Schmidt-Newton 10" auf LXD55 für SLR

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axelern

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Mir ist ein 10" SN auf LXD55 angeboten worden (VB 1500.-).
Frage: Wie beurteilen die Experten die Foto-Tauglichkeit?
Info dazu: Bei meinem Newton habe ich bis jetzt trotz aller
möglichen Adapter meine SLR nicht in den Fokus bringen können, anders als mit meinem kleinen Refraktor.
Ausserdem habe ich irgendwo gelesen, die LXD55 sei Zitat:
"wie ein Erdbeben".
Wenn jemand Erfahrungen besitzt mit der o.a. Geräte-
Kombination würde ich mich freuen davon zu hören.
 
Hallo,

vergiß es! Das mit dem Erdbeben ist noch sanft untertrieben. Alles über 6" funktioniert
nicht auf der LXD55. Die LXD55 ist außerdem ein Auslaufmodell, was schon gar nicht mehr
produziert wird, also auch ein Grund da nicht mehr einzusteigen. Wenn Du schon einen 10" Newton
hast, bringt Dich der 10"Schmidt Newton auch nicht viel weiter. Wo liegt denn der Fokus bei
Deinem Newton. Wenn er nicht zu weit daneben liegt, sollte sich doch durch Verschieben des
Hauptspiegels oder einen anderen OAZ was machen lassen.
 
Hi!

Also ich muss ebenfalls sagen: Vergiss es!

Ich hatte den besagten 10" SN von Meade schonmal auf dem Arm.
Das ist ein ganz schönes Trumm, der ist wesentlich gewichtiger, als er aussieht.

Ich finde der ist für die LXD55 mindestens 3 Nummern zu groß/schwer.
Gerade wenn es um die Fotografie gehen soll, ist diese Kombination nichts.
Ich empfand die LXD55 mit dem 8" SN schon als Grenzwertig belastet, und auch die LXD75 mit dem 8" SN war nicht so ganz mein Geschmack. Ich glaube ein C11 auf einer GP ist stabiler Montiert als ein 10" SN auf der LXD55, und sowas macht ja auch keiner.

clear skies,
André

 
Hallo,

Auch ich muss dier von dieser Kombination abraten. Ich habe selbst die LXD 55 mit 5" Refreaktor gehabt. Nur mit einem guten Holzstativ war diese Kombination noch brauchbar einzusätzen. Die LXD 55 ist einfach für die Teleskope die Meade damit anbietet zu schwach. Außerdem wird sie seit November 2004 nicht mehr produziert und ist durch die LXD 75 montierung ersetzt worden. 1.500 € halte ich eher für den Versuch des Verkäufers dem Kunden viel Geld aus deer Tasche zu ziehen. Normalerweise sagt man bei Auslaufmodellen, dass sie zum halben Neupreis verkauft werden. Also ca. 1000 bis 1100€ maximal. Dann kanst du die Montierung verkaufen ca. 400€ bis 500€ und dir eine gebrauchte EQ 6 kaufen für 400€ bis 600€.
Allerdings ist das mit dem Fotografieren mit dem Schmidt Newton so eine Sache. Zum einen ist der Auszug zu schwach um schweres Zubehör wie einen Off Axsis Guider und die DSLR zu halten. Zum anderen kann es zu häßlichen Reflexionen auf der Schmittplatte kommen. Das ist ein Fehler der durchaus auftreten kann.
Insgesamt würde ich den Schmidtnewton nicht zur Fotografie empfehlen.
Die LXD 75 Teleskope werden ja auch alle in China produziert. Also warum dann nicht gleich einen Asiaten. Ein 200/800 GSO Newton mit EQ6 Kostet neu z.b. bei TS mit allen Adaptern und Komakorrrektor ca. 1.200€. Dann noch Leitrohr oder Off Axsis Guider drann und es geht Los mit zwei Jahren Garentie.
Ich hoffe das ich weiterhelfen konnte.
MFG und CS

Jan
 
Ja ich schließe mich allen Vorrednern an. Ich habe selbst den 8er auf der LXD-75 und denke, dass 10" einfach zu viel wird. Der 8 Zöller wird bei mir problemlos getragen, vorallem dank des verbesserten Stativs gegenüber der LXD-75 und mit neuem OAZ wird jetzt auch das Fotozubehör verkraftet. Sobald es wieder aufreisst werde ich versuchen den Beweis anzutreten, dass fotografisch doch was geht.
Gruß,
Jan-David
 
Hallo,

Erstmal Vielen Dank für die wertvollen Hinweise an alle !
Ich werd sie jetzt erstmal ausdrucken und dann die Tips
nacheinander durchgehen.
Und ich werde mir das Gerät in der nächsten Nacht einfach
mal vorführen lassen, speziell was die erwähnte Möglichkeit
der Reflektionen der Schmidt-Platte angeht.
Die Unzulänglichkeiten des Stativs sind nicht so wichtig,
bin gerade dabei im Garten ein Stahlrohr einzuzementieren.
Darauf wird dann bei Bedarf das Teleskop gesetzt werden.
... und tagsüber (hoffentlich) der Sonnenschirm ;-)
Gruß, Axel
 
