Selbstbau Kuppel

stankm

Aktives Mitglied
Moinsen zusammen,

nachdem ich vor 7 Jahren umgezogen bin sollte es nun an der Zeit sein mir wieder eine Sternwarte zu bauen. Dazu möchteich den Geräteraum der Garage als Beobachtungsraum verwenden und auf das Garagendach eine Kuppel setzen. Beides wird über eine Luke miteinander verbunden, so das ich - ohne den Raum zu verlassen - von oben nach unten gehen kann. Den Statiker habe ich schon um Rat gefragt.

Nachdem ich am PC mal grob meine Vorstellung einer Kuppen ähnlich dem VLT-Design visualisierte, bekam ich einen Schrecken, wie groß das Ganze werden wird. Eine runde Kuppel wird das Aussehen etwas verkleinern, so meine Vorstellung.

Nun zu meiner Frage:

Welchen Durchmesser sollte eine Kuppel haben, damit zwei Personen darin zurecht kommen? Tubenlängen sollten nicht extrem sein. Bisher habe ich Geräten mit einen Meter Länge. Wie sind euer Erfahrungen?

Anmerkung: 2,4 bis 3,0 Meter schweben mir vor.

Danke für eure Erfahrungen und viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,
da Du ja einen Beobachtungsraum unter der geplanten Kuppel hast, beschränkt sich das Ganze auf eine Säule mit Teleskop.
Hat Deine Kuppel einen Sockel, der Dir auf einer runden Fläche von 1,5 - 1,8 m Durchmesser Stehhöhe bietet, reicht tatsächlich ein Gesamtdurchmesser von 2,4m, wie Du geschrieben hast. Nicht ganz unwichtig ist natürlich, welche Montierung Du verwendest, wegen der Ausladung der Gegengewichte und ob die Luke im Boden mit einer Klappe verschlossen werden kann......

Zeig doch mal einen Schnitt von Deinen bisherigen Plänen.

CS

Dietmar
 
Guten Morgen Markus,

mir ging es vor drei Jahren, als ich mit der Astronomie angefangen habe, ganz genauso wie Dir.
Wie Du habe ich mir viele Gedanken über die Kuppelgröße gemacht, und habe dann (nach langer Suche!) im Britischen Museum in London in einem alten Manuskript aus dem 9. Jhd (vor Christus) die Kuppel-Weltformel gefunden:

So klein wie möglich, so groß, wie nötig

Ungefähr das jedenfalls hat mir jeder Zweite geraten, als ich in die Runde gefragt habe.
Na prächtig ... und jetzt?

Ich habe dann den Traum der eigenen Holzkuppel vorerst zur Seite gelegt und mir von einem Sternenfreund eine kanadische "Sky Shed"-Kuppel aus Kunstsoff (aka "Plaste"; das würde herauskommen, wenn Dixi oder Toi-Toi den Auftrag hätte, astronomische Kleinkuppel zu bauen. Aber die Kanadier waren offensichtlich schneller) gekauft.
Und das war die beste Idee, die ich haben konnte. Sie ist völlig einfach und günstig konstruiert, aber technisch sehr gut durchdacht und funktioniert einwandfrei bei jedem Wetter - für kleine $$$.

P1040150korr.JPG

Sie misst, und nun sind wir bei der praktikablen Größe, etwas mehr als 2,22 Meter im Duchmesser, was ausreicht, um zwei Personen, einen Holzhocker und einen Refraktor mit 1000 Millimeter Brennweite, unterzubringen.
Ausreicht, wohlbemerkt, denn es ist eng.
Aber es geht, wenn man ein wenig aufeinander achtet. Selbst drei Leute sind möglich, doch dann wird es ungemütlich und der Hocker ist nicht mehr sinnvoll nutzbar.
Ach ja, ich bin rein visuell unterwegs und verzichte in der Kuppel (und auch sonst) auf das ganze Elektronik-Geraffel. Das könnte noch ein Faktor sein bei Deinen Überlegungen. Denn wenn noch ein Rechner dazukommt und irgendwelche Riesenkonstruktionen mit Kamera, Filterrad, Verlängerungen und das Ganze ist dann noch verkabelt, dann wird's schnell richtig eng - könnte ich mir vorstellen.

Also: Deine 2,4 Meter müssten funktionieren - zumal mit einem kürzeren Instrument und rein visuell - aber sie sind die Untergrenze.
Nach meiner Erfahrung.
Aber für mich und meine Ansprüche reicht sie üppig. Ich hab' extra abgenommen ...:ROFLMAO:

Schöne Grüße,
Urs
(Cygnus-Sternwarte 77743 Neuried)
 
Ich bin mir nicht so sicher, ob eine Kuppel wirklich am zweckmäßigsten ist. Es wird ja mmer wieder auch von Kuppelseeing berichtet. Klar, das sieht cool aus, mag aber auch ungebetene Gäste anziehen, die neugierig sind, was da drin zu holen ist...

