Schnecke vs. Zahnrad eine gute Alternative?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Der_Michael

Aktives Mitglied
Hallo!
NAchdem die Suche nach einem Schneckenantrieb immer noch erfolglos ist, würde ich mal gerne folgendes wissen:
Warum sind normale zahnradantriebe für normale Teleskopmontierungen noch nicht eingesetzt worden?
Ich meine... mit einem Zahnrad kann man doch auch eine Übersetzung erreichen oder nicht?
mfG michael
 
Hallo Michel,

das hat wenig Sinn, mit jedem Zahnrad kommt Flankenspiel dazu und ein so feinfühliges abrolverhalten, wie mit einem Schnekenradgetriebe bekommt man damit nur schlecht hin.
Es gibt eine Alternative mit einem Reibrad, aber dazu ist eine gehärtete und präzise geschliffene Rad,- und Rollenkombination notwendig, die aber einen hohen Anpressdruck erfordert, der nur bei sehr großen Montierungen sinnvol eingesetzt werden kann. Lieber auf ein gutes Schneckengetriebe gespart und etwas auf die Fertigstellung warten, als das Du nachher mit nicht in den Griff zukriegen Problemen kämpfen mußt. Deine Montierung stellt wenn sie fertig ist, einen Gegenwert von 4000-5000,- Euro für eine Kaufmontierung dar, die würde ich jetzt in keiner weise mit etwas Anderem, als dem Notwendigen ausrüsten und das ist ein guter Schneckenantrieb.

Gruß Günter
 
Hallo Michael,

ich bin sicher nicht der einzige, der schon mal ein Zahnrad nahm und die Schnecke einfach schräg stellte. Das funktioniert aber eher nur für visuelle Beobachtung. Wenn jemand es fotografisch nutzen will, muß ich davon abraten.

Bei einem geradverzahnten Zahnrad trägt die Schnecke eben nicht über die ganze Flanke sondern nur einem Teil davon. Da aber zum Nachführen eines 8-Zöllers das Drehmoment relativ gering ist (bei meinem sind es 0,7 Nm) dürfte deshalb kaum mit Verschleiß am Getriebe zu rechnen sein.

Ein Problem könnte auch das Beschaffen einer brauchbaren Schnecke sein. Ich hatte mal welche... uiii, die hatten einen Pendelschlag!! Ein Zahnrad mit Schnecke dürfte also eher eine Übergangslösung sein.

Auf meiner Schneckenradseite http://zellix.bei.t-online.de/schn.htm möchte ich demnächst noch ein paar andere (Primitiv)-Möglichkeiten für Schneckenradantriebe aufzeigen.

Freundliche Grüße, Herbert Zellhuber
VdS-Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau
http://www.vds-astro.de (Vereinigung der Sternfreunde)
 
Hallo Michael,

der Grund, warum Schneckenantriebe eingesetzt werden, ist ein ganz simpler: sie sind "selbsthemmend". Das heißt, dass zwar die Schnecke das Zahnrad antreiben kann, aber eben nicht umgekehrt. Wenn das Getriebe also einmal auf eine Position eingestellt ist, bleibt es da auch stehen. Bei Zahnrädern müsste man immer einen Mechanismus einbauen, der das ganze festhält, wenn eine bestimmte Dauerstellung gewünscht wird.

Grüße,
 
Hallo haasi.

Zitat:
hm, warum ist der Anpreßdruck bei der Reibradvariante so hoch, wenn nur 0,7 Nm erforderlich sind?

0,7 Nm sind nötig, um das Fernrohr bei offener Rutschkupplung weiterzubewegen. Beim Beobachten habe ich die Rutschkupplung allerdings strenger gestellt - dann sind ca. 2,5 Nm nötig. Da ist das Fernrohr aber immer noch ziemlich leicht zu bewegen. Habe ich Gastbeobachter, muß ich die Rutschkupplung noch fester stellen - 4 Nm - (da hat gleich mal einer "leicht gegengeschubst"). Ich denke, dass bei meiner Montierung das Reibrad mindestens eine "Selbsthemmung" von 10 Nm - besser 20 Nm - haben müßte.
Ich habe zwar keine praktische Erfahrung mit dem Reibradantrieb; denke aber, dass der Anpressdruck da doch relativ hoch sein muß.

Gruß, Nirosta
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben