Schulprojekt Teleskopbau

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Pryrates

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Hallo zusammen!

Ich habe ein sehr schönes Thema für meine Zulassungsarbeit bekommen: Teleskopbau (ich soll es schulgerecht umsetzen). Endlich kann ich mein Hobby auch "zum Beruf" machen (c; Bevor ich aber richtig loslegen kann bräuchte ich ein paar Ratschläge von euch.

Ich soll in Erfahrung bringen in wie weit man ein Teleskop selbst in einer Schulklasse bauen kann. Dabei handelt sich um das Schulfach "Naturwissenschaft und Technik" und die Schüler haben rund 40-45 Stunden zur Verfügung.

Mein Mentor möchte, dass die Schüler alles selbst machen können. D.h. die Schüler sollen selbst in Erfahrung bringen wie man einen Spiegel schleift, danach selbst chemisch verspiegeln, den Tubus und die Rockerbox bauen, justieren und am Himmel ausprobieren.
Pro Teleskop sollen rund 200€ zur Verfügung stehen.

Weis meint ihr dazu? Das Geld scheint mir recht knapp, aber durchaus ausreichend zu sein. Am problematischsten sehe ich das Spiegelschleifen. Wie lange braucht man denn ungefähr (als Anfänger wohlgemerkt) um einen ca. 10cm Spiegel zu schleifen? Ich hab das noch nie gemacht, hab meinem Mentor aber gleich gesagt, dass das wahrscheinlich nicht hinhauen wird, aber vielleicht irre ich mich auch...
Meint ihr das Projekt ist durchführbar? Jetzt werd ich weiter Infos sammeln gehen (c;

Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Christian,

mir scheint die Zeit für einen kompletten Teleskop-Selbstbau inklusive Spiegelschleifen + versilbern und Anfertigen sämtlicher Einzelteile recht knapp zu sein. Vor allem da auch Zeit für die Planung drauf geht glaube ich nicht daß Laien in dieser Zeit zum Ziel kommen, als ATMler mit viel Schleiferfahrung evtl machbar, aber für Neulinge??? Das Budget sollte aber reichen.

Wenn ich in dieser Situation wäre würde ich das ganze anders angehen: erstmal bei Händlern fragen was bei einer Spiegel - Sammelbestellung für Konditionen möglich sind. Ich vermute da geht einiges...
Die restlichen Teile zu bauen und das Prinzip eines Spiegelteleskopes zu vermitteln sollte in 40 bis 45 Stunden machbar sein. Bei einem 100 mm Newton reichen als Tubus simple KG-Rohre aus dem Baumarkt (die orangen PVC-Wasserrohre) oder Ihr bestellt die Tuben hier: http://www.modulor.de/shop/oxid.php/sid/c2d34cc80a908d09ca7dfc01000e6ad3/cl/details/cnid/DYA/anid/DYAA Dieser Laden hat eh ein Sortiment mit dem Schulen beliefert werden, also eine brauchbare Adresse. Und ein angenehmer Nebeneffekt: bei einem "nur" 100 mm Spiegel kann man den Tubus vernünftig dimensionieren ( ca. 150 mm) ohne daß das Teleskop zu unhandlich wird.

"Okularauszüge" (besser Schraubfokussierer) lassen sich simpel und billig aus Fassungen für Glühbirnen basteln, gibt es mehrere Anleitungen im Netz...

Eine Hauptspiegelfassung ist bei einem nicht zu dünnen 100 mm Spiegel recht einfach, z.B. die Lagerrung auf Luftpolsterfolie wäre denkbar.

Diese Seite ist eine wahre Fundgrube für einfache und ungewöhnliche Lösungen: http://www.zellix.de/selbstbau/index.htm
Da sollte die eine oder andere Inspiration zu finden sein...

Das Holz für die Rockerboxen könnte man zumindest "auf Maß gesägt" im Baumarkt oder beim Schreiner beziehen, nur die Feinarbeit (Aussparungen für Höhenräder sägen, schleifen, lackieren, zusammenbauen) wäre dann noch zu erledigen.

Ich denke das größte Problem wird der gesteckte Zeitrahmen, klar ist ein solcher Teleskopbau auch für "Laien" machbar (früher entstanden viel mehr Teleskope als heute nach "Bastelanleitungen) aber nicht im vorgegebenen Zeitrahmen mit Anfertigung ALLER Teile. Vielleicht ist es sinnvoller den Schülern das nötige Wissen zu vermitteln, und dieses dann mit soweit möglich und sinnvoll reduziertem handwerklichen Einsatz umzusetzen. Ich glaube dann würden Budget und Zeitrahmen passen wenn man das ganze vernünftig plant.
Vielleicht ließe sich bei ausreichendem Interesse seitens der Schüler (könnte ich mir bei diesem Thema durchaus vorstellen) ein Samstag (oder zwei) nutzen um den Zeitrahmen etwas auszudehnen, schaden würde das sicher nicht.

Viel Erfolg!!! :super: ich fände es Klasse wenn sich das realisieren ließe!


Viele Grüße Felix
 
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Hallo Christian,

hier kannst du dir noch ein paar Anregungen vom Meister persönlich holen
http://www.cdcc.sc.usp.br/cda/telescopios/tie-jpl-nasa/

Kann man das Projekt nicht so aufteilen, dass z.B.
- ein Teil der Schüler ein komplettes Teleskop mit einem gekauften Spiegel baut
- während eine andere Gruppe sich das Spiegelschleifen und Mechanik bauen teilen; wobei ich 40 Stunden für recht knapp halte, sich die ganze Spiegelschleif-Theorie und Praxis anzueignen, Foucault-Tester zu bauen, das Versilbern auf die Reihe zu kriegen, etc.

