Selbstbau Newton 6" f/5

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Stefan_Rgbg

Aktives Mitglied
Liebes Forum,

ausgehend von diesem Thread ist in mir der Gedanke gewachsen mir als schnell einsetzbares Teleskop einen sehr hochwertigen 6" f/5 Newton mit azimutaler Montierung selbst zu bauen.

Von meinem 10" f/5 sind auch bereits Okulare vorhanden:
- Speers-Waler 5-8 mm
- Nagler 12 mm
- Galaxy 18 mm
- in Zukunft soll noch ein Nagler 31 mm folgen.

Ich habe mir v.a. mit mynewton schon einige Gedanken gemacht und würde erfahrenere Hobbyastronomen bitten, meinen bisherigen Plan mal sehr kritisch auf Plausibilität zu prüfen und mir auch sehr gerne andere Komponenten vorzuschlagen.

HS: ORION UK Hauptspiegel - 150/750mm - f/5 - 1/10 Lambda
FS: Antares Optics 1.52" 1/30 Lambda
Tubus: Hartpapier von Gerd Neumann, 180 mm
OAZ: KineOptics HC2
FS-Spinne von Horst Becker

So wie ich das Teleskop gerechnet hätte lande ich bei ca. 25 % Obstruktion, daraus ergeben sich für mich ein paar Fragen:
- Wie weit kann man mit meinen Okularen bei einem rein visuellen 6" f/5 die Obstrukation minimieren?
- Ist mein Fangspiegel zu groß, zu klein oder passend dimensioniert?
- Welche bezahlbaren sehr flach bauenden OAZs gibt es?

Ihr seht, sehr viel Fragen.

Viele Grüße,
Stefan
 
Hi
ich denke dass Dein FS sogar etwas klein sein könnte.
In meinen 6" f/5 Reisedobson hatte ich damals 40 oder 45mm FS, wenn ich nicht irre. http://www.deepsky-brothers.de/Reisedobson.htm

Überlegung dazu:

Du hast f/5 und bist daher mit 35mm Okularen bei 7mmm AP mit 30mm bei 6. Die größte auszuleuchtende Feldblende in dem Bereich unter den 2" Okus dürfte das 31mm Nagler haben. GGF auch das 30mm ES. Sie liegt um 41/42mm.
Dieses Feld sollte passabel ausgeleuchtet werden, d.h. allgemein sagt man zum Rand hin immer noch 70%.

Daraus ergibt sich dann zusammen mit der Tubusgeometrie der FS rechnerisch. Mit niedrigem OAZ und niedrigem knapp gerechnetem Fokus düfte die Strecke von FS-Mitte zur Fokuslage bei Deinem Projekt um 15cm liegen. Was bei f/5 ein Mindestmaß das FS mit 30mm ergibt. Dies ergibt aber keine Feldausleuchtung die man hier m.E. mit mind 10mm eher etwas mehr ansetzen muß. Daher würde ich in Richtung 45mm überlegen, wenn Du die Großfeldoption optimal nutzen magst.

Ob 30 oder 25% Obstruktion, das ist nicht so gravierend, als dass man stirbt.
Viel Erfolg
 
Stefan,
ich würde mir einen Carbontubus von Klaus Helmi dafür besorgen.
Oder anders: so hab ich's gemacht (und hier berichtet ;) ).

Gruß
Ernie
 
Hallo Stefan,

mit dem 1.52" Fangspiegel musst Du Spitz auf Knopf rechen und konstruieren, da darf wirklich nichts schief gehen und Du musst von Tubus bis zum OAZ eng bauen.
Ein etwas größerer FS gäbe Dir mehr Spielräume, der 1,83" Spiegel ist dann natürlich schon recht üppig.
Wünschenswert wäre was genau in der Mitte, aber wie schon richtig gesagt wurde, man kann da auch leicht zu viel tun und im Ergebnis schlechter fahren und ich finde gerade mal keine guten Fangspiegel mit anderen Maßen.

Das mögen jetzt viele Leute ganz anders sehen, aber ich würde in dem Fall die größere Obstruktion wählen, etwas entspannter konfigurieren (etwas mehr Tubusdurchmesser, FS nicht ganz knapp setzen, besser ausleuchten pp) und so so wenig wie möglich Qualität durch mögliche bauliche Unzulänglichkeiten einzubüßen.

