Score-Wert DeepSkyStacker

#1
Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, wie ihr die Bilderauswahl in DeepSkyStacker handhabt?
DSS gibt nach dem Registrieren ja einen Score-Wert für jedes Bild an, als Maß für die Bildqualität.

In welcher Höhe ist denn das Optimum bzw ab welchem Score aufwärts lohnt es sich, die Bilder zu stacken?
Gibts dazu Erfahrungen? Meine Suche im Netz blieb erfolglos.

Ich habe DSS gerade mit einer Reihe Bilder gefüttert und erhalte Score-Werte zwichen 1548.67 und 4018.27. Wo sollte ich den Grenzwert setzen?

Gruß
Martin
 
#2
Hallo Martin,
Da der Score kein Bewertungsskala mit Noten ist, kann man auch keinen Wert angeben, ab wann ein Bild gut oder schlecht ist. DSS berechnet den Scorewert wohl zu einem großen Teil aus der Anzahl gefunden Sterne um dann die Einstellung „die besten 80%“ umzusetzen.

Bilder mit sehr vielen Sternen haben also hohe Score-Werte, ich könne da so bis 15.000 hoch glaube ich. Aber in sternenarmen Regionen kann der maximal Score-Wert auch nur 800 betragen.

Du wirst nicht drumherum kommen die Bilder einzeln durchzusehen, ich hatte auch schon hohe Score-Werte mit unscharfen Sternen. Und schlechte Werte mit Aufnahmen, die ganz gut aussahen. Eine sehr große Bandbreite an Score-Werten könnte aber generell auf ein Problem hindeuten, zum Beispiel aufziehende Wolken.

Viele Grüße,
Felix
 
#3
Moin Felix,

vielen Dank für deine Antwort.
Dann sagt der Wert garnichts über beispielsweise Strichspuren (also Nachführfehler) aus? Lediglich über die Anzahl der Sterne, also Durchsicht? Also kann ein Bild mit strichförmigen, aber dafür vielen Sternen, einen irreführend hohen Score haben und trotzdem unverwendbar sein:unsure:

Dann müsste ich diese Auswahl ja trotzdem "von Hand" treffen...:sneaky: Oder gibts Programme, die Nachführfehler auf den Bildern gleich aussortieren?

Grüße
Martin
 
#4
Hallo Martin,

Deine Frage hab ich mir auch schon gestellt und habe noch keine wirkliche Antwort gefunden. Aber folgende Aussagen kann ich mal, zusätzlich zu den bereits vorhandenen, machen:
- wenn ein Satellit durchzieht, merkst Du das nicht am Scorewert. Der kann trotzdem sehr hoch sein. Es bleibt also nur die Handauslese
- das Beschlagen der Linse mit Tau merkst Du am Scorewert. Da kann man genau sehen, wie von Bild zu Bild der Wert abnimmt. Natürlich siehst Du das auch am Bild
Wenn ich keinen Tau habe, habe ich eine Streuung von 80 - 100% des Maximalwerts. Die lasse ich dann auch oft so. Meist sind ein/zwei absolute Ausreißer nach unten dabei, die kicke ich dann raus.

Gruß Oli
 
#5
Hallo Martin,

wie Felix schon schrieb: man kommt eigentlich nie darum herum, jedes Rohbild sich einzeln vorzunehmen und zu prüfen, ob die Sterne schön rund sind. Sollten hier Eier zu sehen sein oder gar Deklinationssprünge während des Guidings aufgetreten sein (erkennbar daran, dass das gesamte Bildfeld mit "Doppelsternen" gesegnet ist) müssen die Rohbilder gnadenlos gelöscht werden. Mit der Funktionsweise des Algorhytmus für die Beurteilung der Scorewerte in DSS habe ich mich bisher auch noch nie beschäftigt. Das ist m. E. auch müßig, wenn man wie erwähnt die Einzelbilder begutachtet. Da ich mit Canon-DSLR´ s fotografiere nutze ich nach dem Herunterladen von der Speicherkarte der Kameras via EOS Utility die Software DPP von Canon zur Prüfung der Einzellights. Damit war ich bislang auch zufrieden.

Viele Grüße
Stefan
 
#6
Hallo,

Danke euch beiden!

Dann lese ich also heraus, dass ihr alle eure Bilder händisch sortiert und ich das wohl auch weiterhin so machen muss:cautious::D.
Insofern ist der DSS Score-Wert ja eigentlich vernachlässigbar. Denn gründlich vorsortiert, kann ich ja alle Bilder (100%) zum stacken verwenden.

