stefand
Aktives Mitglied
Hallo,
wie hat sich das Forum doch verändert. Früher gab es mehr Beiträge von visuellen Beobachtungen, heute Materialschlachten für die schönsten Fotos. Daher hier eine kurze Beschreibung, dass auch das kurze Spechteln durchaus interessant sein kann und vieles erfordert, was man beim visuellen Beobachten berücksichtigen sollte.
Am 07.05. war nachmittags abzusehen, dass der Himmel in der Nacht gut werden müsste. Der letzte Regen einen Tag her (wenig Schwebteilchen in der Luft) und ein glasklarer Himmel versprachen einiges. Aber Anfang Mai dauert es bereits lang, bis es dunkel ist. Ab 23 Uhr wird es dann gut. Dafür wenig Mücken (wie im Sommer) und nicht zu kalt (wie im Winter). Also habe ich eine 120mm Linse (Achromat F8.3) auf eine alte EQ5 geschnallt und mit einem Leuchtpunktsucher (LPS) bestückt. Den mag ich für das schnelle Spechteln lieber, als den 8*50 Sucher. Der Sucherschuh ist übrigens auf der ersten Rohrschellen, da die Originalaufnahme am Okularauszug liegt. Das kann eine unglückliche Position sein. Mein Ziel waren ein paar Galaxien, welche im näheren Bereich des Zenit lagen. Meine EQ5 eine eine Verlängerungsstange zwischen Montierung und Stativ und daher können die Beine des Stativs eingefahren bleiben. Sie ragen dann nicht soweit vom Stativ weg und das ermöglicht Beobachtungen im Zenit, wo der Tubus weit nach unten ragt. Es begann mit M81/82, welche mit dem LPS so ungefähr und mit einem 24mm Okular (ES 82°) genauer angefahren wurden. An der NGC 3077 (10 mag) konnte das beste Bild mit dem 17mm Nagler erreicht werden. Eine Austrittpupille von 2mm entspricht ja auch der gängigen Erfahrung, was bei vielen Galaxien zum besten Ergebnis führt. Im 24mm heller, aber nicht so detailreich, im 14mm größer, aber etwas dunkler und damit gingen der strukturlosen GX bereits ein paar Details verloren. M51/NGC 5195 lagen dann wirklich im Zenit, und fast und mit etwas Einbildung wollte sich nach langen einsehen so etwas wie eine Strudelform bei der M51 bilden. Zenit und dann ein dunkler, klarer Himmel können hier das letzte Quäntchen ausmachen. Auch hier habe ich es mit dem 17mm T4 versucht.
Am Tag drauf kam ein mobiles Gerät zum Einsatz, denn im Jahresbuch 2021 hatte ich von Gamma Leonis gelesen, welcher ein Doppelstern ist und den ich so noch nicht gesehen hatte. Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern und in meinen Beobachtungsprotokollen stand auch nichts. Die 4.7" sollten mit dem kurzen 60mm APO gehen. Also vom Dachgeschoss ins erste OG auf den Balkon, die azimutale AZ5 aufgestellt und den APO drangeschnallt - die 3 Minuten Auskühlzeit waren doch etwas zu wenig. Aber nach 15 Minuten war es dann besser. Bei 90x im 4mm Okular konnten die beiden Sterne gut getrennt werden. Im 11mm (33x) war das so noch nicht möglich - aber das war direkt nach dem Aufstellen, das Bild im Teleskop war noch nicht so 'rattenscharf', wie es nach der Tempraturanpassung der Fall ist. Also Haken dran, den habe ich bewusst gesehen und nun ins Protokoll übernommen, falls ich mal wieder glauben sollte, ihn noch nicht bewusst gesehen zu haben. Auf zum l-Cancer (oberhalb alpha Cnc), der mit 33", aber einem Farbspiel wie bei Albireo zu glänzen weiß. Die Sterne sind schwächer als Albireo, aber der orangefarbene und blaue Stern standen bereits im 11mm Delite glasklar am Himmel. Herrlich! Dann noch alpha-Gem (Castor), der mit ca. 5" und recht hellen Sternen eine gute Optik erfordert. In meinem alten 80/400 Achromaten waren es keine klaren weißen Punkte, was die Trennung bei 70 facher Vergrößerung erschwerte. Aber so standen zwei weiße, ähnlich helle Punkte klar getrennt im Gesichtsfeld bei 90 facher Vergrößerung. Toll. Kurz zum alpha-Leo, der mit 175" Abstand, aber großem Helligkeitsunterschied der beiden Stern leicht ist, auch für eine 60mm Linse. Bei 33x war der Regulus und sein 8 mag Begleiter gut zu erkennen. Dann sind auch keine anderen Sterne im Gesichtsfeld, welche verwirren könnten. Jedenfalls nicht bei einer 60mm Linse ... ;-)
Nach 20 Minuten wieder alles zusammengelegt und in einem Schwung ins DG gebracht. Macht auch Spaß.
CS,
Stefan
wie hat sich das Forum doch verändert. Früher gab es mehr Beiträge von visuellen Beobachtungen, heute Materialschlachten für die schönsten Fotos. Daher hier eine kurze Beschreibung, dass auch das kurze Spechteln durchaus interessant sein kann und vieles erfordert, was man beim visuellen Beobachten berücksichtigen sollte.
Am 07.05. war nachmittags abzusehen, dass der Himmel in der Nacht gut werden müsste. Der letzte Regen einen Tag her (wenig Schwebteilchen in der Luft) und ein glasklarer Himmel versprachen einiges. Aber Anfang Mai dauert es bereits lang, bis es dunkel ist. Ab 23 Uhr wird es dann gut. Dafür wenig Mücken (wie im Sommer) und nicht zu kalt (wie im Winter). Also habe ich eine 120mm Linse (Achromat F8.3) auf eine alte EQ5 geschnallt und mit einem Leuchtpunktsucher (LPS) bestückt. Den mag ich für das schnelle Spechteln lieber, als den 8*50 Sucher. Der Sucherschuh ist übrigens auf der ersten Rohrschellen, da die Originalaufnahme am Okularauszug liegt. Das kann eine unglückliche Position sein. Mein Ziel waren ein paar Galaxien, welche im näheren Bereich des Zenit lagen. Meine EQ5 eine eine Verlängerungsstange zwischen Montierung und Stativ und daher können die Beine des Stativs eingefahren bleiben. Sie ragen dann nicht soweit vom Stativ weg und das ermöglicht Beobachtungen im Zenit, wo der Tubus weit nach unten ragt. Es begann mit M81/82, welche mit dem LPS so ungefähr und mit einem 24mm Okular (ES 82°) genauer angefahren wurden. An der NGC 3077 (10 mag) konnte das beste Bild mit dem 17mm Nagler erreicht werden. Eine Austrittpupille von 2mm entspricht ja auch der gängigen Erfahrung, was bei vielen Galaxien zum besten Ergebnis führt. Im 24mm heller, aber nicht so detailreich, im 14mm größer, aber etwas dunkler und damit gingen der strukturlosen GX bereits ein paar Details verloren. M51/NGC 5195 lagen dann wirklich im Zenit, und fast und mit etwas Einbildung wollte sich nach langen einsehen so etwas wie eine Strudelform bei der M51 bilden. Zenit und dann ein dunkler, klarer Himmel können hier das letzte Quäntchen ausmachen. Auch hier habe ich es mit dem 17mm T4 versucht.
Am Tag drauf kam ein mobiles Gerät zum Einsatz, denn im Jahresbuch 2021 hatte ich von Gamma Leonis gelesen, welcher ein Doppelstern ist und den ich so noch nicht gesehen hatte. Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern und in meinen Beobachtungsprotokollen stand auch nichts. Die 4.7" sollten mit dem kurzen 60mm APO gehen. Also vom Dachgeschoss ins erste OG auf den Balkon, die azimutale AZ5 aufgestellt und den APO drangeschnallt - die 3 Minuten Auskühlzeit waren doch etwas zu wenig. Aber nach 15 Minuten war es dann besser. Bei 90x im 4mm Okular konnten die beiden Sterne gut getrennt werden. Im 11mm (33x) war das so noch nicht möglich - aber das war direkt nach dem Aufstellen, das Bild im Teleskop war noch nicht so 'rattenscharf', wie es nach der Tempraturanpassung der Fall ist. Also Haken dran, den habe ich bewusst gesehen und nun ins Protokoll übernommen, falls ich mal wieder glauben sollte, ihn noch nicht bewusst gesehen zu haben. Auf zum l-Cancer (oberhalb alpha Cnc), der mit 33", aber einem Farbspiel wie bei Albireo zu glänzen weiß. Die Sterne sind schwächer als Albireo, aber der orangefarbene und blaue Stern standen bereits im 11mm Delite glasklar am Himmel. Herrlich! Dann noch alpha-Gem (Castor), der mit ca. 5" und recht hellen Sternen eine gute Optik erfordert. In meinem alten 80/400 Achromaten waren es keine klaren weißen Punkte, was die Trennung bei 70 facher Vergrößerung erschwerte. Aber so standen zwei weiße, ähnlich helle Punkte klar getrennt im Gesichtsfeld bei 90 facher Vergrößerung. Toll. Kurz zum alpha-Leo, der mit 175" Abstand, aber großem Helligkeitsunterschied der beiden Stern leicht ist, auch für eine 60mm Linse. Bei 33x war der Regulus und sein 8 mag Begleiter gut zu erkennen. Dann sind auch keine anderen Sterne im Gesichtsfeld, welche verwirren könnten. Jedenfalls nicht bei einer 60mm Linse ... ;-)
Nach 20 Minuten wieder alles zusammengelegt und in einem Schwung ins DG gebracht. Macht auch Spaß.
CS,
Stefan