Sehschärfe am Auge vs. Teleskop

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Walter41

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Hallo Forum,

Der Zusammenhanz zwischen der persönlichen Sehschärfe des Auges und die "Qualität der visuellen Abbildung" am Teleskop sind ja untrennbar miteinander verbunden.
Nun, da ich persönlich ja relativ stark fehlsichtig, bzw. kurzsichtig bin mit folgenden Daten:
- Sph. -8,25
- Cyl. -0,5 / 45°
Stellt sich die Frage, wie weit sich so etwas "negativ" auf die Wahrnehmung am Teleskop auswirkt? Zumal mit obigen "Korrekturmaßnahmen" komme ich lt. Test beim Optiker auf eine "Sehschärfe" von 160%. Das ist die kleinste Schrift, die die Tafel beim Optiker hergibt. Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass viele "Normalsichtige", d.h. die keine Brille oder Kontaktlinsen tragen, des öfteren in der Sehschärfe weit unter diesen 160% "Auflösungsvermögen" bleiben.
Zur Beobachtung am Teleskop nehme ich die Brille ab und korrigiere den Fokus entsprechend um ein scharfes Bild mit dem Auge zu erreichen. Wenn dann ein "Normalsichtiger" Astronomie-Kollege danach schauen will, muss jedesmal der Fokus extrem verstellt werden. Bei 8 Dioptrieen auch kein Wunder. Allerdings ist es mir schon mehfach aufgefallen, dass bezüglich der Detailauflösung in meinem Fall sogar ein gewisser Vorteil besteht, wobei das natürlich mehr oder weniger individuell ist. Der Zylinder-Fehler des Auges ist mehr oder weniger vernachlässigbar. Ist nur bei der Brille interessant um die Sehschärfe die letzte Optimierung zu geben.
Auf Grund der starken Kurzsichtigkeit kommt es zudem bei der Beobachtung mit freiem Auge zu einem "Lupen-Effekt". Das ist ein gewisser Vorteil in meinem Alter (wenn die Alters-Weitsichtigkeit voranschreitet) wenn man eine sehr gute Schärfezone ca. 10cm vor dem Auge hat. Das hilft ungemein beim Scharfstellen mit dem Kamera-Monitor in Vergrößerung, wenn man mit dem Auge soweit rankommt, dass man die einzelnen Pixel am Bildschirm gut aufgelöst sehen kann ;-) aber das nur so am Rande. Ansonsten ist das natürlich kein "Vorteil" in dem Sinne.
Auffällig ist jedenfalls der Unterschied in der Beobachtung am Teleskop mit und ohne Kontaktlinsen. Mir kommt es zumindest so vor, dass ich ohne Kontaktlinse mit Korrektur des Sehfehlers durch die Scharfstellung am Teleskop eindeutig besser "sehe", als wenn ich mit der Kontaktlinse durchs Okular schaue. Zudem ist der Komfort besser, insbesondere in einer kalten trockenen Nacht, wenn die Kontaktlinsen gerne mal anfangen auszutrocken bzw. das Sehvermögen zu trüben.
In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage: Was hilft einem ein Teleskop mit einem hohen Strehl-Wert, wenn man das mit einem "niedrig auflösenden" Auge gar nicht sehen kann. Im anderen Fall, mit einem hochauflösenden Auge jeder Bildfehler/Farbfehler sofort auffällt.
Da heutzutage ja praktisch jeder Zweite mit Brille etc. herumläuft, meine Frage an die Runde: Wie geht es euch dabei?

LG Walter
 
Hi, meine Kurzsichtigkeit und leichten Astigmatismus gleiche ich mit speziellen torischen Kontaktlinsen aus das funktioniert sehr gut an Mond und Planeten. Sollte das Fernrohr selbst leichten Asti haben( z.B. diese modischen viel zu dünnen Spiegel) kann man das mit den Dioptrix Korrekturlinsen von Televue am Okular aufgesteckt ausgleichen.
CS Mike
 
Hi,

durch meinen starken Zylinder am rechten Beobachungsauge (-3) gucke ich zu 50% mit Brille (Kugelsternhaufen, offene Sternaufen). Ohne Brille sind die Sterne nicht mehr rund, sondern eckig verzogen.
Wenn's um die Detailwahrnehmung (z.B. bei Galaxien) geht muss ich die Brille natürlich absetzen damit ich die Augenmuschel am Okular nutzen kann und nicht durch die umgebende Helligkeit abgelenkt und gestört werde.
Laut Optiker habe ich nur 70% Sehschärfe, das sagt aber gar nicht aus, da du Nachts ja eh nur die Stäbchenzellen benutzt! Außerdem zählt langjährige Erfahrung sehr viel mehr. Und natürlich ein dunkler Himmel...

cs
Lothar
 
Laut Optiker habe ich nur 70% Sehschärfe, das sagt aber gar nicht aus, da du Nachts ja eh nur die Stäbchenzellen benutzt! Außerdem zählt langjährige Erfahrung sehr viel mehr
Hallo Lothar,

das ist, glaube ich zumindest. nur teilweise richtig. Beim Erspähen von Objekten mit geringer Flächenhelligkeit sind die Stäbchen des Auges das Maß der Dinge. Und da diese Stäbchen nicht im Bildzentrum des Auges lokalisiert sind, sondern in der Umgebung, sieht man diese Objekte am besten mit indirektem Sehen. Wobei das einer gewissen Übung und guter Dunkeladaption bedarf, um hier zu guten Ergebnissen zu kommen.
An helleren Objekten wie M31, M42, M13 etc. und vor allem am Planeten oder Mond kommen durchaus die Zäpfen in der schärfsten Region des Auges zum Tragen. Hier ist dann auch eine gewisse, wenn auch geringe Farbwahrnehmung im Vergleich zum Tagsehen möglich. Wenn ich mit meinem kleinen 4-Zöller am Mond beobachte, blendet das richtiggehend ohne Mondfilter. Mit Filter ist das dann wesentlich entspannter...
Insofern ist die Tagsehschärfe m.b.M.n. bei der Beobachtung von helleren Objekten sehr wichtig.

LG Walter
 
ja Walter, da hast du sicherlich Recht an Sonne, Mond und Planeten spielt das Scharfsehen mit den Zäpfchen natürlich eine Rolle.

cs
Lothar
 
Ein "niedrig auflösendes" Auge gleicht man ja quasi automatisch durch höhere Vergrößerung aus, und dann sieht auch dieses Auge etwaige Bildfehler.

LG
Olli
 
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