Selbstbau: LowBudget-Doppelbefestigung u. Schellen

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fblack

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Hallo zusammen,

da ich mir aktuell kommerzielle Doppelbefestigungen und Rohrschellen mit ungewöhnlichem Durchmesser von D=190mm nicht wirklich leisten kann (Prioritätsfrage), habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen mir selbst welche zu bauen. Die Materialkosten belaufen sich auf knappe 15€ für Schrauben und Multiplexplatten aus der Restekiste. Ich habe die Konstruktion heute mal zur Probe aufgebaut und sie ist sehr stabil und austariert. Möglicherweise werde ich die Leitrohrhalterung noch um ein paar Langlöcher erweitern um auch schwerere Guidingoptiken verwenden zu können (aber dafür habe ich so oder so mit der ADM nicht allzuviel Spielraum nach oben ;) ). Die Doppelbefestigung inkl. der Multiplex-Rohrschellen wiegt gerade mal sage und schreibe 1,5Kg. Hier mal ein paar Bilder:

Link zur Grafik: http://s14.directupload.net/images/120609/tt9orxzh.jpg

Link zur Grafik: http://s1.directupload.net/images/120609/izlv3oh3.jpg

Das ganze wird dann noch schwarz lackiert wobei ich aktuell noch nicht genau weiss, welche Farben ich verwenden werde. Im Raum steht Acryl + Klarlack -> kostengünstige Gegenvorschläge? Sachliche Kritik und Verbesserungsvorschläge sind natürlich jederzeit gerne willkommen. Eventuell konnte ich mit diesem Beitrag den ein oder anderen dazu animieren ebenfalls auf den "Do-It-Yourself" Zug aufzuspringen :huhu:

Sternfreundliche Grüße,
Marc


 
Hallo Marc,

schöne Arbeit und ich freue mich immer wenn ich mal einen Eigenbau sehe. Ich habe auch schon viele Dinge aus Multiplex gebaut, ein fantastisches Material.
Ich habe meine Holzteile immer mit Osmo Dekorwachs farblos behandelt. Ist nicht billig gibt es aber auch in kleinen Dosen und ist sehr ergiebig.
Einmal steichen, trocken lassen, schmirgeln und noch einmal streichen.
Die Schichtung des Holzes kommt damit sehr schön raus.
Die Befestigung zur Montierung sollte am Schwerpunkt sitzen.
Bei dir ist das nicht der Fall und das System ist nicht austarriert.
Du wirst das stärker bei schwereren Optiken merken.
Eventuell über ein Lochraster oder Langlöcher zur Befestigung an der Montierung lösen.

Gruß
Thomas



 
Hallo Thomas,

danke für das Lob. Sicherlich hast du Recht was den Schwerpunkt anbelangt doch auch wenn es nicht direkt den Anschein macht... aktuell ist die Konstruktion "einigermaßen" austariert (der SN ist schwer genug). Nur wenn ich mal eine größere Leitoptik einsetzen möchte werde ich wohl kaum um weitere Langlöcher drum herum kommen (wie in obigem Beitrag erwähnt). Die Idee mit dem Lochraster sagt mir sehr zu und ich denke ich werde das bei Zeiten nachholen. Multiplex ist klasse, stimmt. Danke für den Tipp mit dem Dekorwachs.

Sternfreundliche Grüße,
Marc
 
Hallo Marc,
ich steh bei Multiplexbauten eher nicht so auf die Holzoptik. Für mich passt das nicht so zum sonst so technischen Auftritt der Instrumente. Ist aber eine persönliche Geschmacksfrage.

Ich schleife Multiplex einmal an, Spritzspachtel drauf und wieder schleifen. Das ganze so oft bis sich eine saubere lackierfähige Oberfläche ergibt. Dann mit Autolack (Spraydose) drüber und abschließend Klarlack. Gibt eine schöne Optik und das geringe Gewicht vom Multiplex.

Wie schneidest du die Radien? Stichsäge plus Schleifen?

Gruß,
Jo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jo,

zu den Radien. Nunja ich hatte mich zuerst mit der Stichsäge daran versucht, doch wollte die Schnittkante nie wirklich gerade werden. Mit einem Fräser habe ich die Radien grob ausgefräst und anschließend mit einer Raspel und einer Feile weiter bearbeitet, war übrigens richtig viel Arbeit. Im Endeffekt ist mir die Optik relativ gleich, soll eben nur ordentlich aussehen. Ich wäre jetzt einfach nur hingegangen und hätte das Multiplex 1x angeschliffen, dann mit schwarzem Acryl bepinselt und anschließend nochmal mit Klarlack drüber um das ganze zu versiegeln. Die Idee von Thomas mit dem Dekorwachs finde ich auch nicht schlecht. Mal schauen wie ich das nun mache...

Sternfreundliche Grüße,
Marc
 
Gerade Linien schneide ich mit der Tischkreissäge. Bis 50mm Radius gehts gerade noch mit der Stichsäge, ist aber schon nahe an der Quälerei. Das Feintuning mache ich dann mit Sandpapierschleifkörpern in einem Dremel. Bei geringster Drehzahl geht das so. Mit Raspel und Feile reissen mir immer die Kanten weg. Das sieht dann nicht so schön aus. Außerdem ist es, wie du schon schreibst, ziemlich anstrengend. Für Außenkontouren kann man auch einen langsam laufenden, auf der Seite liegenden Bandschleifer benutzen.......

