Selbstbau einer Säule

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kleinerMUCK

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Hallo Bastler

Hier Das Ergebnis meines letzte Bauprojekts

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/norbert.muck/S%e4ule.jpg

Die Säule für meinen Newton ist 74 cm hoch,
besteht aus einer Edelstahlsäule mit 2mm Wandstärke für 18 Euro.
6 Multiplexbrettern und drei Buchenholzleisten, nebst Schrauben für 30 Euro
und einem Aluminiumhut zum adaptieren auf die GP für 91 Euro.

Damit kann EGON jetzt auch in den Zenit gucken.

Der Golfball unter der Säule ist der Griff um die Zentralschraube zur Befestigung der GP zu bedienen.
Ball dreht Alurohr, Alurohr dreht Zentralschraube.

Die Holzkonstruktion hält sich mit 12 Möbelschrauben von Rohrinnen an Stahlbolzen in den Holzdreiecken stabil fest.
 
hi norbert,
gratuliere, feines teil.
man könnte fast meinen, du bist heimlicher ikea-designer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
sieht doch gut aus , das teil.
hoffentlich bringt es auch die von dir gewünschte stabilität!
auf alle fälle wünsche ich dir viel spaß und wackelfreie beobachtungen mit dem teil...
wolf
 
Hallo Norbert,

das Teil macht mir einen guten Eindruck. Hast du etwas dagegen, wenn ich das Bild mit Text auf die Seite der FG Selbstbau
http://zellix.bei.t-online.de/vds/adreib.htm stelle? Am besten mit deiner E-Mail-Adresse, falls Anfragen kommen.

Es fragte mal jemand im Forum, wie man die Stabilität (oder präziser gesagt die Steifigkeit - die ja primär das Schwingungsverhalten beeinflußt) einer Säulen- oder Dreibeinkonstruktin messen kann. Ich habe das mittlerweile auf
http://zellix.bei.t-online.de/drb.htm beschrieben. Die Messmethode dürfte für Konstrukteure einer Säule oder eines Dreibeins recht interessant sein.

Gruß, Nirosta
 
Hallo Nirosta

Diese Stabilitätsexperimente sind interessant. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ich glaube aber, daß am Rohr die Ausschwingzeit nach Anfassen des Okulars das wichtigste Kriterium ist.
Ich bezweifle, daß wir einen "objektiven" Messaufbau mit Amateurmitteln aufbauen können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Ich werde mal an meinem 10" Newton auf der GP-DX die Ausschwingzeiten bei 200fach vergleichen zwischen meiner Säule und dem Vixen-HAL Stativ.

Ich habe mich bei der Konstruktion bemüht sowohl die Kippkräfte, als auch die Drehkräfte sorgfältig an die Füße weiterzuleiten. Momentan meine ich, die Säule ist besser. Melde demnächst das Ergebnis.
 
Hallo Norbert,

Zitat:
Ich glaube aber, daß am Rohr die Ausschwingzeit nach Anfassen des Okulars das wichtigste Kriterium ist.

Da hast du vollkommen recht. Es kommt selbstverständlich auch noch auf die Steifigkeit der Monti, der Rohrschellen, Schraub- und Klemmverbindungen, Masse der Monti, Masse und Länge des Tubus und etliches andere an.

Zitat:
Ich bezweifle, daß wir einen "objektiven" Messaufbau mit Amateurmitteln aufbauen können.

Nun, so lange es keine allgemein gültigen Messkriterien für Säulen, Montierungen usw. gibt, kann man auch nicht sagen, dass es mit Amateurmitteln nicht möglich ist. Sobald es solche Kriterien gibt, sind wir schlauer.

Gruß Nirosta
 
Hallo Nirosta

Ich habe nun mal meine Selbstbausäule mit dem Vixen HAL110 Stativ verglichen. Beide auf gleichem Untergrund, beide auf gleicher Höhe, mit gleich eingestellter Monti und Rohr in der gleichen Position. Hier der Mesaufbau.

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/norbert.muck/Messungstatisch.jpg

Dann habe ich auf einem Fotostativ die Messuhr befestigt und das Ende des Newton statisch mit 500gr Kaffee belastet.

Hier die Messuhr an der Teleskopfrontseite im Detail:

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/norbert.muck/Messdetail.jpg

Die statische Belastung an der Frontöffnung mit 500gr führt zu folgenden Nickbewegungen gen Boden:

Bei der Säule im Mittel 0,4mm
Beim Stativ im Mittel 0,7mm.

Wobei beim Stativ merkwürdige schleichende Messwertänderungen zu beobachten sind, die sich aber im Laufe von 30 Sekunden beruhigen.

Belastungen mit größeren Gewichten aben einen kriechenden Positionsverlust an den Klemmungen der Monti zur Folge und wurden daher nicht genutzt.

Die Säule ist also eindeutig statisch stabiler.