Ich würde auf jeden Fall erstmal einen Prototypen bauen.
 
Ausgeschlossen, das in dieser Zeit zu schaffen. meine Frau ist Lehrerin und führt Projekte ähnlicher Größenordnung durch.

Hast du schon mal chemisch versilbert? Ich hab's versucht. Alles nach Vorschrift, alles blitzsauber. Nur Silber hat sich keines abgeschieden. Was dann? Und dann ne Horde voll Kinder, denen diese Art von Genauigkeit gar nicht innewohnt?

Oder Schleifen: Was man da alles falsch machen kann! Oder den Mut verlieren, Oder imemr wirder Kratzer.

Einen Foucault-Tester bauen, allein das kann die Zeit auffressen.

Wenn das Thema gesetzt ist, dann rate ich zum Bau eines Linsenfernrohres aus einer fertigen Optik. Da gibt es noch genug zu tun.
 
Warum muß es ein Spiegelteleskop sein? Linsenteleskop geht deutlich einfacher, wenn man einen fertigen Achromaten nimmt. Und Selbstbau hat seine Grenzen, schließlich stellen wir ja auch nicht das Glas her. 200€ finde ich für Schüler zu teuer, das können sich nicht alle leisten, und der Lerneffekt tritt auch bei 10€ ein, speziell wenn man auch Zeit für Optikrechnungen verwendet.

Ansonsten auch siehe auch die Produkte von Astromedia.de.
 
Ganz ehrlich? Ein komplettes Spiegelteleskop mit Selbstschliff kriegst du nie in der Zeit hin. Ich hab für mein erstes 8" Teleskop mitsamt Spiegelschleifen knapp 70 Stunden gebraucht. Und dabei ist es egal, ob 4", 6" oder 8".

Zudem finde ich die veranschlagten Kosten von 200€ eine absolute Unverschämtheit. Nicht jeder hat soviel Geld und wenn ich ein Elternteil wäre, würd ich mich strikt weigern, 200€ für so ein Projekt in einem Schulfach zur Verfügung zu stellen. Die Mehrheit der Schüler wird das Teleskop nach dem Bauen eh nicht mal mehr mit dem Hintern angucken, warum also so viel Geld aus dem Fenster schmeißen?

Reicht es nicht, von Astromedia einen kleines Fernrohr für 10-20€ zu bauen? Du und dein Mentor, ihr solltet echt mal versuchen, in der Realität zu bleiben. Ist ja schon fast wie bei den Politikern...

Christian
 
Hi!

Hier wird die Bauzeit für den 60mm-Astromedia-Newton (ca. 20 Euro) aus Fertigteilen (!) mit zehn Stunden angegeben. 40 (Schul?) Stunden, um sowas von null an aufzubauen, ist somit praktisch nicht machbar. Den Dobson gibts auch als Set mit Sonnenfilterfolie.

Mit Fertig-Optiken und einem Teleskop, das z.B. auf einen Videoneiger montiert werden kann, hast Du bessere Chancen, eventuell fertig zu werden, als mit einem kompletten Eigenbau. Incl. Schrauben sortieren, Teile auspacken und Teflon-Pads kleben bist Du auch mit dem Aufbau einer fertigen Rockerbox leicht eine Stunde beschäftigt, denk mal an deinen letzten Ikea-Schrank :biggrin:

Felix' Weg ist der richtige, falls Du nicht auf eine bezahlbare (!) Astromedia-Lösung zurückgreifst. Frag auch mal bei einem der Teleskophändler nach, ob Du einen Klassensatz China-Plössl für wenig Geld kriegst - die Reste, die beim Upgrade von einem Teleskopkauf übrigbleiben und sonst beim ATT in der Grabbelkiste verramscht werden. Für einen Eigenbau ist ein 25er Plössl oder auch Kellner besser als alles, was ihr in der Zeit bauen könnt.

Und für ein Selbstzahl-Projekt sind 200 Euro wirklich viel Geld, das ginge vielleicht bei freiwilligen Projekttagen...

Gruß,
Alex
 
Zitat von Pryrates:
... Dabei handelt sich um das Schulfach "Naturwissenschaft und Technik" und die Schüler haben rund 40-45 Stunden zur Verfügung.

Mein Mentor möchte, dass die Schüler alles selbst machen können. D.h. die Schüler sollen selbst in Erfahrung bringen wie man einen Spiegel schleift, danach selbst chemisch verspiegeln, den Tubus und die Rockerbox bauen, justieren und am Himmel ausprobieren.
Pro Teleskop sollen rund 200€ zur Verfügung stehen.
:o :augenrubbel: :o :augenrubbel: :o :augenrubbel:

Also, entweder hast Du Deinen Mentor nicht richtig vestanden oder er hat selber keine Ahnung (sehr unwahrscheinlich), oder er will, dass Du erkennst, welchen Grenzen schulische Projekte unterliegen (z.B. hinsichtlich Klassenstufe, Planung) ...!? ?)

Am realistischen erscheint mir ebenfalls Felix und Alex Vorschlag. Bei AstroMedia gibt es unter der Bezeichnung OptiMedia übrigens auch optische Einzelteile, unter Anderem auch den Hohlspiegel für das Papp-Newton-Teleskop.
Mit Günstig-Okular und Papp- oder KG-Rohr-Tubus, meine ich, wäre ein Selbstbauprojekt (incl. Selbsterabeitungsphasen und evtl. Eigenengagement der SchülerInnen) in realistischem Zeit- und Finanzrahmen realisierbar.