Hallo Alle,

jetzt muß ich ach meinen Senf dazu geben... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Für die Langzeit-Astrofotografie war der 10"SN auf der LXD 55 nie gedacht und wurde so auch nie beworben. Es könnte mit der Stahlsäule gerade mal so eben bei Windstille funktionieren, muß aber nicht. Die Optik ist übrigens nicht nur in China gemacht, die komplexen Teile wie Schmidtplatte und Gesamtabgleich des Systems kommen aus Amerika.
@andre: "Ich glaube ein C11 auf einer GP ist stabiler Montiert als ein 10" SN auf der LXD55, und sowas macht ja auch keiner."
Wirklich nicht? Wenn mich nicht alles täuscht gibt es da ein entsprechend montiertes 11"SC auf einem GP-Klon namens ADV. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
Die Kombination 8"SN/LXD75 ist wirklich gut für Fotografie geeignet, siehe
http://www.astronomie.de/bibliothek/artikel/supernova/supernova_m51/index.html

Clear Skies

Tassilo
 
Grüß dich Tassilo,

@andre: "Ich glaube ein C11 auf einer GP ist stabiler Montiert als ein 10" SN auf der LXD55, und sowas macht ja auch keiner."
Wirklich nicht? Wenn mich nicht alles täuscht gibt es da ein entsprechend montiertes 11"SC auf einem GP-Klon namens ADV.

Okay, Tassilo du hast mich! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Baader empfiehlt diese Kombination ja sogar für die Astrofotografie, wobei die Belichtungszeit aber 20min nicht überschreiten sollte (O-Ton).

Dann korrigiere ich mal meine Aussagen von oben.
Es müsste also nun heißen:
"Ich glaube ein C11 auf einer GP ist stabiler Montiert als ein 10" SN auf der LXD55, und sowas macht ja auch keiner, der bei klarem Verstand ist und ein wenig Erfahrung hat." Damit können wir dann sicher beide leben, oder!? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ergänzend dazu möchte ich aber noch erwähnen, dass ein Bekannter von mir nun schon seit Jahren sein C11 visuell auf einer DX nutzt. Das funktioniert eigentlich ganz gut und Wind gibts ja hier in unseren Landen nachts eh fast nie, also bei wolkenlosem Himmel. Würde ich nicht weiter empfehlen, kann aber funktionieren.

besten Gruß,
André
 
Und nochmal moin, moin

Da ich aber nicht bei klarem Verstand bin nutze ich ein 10"LXD75 visuell, und mache auch (hin und wieder) Bilder damit:

Naja, das war nun auch mehr auf die C11 Geschichte bezogen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Naja...durch das "(hin und wieder)" und die Sache dem "schweren Stativ" konntest
du dich aber noch einmal retten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


besten Gruß und schönen Start ins Wochenende,
André
 
Hallo Tassilo,

Für die Langzeit-Astrofotografie war der 10"SN auf der LXD 55 nie gedacht und wurde so auch nie beworben.
Leider hat die LXD 55 ein f/4 Öffnungsverhältnis, und daher ist für visuelle Beobachtung auch nicht gut geeignet! Vor ein Paar Jahren habe ich ein Meade Katalog bekommen, und war damals sehr enttäuscht, daß dieses System war nur als f/4 angeboten, und außerdem nicht gut nach Koma korrigiert. Die Werbung erklärt daß das Koma sei nur 1/2 so viel als bei einem Newton. Das ist noch zu viel Koma! Ein viel besserer SN Entwurf ist der Wright-Schmidt Newton wobei das Koma (aber nicht Astigmatismus) völlig eliminiert wird.

Die Tragödie ist, angesichts die hoch Qualität anderer Meade Produkte, die LXD 55 mit einem vernünftigeren Öffnungsverhältnis von f/5 oder f/6 (Wright-Schmidt, natürlich) und einer stabileren Montierung, ein ausgezeichnetes Teleskop wäre, fotografisch und visuell.

Grüße,

Harrison
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Harrison,

erstens entpricht das Koma eines f/4 SN ziemlich genau dem Bild das ein f/6 Newton erzeugt. Ein f/6 Newton wird allgemein als recht gut anerkannt. Ich benutze das Gerät selber und bin zufrieden. Für die Fotografie kann man ja auch noch einen Komakorrektor verwenden.
Der Wright-Newton ist ein sehr schönes Gerät, erfordert aber einen höheren Fertigungsaufwand, weil der Hauptspiegel auch deformiert werden muß. Für den Preis des SN deshalb nicht zu machen.

Clear Skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

Naja, genau genommen kommt 1/2 das Koma eines f/4 Newton mit f/5,66 vor. Tatsächlich ist der Wright-Schmidt Newton ein ganz praktisches Teleskop für kommerzielle Herstellung. Der Hauptspiegel ist nicht deformiert, sondern hat eine abgeplattete ellipsoide Figur. Dieser Hauptspiegel unterscheidet sich von einem Sphäroid genau so viel wie ein parabolischer Spiegel, nur in der gegenseitige Richtung. Deswegen soll die Fabrikation der Hauptspiegel nicht teurer sein als für ein ähnliches Paraboloid. Ich bin davon überzeugt, daß obwohl der Fertigungsaufwand ein wenig höher sei, die zusätzliche Kosten würden nicht mehr als 15% - 20% übertreffen.