Die tatsächliche Qualität von Haupt- und Fangspiegel, der passgenaue und justierstabile Zusammenbau sowie dann auch die sehr gute Justage reißen ganz erheblich mehr raus als der Unterscheid von 24% zu 29% Obstruktion.

Wenn Du eine reine Mond- und Planetenkanone bauen willst, verzichte auf die 2" Option, nimm f/8 und geh locker unter 20% Obstruktion.

So weit erst mal und....ach ja, ich habe einen 150/750er HS hier liegen, der hat 0,9er Echtstrehl, das garantiere ich. Für so ein Projekt würde ich ihn abgeben, denn für mein Projekt hat ein ebenso guter 154/739er Verwendung gefunden.
Bei Interesse PN, wenn nicht behalte ich ihn auch gerne.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, der 39mm Fangspiegel im 152/750 ist knapp, aber machbar.
Ich habe das mit meinem 152/740 MakNewton auch gerade durch.
Es bleiben 5,5mm ausgeleuchtetes Feld - einen Tod muss man halt sterben :-)

Schade, dass man Fangspiegel nicht feiner abgestuft, so in 1-Millimeterschritten bekommt.

Grüsse Jochen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jochen,

gemeinhin ist es ja so, dass unser Visus so unempfindlich ist, einen doch deutlichen Ausleuchtungsabfall zum Rand auf 75% oder noch weniger kaum zu bemerken.
Das bedeutet, dass es wohl schwer fällt aber nicht unmöglich ist, das z.B. bei Formatfüllenden Sternhaufen zu bemerken.
Recht deutlich sehe ich es, bei Beobachtung größerer Nebel und da gerade mit Filtern. Dabei blendet sich der Nebel schon lange vor dem Rand quasi aus, wenn die Ausleuchtung deutlich zu knapp ist.
Eventuell kannst Du mal drauf achten und berichten. Das könnte ja hier hilfreich sein. Ich habe aktull gerade nichts Passendes da.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

ich werde es auf jeden Fall beobachten und auch explizit darauf achten, weil es mich ja mangels Erfahrung selbst brennend interessiert :-)

Wobei formatfüllende Sternhaufen bei 740mm Brennweite etwas schwierig sind :-)
Offene Sternhaufen, wie z.B. die Plejaden, sind völlig unauffällig das konnte ich die Tage schon beobachten.
Auch wenn ich den Orionnebel durch's Feld wandern lasse bemerke ich keine Helligkeitsunterschiede.

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

der Perseus-Doppelhaufen eignet sich sehr, da sind auch ziemlich zentral sehr feine Sternchen drin denen man Schwindsucht beim Durchlauf in Richtung Rand ansehen könnte.

Gruß
*entfernt*
 
Mal noch ne Frage zum 100 % ausgeleuchteten Bildfeld. Wenn ich mal vom 31 er Nagler mit 42er Feldblende ausgehe, welche Werte muss ich dann in mynewton zu Rate ziehen Ausleuchtung bei 31 mm FOV oder 42 mm FOV?
 
Hallo Stefan,
eigentlich 42mm, aber lass Dich davon nicht verrückt machen - das gäbe einen riesen Fangspiegel.
20mm zu 100% ausgeleuchtetes Feld reichen locker aus, visuell eigentlich sogar 10mm.
 
Servus Stefan,
das Teil soll doch visuell werden, oder? Hatte schon Newtons die nur 2mm 100% Feldausleuchtung hatten, ist nie aufgefallen, dass der Fangspiegel sehr knapp ist. 15-20mm 100% Feld wird im Handel als "fotooptimiert" angeboten.
Da Du mit dem relativ kleinen 6"f5 eh mit dem Rücken an der Wand stehst, würde ich den Fokus knapp über den Tubus legen, den allerflachsten Fokussierer einrechnen (Kineoptic H2) und 3-5mm 100% Feld akzepieren. Du wirst visuell keinen Helligkeitsabfall sehen können, und schwache Sterne werden auch aus anderen Gründen zum Rand hin schwächer (Koma, Okularasti, Bildfeldkrümmung usw.). Mach Dir evtl. mal ne Maßstabsgerechte Zeichnung (geht bei 6"f5 durchaus noch).
Kannst auch zum Spaß mal Deinen 10"f5 durchrechnen, da wirst Du staunen, wie wenig Feld der ausleuchtet.