Grüße und viel Erfolg für die Zulassungsarbeit
Torsten
 
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Tach Zusammen,


was man auch auf keinen Fall außer acht lassen sollte ist der Einwurf von Uwe, egal wie man die Schüler begeistern und motivieren kann - das heißt noch lange nicht das es dann besser klappt.
Was dann? Und dann ne Horde voll Kinder, denen diese Art von Genauigkeit gar nicht innewohnt?
Diesen Aspekt sollte man nicht unterschätzen, muß aber derjenige entscheiden der die betrffende Klasse kennt und weiß wie die Schüler "drauf sind", wenn es machbar erscheint würde ich es zumindest versuchen.

Statt für jeden Schüler ein Teleskop vielleicht eines für die ganze Klasse welches dann in der Schule verbleibt?? Dafür etwas größer und zwei oder drei halbwegs brauchbare Okulare anschaffen?
Das ganze Unterfangen über die eigentliche Unterrichtszeit als "Astro-Projekt" oder "Astro-AG" ergänzen ?) :gutefrage: Nur so eine Idee...


Viele Grüße Felix

 
Hallöchen allerseits

Ich kann mich meinen Vorrednern anschließen: Das Spiegelschleifen sollte man weglassen. Man will ja nicht nur das Teleskop im Turbotempo durchbauen, sondern auch etwas zu seiner Geschichte, den physikalischen Hintergründen und der praktischen Anwendung vermitteln.

Also entweder kleine Spiegel für jeden kaufen, oder - und diese Idee gefällt mir deutlich besser - Aufgaben verteilen und ein gemeinsames großes Teleskop bauen. Mach also ein Projekt daraus, bei dem verschiedene Teams miteinander harmonieren müssen. Auch hier solltest du teilweise auf fertige Sachen zurückgreifen und nicht alles selber machen wollen. Die eigentliche Herausforderung wird nämlich nicht technischer Natur sein, sondern die als Team zusammenarbeiten. Das ist etwas, in dem Fünftklässler noch sehr wenig Erfahrung haben und sehr viel Anleitung benötigen. Am schönsten wäre hier ein (soweit man das übermachen kann) möglichst vollständiger Plan, wie man wann welcher Gruppe auf welcher Weise zur Not unter die Arme greift.
Prinzipiell sollte das Traumziel natürlich sein, dass die Schüler möglichst viel selbst entwickeln. Ohne Hilfe wird das aber nicht klappen. Man muss sich also überlegen, zu welchem Zeitpunkt man einer Gruppe nur Hinweise gibt, oder aktiv in deren Arbeit eingreifen muss um das Gesamtprojekt auf Kurs zu halten.

Gruß
Andy
 
Hallo Christian,

ich freue mich wenn jemand Teleskopbau lehren will, doch so leid es mir tut, muss ich dir von deinem Projekt abraten.
1.) Gehts sich das inklusive Spiegelschleifen zeitmässig nicht aus.
2.) Finde ich, dass 200.- pro Schüler nicht zumutbar sind
3.) Ein 10cm Spiegel nicht ideal für den ersten Spiegel ist
4.) Es besser wäre, statt vieler kleiner Teleskope ein Großes zu bauen und die Arbeit aufzuteilen (geht sich zeitmässig aber auch nicht aus)
5.) Rate ich schwer davon ab, die Spiegel selber zu versilbern. Giftig, gefährlich, keine Nachhaltigkeit.

Spiegelschleifen verlangt Ruhe,Genauigkeit und Geduldigkeit.Das dies trotzdem in einer Klasse funktionieren kann zeigt eine chinesische Schule deren Schüler gemeinsam einen sehr großen,schnellen Dobson gebaut haben, aber das hat Monate gedauert.
Das beste wird wohl sein du lässt das Spiegelschleifen weg.
Tut mir leid, dass als ATMler sagen zu müssen, aber es ist die Wahrheit.

CS Mike
 
Hallo Christian,

mal ne doofe Frage, wieviele Schüler sind in der Klasse und in welchem Schuljahr soll das überhaupt umgesetzt werden?


Hallo Mike,


was deine Punkte 1,2,3 und 5 angeht stimme ich Dir absolut zu. Aber bei Punkt 4 wage ich es eine vorsichtigen Widerspruch einzulegen. Wenn man sich vom Perfektionsgedanken der bei vielen ATM-Telskopen erfolgreich umgesetzt wird verabschiedet und einen richtig simplen Dobson baut denke ich sollte das in der Zeit klappen. Beim Gemeinschaftsprojekt steht einem ein ganz anderes Budget zur verfügung, als Beispiel: 20 Schüler die jeweils 20 bis 30 Euro mitbringen - dann sind 400 bis 600 Euro verplanbar.

Kaufen würde ich ein Tubusrohr, Hauptspiegel mit oder ohne Zelle, Fangspiegel mit Spinne , einen einfachen Sucher, einen OAZ und evtl Okulare, evtl Velours und Kleinteile (Schräubchen etc.), vielleicht noch Höhenräder.

Die Arbeit (plus vermitteln einiger (weniger) Grundlagen)beschränkt sich auf:

Löcher in den Tubus bohren,

evtl mit Velours auskleiden,

Eine Platte aussägen die den Spiegel trägt,

Rockerbox bauen (aussägen/schleifen evtl. lackieren),

Alles zusammenbauen

Das ist dann zwar kein komplett selbstgebautes Teleskop aber es besteht die Chance es fertig zu kriegen und es zum Beobachten einzusetzen, und das ist es was zählt. Wenn zum Schluß eine halbfertige große Röhre dasteht bringt es das nicht, dann lieber ein fertiges, für den einen oder anderen erfahrenen ATMler schauderhaft anzusehendes Teil das einigermaßen funktioniert.


Viele Grüße Felix
 
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Hi Felix,

bei nur einem Dobson mit gekauften Spiegel bin ich auch der Meinung das wird klappen. Da bleibt dann auch noch Zeit für ausführliche Erklärungen.