Demnächst werde ich mal die Nachwackelzeiten messen.


 
als Ergänzung zu den letzten Messwerten hier die Ergebnisse der Messung auf Verdrehung bei horizontal einwirkender Kraft von 500 Gramm am OAZ.

bei der Säule 0,2mm
beim HAL Stativ 0,34mm

gemessen am Frontring mit Messuhr.

Die Ausschwingzeiten bei leichtem Rempler am OAZ betragen:

bei der Säule 3 Sekunden
beim HAL Stativ 5 Sekunden

Beim Rempler zwischen den Rohrschellen

Säule 2 Sekunden
Stativ 3 Sekunden.

Damit ist die Säule bei vergleichbaren Bedingungen eindeutig dem Stativ überlegen, wobei bei allen Messungen natürlich die Einflüsse von Monti, Rohrschellen und Tubus gleich waren.
 
Hallo Norbert,

ein interessanter Messaufbau! Zum Messen der Steifigkeit braucht man nicht unbedingt einen Kraftmesser oder eine Federwaage, mit einer gewissen Masse (z.B. Kaffepäckchen) läßt es sich genauso machen. Wie man sieht, kann man mit einfachen Amateurmitteln doch schon recht objektive Aussagen machen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Deine Rohrschellen hast du ja mittlerweile versteift. Auch hier hättest du die herkömmlichen Schellen mit dieser Methode schon gut mit deinen Neuen vergleichen können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Da ja die Säule gleich hoch wie das Dreibein ist und sowohl die Montierung als auch das Fernrohr das selbe ist, lassen sich gut direkte und objektiv verwertbare Messergebnisse erstellen. Es wäre sehr interessant, wenn du da noch ein paar Messungen durchführen könntest. Eine Messung der Ausschwingzeit wäre z.B. hochinteressant. Da machte vor vielen Jahren H.G.Ziegler schon den Vorschlag, den Okularauszug an einem Faden mit einer gewissen Kraft zu belasten, den Faden dann - *schnipp* - durchzuschneiden und mit mehreren Versuchen die Ausschwingzeit zu messen. Mit deiner (Kaffeepäckchen)-Methode ließe sich das sicher auch durchführen - allerdings bräuchten es in diesem Fall keine 500g Kaffe sein, ein Stück Holz mit 50-100g tun's auch . <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Jetzt sage bloß noch einer, dass sich mit Amateurmitteln keine objektiven Versuche zum Ausschwingverhalten anstellen ließen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Schönes Wochenende und viel Spaß noch bei deinen weiteren Versuchen!
Gruß Nirosta
 
-Doch, doch, objektiv sind sie schon, aber schön wäre natürlich nicht nur ein Messen einer Art Gesamtsteifigkeit, sondern wenn man die Schwachstellen ausschalten will, dann müßte man irgend wie die Schwachstellen auch orten können und das wird dann mit dem Festklemmen der Meßuhr an jedem Bauteil einzeln schnell sehr aufwendig...

Die Ausschwingzeit alleine erfreut mich auch nicht, denn sie ist vielleicht ein Praktikabler Wert, aber schön wäre natürlich eine Trennung von Steifigkeit und Dämpfung - oder gehört das untrennbar zusammen (wo sind die Maschinenbauer?)?

Hat nicht jedes Teil eine Art Resonanzfrequenz über die man dann sofort auf die Steifigkeit zurückrechnen kann?

Kann man daraus nix bauen?

Grüße, Daniel
 
Hallo Daniel,

als gewöhnlicher Mechaniker kann ich eben nur die Steifigkeiten überprüfen (eine gewisse Kraft oder Masse verursacht eine gewisse Verbiegung). Damit können Schwachstellen lokalisiert werden.

Beim Schwingungsverhalten kommt neben der Steifigkeit aber noch die Masse (und verschiedene andere Kleinigkeiten) hinzu. Das ist schon wesentlich schwieriger zu messen. Wäre natürlich toll, wenn man jetzt genau feststellen könnte, mit welcher Frequenz und in welche Richtung eine Konstruktion genau schwingt - am besten mit einer dreidimensionalen Darstellung. Wäre eine hochinteressante Sache, wenn man so etwas am PC simulieren könnte.


Gruß Herbert
 
Hallo,

-simulieren: Ja, das kann man wohl, nur ich leider nicht. -Hab im Studium kein FE-Zeug.

Ich befürchte nur, daß das gerade dann an die Grenzen stößt, wenn es für den Amateur interessant wird, nämlich bei Schweißnähten, einer Verbindung Metall - Holz, oder Holz ganz allgemein und allen Verbindungen von Bauteilen und Bauteilen, die anisotrop sind (also eben z.B. Holz).

Aber mit der Berechnung von Spiegelzellen kennen sich hier im Forum ja auch einige aus. Wie weit ist der Schritt zu ner Montierung und besteht auf für Leute wie mich (kein Computer-freak) die Möglichkeit, so etwas zu lernen?

Ciao, Daniel
 
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