Ich persönlich würde eine Sternwarte mit Rolldach bevorzugen, wenn es der Platz erlaubt. Die ist im Regelfall unauffälliger und einfacher zu realisieren.

Viele Grüße,

Günther
 
Hey Günther,

... boaahhh, ich glaube, da kommen noch ein paar Umstände vorher zum Tragen. Ganz profanes Zeug wie staubige Spiegel, schmutzige Prismen, schei3-Seeing am Himmel ... klar, wenn Du absolut high-end unterwegs bist, okay.

YEAH, bro! Das wiegt alles andere auf!
(Aber ich bin Teleskopiker und deswegen nur bedingt zurechnungsfähig).

Komm' schon! Auch hier bin ich absolut sorglos und versteh die große, latente Angst vieler - nicht nur Hobby-Astronomen - nicht.
Mal im Ernst: bei wem wurde schon mal in einer Astro-Kuppel wirklich eingebrochen, um etwas zu klauen; also kein Vandalismsus. Ich persönlich habe von so etwas noch nie gehört.
Und wenn es doch mal einer versuchen sollte: viel Glück.
Make my day - punk!

Rolldach = Flachdach = Teufelszeug!


Schöne Grüße,
Urs
(3. Dan im Kitu und Scharfschützenausbildung mit Gummi und Büroklammer)
 
Hallo Günther,

das ist kein Kinderhort.
Aber selbst bei Gummi und Büroklammer gilt: Jeder ist für seinen Schuss verantwortlich.

Aber danke für den Hinweis.

Schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Markus,

bei mir gibt es so was ähnliches wie eine Kuppel seit 1991. Der quadratische Unterbau hat 2,5m Seitenlänge. Weniger sollte es nicht sein. Eine Zeit lang habe ich einen Refraktor mit 1200mm Brennweite betrieben. Länger dürfte ein Rohr echt nicht sein.
"Kuppel Seeing" gibt es, wenn es in der Kuppel deutlich wärmer ist als draußen. Das heißt, wenn ich beobachten will, öffne ich den Spalt und die Türe mindestens 2 Stunden bevor es los geht. Der Vorteil der Kuppel ist das Abhalten von Wind (in der Kuppel fühlt sich alles deutlich wärmer an) und in manchen Blickrichtungen die Abschirmung von Beleuchtung in der Nachbarschaft.

Das gute Stück wurde mir damals von einem Zimmermann aus Bayern gebaut. Ob der heute noch so was macht, kann ich dir nicht sagen.
Es ist nicht wirklich ein Kuppel sondern eine Drehpyramide nach Nögel. Baupläne hierfür findet man in folgendeen Büchern:
Anton Stauss - Fernrohre und ihre Schutzbauten (1960er)
Eugen de Krudy - Das Spiegelteleskop in der Astronomie (1920er)

Der Vorteil ist, dass es mit geraden Hölzern statt der schwer zu fertigenden Kreissegmente auskommt.

Bei Bedarf kann ich dir Kopien von Plänen zukommen lassen.

CS Gerhard

PS: Gerade wollte ich noch ein Foto anhängen, finde es aber nicht.
 
Jetzt ich wieder.:)

Danke für eure Beiträge.

Meine Hauprmontierung wird eine G11 sein. Ggf. werde ich aus Nostalgiegründen auch nocheinmal eine Saturn einsetzen. Da ich technikverliebt bin, würde cih das ganze stark automatisieren. Aber ja, einen direkten Blick dorch das Okular möchte ich mir auch nicht vorenthalten. Das es eine Kuppel mit Schlitz werden sonn ist nicht nur stylisch. In der Nähe befindet sich eine Straßenlaterne. Deren Streulicht ich damit abhalten möchte. Auf 2,4 Meter komme ich, da sich auf den Dach ein Ablauf für das Regenwasser befindet. Möchte ich diesen nicht verlegen, so komme ich auf 2,40m.

Im Anhang habe ich mal eine schnelle Skizze eines Aufbaus im VLT-Design mit 3,0m Größe gestellt. Die Garage, welche im Garten steht, wird dadurch sehr dominant. Das ist mir zuviel.
 

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Wenn ich dazu komme, werde ich heute Abend mal das Gleiche mit einer 2,4m-Kuppel gestalten und posten.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus, ich hatte mal eine Kuppel selbstgebaut, die hatte ca 4m und war sehr geräumig, drinnen waren auf einer deutschen Montierung zwei lange Newtons montiert.
Es war besonders auch für Laien recht imposant, aber für mich auch unpraktisch, würd ich aus vielerlei Gründen nicht mehr haben wollen.
CS Mike
 
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