Seeing erkennbar an Kondensstreifen?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Nightwatch

Aktives Mitglied
Irgendwo habe ich gelesen (vielleicht war es sogar hier), daß man anhand von Kondensstreifen der Flugzeuge erkennen kann, ob das Seeing okay ist oder nicht. Wie geht das? Gibt es noch mehr Tipps, die ein gutes Beobachtungswetter ankündigen? Auf den Wetterbericht kann man sich ja nicht immer verlassen.

 
Hallo,

also ich habe die Erfahrung gemacht, dass man das Seeig sehr gut auf einer Wetterkarte mit eingetragenen Isobaren erkennen kann. Desto weiter die Drucklinien auseinanderliegen desto besser ist meist das Seeing. Am besten gar keine Druckunterschiede z.B. im Hochdruckzentrum bringen optimales Seeing.

viele Grüße
Martin
 
Moin!

Also ich hab auch schon die Erfahrung gemacht, dass wenn man viele Kondensstreifen von Flugzeugen am Himmel sieht, das Seeing ganz gut ist. Auch wenn man sehr weit gucken kann, bei uns z.B. die Sächsische Schweiz gut erkennen kann. Ist aber nicht immer so. Kann man glaube nicht verallgemeinern. Leider... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Gruß,
Danilo
 
Hi,

mein Schwager ist Bergführer. Der sagte mir, dass er gutes Wetter in Bergen anhand der Kondensstreifen der Flugzeuge ablesen könne. Wenn die Streifen einer zweistrahligen Maschine noch lange Zeit parallel und gerennt blieben, dann bestünde eine stabile Wetterlage.

Ob's stimmt, weiß ich nicht (Mein eigener Beobachtungsdatensatz zur Überprüfung ist hierfür noch zu gering). Wäre mal 'ne Frage an Kachelmann. Selbst wenn's stimmt, weiß ich nicht, wie sich das auf das Seeing auswirkt.

Liebe Grüße,

enzo

 
>mein Schwager ist Bergführer. Der sagte mir, dass er gutes >Wetter in Bergen anhand der Kondensstreifen der Flugzeuge >ablesen könne. Wenn die Streifen einer zweistrahligen >Maschine noch lange Zeit parallel und gerennt blieben, dann >bestünde eine stabile Wetterlage.
Hallo!
Wenn die Streifen lange parallel und getrennt bleiben, dann bedeutet dies, dass die Höhenströmung schwach und wenig turbulent ist. Ansonsten verwirbelt der Streifen korkenzieherartig oder verweht zu einem breiten Band. Außerdem muß die Luft ausreichend feucht sein, da sich der Streifen sonst schnell wieder auflöst.
Dies ist häufig bei stabilem Aufgleiten feuchtwarmer Luft an einer Warmfrontfläche der Fall. Ist die Luft stabil geschichtet, d.h. die Temperatur nimmt mit der Höhe langsam ab, dann werden Vertikalbewegungen unterdrückt. Ist die Höhenströmung dazu schwach, dann sollte das durchaus einen positiven Effekt auf das Seeing haben. Also 1:0 für den Kondensstreifenwetterbericht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass das Wetter in der Folge gut bleiben muss. Im Falle der aufziehenden Warmfront ist z.B. mit dichter werdender Schleierbewölkung und schließlich mit Landregen zu rechnen. Immerhin sind starke Gewitter bei stabiler Schichtung und flauer Höhenströmung sehr unwahrscheinlich. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Kondensstreifen nur Hinweise auf die Schicht gibt, in der das Flugzeug fliegt. Allein damit kann man noch keinen guten Wetterbericht oder Seeingbericht machen, da auch starke Windscherungen in Bodennähe möglich sind obwohl in der Höhe wenig los ist und auch flache Konvektion zu Schauern führen kann. Wozu bräuchte es sonst auch komplizierte Prognosemodelle, Satelliten, Ballone und Wetterradar, wenn uns alles der Kondensstreifen erzählte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ? Einen guten Hinweis auf das aktuelle Seeing dürften die Diagramme der Wetterballonaufstiege sogenannte Temps liefern. Darauf kann man sich die Winde in verschiedenen Höhen und den verikalen Temperatur- und Feuchteverlauf angucken.
Die Diagramme gibt es z.B. bei wetteronline oder hier:
http://www.weather.uwyo.edu/upperair/sounding.html
Gruß Florian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben