MonteY
Aktives Mitglied
Hallo Leute! Hier mein erster Bericht in diesem Forum, hoffe, er gefällt euch ein wenig.
Datum: 24. Oktober 2008
Zeit: 20:00 bis 22:50 Uhr
Ort: Benzweiler (Hunsrück)
Wetter: Klar
Seeing: eher schlecht
Grenzgröße: 6.45mag in Lyra
Geräte: 10 Zoll Dobson
Gestern sollte es laut Wetterbericht endlich mal wieder klar werden. Eine gute Gelegenheit um endlich meinen neuen Schatz zu testen . Nach 2 wochen Arbeit leistete ich mir ein 31er Nagler um das 32mm TS RK abzulösen.
Um 20:00 Uhr wurde das Equipment aufgebaut. Die Milchstraße stand schon strukturiert am Himmel. Leider bemerkte man, dass wiedermal Nebel in unserem Tal hing, sodass am Horizont miserable Bedingungen herrschten.
Der Anfang machte heute die sehr tief stehende Venus. Ausser eine sehr kleine helle Scheibe war nichts zu erkennen. Die Phase ist noch nicht so ausgeprägt. Rüber geschwenkt zu Jupiter. Dort erkannte man auch nicht mehr so viel. Er steht auch schon relativ tief.
Nun sollte es aber richtig los gehen. Anvisiert wurde H+Chi, einer der schönsten offenen Sternhaufen. Jetzt sollte mir das 31er beweisen, was es kann. Als ich dann durchs Okular blickte, traute ich erstmal meinen Augen nicht! Ein superklarer, feiner H+Chi mit massig Feld drumherum! Was ein Anblick! Einfach schön. Weiter zum Cirrus. UHC Filter noch reingeschraubt. Es offenbarte sich eine dermaßen strukturierte Knochenhand! So gut konnte ich sie bisher in meinem Gerät noch nicht sehen. Feinste Filamente mit vielen Knoten boten sich meinem Auge. Im Vergleich zum TS RK war das Bild wesentlich heller. Beflügelt vom Erfolg geht es jetzt rüber zum Nordamerikanebel. Mit dem Telrad grob die Richtung angepeilt und... WOAH! Wie R I E S I G! Falls ich mich nicht geirrt habe mit den Ausdehnungen, dann passt NGC 7000 lange nicht in das Gesichtfeld des Naglers. Mexiko stach mit vielen Strukturen heraus. Auch der Pelikan war deutlich sichtbar. So macht Astronomie spaß!
Jetzt wollte ich es aber mal wissen! Da in letzter Zeit immer mehr von Stephans Quintett im 8 Zöller berichten und ich ihn am ATB mit 12.5 Zoll nicht sehen konnte, wollte ich ihn jetzt mal mit 10 Zoll besuchen. Mit dem 31er schnell in den Pegasus geschwenkt. Schnell wurde NGC 7331 gefunden. Vergrößerung hochgeschraubt mit dem 11er Nagler. Ich habe mir die Konstellation in Stellarium gemerkt. In einem langgezogenen Dreieck von helleren Sternen sollte das Quintett sich wie eine Perkenschnur aneinander reihen. Eine Galaxie ist ein wenig nach unten versetzt. Nach kurzem Suchen habe ich das Sternendreieck gefuden. Bei genauem Hinsehen erkannte man 4 sternenartige, nebulöse Flecken! Das mussten sie sein! Indirekt konnte ich sie ständig halten, zeitweise sogar direkt! So schwierig sind sie also doch nicht
Jetzt musste ich jedoch übertreiben. Mein Weg führte mich zu Barnards Galaxie, die auch im Karkoschka verzeichnet ist. Leider steht diese schon sehr tief im Sumpf. Nach 10 minütiger Aufsuchphase gab ich es jedoch auf.
Jetzt war es bereits spät genug, um den Andromedanebel und die Triangulumgalaxie aufs Korn zu nehmen. Zuerst war M31 mit seinen Begleitern dran. Hier bewies sich der wirklich tolle Himmel!
Die Andromedagalaxie hatte eine sehr große Ausdehnung im Okular. Ihre Aussenbereiche reichen bis hin zu M32! 2 Staubbänder waren problemlos zu erkennen.
Weiter ging es zur Triangulumgalaxie. Diese zeigte mir leider nicht wie erhofft ihre Spiralarme. Aber eine unruhige Oberfläche war deutlich erkennbar. Das Sternenentstehungsgebiet NGC 604 stach deutlich heraus.
Später dann habe ich noch eine Reihe von Standartobjekten geschaut, die einfach nur schön aussehen...
Es war ein wirklich toller abend, wenn auch nur kurz (Schule). Das 31er Nagler ist einfach ein Riesenunterschied im Vergleich zum alten TS RK. Ich bin so glücklich, mich für das Okular entschieden zu haben .
Hier noch ein 30 sec. belichtetes, leicht nachgearbeitetes Bild:
Link zur Grafik: http://www.taunus-astronomie.de/online_gfx/schwan.jpg
So ähnlich war die Milchstraße visuell zu sehen.