Viele Grüße

Gottfried
 
Zitat von Stefan_Rgbg:
Mal noch ne Frage zum 100 % ausgeleuchteten Bildfeld. Wenn ich mal vom 31 er Nagler mit 42er Feldblende ausgehe, welche Werte muss ich dann in mynewton zu Rate ziehen Ausleuchtung bei 31 mm FOV oder 42 mm FOV?

Hi

probiere es mal mit 10mm voll ausgeleuchtetem Feld.
Dann sollte der FS mit rd 40mm ermittelt werden, wenn die Tubusgeometrie meinen vorgenannten Überlegungen entspricht.

At all: Fehlende Feldausleuchtung ist zwar keine Krankheit aber wenn man sie hat und das ist deutlich sichtbar, verliert man vom Eindruck her mehr als man mit wenigen % mehr Obstruktion aufgibt.

Viel Erfolg
 
Ich würde im Moment bei mit einem 1.52" Fangspiegel bei ca.25 % Obstruktion raus kommen. Damit hätte ich ein 100 % ausgeleuchtetes Bildfeld von 10 mm. Ich habe auch nochmal über meine Okularwahl nachgedacht. Eigentlich würde es reichen, wenn ich ein 17er Nagler als Übersichtsokular verwende und hätte damit überhaupt kein Problem mit der Ausleuchtung.

Gibts denn ne Empfehlung für Fangspiegel? Liege ich mit Antares Optics schon gut?

Kann mit jemand kurz eine Erklärung geben was focuser baffle genau ist? Ganz schlau werde ich nicht mit googeln?
 
Hallo Stefan,

wenn Du das handwerklich sauber (heißt in der Summe justierstabil) und mit guten Komponenten löst sind 10 mm voll ausgeleutetes Feld visuell absolut in Ordnung.

Meine knappste Auslegung muss mit runden 8 mm auskommen, ich habe nichts zu meckern.
Ich empfehle das halt nicht pauschal.

Gruß
*entfernt*
 
Nach einiger Hin- Herüberlegerei habe ich mittlerweile meine Pläne geringfügig geändert. Es wird wohl ein 6" f/6 werden. Dann komme ich auch völlig problemlos mit dem 1.52" FS hin.

Noch ne Frage, die mich im Moment umtreibt. Was würdet ihr mir als Tubusdurchmesser empfehlen? Von Gerd Neumann gibt es z.B. 180 mm und 200 mm. Ich bin da im Moment sehr unschlüssig und würde gerne eure Meinung hören.
 
Stefan,
hast Du Dir mal die Tuben von Klaus Helmi angeschaut?!
Auch ganz 'lecker' ;)

Gruß
Ernie
 
Hab ich ja, ich bin mir nicht sicher ob sie mir nicht zu teuer sind. Da muss ich meine Geldbörse nochmal fragen. Da wärs dann der 196er.

Was mich bei den Tuben von Klaus Helmi wundert ist die Wandstärke: 9 mm Carbon im Vergleich zu 4 mm Hartpapier.
 
Die Wandstärke ist größer, aber dafür verbiegt sich da auch nix, auch nicht bei schwerem Spiegel und schwerem Kram am OAZ.

Musst mal hier im Forum suchen, die Erfahrungen sind durchweg so positiv, wie meine.

Viel Erfolg bei Deinem Projekt!!
Nichts geht über das Gefühl mit einem selbstgebautem Teleskop durch das All zu spazieren. Ich freue mich jedes Mal, und das seit 2011.

Bitte berichte weiter hier ;)

Gruß
Ernie
 
Hallo zusammen,

mein Selbstbauprojekt ist noch nicht gestorben, ganz im Gegenteil. Ich plane derzeit mit MyNewton fleißig herum und da würde ich nochmals um Eure Hilfe bitten.