PS Christtian :Was das Spiegelschleifen angeht: Wie kommt man auf die Idee Schülern etwas beibringen zu wollen was man selbst (noch)nicht kann?????

CS Mike


 
Vor ein paar Jahren hatte ich eine Schul-AG. Wir haben da für ein existierenden 10" f/6 Gitterrohr-Newton eine Dobson-Montierung gebaut. Die sah am Ende nicht so toll aus, funktionierte aber, und die Schüler konnten das Ding auf dem Schulhof einsetzten. Wir hatten einen sehr netten Hausmeister, der aus Schulmöbel-Wracks die Holzteile auf einer Bandsäge zurechtgesägt hat.

Mein Tip an Dich: Think small. Ein bisschen Basteln ist ok, ganz viel Basteln ist zu komplex. Halte Dein Projekt übersichtlich und konzentrier Dich in Deiner Zulassungsarbeit auf bewältigbare Einzelprobleme. Spiegel schleifen würde ich lassen.

Cheers
Hartwig
 
Hallo zusammen!

Wow, was für eine Resonanz, damit hätte ich echt nicht gerechnet! Leider bin ich (Wie schon das ganze Wochenende) ziemlich unter Zeitdruck und kann daher nur sehr kurz antworten! Morgen oder spätestens übermorgen werde ich dann aber ausführlich auf eure Vorschläge eingehen!
Vielen, vielen Dank für eure Inspirationen, die meine bisherigen Übelegungen und Vermutungen relativ gut widerspiegeln!

Jetzt in aller Kürze:
- Nicht jeder soll ein Teleskop bauen, sondern jede 5er-8er Gruppe soll ein Teleskop bauen.
- Die jeweils 200€ pro Teleskop sollen von Sponsoren getragen werden, nicht von den Schülern
- Das mit dem Spiegelschleifen hab ich vermutet. Ich soll aber die Grundlagen für dieses Projekt erarbeiten (In der Klasse selbst, also als Lehrer, werde ich nicht selbst tätig werden), aber es wird wahrscheinlch darauf hinauslaufen, dass ich einen Spiegel schleife, dann rausbekomme dass das alleine schon 30 Stunden dauert und daher nicht in das Projekt übernommen werden kann.
Ich muss ja irgendwie begründen, dass es nicht durchführbar ist... (ganz sicher bin ich mir da aber noch nicht, muss nochmal meinen Mentor fragen)
- OAZ, Spinne und Okulare würde ich auch nicht selbst bauen, auch wenn mein Mentor das gut finden würde.

So jetzt muss ich aber echt wieder los! Wie gesagt: Danke für eure tollen Antworten! Und ich melde mich bald noch einmal richtig um alles genauer zu beschreiben!

Viele Grüße,
Christian
 
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Hallo Christian,

ich glaube auch nicht, dass in der angegebenen Zeit ein vernünftig hergestellter Reflektor zu machen ist.
Da kann ich mich nur den anderen anschließen.
Ich weiß nicht, wie hoch denn die Ansprüche an das fertige Produkt sein sollen. Wenn es darum geht, optische Grundlagen zu vermitteln und dann auch noch ein paar grundlegende Dinge am Sternhimmel zu sehen, käme auch ein "Brillenglas"-Fernrohr, wie in "Astronomie selbst erlebt" von K. Lindner beschrieben, in Betracht. Mit einer langsamen Öffnung könnte ev. der Farbfehler halbwegs erträglich sein. Außerdem gibt es dafür notfalls Farbfilter.
Es ist alles mit Papprohr, gewickeltem Schiebetubus Sperrholz und Holzlattenstativ beschrieben. Auch der Zenitspiegelbau ist selbst realisierbar. Als Tipp: oberflächenverspiegelte Spiegelstreifen erhält man von Kopierer-Servicediensten, wenn diese auch Verschrottungen übernehmen. (Habe da selbst für Eigenbauten zwei Streifen besorgt.) Als "Objektiv" wurde ein Brillen-Rohglas mit +1 dpt verwendet, so dass man ein vernünftiges Öffnungsverhältnis bekommt.
Falls für die Schüler so etwas in Betracht kommt, besorge Dir das Buch.

Gruß

Hans-Jürgen
 
Nachtrag

Hallo Christian,

upps - jetzt hatte ich gar nicht Deinen Beitrag von heute gelesen und somit den konkretisierten Plan.
Da kannst Du getrost meinen Vorschlag vergessen.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo,

ich versuche jetzt mal auf alle gemachten Vorschläge direkt einzugehen:

