Seeing/Transparenz und Wetter: Erfahrungen?

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ThomZimm

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Hallo,
schon seit einiger Zeit versuche ich in jeder wolkenlosen Nacht, Strukturen auf dem Mars zu erkennen. Bis auf die Polarkappen leider erfolglos.
Aber dabei habe ich folgendes beobachtet:
Nur weil den ganzen Tag über strahlend blauer Himmel ist und sich nachts keine Wolke sehen lässt, heißt das noch lange nicht, dass ich auch gutes Seeing habe! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />
Klar, wenn die Sicht über Felder und Wälder oder sogar Häuser gerichtet ist, die sich alle unterschiedlich abkühlen, dann ist mir das klar. Aber mein neuer Beobachtungsplatz liegt inmitten ziemlich großer Felder - ohne Häuser, Wälder, etc.
Das Fehlen von Wolken scheint also nicht zu reichen.

Außerdem sehe ich auch heute wieder blauen Himmel und bis ca. 20° Höhe in der Ferne einen leichten Dunstschleier. Vermutlich war der auch in den Beobachtungsnächten da und hat meine Sicht gestört.

Gibt es Erfahrungen, mit denen ich aus dem Tageswetter oder der Luftdruckzone auf die Sicht / das Seeing schließen kann?
Wahrscheinlich wäre diese Frage besser in einem Atmosphären-Forum aufgehoben. Aber ich kennen keines.

Clear skies,
Thomas
 
generell kann man folgendens sagen:

- je stabiler die luftschichtung, desser besser das
seeing. je weiter die stabilität in die höhe reicht,
umso besser das seeing. flache hochdruckgebiete
oder zwischenhochs bringen daher meist kein gutes
seeing.

- bei stabilen hochdruckwetterlagen ist das seeing
am besten, je mehr man im zentrum des hochs ist,
und je stärker das hoch ausgeprägt ist umso besser.
die transparenz kann hingegen wegen dem dann oft
fehlendem wind durch dunst- od. nebelbildung
geringer sein.

- sehr gute transparenz kann man kurz nach durchzug
einer front (kaltfront, rückseitenwetter), sowie
bei föhn erwarten. dabei ist jedoch das seeing meist
sehr schlecht.

- die luftströmungen in sehr großer höhe sind ebenfalls
wichtig. jetstreams über dem beobachtungsort verschlechtern
das seeing.

- auch die lufttemperatur spielt eine rolle.
im winter ist daher öfter mit gutem seeing zu rechnen,
als im sommer.

- es gibt bei hochdruckwetterlagen soetwas wie einen
täglichen gang der atmosphäre:
in der abenddämmerung ist das seeing meist recht gut,
wird gegen mitternach hin deutlich schlechter um dann
zur morgendämmerung hin wirder sehr gut zu werden.
hier, in der morgendämmerung, ist mit dem besten seeing
zu rechnen. kurz vor sonnenaufgang erfolgt dann oft ein
sehr rascher einbruch.

- hinzukommen lokale faktoren, wie örtliche winde
(talwind, bergwind), höhenlage (tal,berg), geograf.
lage (nord-, südalpen),....

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Danke, Tom.
Das sind ja jede Menge Einflüsse. Aber leider kann man ja sowieso nur nehmen was kommt.
Aber ich will ja im Wesentlichen verhindern, dass ich Aufwand treibe und mit dem Teleskop rausfahre, nur um dann zu merken, dass das Seeing oder die Transparenz schlecht ist.
Ich starte auf jeden Fall mal meine persönliche Wetterbeobachtung.
Clear skies,
Thomas
 
Gibt es Erfahrungen, mit denen ich aus dem Tageswetter oder der Luftdruckzone auf die Sicht / das Seeing schließen kann?

Hallo Thomas,

es gibt in der Tat grobe Indikatoren.


für die Transparenz der Atmosphäre checke ich das Wasserdampbild (auf WV klicken) hier:

Meteosat Images

hoher Wasserdampfgehalt=schlechte Transparenz, gut für Planeten schlecht für DeepSky

für das Seeing schaue ich hier:

USAF Wind


hohe Windgeschwindigkeiten (JetStreams) = schlecht für Planeten, oftmals aber gut für DeepSky da viel (frischer) Westwind meist gleich gute Transparenz.

Allerdings sind das nur Grobindikatoren, die sehr stark durch lokale Einflüsse des Mikroklimas beeinflusst werden.

Beispielsweise Mars. Obwohl die letzten beiden Tage identische globale Wetterbedingungen vorherrschten Tag wie Nacht hatte ich vorgestern die beste Marsnacht meines bisherigen Astronomenlebens, gestern dagegen die schlechteste !
 
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