Hi,
Ok, erstmal zu den RA-Koordinaten. Nein, die Sternzeit wird da nicht angezeigt. Vielmehr müsstest Du die Sternzeit hinzuaddieren, aber das macht zuviel aufwand.
Der Ring wird "geeicht" indem man einen Stern im Teleskop einstellt, dessen RA-Koordinate man kennt. Dann dreht man den Ring auf diese Einstellung (ohne das Teleskop zu bewegen). Da aber der Himmel sich weiterdreht, der Ring aber nicht, stimmt die Einstellung eben nur grob für ein paar Minuten.
Allgemein sucht man die Objekte eher selten über die Koordinaten. Vielmehr orientiert man sich an den Sternen um interessante Objekte zu finden. Das sogenannte Star-Hopping. Das ist keine ganz leichte Kunst, aber gut erlernbar. Man muss sich erstmal daran gewöhnen, daß das Bild im Sucher gespiegelt auf dem Kopf steht. Lies mal auf meine Homepage
Die erste Beobachtungsnacht und darunter natürlich dann den 2. Artikel zum Winterhimmel. Da gibt es Sternkarten in denen die Position einiger leicht auffindbarer Objekte vermerkt ist.
Wichtig ist, daß möglichst wenig Licht stört, es sollte also kein Mond sein.
Jetzt zu den Okularen.
Okulare und Vergrößerung sind das wichtigste überhaupt. Es geht nicht um die grösste Vergrößerung, aber man muß sich für jedes Objekt überlegen, welche Vergrößerung noch braucht, und ob diese Vergrößerung auch noch zum Teleskop passt.
Beobachtet man Planeten und die Mondlandschaft, so wünscht man sich so viel Vergrößerung wie nur geht. Üblicherweise wird dies durch das Teleskop eingeschränkt. Mehr als den doppelten Optikdurchmesser in Millimetern sollte man nicht vergrößern, denn darüber hinaus wird das Bild nicht mehr richtig scharfzustellen sein. Das liegt einfach in der Physik der Optik begründet.
Mit einem 114mm Spiegel kann man also bei ordentlicher Optikjustage gut bei 200x Planeten und den Mond beobachten. Und dafür ist diese Vergrößerung hochwillkommen. Erst ab 100x werden die Planeten so richtig interessant.
Bei 30x füllt der Mond kaum das Okular. Von Saturn wird eben erst der Ring erkennbar. Jupiter zeigt sich als kleines Kügelchen. Bei 120x kann man, gutes Wetter vorausgesetzt schon die Teilung der Saturnringe erkennen. Auf Jupiter erkennt man die zwei dunklen Wolkenbänder und vielleicht auch mal den Schatten eines Jupitermondes, wenn dieser vor dem Planeten hergeht.
Bei 180x kann man, wenn die Luftbewegung ("das Seeing") es zulässt, in den Wolkenbändern des Jupiters "Knötchen und Wirbel" erkennen. Wer darin geübt ist, erkennt den grossen roten Fleck (der Seit ca. 1995 eher der grosse, unscheinbar blasse Fleck heissen sollte).
DeepSky-Objekte erfordern wiederum eher schwache Vergrößerungen. Ein 32mm Okular liefert 31-fache Vergrößerung (Brennweite des Teleskopes durch Brennweite des Okulares teilen). Damit sind Sternhaufen und Nebel interessant. Die Plejaden, die Andromedagalaxie, der grosse Orionnebel, usw. Kleinere DeepSky-Objekte lassen sich besser mit einem Okular um 15mm (also 66x) betrachten, und einige wirken bei 100x am besten. Mehr als 100x lohnt sich nur bei Sternhaufen, während Nebel und Galaxien dann zu dunkel werden. Je stärker man vergrössert, desto dunkler wird nämlich das Bild.
Normalerweise kann man mit der geschickten Auswahl von 3 Okularen erstmal alle Beobachtungszwecke abdecken. Ich würde ein 32mm als Okular für schwache Vergrößerung und zum Suchen empfehlen.
Ein 5mm oder ein 6mm Okular zeigt tolle Planetenbilder.
Nun gilt es, einen geschickten Zwischenwert zu finden, falls man das 5mm Okular mal wegen zuviel Luftbewegung nicht einsetzen kann.
Ein 8mm Okular wäre ein schöner Zwischenwert für Planetenbeobachtung. Für DeepSky-Objekte ist dies aber meist etwas zu viel Vergrößerung (120x). Hier wäre ein 12mm besser, aber mit 83x bietet es etwas wenig Vergrößerung für Planeten.
Das ist jetzt alles erstmal theoretisch gesprochen, ohne zu wissen, was Du wirklich beigelegt bekommen hast.
Ich rechne mit 3 möglichen Okulartypen.
1. Plastik-Huygens-Okulare. Okulare wie Linsen sind aus Plastik. Schlechtester Okulartyp am Markt, die Leistung des Teleskopes kann nicht umgesetzt werden. Übliche Werte: H-20, H12,5, H6, SR4 (SR= Super Ramsden)
2. Huygens Okulare mit Glaslinsen. Meistens in Metallfassung, es gibt sogar welche mit einer schwachen Blauvergütung. In Ordnung für schwache Vergrößerung. Nicht so gut bei hoher Vergrößerung. Typische werte H-20, H-6, selten SR-4 (Beschriftung durchaus identisch mit den Plastikokularen)
3. Kellner Okulare. Gut bei schwacher Vergrößerung, oft mit angenehm großen scheinbaren Gesichtsfeld (bis 50°). In allen Disziplinen deutlich besser als die Huygens-Okulare. Ganz brauchbar auch bei hoher Vergrößerung. Typische Werte: KE-25, KE-15, KE-9 und KE-6 (gibt aber viele Varianten).
Solltest Du Plastikokulare beiliegen haben, währen Neuanschaffungen nicht schlecht. Die Huygens mit Glaslinsen sind ganz brauchbar, aber die kleinen Okularbrennweiten (also hohe Vergrößerung) sollte man bei Gelegenheit ersetzen.
Liegen allerdings Kellner bei, dann kannst Du damit erstmal wunderbar beobachten. Nur bei hohen Vergrößerungen werden sie von Plössl-Okularen übertroffen, die aber pro Stück neu um 40 Euro kosten. Aber die Kellner arbeiten wirklich schon so gut, daß man damit unbedingt einige Monate Erfahrung sammeln sollte. Und es kann sich auch niemand beschweren, wenn einem die Kellner-Okulare "für immer" ausreichen.
Naja. Berichte mal, was Du so hast.
Clear Skies
Sven