Sollten hier Eier zu sehen sein oder gar Deklinationssprünge während des Guidings aufgetreten sein (erkennbar daran, dass das gesamte Bildfeld mit "Doppelsternen" gesegnet ist) müssen die Rohbilder gnadenlos gelöscht werden.
Das bringt mich aber schon zu nächsten Frage::D
Denn wo setze ich die subjektive Grenze zwischen ausreichend runden Sternen und unverwendbaren Eiern? Mir geht es oft so, dass auf meinen Aufnahmen in 100%-Ansicht minimales "Eiertum" (?) zu erkennen ist (bin mir oft garnicht sicher, ob noch rund oder schon Ei). Bildschirmfüllen angezeigt, erscheinen die Sterne aber tadellos rund. Dann bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Bilder trotzdem aussortieren oder (weil für das Endergebnis irrelevant) einfach mit stacken sollte?

Da ich mit Canon-DSLR´ s fotografiere nutze ich nach dem Herunterladen von der Speicherkarte der Kameras via EOS Utility die Software DPP von Canon zur Prüfung der Einzellights. Damit war ich bislang auch zufrieden.
Ich verwende auch eine Canon und mache die Aufnahmesession auch mit der Canon-Software. Bis heute fand ich das sehr müßig, über DPP die Bilder zu sortieren, da jedes Bild extra einzeln geöffnet werden muss und dann hochvergrößert werden muss.
Jetzt hab ich die Funktion "Schnellüberprüfen" gefunden. Da kann man mit den Pfeiltasten durch alle Bilder durchgehen und alle in der 50% Ansicht prüfen.
Wobei mich das wieder zur obigen Frage führt, ob die 50% Ansicht für eine Beurteilung der Sterne (rund oder Ei) reicht?

Spannendes Thema :)

Gruß
Martin
 
#7
Hallo Martin,

Das bringt mich aber schon zu nächsten Frage::D
Denn wo setze ich die subjektive Grenze zwischen ausreichend runden Sternen und unverwendbaren Eiern? Mir geht es oft so, dass auf meinen Aufnahmen in 100%-Ansicht minimales "Eiertum" (?) zu erkennen ist (bin mir oft garnicht sicher, ob noch rund oder schon Ei). Bildschirmfüllen angezeigt, erscheinen die Sterne aber tadellos rund. Dann bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Bilder trotzdem aussortieren oder (weil für das Endergebnis irrelevant) einfach mit stacken sollte?
Es ist natürlich völlig klar, dass die Frage, bis zu welchem Grade ich noch eine "Eierigkeit" von Sternen akzeptieren kann, immer auch eine persönliche, worüber man natürlich auch streiten kann. Wenn mir der benannte Sternabbildungsfehler erst bei einer extremem Vergrößerung des Bildes auffällt bei normaler Abbildung dagegen nicht, kann ich persönlich damit leben. Zumal es ja auch softwaretechnische Lösungen gibt, gerinfügige Unrundheiten in der Sternabbildung zu korrigieren. Wenn die Sterne bei "normaler" Bildgröße tadellos rund erscheinen ist doch alles gut. Muss man denn Bildqualitätsbewertungen zwingend bei 200 % Bildgröße durchführen ?

Viele Grüße
Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Hey Stefan,

das klingt doch vernünftig:)(y). Zu dem Thema hab ich auch noch nichts gefunden, deshalb war ich mir da unsicher, wie das so gehandhabt wird bzw. wie ich das handhaben soll.
Danke für Deine Einschätzung(y)

Grüße
Martin
 
#9
Hallo Martin,

Ich war mit dem Score-Wert bisher ganz zufrieden. Wenn einezelne Bilder vereiert sind oder der Fokus driftet oder Wolken oder Tau zuschalgen führt das immer dazu dass weniger Sterne in einer Bildersequenz den Kriterien entsprechen und einen geringeren Score bekommen. Die Idee dahinter ist sicher dass ich eben nicht alle Bilder von Hand sortieren muss. Bei super-stabilen Bedingungen mit Guiding kann ich fast 100% verwenden, ohne guiding mit einem kleinen Tracker sind es manchmal aber auch nur die besten 50%.
LG
Stefan
 

Diese Seite empfehlen

Oben