Als OAZ habe ich an einen KineOptics HC2 gedacht.
Die technischen Daten sind:
Minimum Height: .975 (24.75mm)
Travel Standard: 1.290" (32.76mm)
Travel "A": 1.060" (26.92mm)
Weight: 6.9 oz. (195g)
Travel Rate: .750" (19.00mm) per turn
Eyepiece Diameter: 2 inch

Sind folgende Angaben in MyNewton dann korrekt?
Innendurchmesser: 50.8
Höhe des eingefahrenen Focusers: 24.8
Verstellweg des Innenrohrs: 32.8 (oder doch 26.9?)

Welchen Wert soll ich für die Höhe der Brennebene über dem Focuser wählen? Hier spielen ja sicherlich die Okulare eine große Rolle. Wie weiter oben erwähnt will ich verwenden Speers 5.8 mm, Nagler 12 mm, und in Zukunft Nagler 31 mm. Und zu guter Letzt was ist die Länge des Innenrohrs?

Ich hoffe, ich kriege Hilfe.

Beste Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan,

als Brennebene über Focuser würde ich mit ca. 16mm rechnen, das ist der halbe Focusserweg.
In der Tat solltest Du vorher wissen, wo Deine Okulare ihre Fokallage haben. Bei Televue gibts die Angaben auf der Website.
Das 31er muss sehr weit rein, die SpeersWaler liegen rel. Weit außen.

Die Länge des Innenrohrs ist wirklich die Länge des Rohrs am OAZ, in das Du Dein Okular steckst. Auf der Seite http://www.kineoptics.com/HC-2.html die Summe aus D1+D2.
 
Schon mal vielen Dank, Ralf. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich es richtig verstanden habe: Aus der Televue Tabelle kann ich für das Nagler 12 mm als Maß F 0.78" also etwa 20 mm entnehmen. Das bedeutet doch, dass ich 20 mm extrafokalen Fokusierweg benötige? Wenn ich dann die Brennebene 16 mm über den Focuser gelegt habe komme ich doch ohne Verlängerungshülse nicht mehr hin, oder?

Hast Du Informationen zur Fokuslage des Speers-Walers?
 
Hallo Stefan,

ich arbeite immer gerne mit dieser Okulardatenbank.
Dort ist auch schön erklärt wie man messen muss:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=102158


Noch ein Tip:
Der Fokussierweg des HC2 ist recht klein - ein tolles Teil, ich hatte ihn auch mal!
Deshalb macht es Sinn, das System so einzustellen, dass das Okular mit dem am weitesten aussen liegenden Fokus sauber fokussiert.
In der Regel sind das Nagler 31, Ethos 21 und auch noch Ethos 17
Alle anderen Okulare haben den Fokus weiter innen, müssen also weiter "herausgezogen" werden.
Das kannst Du mit Okularverlängerungen machen, welche in das Filtergewinde geschraubt werden.
Wenn Du es perfekt haben willst kannst Du Dir aus Kunststoffrohr auch noch Hülsen basteln, damit alle Okulare parfokal sind, also an der selben Stelle im Fokus sind.

Ich habe das mit meinen Okularen so gemacht und mein Fokussierer hat nur noch einen Weg von 5mm, was aber ausreichend ist.
Man spart sich das Gekurbel am Okularauszug und beim Okularwechsel ist gleich wieder alles scharf.

Grüsse Jochen
 
Ich habe gerade eine völlige Denkblockade und würde mich über Hilfe freuen:
Ich gehe von einem Speers-Waler 5-8 mm mit -12,6 mm Fokusweg (also intrafokalem Fokusweg) und einem Kineoptics HC 1 mit 25,4 mm Travel aus.

Wenn ich jetzt den Fokuspunkt 16 mm über den eingefahrenen OAZ lege komme ich dann mit diesem Okular nicht mehr in den Fokus, da 16+12,6>25,4?

Oder ist es gerade andersum? Wenn ich den Fokuspunkt 10 mm über den eingefahrenen OAZ lege komme ich nicht mehr in den Fokus da 10-12,6 <0.

Vielen Dank für Eure Hilfe!
 
Hi
genau andersrum.
Wenn Du den Fokus zu nah an die Oberkante des OAZ legst kommst Du nicht tief genug rein mit den Speers.
Mach 20 mm oder paar mm mehr über den OAZ und es paßt für alle Okus intrafokal.
Die wenigen mm mehr machen bei der Restkonstruktion nicht wirklich etwas aus.

CS
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben