Schmidtplatte falsch rum eingebaut?

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tdaiber

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Hallo,

hat jemand Erfahrung damit, welche Abbildung zu erwarten ist, falls die Schmidtplatte bei einem SC falsch herum eingebaut wurde?
Konkret handelt es sich um ein Celestron Gerät mit Hyperstar Option. Beim Einbau des Hyperstar drehte die Halterung in der Schmidtplatte mit. Einzige Option war Ausbau der Platte und Demontage der FS Halterung, insbesondere zur erforderlichen Reinigung der Platte. Ich bin zwar einigermaßen sicher, sie wieder richtig rum eingebaut zu haben, aber ein Rest Zweifel bleibt immer :)
Bis auf eine leichte Dekollimation sehen die Beugungsscheibchen intra- und extrafokal für mich gut aus bzw. wie gewohnt bei 220x und höher.

Besten Dank im voraus.

Gruß
Torsten
 
Hallo Torsten,

Die Schmidtplatte hat eine Brennweite um die 100 Meter. Selbst wenn die Platte verkehrt eingebaut wurde, dürfte das nur marginale Auswirkungen haben.
Es ist zu befürchten, dass das in der Produktion auch nicht so genau genommen wird...

Grüße
Jörg
 
Hallo Jörg,

danke für Deine Antwort. Nach allem, was ich bislang über SCs gelesen habe, ist die Form der Schmidtplatte schon etwas komplizierter, um die Fehler des einfachen Kugelspiegels auszugleichen. Vermutlich werde ich wohl doch genug Neugier aufbringen, die Platte mal umzudrehen :)

Gruß
Torsten
 
Hallo

Da hab ich schon Anderes gelesen statt "ist vollkommen egal".
Bitte um Aufklärung.

Gruss

Peter
 
Zitat von sparrows69:
Hallo
Da hab ich schon Anderes gelesen statt "ist vollkommen egal".
Bitte um Aufklärung.
Gruss
Peter

das liegt daran, daß speziell in der Amateurastronomie extrem viele Leute unterwegs sind, die Teilwissen verbreiten oder nachplappern ohne sich wirklich auszukennen.
Die Schmidtplatte korrigiert die sphärische Aberration, der genaue Abstand ist also fast egal. Die 4mm Unterschied wenn man sie umdreht spielen jedenfalls keine Rolle.
Und ob man sie umdreht, macht der Korrektur auch nichts aus, also ob die Ablenkung der Strahlen an der Vorder- oder Rückseite erfolgt.
 
Dennoch eine Bemerking,

Wenn die Schmidtplatte einen asymmetrischen Astigmatismus hat (wegen der Herstellungsweise der Schmidtplatte bei Celestron) macht es aber Unterschiedt. Dann ist die eventuelle Retouche am Sekundarspiegel genau spiegelverkehrt. Da aber bei dir der Sekundarspiegel rausgenommen ist, ist es wieder egal..... kannst es doch nicht ändern.

Gruß, Harrie
 
Hallo Harrie!
Das habe ich auch mehrfach gehört und gelesen: bei Celestron SC soll die Schmidtplatte an den konkreten Hauptspiegel angepasst werden und daher soll bereits ein Rotationsfehler beim Aus-/ Einbau die Bildqualität deutlich verschlechtern, weshalb eine Reinigung der Schmidtplatte immer ein kritisches Unterfangen ist.

Beste Grüße aus Rheinhessen!
Carsten
 
Das mit der Rotation zur Minimierung von Astigmatismus ist aber ein ganz anderes Thema und hat aber mit der hier gestellten Frage, ob eine Vertauschung von Vorder- und Rückseite eine Rolle spielt, nichts zu tun.

 
Nein Peter, wenn ein Astigmatismus (der nicht unbedingt symmetrisch ist) da ist und ist korrigiert worden am Sekundarspiegel und die Schmidtplatte ist falschrum eingebaut und der Rotationspunkt ist an der gleichen Stelle dann ist die Korrektur im Vergleich zur Schmidtplatte spiegelverkehrt.

Gruß, Harrie
 
Ja Harrie, im Prinzip hast Du natürlich Recht! Dein Einwand betrifft unsymmetrischen Astigmatismus, welcher unter Spiegelung und Rotation nicht in sich selbst übergeht. Die praktische Frage ist dann aber, ob und in welchem Ausmaß solche lokalen Anomalien bei der Herstellung und Prüfung von Korrektorplatten eine Rolle spielen. Und eine weitere damit zusammenhängende Frage wäre, ob die Methoden und Produktionsabläufe bei Celestron bzw. seinem asiatischen Aufkäufer immer noch die selben wie zur Zeit von Tom Johnson sind. Dazu gibt es zwar jede Menge Vermutungen und Gerüchte, aber naturgemäß keine verbindlichen Mitteilungen.

Wie Philipp weiter oben schon sagte, für ideale rotationssymmetrische optische Komponenten ist es egal, ob das Schmidt-Profil auf der Vorder- oder auf der Rückseite der Korrektorplatte liegt. Das gilt auch noch für Komponenten mit gelindem symmetrischem Astigmatismus, welcher unter Spiegelung und einer geeigneten Rotation invariant bleibt. Das sind wohl auch die normalen Fälle. Ob und in wie weit lokale Unregelmäßigkeiten in der Form auch heute noch in der Produktion vorkommen und dann durch Handretouche bearbeitet werden, ist aber unklar und allenfalls Gegenstand von Spekulationen.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
hi,

ich weis ja nicht ob ich mich einmischen sollte,aber ist die Schmittplatte auf beiden seiten "beschichtet"?
so gegen Schmutz oder was weis ich was, bei Meade nennen die das glaube UHTC und sind ganz Stolz drauf.
Wenn nicht wäre ein Einbau verkehrt herum schon übel oder?

freundlichst
robert
 
Hallo Robert, da hast Du wohl etwas missverstanden. Die Beschichtung soll den natürlichen Reflexionsverlust an der Glas/Luft-Grenzfläche so weit wie möglich reduzieren. Auf englisch heißt das Anti-Reflection Coating, oder auch kurz AR-Coating, auf deutsch spricht man von Vergütung. Je nach der Anzahl der übereinander liegenden Schichten spricht man von Einfach- oder von Mehrfachvergütung (Multi-Layer Coating). Man erkennt diese Vergütungen an ihrem leicht bläulichen oder grünlichen Schimmer. UHTC steht für Ultra-High Transmission Coating, das wäre also eine Mehrschichtvergütung. Gute Vergütungen sollten zwar einigermaßen robust sein und sich auch mit gelinden Mitteln reinigen lassen, sie dienen aber gewöhnlich nicht zur Schmutzabweisung.

Für eine effektive Reduzierung von Reflexionsverlusten sollte diese Beschichtung grundsätzlich auf allen Glas/Luft-Grenzflächen aufgebrachr werden, also insbesondere also immer sowohl auf der Front- und auch auf der Rückseite. Bei Kameralinsen kommt da häufig ein gutes Dutzend von solchen Grenzflächen ins Spiel. Erst mit einer wirksamen Vergütung funktioniert so etwas noch vernünftig.

Bei der hier thematisierten Schmidt-Platte und der hypothetischen Vertauschung von deren Front- und Rückseite spielt deren Vergütung sicher keine Rolle.

Gruß, Peter

 
hallo,

aus der Praxis kann ich berichten, schon bei einigen SC's den Astigmatismus durch Drehen der Schmidtplatte/FS Einheit gegen den Tubus/HS wegoptimiert zu haben. Drehen des FS allein in der Schmidtplatte hatte nicht die gewünschte Wirkung. Zuletzt bei einem EdgeHD, das recht starken Asti hatte. Daher glaube ich nicht, dass heute FS noch individuell retouchiert werden.

lg Tommy
 
Hi,

sofern Du einen Laser hast könnteste mal versuchen in einem Winkel (von vorne) auf die "Platte" zu strahlen, eventuell sieht man 2 Reflektionen (von der Vorder.- Rückseite der Schmidtplatte). Vieleicht lässt sich ein unterschied bei den beiden Spot´s erkennen......wenn eine Planseite vorne liegt dürfte sich an diesem Spotdurchmesser bis auf die Divergenz nichts ändern...

aufpassen bei frei geführten Lasern und Spiegeln - Auge
Raum abdunkeln - Kontrast
größere entfernung - Spotdurchmesser
Einstrahlwinkel variieren - Vergütung, Reflektion
...

viel Spaß
Roland
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

Zitat von PhilippKeller:
Die Schmidtplatte korrigiert die sphärische Aberration, der genaue Abstand ist also fast egal. Die 4mm Unterschied wenn man sie umdreht spielen jedenfalls keine Rolle.
Und ob man sie umdreht, macht der Korrektur auch nichts aus, also ob die Ablenkung der Strahlen an der Vorder- oder Rückseite erfolgt.

kann das ev. einer der Optikexperten hier mal kurz skizzieren?
Wenn ich eine Glasplatte habe, die auf einer Seite plan ist und auf der anderen eine wie auch immer geartete geschliffene Form hat, wird doch das Licht unterschiedlich abgelenkt - abhängig davon, von welcher Seite es eintritt?