Gruß,
Jo
 
Servus Marc,

auch mir gefällt Dein Produkt gut (habe was ähnliches mit Hilfe eines Freundes aus Alu).
Dem Lob der Vorredner schließe ich mich an, möchte Dir aber auch zwei Verbesserungsvorschläge machen.
Der Abstand zwischen Haupt- und Leitrohr ist größer als nötig. Je kürzer der Abstand, um so geringer die Elastizität.

Die einzelne Rohrschelle des Leitrohres lässt das Leitrohr ebenfalls flexen. Mach Dir doch zwei hübsche Multiplexrohrsachellen für das Leitrohr, und verschraube die mit den Rohrschellen des Hauptrohres, das kostet Dich ausser Arbeit und Schrauben nicht viel, und Du wirst wesentlich länger belichten können...

Viel Spass wünscht

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

ich habe die Konstruktion mittlerweile ein klein wenig überarbeitet; danke übrigens für die Verbesserungsvorschläge. Für die Prismenschiene (diese habe ich gegen eine längere ersetzt) habe ich ein Lochraster mit Abständen von jeweils 1,5cm in die Platte gebohrt. Die Lidl-Schellen hatte ich nur zu Testzwecken mal angebracht, Multiplexrohrschellen wollte ich ehrlich gesagt aber nicht nochmal bauen, zumindest nicht mit dem mir zur Verfügung stehenden Werkzeug ;). Der Abstand von Hauptrohr und Guidingrohr scheint mir schon ok zu sein, da ist nichts elastisch. Der Abstand war übrigens so auch beabsichtigt zwecks Leitsternsuche. Ich werde die Tage dann bei besserem Wetter nochmal das ein oder andere Photo machen.

Sternfreundliche Grüße,
Marc
 
Hallo Marc,

saubere Arbeit. Eine Frage habe ich zu Deiner Konstruktion.
Dein Hauprohr ist mittig auf die Deklinationsachse montiert.
Dein Leitrohr deutlich daneben.
Wie verhält es sich mit dem Schwerpunkt, wenn die Achse nicht geklemmt ist, neigt doch das ganze sich immer nach einer Richtung einzudrehen oder?

Grüße

Giuseppe
 
Hi Giuseppe,

in der Tat war es so, dass je nach dem wie der Tubus in den Rohrschellen lag, sich die DE-Achse entklemmt Richtung Schwerpunkt bewegte. Mittlerweile habe ich das ja geändert indem ich, wie Thomas vorschlug, ein Lochraster für die Prismenschiene angebracht habe. Funktioniert übrigens jetzt wunderprächtig die Konstruktion hatte sie letztes Wochende mal für ein paar Stunden mit einem Astrokollegen testen können. Darauf saßen ein 8" F/5 und der Lidl. Hatte auch mal ein paar Testaufnahmen gemacht Verschlusszeiten von > 5 min. sind auch kein Problem, die Sterne waren alle schön rund. Insgesamt lief der Autoguider über 1 Std. ohne den Leitstern zu verlieren und großartig korrigieren zu müssen :-)

Sternfreundliche Grüße,
Marc
 
Hi!

Deine Lösung gefällt mir sehr gut! Eindeutig billiger als die kaufbaren Doppelbefestigungen.

Zu dem Problem mit dem Schwerpunkt:
Wieso montierst du die Prismenschiene nich genau 90° zur jetzigen Position? Dann würdest du die das Lochraster sparen und könntest den Schwerpunkt einfach durch verschieben der ganzen Konstruktion einstellen. Bei den gängigen Doppelbefestigungen ist das immer so ausgeführt.

Grüße
Florian
 
Moin Florian,

danke für das Lob. Nochmal zum Schwerpunkt:
Ziel war es die Kosten für die Konstruktion so gering wie möglich zu halten das beinhaltet auch den Kauf weiterer Zubehörteile wie z.B. eine längere Prismenschiene. Man sieht es auf den Photos leider nicht richtig aber die Prismenschiene hat auf der Unterseite eine Vertiefung (ich hoffe man erkennt das), die es mir unmöglich macht die Konstruktion ,auch 90° versetzt, auszutarieren. Mein Astrokollege hatte mir kürzlich eine durchgehende 30cm lange Prismenschiene geschenkt, hätte ich diese früher besessen wäre das sicherlich in die Konstruktion mit eingeflossen (also dann 90° montiert). Rückwirkend lässt sich das leider nicht mehr realisieren.

Sternfreundliche Grüße,
Marc
 
Hi!

Entschuldigung dass ich diesen Thread wieder hervorhole aber ich muss jetzt hier nochmal antworten, ich versteh nämlich den obigen Beitrag absolut nicht.

Wenn du die Schiene so wie auf den Fotos auf die Holzplatte schrauben kannst, geht das um 90° verdreht auch...

Ich hab mal zur veranschaulichung in dein Bild etwas verunstaltet...
(entlang der Roten Linie würde ich die Schiene montieren...)

korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege!

CS
Florian
 

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