Danke für deine Bemerkungen. Vielleicht könnte Meade ein f/5 Wright-Newton in der Zukunft anbieten. Ich würde einen gerne kaufen!

Grüße,

Harrison
 
Hallo Harrison,

mein OSLO sagt f/6.
"Der Hauptspiegel ist nicht deformiert" Wie verträgt sich das mit der Aussage "sondern hat eine abgeplattete ellipsoide Figur"? Also ist der doch gegenüber der Sphäre deformiert (z.B. Faktor 1,561 beim 200mmf/4). Deine Aussage über den Fertigungsaufwand ist reine Spekulation, die Kostenabschätzung ebenfalls.

Clear Skies

Tassilo
 
Am besten und einfachsten duerfte wohl ein ganz normaler newton mit gutem spiegelset sein, zusammen mit einem ordentlichen komakorrektor (paracorr).
damit laesst sich auch f/4 (f/4.5 mit paracorr) erzielen und man muss keine kompromisse mit den SNs bezueglich bildqualitaet eingehen (habe selber einen gehabt, cometcatcher, und den 8er von meade als leihgabe von einem freund).

mischa
 
Hallo Tassilo,

Unseres Mißverständnis geht um die Definition des Wortes "deformiert". Ich ging falsch dovon aus, daß du meintest dabei mehr als eine einfache kegelschnittliche Figur, wie, zum Beispiel kommt gelegentlich in den Schiefspieglern und anderen exotischen Teleskopen vor. Ich entschulde mich für dieses Mißverstandnis. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> Hoffentlich sind wir jetzt in diesem Punkt einverstanden!

Meine Aussage über den Fertigungsaufwand ist überhaupt nicht reine Spekulation. Wenn du hast das Buch Advanced Telescope Making Techniques: Volune 1 Optics vom Willmann-Bell Verlag zur Verfügung, du kannst selbst den Beitrag "A Visual Wright Telescope" von Edgar Everhart lesen. Darin gibt es einen detaillierten Bericht über die Fabrikation diesem Teleskopetyp.

Mischa: Du hast recht insofern der einfache Newton reicht aus in den meisten Fälle. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Dennoch ist der Komakorrektor keines Allheilmittel. Generell ist es nicht möglich nachträglich einen einzigen Abbildungsfehler zu korrigieren ohne die Korrektur anderen Aberrationen zu kippen. Das heißt, zum Beispiel, daß der Komakorrektor würde möglicherweise geringe Sphärische Aberration einführen. Allerdings dieser Defekt würde wahrscheinlich nicht bemerkbar mit geringer Vergrößerung und in Deep Sky Fotografie.

Es besteht die Möglichkeit ein SN zu bauen daß dem einfachen Newton deutlich überlegen sei. Leider sind die bisher kommerziell produziert SNs nicht in diesem Liga.

Viele Grüße,

Harrison

 
Hallo Harrison und Mischa,

@harrison: alles was von der Sphäre abweicht vervielfacht den Fertigungsaufwand in der Serienfertigung. Ich kenne das Buch und bestreite auch nicht die Möglichkeit ein derartiges System zu fertigen. Es wird nur einfach erheblich teurer als die jetztigen SN.
@mischa: Auf der Achse ist der Newton ungeschlagen. Es geht aber hier um die Schärfe im Feld. Ein perfekt gefertigter 200mm f/4 Newton hat ein beugungsbegrenztes Feld von nur ca. 2mm Durchmesser. Da lohnt es sich schon darüber nachzudenken wie man dieses Feld größer bekommt. Ein 250mm f/4 SN von der Stange mit einem optimierten zweilinsigen Ross-Korrektor liefert z.B. ein Feld mit gleicher Abbildungsleistung das fast 30mm Durchmesser hat. Das kann kein f/4 Newton, weil ein normaler Komakorrektor immer das Bild in der Bildmitte zumatscht damit es am Rand dafür besser wird. Eine vergleichbare Leistung schafft nur ein System nach Lourie-Houghton, aber das wird deutlich schwerer wegen der beiden großen Linsen vorne.

Clear Skies

Tassilo
 
OK, einverstanden. Dennoch bleibe ich bei meinem früheren Gutachten von 15% -20% zusätzliche Kosten für den Wright SN. Die Fertigungschwierigkeiten eines abgeplatteten Ellipsoids unterscheidet sich wesentlich nicht von den Schwierigkeiten für ein Paraboloid desselben Durchmeßer und Brennweite.

Gruß

Harrison
 
Nochmals vielen Dank für die vielen Tips
und Anregungen.
Weiss nun deutlich mehr als vorher, und das
war ja der Sinn vons Janze.
Grüsse
 
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