Dort gab es schon mal eine Diskussion dazu:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php?ubb=showflat&Number=381972

In dem Thread findet sich eine Grafik von Harrie, die in mir die o.g. Frage aufkommen lässt:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...ad/Number/640/filename/499881-Scannen0001.jpg
 
hallo Ralf,

Philipp ist ja ein Optikexperte! :hochachtung:

Vielleicht hilft das: Die Schmidtplatte hat in der Mitte eine Wirkung wie eine schwache Sammellinse, am Rande wie eine Zerstreuungslinse. Drehst du die Platte um 180°, bleibt diese Wirkung dieselbe. Da eine Seite plan ist, haben wir es nur mit einer optisch aktiven Oberfläche zu tun, und es ist egal ob die Brechungswinkel an der Vorder oder Rückseite auftreten, es sind praktisch dieselben.

lg Tommy
 
Hi Tommy,
Zitat von tommy_nawratil:
Philipp ist ein Optikexperte! :hochachtung:
Dessen bin ich mir absolut bewusst!

Zitat von tommy_nawratil:
Vielleicht hilft das: Die Schmidtplatte hat in der Mitte eine Wirkung wie eine schwache Sammellinse, am Rande wie eine Zerstreuungslinse. Drehst du die Platte um 180°, bleibt diese Wirkung dieselbe.
Genau das kann ich mir eben nicht vorstellen, wenn ich das verlinkte Bild ansehe (so von wegen Eintrittswinkel/Austrittswinkel und weil Sammellinsen und Zerstreuungslinsen wohl auf beiden Seiten gleich sind) - aber sei's drum.
 
Zitat von wurzelwaerk:
Wenn ich eine Glasplatte habe, die auf einer Seite plan ist und auf der anderen eine wie auch immer geartete geschliffene Form hat, wird doch das Licht unterschiedlich abgelenkt - abhängig davon, von welcher Seite es eintritt?
Tja, das stimmt zwar im Prinzip, ist aber ohne praktische Auswirkung, weil sich die Schmidt-Korrektorplatte nur äußerst geringfügig von einer planparallelen Platte unterscheidet.

 
hallo,

drum sagte ich "praktisch dieselben Brechungswinkel".

Zerlege die Schmidtplatte (in Gedanken) entlang einer linie durchs Zentrum. Näherungsweise können wir sie dann in der Mitte durch eine Sammellinse ersetzen, und an den beiden Ränsern durch je eine Zerstreuungslinse. Die Linsen sind alle auf einer Seite plan. Nun die Anordnung um 180° drehen, und voilá, welche Wirkungen haben wir nun... kannst du dirs jetzt besser vorstellen?

lg Tommy
 
Hallo :)




Von den zwei Optikexperten sagt der Eine es ist egal und der Andere sagt es ist unter bestimmten Bedingungen nicht egal.

Wie ist es denn nun?

Kann man davon ausgehen, dass Celestron die Schmidtplatte hand-retuschiert, dann muss man doch auch von einer asymmetrischen Bearbeitung ausgehen. Dazu braucht man sich nur einen Bereich auf einer Seite denken, der sich von der anderen unterscheiden. Schon ist es nicht mehr egal. Dann wäre auch eine Rotation nicht gut. Oder werden die SC-Optiken aus China, insbesondere die Schmidtplatte, so gut maschinell hergestellt, dass man symmetrische Flächen annehmen kann? Wird die Schmidt-Platte etwa doch gar nicht retuschiert, sondern nur der FS oder überhaupt nichts?



beste Grüße
Christian
 
Hallo zusammen!
Mir geht es auch wie Christian, ich habe beide Meinungen schon mehrfach gehört (und die jeweiligen Thread- Autoren haben es auch vehement betont) -und dies nicht nur über die alten Celestrons made in USA...
Die Frage ist für mich insofern wichtig, da ich mich schon länger mit dem Gedanken trage, die Schmidtplatte meines C8 wegen schmieriger Beläge innen zu säubern; verhindert hat dies bisher die Sorge, nicht mehr die optimale Position zu finden, wenn die Platte oder der Fangspiegel nicht rotationssymmetrisch wäre...
Von Seiten Baader-Planetarium habe ich auf meine Anfrage 2012 erfahren können, dass möglichst der Fangspiegel nicht verändert werden darf, auch man schon (!) die Position der Schmidtplatte genau und die der Korkplätchen mit Lineal festzuhalten wäre. So soll es wohl optimal sein. Dies spricht m. E. aber doch für eine nicht gegebene Rotationssymmetrie - entgegen dem, was hier teilweise gepostet worden ist!