Zitat von Felix42:
mir scheint die Zeit für einen kompletten Teleskop-Selbstbau inklusive Spiegelschleifen + versilbern und Anfertigen sämtlicher Einzelteile recht knapp zu sein. Vor allem da auch Zeit für die Planung drauf geht glaube ich nicht daß Laien in dieser Zeit zum Ziel kommen
-> das war auch mein Eindruck, ich denke mein Mentor kann die Zeit da nicht gut einschätzen, er hat davon gelesen, dass der Pionier der ATM Szene John Dobson in einer Hauruck Aktion innerhalb von 7 Stunden ein Teleskop inklusive Optik fertig gestellt hat -> das ist wohl bei ihm hängen geblieben...
Zitat von Felix42:
Wenn ich in dieser Situation wäre würde ich das ganze anders angehen: erstmal bei Händlern fragen was bei einer Spiegel - Sammelbestellung für Konditionen möglich sind. Ich vermute da geht einiges...
-> Wie ich schon geschrieben habe soll nicht jeder Schüler ein Teleskop bauen, sondern eine Klasse (gehen wir mal von 32 Schülern aus) wird in 4 Gruppen a 8 Schüler eingeteilt -> jede Gruppe baut dann ein Teleskop, für das jeweils ca. 200€ zur Verfügung stehen sollen (das Geld wollen meine Mentoren irgendwie auftreiben).
Zitat von Felix42:
Die restlichen Teile zu bauen und das Prinzip eines Spiegelteleskopes zu vermitteln sollte in 40 bis 45 Stunden machbar sein. Bei einem 100 mm Newton reichen als Tubus simple KG-Rohre aus dem Baumarkt (die orangen PVC-Wasserrohre) oder Ihr bestellt die Tuben hier: http://www.modulor.de/shop/oxid.php/sid/...d/DYA/anid/DYAA Dieser Laden hat eh ein Sortiment mit dem Schulen beliefert werden, also eine brauchbare Adresse. Und ein angenehmer Nebeneffekt: bei einem "nur" 100 mm Spiegel kann man den Tubus vernünftig dimensionieren ( ca. 150 mm) ohne daß das Teleskop zu unhandlich wird.
-> muss ich dir wieder zustimmen (c;
auch mit dem Tubus ist das eine gute Idee (die ich zur Not auch bereithalten werde), allerdings sollen die Schüler selbst überlegen, aus was man einen Tubus bauen könnte. Die vier Gruppen sollen im Wettbewerb untereinander stehen und jede Gruppe wird das beste Telekop bauen wollen. Deswegen kann ich da keine Ideen vorgeben, sonst werden alle Gruppen das gleiche machen, das wäre ja langweilig (c;
Zitat von Felix42:
"Okularauszüge" (besser Schraubfokussierer) lassen sich simpel und billig aus Fassungen für Glühbirnen basteln, gibt es mehrere Anleitungen im Netz...
-> Wow, das wusste ich gar nicht! Ich dachte das wäre ziemlich schwer! Ich dachte da an einen einfachen OAZ den ich für rund 10-15€ gesehen habe (habe ich auch für mein eigenes ATM-Projekt gekauft und ist ganz brauchbar!) -> aber über den selbstbau werde ich mich auch mal genauer informieren!
Zitat von Felix42:
Eine Hauptspiegelfassung ist bei einem nicht zu dünnen 100 mm Spiegel recht einfach, z.B. die Lagerrung auf Luftpolsterfolie wäre denkbar.
-> ja, da dürfen sich die Schüler was ausdenken (c:
Zitat von Felix42:
Diese Seite ist eine wahre Fundgrube für einfache und ungewöhnliche Lösungen: http://www.zellix.de/selbstbau/index.htm Da sollte die eine oder andere Inspiration zu finden sein...
-> das ist wirklich gut zur Inspiration für die Schüler!
Zitat von Felix42:
Das Holz für die Rockerboxen könnte man zumindest "auf Maß gesägt" im Baumarkt oder beim Schreiner beziehen, nur die Feinarbeit (Aussparungen für Höhenräder sägen, schleifen, lackieren, zusammenbauen) wäre dann noch zu erledigen.
-> ne, sollen sie eher selbst ausprobieren -> es gehört zu so einem Projekt auch dazu den Umgang mit Sägen und co zu lernen... im "alten Gymnasium" gab es lange genug nur Theorie und keine Praxis... mit den neuen Unterrichtsmethoden soll das ja aber immer besser und praktischer umgesetzt werden!

-> das tolle an an 8er Gruppen ist ja, dass 4 gleichzeitig die Rockerbox bauen und die anderen 4 den Tubus... oder noch besser jeweils 2 "Spezialisten" Schleifen den Spiegel, 2 bauen die Rockerbox, 2 den Tubus, und die letzten 2 den OAZ (natürlich mit regelmäßigen "Meetings" in denen man Sie die Probleme, Fortschritte, usw. besprechen können -> eben wie im Berufsleben)





Zitat von Schicko:
hier kannst du dir noch ein paar Anregungen vom Meister persönlich holen
http://www.cdcc.sc.usp.br/cda/telescopios/tie-jpl-nasa/
-> danke auch für diese Seite!
Zitat von Schicko:
Kann man das Projekt nicht so aufteilen, dass z.B.
- ein Teil der Schüler ein komplettes Teleskop mit einem gekauften Spiegel baut
- während eine andere Gruppe sich das Spiegelschleifen und Mechanik bauen teilen; wobei ich 40 Stunden für recht knapp halte, sich die ganze Spiegelschleif-Theorie und Praxis anzueignen, Foucault-Tester zu bauen, das Versilbern auf die Reihe zu kriegen, etc.
-> hab ich oben schon was dazu geschrieben und ich hoffe eher dass ich mir den Focault-Tester von einem ATMler ausborgen kann, das würde einige Zeit sparen!
Zitat von Schicko:
Ich würde auf jeden Fall erstmal einen Prototypen bauen.
-> das muss ich auf jeden Fall machen (c;





