Schwierige Wahl

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Paul1996

Mitglied
Hallo, mein Name ist Paul und ich würde gerne mit der Astronomie und der Astrofotografie anfangen.
Bei der Astrofotografie habe ich keinerlei Erfahrung, kenne mich aber mit den Grundwissen des Einstiegs aus.

Mein zeitiges Teleskop von einem Discounthändler...
tut seinen Zweck(die beobachtung des Mondes nichtmehr)
und da habe ich mich entschlossen richtige in die wundervolle Astronomie einzusteigen.

Meine Frage:
Welches Teleskop würdet ihr mir empfehlen.
Budget liegt bei max 1500 Euro.
1500 Euro wegen Jugendweihe + Weihnachten etc.

Ich möchte allerdings nicht nur der visuellen Beobachtung nachgehen.

Gedacht hätte ich and das transportable
Schmidt Cassegrain Teleskop von Celestron (Nexstar 8 SE)

http://www.astroshop.de/celestron-schmidt-
cassegrain-teleskop-sc-203-2032-nexstar-8-se-goto/p,7887

Unterschütz ihr meine Idee oder hab ihr sogar noch bessere?

Würde mich um schnelle Antwort freuen, da das Fest schon vor der Türe steht.

L.g Paul
 
Hallo Paul,

willkommen in Forum!

Bevor ich es vergesse zu schreiben:

Schau mal bei einer Volkssternwarte in deiner Gegend vorbei.
Versuche eine Beobachtergruppe in deiner Nähe zu kontaktieren.
Dort kanst du an verschiedenen Teleskopen mitbeobachten und dir
vor dem Kauf einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit
und den Einsatzgebieten verschiedener Teleskope verschaffen.

Mit noch wenig Ahnung und 1500 munteren Steinen in der Tasche
bist du so etwas wie ein ideales Opfer. Ich würde wetten
daß man dir auch Angebote per PN (persönliche Nachricht)
machen wird.

Wie auch immer. Das Problem bei deiner Anfrage ist dies:

.. ich würde gerne mit der Astronomie und der Astrofotografie anfangen.
...
Ich möchte allerdings nicht nur der visuellen Beobachtung nachgehen.

Beides mit einem Teleskop zu wollen ist fast unmöglich.
Ich will dir auch erläutern warum das der Fall ist.

Für visuelle Beobachtung zählt in erster Linie die Öffnung
des Teleskopes, also der Durchmesser des Hauptspiegels oder
der Linse, natürlich unter der Voraussetzung daß
1) die Justage des Teleskopes gut ist
2) die Qualität der Optik ausreichend gut ist
3) die Streulichtunterdrückung gut ist
4) keine zu große zentrale Obstruktion vorliegt
5) du zum Teleskop passende Okulare hast

Die Öffnung entscheidet über das Lichtsammelvermögen,
das ist wichtig für die meisten Deep Sky Objekte.
Und sie entscheidet über das Auflösungsvermögen,
das ist wichtig um eng beieinandertehende Objektdetails
trennen zu können, etwa in den Bändern von Jupiter.

Nun ist es leide so daß ein Teleskop mit großer Öffnung
auch relativ groß und schwer ist.
Das führt dazu daß die Montierung die das Teleskop tragen
und nachführen muß, und dies bei der Phortographie von schwachen
Deep Sky Objekten über eine längere Zeit hinweg, entsprechend
tragfähig und präzise sein muß. So eine ontierung wird dann
sehr teuer.

Ich bin kein Knipser sondern nur Beobachter. Deshalb nur kurz:
Die Anforderungen an ein photographisches Teleskop sind
abhängig davon was du photographieren willst.

Planeten kann man sehr schön per Webcam knipsen. Es werden
viele kurzbelichtete Bilder gemacht und die guten Bilder
werden dann addiert, bearbeitet, nachgeschärft.

Auch hier zählt wie bei der visuellen Beobachtung die Öffnung.

Bei der Langzeitbelichtung komt es primär darauf an daß
die Montierung das Teleskop über die Dauer der Belichtungszeit
präzise nachführt, daß das Teleskop eine gute Bildfedebnung aufweist,
daß es auch am Rand des Gesichtsfeldes noch sauber abbildet.

Das TEleskop kann ruhig etwas kleiner ausfallen, ja es gibt
excellente Photos die mit weniger als 100mm Öffnung gemacht wurden.

Das Teleskop muß lichtstark sein. Die Brennweite ist dann
nur um den aktor 4 oder 5 oder vielleicht noch 6 größer als
die Öffnung des Teleskopes. Das führt zu kurzen Belichtungszeiten.

Lange Rede kurzer Sinn: Du kanst mit 1500 Euro:
1) entweder ein gutes visuelles Teleskop mit einem Satz guter Okulare bekommen
2) oder ein gutes kleines Phototeleskop mit brauchbarer Montierung und Nachführung
3) oder ein brauchbares visuelles Teleskpop mit einfachen Okularen
+ ein kleines Phototeleskop und brachbarer Montierung

Mein Rat ist folgender:
Wenn du gucken und knipsen willst: Trenne beides voneinander.

Zum von dir verlinkten Teleskop:
Das ist preisbezogen weder besonders toll für visuelle Beobachtung
und es ist alt-azimutal montiert ungeeignet für Langzeitbelichtungen.
Am besten ginge damit noch die Webcam-Planeten-Photographie.

MfG,Karsten
 
Hallo Paul,

unterstützen kann ich deine Idee leider nicht wirklich und ob meine Idee besser ist liegt im Auge des Betrachters...

Dazu müsste ich vor allem wissen, was du überhaupt fotografieren/beobachten willst! Was sit schon an Okularen, Filtern, sonstigem Zubehör vorhanden? Welche Kamera willst du nutzen?

Mal meine Gedanken:
2032mm Brennweite sind als Einstieg in die Astrofotografie (vor allem bei einem Öffungsverhältnis von f/10) im Deepsky-Bereich völlig daneben, wie auch die Gabelmontierung. Mit diesem Setup lassen sich allerdings gut Bilder vom Mond und den Planeten machen (Webcam).

Wenn du es jedoch auf DSO abgesehen hast, dann würde ich zu einem schnellen Newton auf parallaktischer Montierung greifen. Wenn die 1,5k € "nur" für´s Teleskop gedacht sind, dann z.B. ne EQ6 mit 8" Fotonewton. Da bleibt dann aber keine Luft mehr zum visuellen Beobachten am Okular und auch das Guiding muss noch warten.

Ich pers. habe einen Zwischenschritt gemacht und mir ein 150/750er Newton auf LXD-75 (EQ5) gekauft und damit angefangen zu fotografieren und intensiver zu beobachten. Mit dem Gerät lässt sich in beiden Disziplinen was machen, wobei es aber z.B. dem SC am Planeten/Mond ebenso unterlegen ist, wie die größeren Fotonewton bei den DSOs (Öffnung ist dabei nunmal eine wichtige Größe). Dafür hast du aber noch einen Rest im Geldspeicher, den du in eine Guidinglösung investieren kannst...

Auf die Schnelle wird das idR eh nix, wenn nicht von Anfang an klar ist, welchen Anspruch man an ein Instrument hat, und vor allem wozu man dieses Instrument nutzen will.

edit KaStern war schneller:
Zitat von KaStern:
Lange Rede kurzer Sinn: Du kanst mit 1500 Euro:
1) entweder ein gutes visuelles Teleskop mit einem Satz guter Okulare bekommen
2) oder ein gutes kleines Phototeleskop mit brauchbarer Montierung und Nachführung
3) oder ein brauchbares visuelles Teleskpop mit einfachen Okularen
+ ein kleines Phototeleskop und brachbarer Montierung
...

Aber das bringt´s ziemlich genau auf den Punkt!

CS Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Was Empfiehlt sich da für die visuelle Beobachtung?

Ein Dolbson Teleskop,ein Newton Teleskop,Cassegrain Teleskope...

Welche Öffnung und Brennweite ist empfehlens wert?

Sollte ich mir direkt einen kompletten Okular Koffer kaufen oder eher einzelne Okulare.

Diese Entscheidung ist schwer D:

L.g Paul

p.s. danke für die Antwort
 
Hallo Paul,

Dobson, Newton, SC... hängt alles davon ab, WAS du damit beobachten und/oder fotografieren willst! Ohne diese Infos ist´s ein Stochern im Nebel! Auch die Kamera die eingesetzt werden soll spielt eine große Rolle.

Gruß Markus
 
Meine Entgültige Endscheidung
Fotografieren möchte ich dso.
Budget wie geplant max 1500euro.
Kamera:
Nikon Coolpix 5.4-54mm t und eine Canon eos 450D mit Objektiven größtes bei 400mm t.

Da man ja eig. für die dso eine ccd kamera verwendet könnte ich diese optional dazukaufen.

Also Fotografie der DSO.

L.g. Paul
 
Hallo Paul,

mit den zusätzlichen Informationen kann man dir nun besser
einen Rat geben :super:
Ich bin aber nur Beobachter und überlasse das Feld den Leuten
die sich mit Photographie auskennen.

Gutes Gelingen wünscht dir

Karsten
 
Hallo Paul,

damit kann ich tatsächlich was anfangen! DSO-Foto mit DSLR...

Da wäre mir der 10"er auf EQ6 zu schwer! Mit Fotogeraffel kommst du in den absoluten Grenzbereich der Montierung. Ich würde da zu einem 8" Fotonewton greifen, der ist leichter und das 1" macht den Braten bei der Fotografie nicht ganz so fett.

Vor allem hast du noch genügend Reserven um z.B. ein Lei(d)t-Rohr mit Guiding-Cam usw. zu der Aufnahmeoptik montieren zu können.

Damit hast du auf jeden Fall eine Basis, die dir über Jahre hinweg Spass bereiten wird, ohne dass du an der Montierung was vergrößern musst. Mit der Zeit können dann noch alternative Instrumente (kleiner ED oder schnellerer Newton) und Guider und was weiss ich nicht noch alles dazu kommen, aber die Montierung wird´s erst mal halten.

