es noch eine geringfügige ausgleichsbewegung
des zahnriemens in seiner länge, die durch eine nachgiebig gefederte umlenkrolle ausgeglichen wird (ca. 10 mm).
Link zur Grafik:
http://www.mirror-matic.de/Astronomie/Apr08_06.JPG
Das verhältnis von strichhäufigkeit zu drehzahl lautet naturgemäss 1:1 und ist damit typisch für die Elgin.
Der antrieb des zahnriemens ist völlig konventionell: 24 Volt Gleichstrom-Motor (aus krankenbett, eBay),
phasenanschnittssteuerung an der primärseite des ringkerntrafos mit gleichrichter im sekundärkreis
zum stellen der drehzahl, am motor zweiter zahnriemenantrieb, ca. 1:8 untersetzend.
Link zur Grafik:
http://www.mirror-matic.de/Astronomie/Apr08_05.JPG
Hier die gesamtansicht:
Link zur Grafik:
http://www.mirror-matic.de/Astronomie/Apr08_02.JPG
lutzliebers@gmx.de