Zitat von UwePilz:
Ausgeschlossen, das in dieser Zeit zu schaffen. meine Frau ist Lehrerin und führt Projekte ähnlicher Größenordnung durch.
-> Ich hab ja jetzt ein halbes Jahr Zeit um das so gut vorzuplanen, dass es andere Lehrer relativ leicht umsetzen können. So ist es zumindest geplant. Ich soll ja schauen, was zeitlich machbar ist, und was nicht!
Zitat von UwePilz:
Hast du schon mal chemisch versilbert? Ich hab's versucht. Alles nach Vorschrift, alles blitzsauber. Nur Silber hat sich keines abgeschieden. Was dann? Und dann ne Horde voll Kinder, denen diese Art von Genauigkeit gar nicht innewohnt?
-> hab ich nicht selbst versucht. Klingt jetzt natürlich nicht so prickelnd, dass es bei dir gar nicht klappen wollte. Aber eine Menge Leute haben es schon geschafft, es muss also irgendwie gehen, ausserdem studiere ich Chemie und könnte daher bei Problemen auch genug Doktoranden, Professoren, usw. befragen, solange bis es klappt! Natürlich weiß ich auch, dass das Versilbern giftig ist, vielleicht ist es dadurch wirklich nicht durchführbar. Allerdings würden das ja nicht 30 Schüler gleichzeitig machen -> das wäre absolut fahrlässig und würde wohl dazu führen, dass der entsprechenden Lehrer aus dem Dienst suspendiert wird... Andererseits gibt es in jeder Schule eine richtige Laborausrüstungen, mit allen nötigen Schutzvorrichtungen, wenn es dann ein Schüler unter aufsicht des Lehrers versilbert, kann eigentlich nichts passiern! Wir in der Uni (Chemiker) müssen ja auch irgendwann anfangen mit giftigem Zeug zu arbeiten, warum sollen da 9./10. Klässler nicht in der Lage sein? -> ob es dann wirklich durchführbar ist weiß ich nicht, da hab ich wenig Erfahrung (gerade im Schulrecht,...)
Zitat von UwePilz:
Oder Schleifen: Was man da alles falsch machen kann! Oder den Mut verlieren, Oder imemr wirder Kratzer.
Einen Foucault-Tester bauen, allein das kann die Zeit auffressen.
Wenn das Thema gesetzt ist, dann rate ich zum Bau eines Linsenfernrohres aus einer fertigen Optik. Da gibt es noch genug zu tun.
-> deswegen bin ich auch eher für ein fertiges Spiegelset, aber wie es ggf. doch machbar sein könnte, hab ich ja schon oben geschrieben. -> Linsenfernrohr in ich eher dagegen, weiss auch nicht warum.





so, ab jetzt gehe ich nicht mehr auf jeden Post ein, wenn nicht was noch was Neues drinsteht!




Zitat von thomasr:
der Lerneffekt tritt auch bei 10€ ein, speziell wenn man auch Zeit für Optikrechnungen verwendet. Ansonsten auch siehe auch die Produkte von Astromedia.de.
-> Hab ich mir auch schon überlegt, allerdings sind 6-7cm halt nicht viel! Ich finde 10-15cm dürften es schon sein (c; Zumindest wenn es preislich gehen würde! Schade dass es da von Astromedia nichts größeres gibt... als nächstgrößeren Spiegel fällt mir nur der Tal 1 / Siberia 110 ein, allerdings kostet der schon über 100€... aber in der größe gibt es wohl nichts billigeres! Und Mengenrabatt bekommt man bei einer Bestellung von 4 Spiegelsets wohl auch nicht!





Zitat von Deneb:
Ganz ehrlich? Ein komplettes Spiegelteleskop mit Selbstschliff kriegst du nie in der Zeit hin. Ich hab für mein erstes 8" Teleskop mitsamt Spiegelschleifen knapp 70 Stunden gebraucht. Und dabei ist es egal, ob 4", 6" oder 8".
-> allerdings kann man in den Gruppen Arbeitsteilung betreiben! 4*45 Stunden macht dann schon wieder 180 Stunden!





Zitat von Felix42:
Tach Zusammen,
was man auch auf keinen Fall außer acht lassen sollte ist der Einwurf von Uwe, egal wie man die Schüler begeistern und motivieren kann - das heißt noch lange nicht das es dann besser klappt.
Was dann? Und dann ne Horde voll Kinder, denen diese Art von Genauigkeit gar nicht innewohnt?
Diesen Aspekt sollte man nicht unterschätzen, muß aber derjenige entscheiden der die betrffende Klasse kennt und weiß wie die Schüler "drauf sind", wenn es machbar erscheint würde ich es zumindest versuchen.
-> Richtig, das ist wohl DER wichtigste Part in diesem Projekt. Man kann das aber wirklich so einfädeln, dass die Schüler den Ansporn haben wirklich das beste Projekt abzuliefern und dann bauen sie da keinen Scheiß, sondern spornen sich gegenseitig zu Höchstleistungen an.
Ich selbst hab so eine Art von Unterricht selbst auch nie erlebt, und kann es mir auch nicht so richtig vorstellen. Allerdings hat mein Mentor-Team, so was ähnliches schon einmal mit dem Projekt "Creme herstellen" aufgezogen, und das hat super geklappt. Da gab es dann eine Pseudo-Firma mit richtiger Internetseite, usw. und dann wurden die Schüler dazu angeregt eine gute Creme (von Hautcreme, Bodylotion, ... war alles erlaubt) herzustellen! -> normalerweise denkt man ja, dass Schüler (grade Jungs) eher so reagieren: "Was? Wir sollen ne Creme herstellen? Kannste voll vergessen, ich bin doch keine Schwuchtel..."
Ich glaube ihr wisst was ich meine. Eine Creme ist ja nicht gerade was cooles, und wird deswegen erstmal auf Widerstand treffen -> denkt man! Dennoch hat das Projekt echt super geklappt. Und jetzt soll so was ähnliches mit dem Teleskop aufgezogen werden. Ich erarbeite die Grundlagen, und die nächste Zulassungsarbeit macht dann dort weiter, wo ich aufgehört habe (c;





Zitat von MikeWölle:
1.) Gehts sich das inklusive Spiegelschleifen zeitmässig nicht aus.
-> bin ich auch der Meinung gewesen, es sei denn man macht Arbeitsteilung -> dann sollte es dicke reichen, allerdings wird dann jeder Schüler nur zu einem Spezialisten, statt das Komplettpaket zu verinnerlichen... also auch nicht so optimal
Zitat von MikeWölle:
3.) Ein 10cm Spiegel nicht ideal für den ersten Spiegel ist
-> Why not? Was ist da schlecht dran? Wie gesagt mit Spiegelschleifen kenn ich mich nicht aus! Und könnt ihr mir bitte grob Sagen, wie lange man für den ersten Spiegel braucht?