Am Anfang wirst du zwar nur recht kurz belichten können und dann halt viele viele Aufnahmen stacken müssen, aber alles andere ist mit deinem derzeitigen Budgetrahmen nicht wirklich sinnvoll realisierbar!

Gruß Markus


 
Hallo Paul,

willkommen im Forum.

Eine weitere wichtige Information wäre noch, WO du beobachten und fotografieren möchtest (Feld oder Wiese außerhalb, Garten, Balkon...)?

Um DSO vernünftig fotografieren zu können, wirst du im Zweifelsfall raus auf ein Feld oder eine Wiese fahren müssen. Die von dir verlinkte EQ-6 Montierung ist kein Leichtgewicht. Die Montierung wiegt ca. 16 kg, das Stativ noch einmal ca. 7,5 kg. Dazu kämen noch Teleskop und Zubehör (Okulare, Stromversorgung, Beobachtungsstuhl, Tisch usw.). Das von dir verlinkte Teleskop wiegt noch einmal ca. 14,5 kg.

Die EQ-6 ist grundsätzlich gut für die Astrofotografie geeignet, aber in Kombination mit diesem Tubus meines Erachtens eher nicht. Die Tragfähigkeit der EQ-6 wird zwar mit ca. 20 kg angegeben, aber je nach Anwendung. Für die Astrofotografie dürfte diese Kombination sehr grenzwertig sein, da zum Tubusgewicht noch das Gewicht des Zubehörs kommt (Leitrohr?, Autoguider?, Gewicht der Kamera usw.).

Dann müsstest du die ganze Ausstattung zum Auto schleppen, einladen, ausladen, aufbauen, abbauen, ausladen und wieder in deine Wohnung schleppen.

Letztendlich würdest du bei der verlinkten Kombination auch nicht mit deinem Budget hinkommen, da du noch keine Kosten für das ganze Zubehör berücksichtigt hast.

Gute Tipps zum Einstieg (insbesondere auch Kombination Montierung /Teleskop wegen Stabilität) findest du z.B. auf der folgenden Seite:

www.deepsky-brothers.de

(Menupunkt „Einsteiger“ und dann auf „Kombinationen von Montierungen und Teleskopen“ bzw. „Fernrohransichten“ gehen)


Auch ich würde dir empfehlen erst einmal Kontakt zu einem Astronomieverein oder einer Beobachtergruppe in deiner Umgebung aufzunehmen, damit du dir das alles vorher mal „Live“ ansehen kannst.

Viele Grüße & CS
Stefan
 
Hallo Paul

Mit den neuen Infos lässt sich schon gut Arbeiten und eine passende Kamera, ja sogar ein mehr oder weniger passendes Objektiv hättest du auch schon.

Das von dir verklinkte Teleskop (250er auf EQ6) ist sehr Grenzwertig (Windanfällig). Ausserdem ist Guiding Pflicht und unumgänglich. Das kostet noch mal drauf.

Was du für die DSO Fotografie haben musst:
- Stabile Montierung
- Teleskop
- Kamera
- Autoguiding
- wenig Lichtverschmutzung

Um gute Astrofotos zu erreichen ist jeder dieser Punkte pflicht und darf nicht vernachlässtigt werden.

Kamera hast du ja schon und ein paar Teleobjektive für den anfang auch. Mit 400mm lässt sich schon sehr viel machen!

Guiding geht heutzutage schon sehr gut mit einem simplen 8x50 Sucher(45€) und für den Anfang mit einer ALccd5 (225€) Adapter kommt noch dazu (25€).

Somit wären wir bei 1205€.

Montierungen die ich empfehlen kann sind die HEQ-5 (780€) und EQ-6 (1000€). Preislich liegt nur die HEQ-5 drin. Achtung: Nicht mit der EQ-5 vergleich, diese ist sehr viel schlechter für DSO Fotografie geeignet.

Auf die 5er lassen sich Newtons bis 6" auf der 6er bis 8" problemlos betrieben. Bei Windstille geht auf der 6er auch ein 10". Das sind allerdings schon ziemliche Geschosse! (Transport, Gewicht usw.)

Viel praktischer geht es mit Refraktoren (nicht windanfällig, justierstabil, keine Ausleuchtungsprobleme usw.). Allerdings landen wir im übriggebliebenen Preisrahmen bei Refraktoren die gerade mal an die 400mm deines Objektivs rankommen.

-> Dilemma :)

Was drinliegen würde wäre ein 6" GSO Foto Newton (399€), hat übrigens schon einen 8x50 Sucher dabei also wären noch 70€ auf der Seite. Die gehen dann noch für den Akku drauf.
Allerdings habe ich das Gerät nie benutzt.

Damit hättest du folgende Brennweiten:
750mm
400mm
und bestimmt noch andere Objektive.
Ausserdem eine ausreichende Montierung und Autoguiding.
Damit wärst du schon für Jahre beschäftigt.

Grüsse
Tobiasz
 
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