Es stellt sich die Frage nach dem idealen Durchmesser der Säule (50-60 cm?), der Leerrohrführung (zentral? KG oder Flex?) und der Auslegung zur Befestigung des Nivellierflansches (Gewindestangen Einbetonieren oder Kleben? M16 oder größer?).
Oder was muss man sonst noch beachten bei solch einer massiven Konstruktion? (klar, unten muss viel Beton sein, der das Ganze trägt ...

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Hallo Thorsten,
ich habe meine Betonsäule eigentlich auf die EQ8 ausgelegt, die später mal drauf kommen sollte. Daher habe ich einen EQ8 Säulenadapter über die Gewindestangen einbetoniert. Die Gewindestangen des Adapters sind M20. Also schon ziemlich massiv. Aber die Stangen schauen ja auch einiges aus der Säule raus. In meinem Fall habe ich zwischen Säule und Adapter ein Brett zur Ablage von Okularen und co. eingearbeitet. Der Adapter ist ca. 15cm über der Säule. Je weiter weg von der Säule desto massiver würde ich die Stangen machen. Wenn du die Montierung direkt auf die Säule schraubst, kannst du auch kleinere Schrauben nehmen. Wenn da aber Luft dazwischen ist, muss das massiv sein, damit es nicht schwingt.
Mein Säule ist 25cm dick. Im Moment habe ich "nur" eine EQ6-R drauf. Dabei ist es geblieben, weil ich keine Hütte um die Säule bauen konnte. D.h. ich muss jedes mal das Teleskop drauf setzen und wieder runter nehmen. Da war mir die Tragkraft der EQ6-R genug. Mehr will ich da eh nicht drauf heben. Von daher kommt da maximal noch eine GM1000 drauf, sollte die EQ6-R mal den Löffel abgeben. Für die EQ6-R sind die 25cm das Maximum, da sonst die Gefahr besteht, dass OAG, Filterrad und co vor oder nach dem Flip an der Säule anstoßen. Du musst halt ausrechnen, wieviel Platz bei deinem Setup ist und entsprechend die Säule dimensionieren.
25cm ist schon ziemlich massiv. Eine EQ8 plus maximaler Zulandung würde das Teil wohl aushalten. Das wären so 100kg. Da kann man im Prinzip ein Haus drauf stellen...wenn das Fundament trägt. Deshalb finde ich es entscheidend, worauf die Säule steht. Meine steht frostsicher auf verdichtetem Schotter. Die Säule ist auch nicht einfach in einem Kanalrohr in die Erde betoniert, sondern unter der Erde befindet sich noch ein Stahlbetonblock in den die Säule inklusive Armierung eingebettet ist. Da wackelt nichts, es setzt sich nichts. Ich habe nach 5 Jahren mal nachgemessen. Die Säule steht noch genau im Lot und die Einnordung hat sich nicht messbar verändert. Das Guiding läuft auch dann noch rund, wenn ich mich mit dem kompletten Körpergewicht an die Säule hänge. Auch wenn man dagegen tritt führt das nur zu einem unwesentlichen Zucken im Guidinggraph. Das ist zwar etwas Arbeit aber die super robuste Bauweise hat sich bewährt. Kosten tut das auch nicht viel mehr. Eisen hatte ich praktisch unbegrenzt von einer Baustahlmatte und Beton ist nicht so teuer.
Wenn du natürlich eine GM 4000 drauf machst inklusive maximaler Zuladung ist das eine andere Hausnummer. Rechne einfach mal nach. Die Steifigkeit von Stäben skaliert glaube ich mit dritter Potenz des Durchmessers. Das kann man so grob übertragen. Wenn das Teil bei mir mit 25cm und 40kg drauf nicht zuckt, dann gilt dasselbe für eine 50cm Säule und 320kg drauf. Meine Säule käme aber sicher auch mit mehr Gewicht klar. Ich hatte aber noch nie mehr drauf, daher kann ich das nicht sicher sagen. Das doppelte wie jetzt, also 80kg würde ich dem Teil locker zumuten. Das würde dann mit 320kg 40cm entsprechen. Die GM4000 wiegt mit Zuladung maximal 275kg. Ich würde vermuten, dass die Säule irgendwo in dem Bereich schon sein sollte. Ein massives Fundament würde ich aber auf jeden Fall machen. Das ist schon ordentlich Gewicht auf einer kleinen Fläche. Da einen breiten Block drunter schadet sicher nicht. Meine Säule wiegt inklusive des Stahlbetonblocks übrigens ca. 1 Tonne. Klar, kann man sagen, das sei übertrieben. Aber wenn ich eh schon ein Fundament brauche, weshalb dann an zweistelligen Beträgen sparen, wenn ich danach für zigtausend Euro Gerät drauf setzen will? Betoniert habe ich mit einem Schalrohr von Rapidobat. Das ist praktisch, da man einfach über so einen Zip Verschluss ausschalen kann. Das gibts in allen Größen.
Ich habe bei meiner Säule die Stromzufuhr über eine Phase gelöst, die in einem 25mm Hohlrohr innerhalb der Säule liegt. Den Strom kann ich unabhängig vom Hausnetz an und abschalten. Dazwischen habe ich sicherheitshalber noch einen FI gesetzt. Datentransfer geht bei mir über WLAN. Datenkabel brauche ich also keine. Aus einer Phase kann man beliebig viele Steckdosen machen. Da kommen ja keine tausende Watt zusammen. Ich habe bei mir 2 Steckdosen gemacht. Damals wollte ich nur visuell beobachten...naja, die Zeiten ändern sich. Heute würde ich ein zwei Steckdosen mehr machen und die Steckdosen auch weiter unten und nicht in Ost-West-Richtung. Für mein Fotosetup reicht aber tatsächlich mittlerweile eine einzige Dose, da ich alles über ein einzelnes 12V Netzteil versorge. Ansonsten gibt es noch Mehrfachsteckdosen. Von daher ist das nicht so tragisch.
Hoffe das hilft dir was und gibt dir paar Anregungen.
Grüße,
Joachim