Ich hoffe, der Bericht hat euch ein wenig gefallen.
Viele Grüße
Nils
Datum: 24. Oktober 2008
Zeit: 20:00 bis 22:50 Uhr
Ort: Benzweiler (Hunsrück)
Wetter: Klar
Seeing: eher schlecht
Grenzgröße: 6.45mag in Lyra
Geräte: 10 Zoll Dobson
Gestern sollte es laut Wetterbericht endlich mal wieder klar werden. Eine gute Gelegenheit um endlich meinen neuen Schatz zu testen . Nach 2 wochen Arbeit leistete ich mir ein 31er Nagler um das 32mm TS RK abzulösen.
Um 20:00 Uhr wurde das Equipment aufgebaut. Die Milchstraße stand schon strukturiert am Himmel. Leider bemerkte man, dass wiedermal Nebel in unserem Tal hing, sodass am Horizont miserable Bedingungen herrschten.
Der Anfang machte heute die sehr tief stehende Venus. Ausser eine sehr kleine helle Scheibe war nichts zu erkennen. Die Phase ist noch nicht so ausgeprägt. Rüber geschwenkt zu Jupiter. Dort erkannte man auch nicht mehr so viel. Er steht auch schon relativ tief.
Nun sollte es aber richtig los gehen. Anvisiert wurde H+Chi, einer der schönsten offenen Sternhaufen. Jetzt sollte mir das 31er beweisen, was es kann. Als ich dann durchs Okular blickte, traute ich erstmal meinen Augen nicht! Ein superklarer, feiner H+Chi mit massig Feld drumherum! Was ein Anblick! Einfach schön. Weiter zum Cirrus. UHC Filter noch reingeschraubt. Es offenbarte sich eine dermaßen strukturierte Knochenhand! So gut konnte ich sie bisher in meinem Gerät noch nicht sehen. Feinste Filamente mit vielen Knoten boten sich meinem Auge. Im Vergleich zum TS RK war das Bild wesentlich heller. Beflügelt vom Erfolg geht es jetzt rüber zum Nordamerikanebel. Mit dem Telrad grob die Richtung angepeilt und... WOAH! Wie R I E S I G! Falls ich mich nicht geirrt habe mit den Ausdehnungen, dann passt NGC 7000 lange nicht in das Gesichtfeld des Naglers. Mexiko stach mit vielen Strukturen heraus. Auch der Pelikan war deutlich sichtbar. So macht Astronomie spaß!
Jetzt wollte ich es aber mal wissen! Da in letzter Zeit immer mehr von Stephans Quintett im 8 Zöller berichten und ich ihn am ATB mit 12.5 Zoll nicht sehen konnte, wollte ich ihn jetzt mal mit 10 Zoll besuchen. Mit dem 31er schnell in den Pegasus geschwenkt. Schnell wurde NGC 7331 gefunden. Vergrößerung hochgeschraubt mit dem 11er Nagler. Ich habe mir die Konstellation in Stellarium gemerkt. In einem langgezogenen Dreieck von helleren Sternen sollte das Quintett sich wie eine Perkenschnur aneinander reihen. Eine Galaxie ist ein wenig nach unten versetzt. Nach kurzem Suchen habe ich das Sternendreieck gefuden. Bei genauem Hinsehen erkannte man 4 sternenartige, nebulöse Flecken! Das mussten sie sein! Indirekt konnte ich sie ständig halten, zeitweise sogar direkt! So schwierig sind sie also doch nicht
Jetzt musste ich jedoch übertreiben. Mein Weg führte mich zu Barnards Galaxie, die auch im Karkoschka verzeichnet ist. Leider steht diese schon sehr tief im Sumpf. Nach 10 minütiger Aufsuchphase gab ich es jedoch auf.
Jetzt war es bereits spät genug, um den Andromedanebel und die Triangulumgalaxie aufs Korn zu nehmen. Zuerst war M31 mit seinen Begleitern dran. Hier bewies sich der wirklich tolle Himmel!
Die Andromedagalaxie hatte eine sehr große Ausdehnung im Okular. Ihre Aussenbereiche reichen bis hin zu M32! 2 Staubbänder waren problemlos zu erkennen.
Weiter ging es zur Triangulumgalaxie. Diese zeigte mir leider nicht wie erhofft ihre Spiralarme. Aber eine unruhige Oberfläche war deutlich erkennbar. Das Sternenentstehungsgebiet NGC 604 stach deutlich heraus.
Später dann habe ich noch eine Reihe von Standartobjekten geschaut, die einfach nur schön aussehen...
Es war ein wirklich toller abend, wenn auch nur kurz (Schule). Das 31er Nagler ist einfach ein Riesenunterschied im Vergleich zum alten TS RK. Ich bin so glücklich, mich für das Okular entschieden zu haben .
Hier noch ein 30 sec. belichtetes, leicht nachgearbeitetes Bild:
Link zur Grafik: http://www.taunus-astronomie.de/online_gfx/schwan.jpg
So ähnlich war die Milchstraße visuell zu sehen.
Ich hoffe, der Bericht hat euch ein wenig gefallen.
Viele Grüße
Nils