Zitat von Felix42:
mal ne doofe Frage, wieviele Schüler sind in der Klasse und in welchem Schuljahr soll das überhaupt umgesetzt werden?
-> In jeder Klasse sind so +/- 30 Schüler. Das Schuljahr darf ich mir selbst raussuchen aber sollte minimum 8. Klasse sein, eher 10.





Zitat von MikeWölle:
PS Christtian :Was das Spiegelschleifen angeht: Wie kommt man auf die Idee Schülern etwas beibringen zu wollen was man selbst (noch)nicht kann?????
-> Indem man die Schüler richtig anspornt, und indem man ihnen es ihnen zutraut! Alle Spiegelschleifer haben sich irgendwann mal irgendwo informiert, wie das geht. Und in Zeiten des Internets ist es absolut kein Problem mehr!





So, mein Monsterbeitrag ist endlich fertig! Puhhhh, geschafft (c; Jetzt wisst ihr viel genauer, wie es ungefhr geplant ist und ich selbst habe auch eine viel klarere Struktur gefunden. 1000 Dank dafür!

Die einzig strittige Frage ist jetzt eben noch, ob der Spiegel selbst geschliffen werden kann!

Für ein paar anregende Ideen wäre ich euch aber immernoch sehr dankbar.

Viele Grüße,
Christian
 
Hi!

Mal etwas off-topic, um nochmal auf's Budget zu kommen: Falls die Kids das Budget selbst verwalten dürfen, wäre es interessant zu sehen, ob dann irgendwer für 130 Euro einen Einsteiger-Newton oder -Refraktor kauft, ihn umlabelt, sich den Differenzbetrag als Erfolgsprämie auszahlt, den Rest von seinem Team feuert und die übrige Zeit in einen PowerPoint-Vortrag investiert, warum es sich in Deutschland nicht mehr lohnt, großartig selbst zu produzieren... Das wäre dann fächerübergreifend noch was für Gemeinschaftskunde/Wirtschaftskunde. Natürlich lernen die Kinder dann weniger über Handwerk als über den Arbeitsmarkt... (das ist dann wirklich "wie im Berufsleben")

Jetzt mal etwas weniger zynisch: Falls Spiegelsets zu teuer sind, wären komplette Einsteigerteleskope jedenfalls auch noch eine Möglichkeit - Du darfst nur nicht beim Händler anfragen und sagen, dass deine Schüler das Teil ausschlachten sollen, um was brauchbares draus zu basteln, dann gibt's nämlich wahrscheinlich garantiert keinen Rabatt...

Gruß,
Alex
 
Hallo Christian,

nun 10cm sind etwas wenig, meistens macht man den ersten Spiegel mindestens 15cm groß. Die beste Lektüre zum Einstieg ist immer noch "How to Make a Telescope" von Jean Texereau. Schleif und Poliermittel von guter Qualität gibts bei Stathis Kafalis. Für sehr kleine Spiegel eignen sich auch dicke Glasscheiben von alten Wasserzählern.
Vorsicht ist beim Umgang mit Pech geboten. Wenn man nicht aufpasst, kann man locker mit 20g Pech ein ganzes Zimmer versauen. Beim Versilbern aupassen, dass man die Lösung nicht auf die Haut bekommt. Das gibt sonst schwarze Flecken die sehr lange nicht weggehen. Sehr wichtig ist auch die Wahl des Öffnungsverhältnisses. Je größer, desto schwieriger wird es. Bei nur 10 cm Öffnung und f/8 oder f/10 kannst du dir das Parabolisieren überhaupt sparen und nur einen einfachen Kugelspiegel schleifen. Das spart Zeit, andererseits ist gerade das Parabolisieren das wirklich interessante an dem Hobby.

CS Mike
 
Hallo Christian,

erst mal Respekt vor Deinem Projekt! Das ist schon eine Herausforderung, wie ich meine.

Ich war bis jetzt stiller Mitleser um zu sehen, wie es voran geht. Du bist ja noch voll in der Planung - denke dran, ein halbes Jahr Zeit für selbige ist nicht wirklich viel!

Es soll also ein Dobson werden. Das macht auch Sinn, weil das Teleskop sonst eine aufwendige Monti benötigen würde (mindestens jedoch ein Stativ!), damit die Schüler ihren Erfolg auch "sehen" können. Also fällt richtig überlegt ein Refraktor von vorn herein aus.
Die mechanischen Bauteile sind ja soweit klar und auch machbar.

Die grössere Problematik, die ich sehe, sind die optischen Komponenten:
  • Hauptspiegel
  • Fangspiegel
  • Okular(e) - (ohne sieht man nichts!)
Zum HS:
(Vorweg: ich habe noch nie einen Spiegel geschliffen!!!)
Natürlich wird ein Spiegel am besten geschliffen. Das kostet sicher sehr viel Geduld und bringt auch Rückschläge, die den Schülern in anberaumter Zeit die Motivation nehmen können (nicht müssen!).
Ein Freund von mir (heute Physiklehrer) erzählte mal was von einem Projekt "Rotationsparaboloid". Dabei wurde eine "aushärtende Flüssigkeit" (??) in eine flache, zylindrische Form gegossen (Untersetzer für nen Blumentopf?) und während der Aushärtung zentrisch rotiert (auf nem Plattenspieler!). Heraus kam ein Paraboloid, der sich verspiegeln ließ.