Vielleicht kann ja auch einer der Händler seine aus der Praxis rsultierende Einschätzung geben, zumal es bestimmt auch schon diese oder jene Retoure oder Säuberungen/ Rekollimierungen gab ?!

Viele Grüße!
Carsten
 
hallo,

bitte die "wenn... dann..." auch mitlesen und die dahinterliegende Info beachten, dann sieht man dass es keinen Widerspruch der Experten gibt.

Das eine bezieht sich auf ein ideales System, das andere auf ein reales das unter Umständen unsymmetrisch retouchiert ist.

Nach meiner Erfahrung wird bei neueren SCT's beim Zusammenbau weder etwas retouchiert, noch sonst irgendwie irgendetwas optisch geprüft. Das sind IMHO Massenprodukte die maschinell hergestellt werden und ohne weitere Prüfung die Fabrik verlassen. Konnte auch frisch ausgepackte fabrikneue durchaus optimieren.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

danke für die Antwort.

Ich hatte nur gefragt, weil es mir immer noch unklar war. Sorry, wenn die Ahnungslosen Deppen hier sinnlose Fragen stellen. Richtig, das ist ja ein Optik-Profi-Fachforum...

Was heißt nach deiner Erfahrung? Warst du vor Ort in China und hast dir von der Herstellung ein Bild machen können oder hast verlässliche Insider-Informationen? Das ist mir ehrlich gesagt alles zu Schwammig - Nicht genaues weiß man nicht... ohne jede Prüfung ??? Also bei einem Massenhersteller gibt es eine Qualitätskontrolle, wie auch immer die aussieht. Ohne die geht es in keiner Produktion. Und was genau konntest du denn optimieren?



Gruß
Christian

 
Hallo,

erstmal vielen Dank an Philipp Keller für die für mich auch überraschende Antwort. Der nächste Schritt ist also die Zentrierung der Platte und Justage des Fangspiegels. Mal schauen, was dann dabei raus kommt über das gesamte Bildfeld :)

LG und Danke für die vielen übrigen Antworten
Torsten
 
Ich muß auch noch meinen Senf dazu geben:
Ich hatte mal ein LK SC 200/2400:
http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/402992/Seltener_Lichtenknecker_SCT_f1
Bei diesem waren die Beugungsringe intra/extrafokal komplett verschieden und das Bild echt mies.
Ich habe dann aus reiner Verzweiflung die Schmidtplatte mal rumgedreht und alles wieder justiert. (Macht normal kein Mensch)Danach war der Fokuspunkt um etwa 150mm weiter aussen. Mit dem orig. Auszug war nur mit langer Hülse in den Fokus zu kommen. Das ist meine Erfahrung und kein nachgeplapper deshalb kann es meiner Meinung nicht egal sein wie herum die Platte kommt. Ich meine nicht einfach nur verdrehen um 180Grad sondern rumdrehen: Inneseite nach aussen. Gruß Andreas
 
Zitat von Godzilla:
Ich hatte mal ein LK SC 200/2400: http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/402992/Seltener_Lichtenknecker_SCT_f1 Bei diesem waren die Beugungsringe intra/extrafokal komplett verschieden und das Bild echt mies. Ich habe dann aus reiner Verzweiflung die Schmidtplatte mal rumgedreht und alles wieder justiert... Danach war der Fokuspunkt um etwa 150mm weiter aussen.
Diese Beschreibung zeigt aber auch ganz klar, dass es sich dabei nicht um eine gewöhnliche Schmidt-Platte gehandelt haben kann.
deshalb kann es meiner Meinung nicht egal sein wie herum die Platte kommt.
Das trifft wohl für diese ungewöhnliche Korrektorplatte von Lichtenknecker zu, welche anscheinend noch mit einer zusätzlichen optischen Funktion ausgestattet war. Daraus kann man aber nicht den Schluss ziehen, dass dieses Caveat dann auch für gewöhnliche Schmidt-Korrektoren gilt, wie sie für klassische Schmidt-Kameras und die üblichen Schmidt-Cassegrains von Celestron und Meade verwendet werden. Diese stellen nahezu planparallele Platten dar, welche keine andere wesentliche Funktion als die Korrektur von sphärischer Aberration haben. - Gruß, Peter




 
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