Weiter.
Wenn Du die Gruppen jeweils in Arbeitsbereiche teilst, brauchst Du von vorn herein die Brennweite des HS!, sonst kann der Arbeitsbereich "Tubus" einpacken. Denn die wissen ja noch nicht genau, wo denn der FS hin MUSS, um in den Fokus zu kommen - der Spiegel ist ja noch in Arbeit.

Da sind wir auch schon beim FS:
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Herstellung eines HS (Parabolspiegel) zwar langwierig aber erfolgversprechender ist, als die Herstellung eines FS (Planspiegel(!)). Vielleicht bin ich ja daneben, aber ich habe es mal versucht: Eine Aluplatte sollte "plan" werden - ich habs aufgegeben..., ist mit "Hausmitteln" nicht zu machen. Da schleife ich lieber wochenlang einen Parabolspiegel.... der Erfolg ist nicht gesichert aber näher.
Also für den FS sollte Dir nach Möglichkeit noch was einfallen.

Okular:
Wird hier gar nicht wirklich erwähnt, braucht man aber! und gehört meiner Meinung nach zu einem Teleskop dazu. Was ist da geplant? - eins kaufen?

Ansonsten wünsche ich Dir einen klaren Kopf (ob unserer zig Tipps :) ) und viel Erfolg für Dein wirklich tolles Projekt!

Gruß
Matthias
 
Hallo!

ich möchte euch mit ein paar weiteren Infos versorgen. Für den Selbstbau brauche ich folgendes:

1) Hauptspiegel (selbst schleifen + versilbern, weitere Infos weiter unten)

2) HS-Fassung (Sebstbau)

3) Fangspiegel (Entweder aus einem alten Kopierer oder Kauf)

4) Spinne (Selbstbau)

5) Okularauszug (Selbstbau, oder Kauf)

6) Okulare (Kauf)

7) Tubus +Rockerbox (Selbstbau)

8) Kleinkram (Justierhilfen,... -> Selbstbau)



Ich hoffe ich habe nichts vergessen (c; Genaueres folgt jetzt:

zu 1) HS: Ich habe mich für einen 5"/13cm-Rohling entschieden (mehrere Gründe), welcher schon hier neber mir liegt (c; Ich würde am liebsten einen f6-f7er Spiegel schleifen, allerdings müsste ich ihn dann parabolisieren. Das sollte eigentlich kein Problem sein, denn ich als Perfektionist hätte eine Freude daran so lange rumzutüfteln bis ich eine perfekte Parabel hätte (c;
Allerdings habe ich mir überlegt, dass es für Schüler eher frustrierend ist da groß rumzutüfteln und dauernd wieder Rückschläge zu erleben (gerade als blutige Anfänger!). Besser ist da doch einen sphärischen Spiegel herzustellen, geht ja meines Wissens deutlich leichter!
Die Frage ist jetzt, welches Öffnungsverhältnis ist da gerade noch nötig?
In "Spiehelfernrohre - selbst gebaut" steht dass bei einem 15cm Spiegel f9 ausreicht. Der Siberia 110 / Tal1 macht bei 11cm und f7,3 astreine Bilder!
Liege ich dann damit richtig, dass ich bei 13cm und f8 noch in der Norm liege?

zu 2) HS-Fassung: sollte bei der Größe noch gut und einfach machbar sein!

zu 3) FS: Das Polieren eines planen Glases halte ich bei Schülern wieder zu frustrierend und daher habe ich als sinnvolle Alternativen nur die von Kerringa beschriebenen Spiegelstreifen aus alten Kopierern, oder den Kauf eines fertigen FS.

zu 4) Spinne: Einen Selbstbau halte ich zwar nicht für einfach, aber sollte noch irgendwie zu meistern sein!

zu 5) OAZ: Da werde ich mich an einen Selbstbau wagen und falls das nicht gut umsetzbar ist, werde ich einen Kauf ins Auge fassen (kostet ja nur max 15€)

zu 6) Okulare: Um einen Gebraucht-Kauf kommt man hier wohl nicht rum, aber gebraucht Plössels sind ja nicht all zu teuer und brauchbar

7) Tubus +Rockerbox: Selbstbau, klar (c;

8) Kleinkram: Justierhilfen,... -> Selbstbau ist auch klar!


Bei Arbeitsteilung sollte das in einer Klasse/Gruppe denke ich hinzubekommen sein!

Für Anregungen und ähnliches bin ich euch weitehin sehr Dankbar! Viele Grüße,
Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christian,

die Mindest-Brennweite für sphärische Spiegel, die noch eine gute Abbildung haben sollen, ist abhängig vom Durchmesser des Spiegels. Hier geht nicht einfach "f/8" oder so.

Ein gewisser André Couder hat sich damit beschäftigt und eine Formel entwickelt, nach der sich die minimal erforderliche Brennweite F^min für sphärische Spiegel berechnen lässt. Sie lautet:

F^3 = 34,9 * D^4 - wobei D und F in cm (!) angegeben werden.

Hier ein Link zu einer Präsentation im Web:
http://www.sternwarte-reichenbach.de/media/Spiegelschleifen.pps

Für Deinen 5" Spiegel (D angenommen mit 12,5 cm) erhalte ich eine Brennweite von F^min = 94,8 cm - also F/7,6.
Die Verhältnis F^min/D wächst mit D. Deswegen kommt der TAL auch mit nur F/7,3 aus - F^min ca 800 mm - was mit dieser Formel nachvollziehbar ist.

Du liegst also mit F/8 bei 5" dicke drin :/

Viel Erfolg!
Gruß
Matthias
 
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